Seite 160 Gmünder Heimatblätter 8. Jahrg. Auf das hatten die Lausbuben natürlich ſchon längſt gewartet. Nun erhob ſich aufs neue ein durchdringendes: „Trä trä!“ Und die zornige Frau ſchimpfte und wütete, und wenn das „Trä trä, trä trä“ immer ohrbetäubender wurde, konnte es vorkommen, daß allerlei Geräte, die eigentlich ganz andere Beſtim⸗ mungen hatten, auf die Straße herunterſauſten. Da gab es zerbrochene Krüge, Taſſen, Schüſſeln, Nachtgeſchirre; da wurde Waſſer heruntergeſchüttet und Schlimmeres, und wenn, durch den Lärm angezogen, ſchließlich ein Schutz⸗ mann an der Ecke bei Boſer auftauchte, dann verſchwand die ganze Geſell⸗ ſchaft ebenſo ſchnell wieder, wie ſie gekommen war. Noch lange aber hörte man das Gekreiſch der erzürnten Frau. b Warum brachte aber der Ruf „Trä trä“ die Frau Vogt fo in Aufregung? — Niemand mag gerne an eine eigene Dummheit erinnert werden, und eine Dummheit hatte die Frau Vogt, als ſie noch ein junges Mädchen war, ge⸗ macht. Damals kam noch die Artillerie regelmäßig zum Scharfſchießen nach Gmünd. Einer der ſtrammen Soldaten — es war vollends einer von der Muſik — hatte der nachmaligen Frau Vogt das Herz verrenkt. Als nach Be⸗ endigung des Schießens die Truppe mit klingendem Spiel wieder heimwärts zog, begleitete auch unſere liebe Frau Vogt die Scheidenden ein Stück des Wegs, um von ihrem geliebten Trompeter wenigſtens noch einen heißen Ab⸗ ſchiedsblick zu erhaſchen. Während des ganzen Marſches rannen ihr die Tränen wie zwei Bächlein von den Wangen; denn was gibt es Schwereres, als „wenn ſich zwei Herzen ſcheiden, die ſich dereinſt geliebt!“ Schließlich fragte einer der Umſtehenden das ſchluchzende Mädchen: „Ja, Mädle, warum heulſt denn jo?” Da kam es ganz ſtoßweiſe aus dem gequälten Herzen: „Sit denn des nett arg, daß mei netter „Trä Trä“ jetzt wieder fort muß!“ Sie wußte nämlich den Namen ihres Herzallerliebſten nicht. Von da ab iſt ihr der Name „Trä trä“ geblieben. Je mehr ſie ſich bei feiner Anwendung aufregte, deſto mehr mußte fie ihn hören. Es iſt aber auch ſchrecklich, wenn mit Bäcker⸗ fäuſten in die heiligſten Kammern des menſchlichen Herzens eingegriffen wird! Nachtrag 1. Zu der Abhandlung in der Julinummer der Heimatblätter: „Das Fiſche⸗ reigewerbe in Gmünd in alter Zeit“, von Anton Bäuerle, Mesner, iſt zu be⸗ merken, daß das Zunftzeichen der Fiſcher noch erhalten und in der hieſigen Altertumsſammlung zu ſehen iſt. 2. Zu Seite 126 (Auguſtnummer der Heimatblätter) iſt nachzutragen, daß Erasmus von Laymingen am 16. Febr. 1598 geſtorben iſt. — Im übernächſten Abſatz muß es ſtatt 1689 — 1679 heißen. In den monatlich erſcheinenden Gmünder Heimatblättern wird die Leſerſchaft mit der Geſchichte und Kulturgeſchichte des Heimatgebiets vertraut gemacht. Jede Nummer enthält wertvollſte Originalbeiträge. — Es werden auch Sonder⸗ drucke auf beſſerem Papier hergeſtellt. Dieſe können von der Geſchäftſtelle der Nems-Zeitung bezogen werden. i HERAUSGEGEBEN vom HEIMAT u. VERKEHRSVEREIN SCHWÄBISCH GMÜND Nr. 11 Schwäb. Gmünd, November 1935 8. Jahrgang Ein Renaiſſancegrabmal und ſein mutmaßlicher Fertiger Veyt Baumhauer Im Steinſaal der Jul. Erhardſchen Gmünder Altertümer⸗Sammlung be⸗ findet ſich ein Grabſtein bezw. Epitaph, deſſen verhältnismäßige Güte trotz ſtarker Beſchädigungen beſonders der figürlichen Teile zur Aufmerkſam⸗ keit zwingt. Es iſt das Grabmal zweier Frauen, Mutter und Tochter, von denen die letztere im blühenden Jugendalter geſtorben iſt. Die orthographiſch nicht ganz einwandfreie Inſchrift beſagt, daß am 22. März des Jahres 1570 die Frau Urſula Meyllen, des Dr. Balthaſar Brauchen eheliche Hausfrau, im Alter von 53 Jahren verſchieden iſt und daß am 27. Juni 1526 auch deren Tochter Catharina im Alter von 18 Jahren ſtarb. Die Jahreszahl 1526 iſt ohne Zweifel ein „Schreibfehler“. Man wird an 1556 oder 1576 denken müſſen, wobei die letztere Zahl die größere Wahrſcheinlichkeit beſitzt. Dr. Balthaſar Brauch, „der arzneien Doktor“, iſt vermutlich der Sohn eines Gmünder Bür⸗ germeiſters; ſeine Frau war die Tochter des 1538 verſtorbenen Bürgermeiſters Meyllen, deſſen Totenſchild wie der ſeines Sohnes in der Taufkapelle des Gmünder Münſters hängt. Die Dargeſtellten entſtammen alſo angeſehenen Gmünder Patriziergeſchlechtern, deren Wappen rechts und links der Inſchrift⸗ Tafel angelehnt ſind. ! Es fällt auf, daß das Manneswappen Brauch heraldiſch links, alſo an der falſchen Stelle ſteht. Auch daß die Frau mit dem Mädchennamen genannt iſt, erſcheint zunächſt ungewöhnlich; doch kommt dies, wie Stadtpfarrer Weſer mit⸗ teilt, in Gmünder Urkunden häufig vor. Offenbar wollte der Beſteller mit der bevorzugten Lage des Wappens ſeine heimgegangene Gattin beſonders ehren.!) 1) Nach einer freundlichen Mitteilung von Herrn Dr. W. Fleiſchhauer, Schloßmmfo mn Stuttgart, beſitzt letzteres ein Epitaph der Brigitta Meillen, ſicherlich einer Gmminber nete wandten und ihres Gatten des Geheimſekretärs Kurz von Gärtingen, ebenfalls aus bein 46. Jahrhundert. b Geite 162 Gmünder Heimatblätter 8. Jahrg. Das Wappen Mehllen zeigt einen von Silber und Rot geſpaltenen Schild, in deſſen Feldern ſich Roſenkränze in den Farben des Gegenſinns befinden. Das Wappen Brauch zeigt einen geteilten Schild mit zwei ſchräg⸗rechts gerichteten Rauten oder Wecken. Die Farben ſind nicht bekannt. Von dem Meyllenſchen Wappen bilden wir eine gemalte Zeichnung aus einem Tage⸗ oder Gedenkbuch ab, das der Gmünder Rechtsſtudierende Joachim Jäger in ſeinen Studentenjahren 1588 in Padua, der damals berühmteſten Univerſität für Rechstwiſſenſchaft, begann und bis zu feinem Tod bewahrte. (Abb. 1). Dieſes Abb. 1. Stammbuchblatt aus dem Jägerſchen Stammbuch mit dem Meynenſchen Wappen 1593. 8. Jahrg. Gmünder Heimatblätter Seite 163 — — Abb. 2. Meyllenſches Epitaph. Stadt, Altertumsſammung ahmen Geite 164 Gmünder Heimatblätter 8. Jahrg. im Beſitz der J. Erhardſchen Altertümerſammlung befindliche, in Pergament gebundene wertvolle Büchlein enthält auf ſeinen 8,5:12,5 großen Blättern eine Reihe von Wappen, Bildchen und Sinngedichten von Freunden, deren Todes⸗ fahr und sort, ſoweit ſie ihm bekannt wurden, vom Beſitzer in ſchöner Pietät Der Inhaber des Büchleins Joachim Jäger wurde als Dr. jur. und ſpäterer kaiſerlicher Rat und Kommiſſar für ſich und ſeine Familie unter dem Namen Jäger von Jägersberg in den Adelsſtand erhoben. Ueber die Familie des zweiten Wappenträgers „Brauch“ konnte ich durch die Freundlichkeit des Hrn. Stadtpfarrers Weſer⸗Straßdorf folgendes erfahren: Dr. med. Balthaſar Brauch iſt vermutlich 1517 geboren, und zwar als Sohn des 1524—43 bezeugten Bürgermeiſters Hans Brauch ooͤer des 1546 von den Heſſen ausgeplünderten Veit Brauch. Nach Cruſius II, 243 (deutſche Ausgabe) ſtudierte er 1537 an der Univerſität Tübingen Medizin. Dr. Balthaſar Brauch war zwei⸗ oder gar dreimal verheiratet, und zwar in erſter Ehe mit der 1570 verſtorbenen Urſula Meyllen, der auch die Tochter Catharina Barbara entſtammte. In zweiter Ehe mit Anna Bräunlerin, welcher der 1573 ge⸗ borene Sohn Johann Jakob entſtammt; und in dritter Ehe mit Auna Würth, deren Kinder Eliſabeth 1575 und Franz 1577 geboren ſind. Es iſt aber auch möglich, daß Anna Bräunlein und Anna Würth ein und dieſelbe Perſon wenname und das anderemal ihr Geburtsname gebraucht. Das Epitaph (Abb. 2) iſt 200 Zentimeter hoch und 74 Zmtr. breit. Es war ur⸗ ſprünglich vollſtändig in die Mauerwand einer Kirche, wohl des Münſters, ein⸗ gelaſſen, und zwar nicht am Boden aufſitzend, ſondern erhöht; darauf deutet die freie Endigung unten mit dem kräftigen Rollwerk und dem Muſchelabſchluß hin. Der Stein iſt in drei Hauptteile gegliedert: 1. die von Liſenen ein⸗ gerahmte Inſchrifttafel, 2. das von zwei joniſchen Pilaſtern begleitete Bildfeld, darüber das antıfifche Gebälk: Architrav, Fries und Kranzgeſims, und endlich 3. der krönende Abſchluß mit einem rollwerkumrahmten Reliefſchild, der eine Darſtellung des Jüngſten Gerichts enthält und zur Seite Symbole des Todes: Stundenglas und Leuchter, zeigt. 5 Die Zeit der Entſtehung des Werks dürfte in die 8oer⸗Jahre fallen. Dar⸗ auf deutet das entwickelte Rollwerk am oberen und unteren Abſchluß hin, das um 1560 erſtmals in die Renaiſſance einoͤrang und dann bis zur Jahrhundert⸗ wende zur üppigſten Blüte gelangte. Daß die Jahreszahl 1526 als Todes⸗ jahr der Tochter nicht ſtimmen kann, ergibt die Ueberlegung, daß die im Jahr 1570 im Alter von 58 Jahren geſtorbene Mutter 1517 geboren iſt, alſo 1526 erſt 9 Jahre alt war. Das Todesjahr 1576 würde vorausſfetzen, daß die Mutter zur Zeit der Geburt der Tochter 41 Jahre alt geweſen iſt. Dem⸗ nach müßte die Arbeit kurz nach 1576 entſtanden ſein. Damit ſtimmen auch die Formen des Ornaments überein. Die Proportion der drei nahezu gleichen 8. Jahrg. Gmünder Heimatblätter Seite 165 Mutter fließt in großen Zügen zu Boden, nur die Spitzen d ü gefalteten Hände, die einen Roſenkranz halten, 1 e von einer Haube umrahmt iſt, läßt auch in der Verſtümmelung noch einen gewiſſen Adel der Haltung und Herkunft erkennen. Ihr gegenüber kniet die Tochter in der kleidſamen Tracht der Zeit mit Puffen an den eng anſchließen⸗ den Aermeln. Vom völlig zerſtörten Kopf iſt nur noch der Umriß erhalten; zwei lange Zöpfe hängen über die Schultern. Ein jugendlich ſtraffer Körper 1 an 1 177 e Gewand. Das Relief hebt ſich klar vom ab und iſt in Linie un i i ä ee d Plaſtik trotz der bedauerlichen Schäden von Die Inſchrifttafel in gotiſcher Fraktur iſt weder textlich no räumlich ein⸗ wandfrei. Beſonders die untere Hälfte iſt flüchtig und e e 65 iſt ſicher Gehilfen⸗ oder gar Lehrlingsarbeit. Meiſterhaft ſind dagegen die bei⸗ den die Tafel flankierenden Wappen der Meyllen und Brauch, bei deren erſterem der als Kleinod verwendete Jüngling ſtolz einen Roſenkranz hinaus⸗ hält, indem er damit die Herkunft ſeiner Sippe als Roſenkranzfertiger zeigen Neuartig iſt die Bekrönung des Epitaphs, wo an telle des bisher übli Giebelabſchluſſes ein Roll⸗ und Kartuſchenwerk m das 10 ne umſchließt, deſſen Ausführung wir uns wegen ſeiner feinen Details eher in Metall oder in dem zu dieſer Zeit aufkommenden Alabaſter denken könnten. Der Gmünder Helin hat ja zwei Jahrzehnte ſpäter bei ſeinen Tübinger Tum⸗ 90 10 5 ae ae ballen geſchaffen; berühmt ſind auch die Werke er Biloͤhauerfamilie ern von For tenberg, die v i i ief Werte W ch 8 € vorwiegend in dieſem | Für Gmünd bedeutet jedenfalls das Rollwerkornament an dieſem Epitaph ein erſtes Eindringen dieſer ſpäter wild ausartenden Zierform, in der ſich deutſche Fantaſtit auswirken konnte. Dargeſtellt iſt die ſog. Deeſis, das Jüngſte ſichtbar. Unter dieſem Wolkenthron iſt der Erzengel Michael damit beauftragt, die Verdammten in den Höllenrachen zu ſtoßen, während auf der andern Gette eine große Schar in Kinderkörpern dargeſtellter nackter Figuren dem Himmel zugeführt werden, wo ihre Köpfe in dem eigenartigen Geſchlinge des Wolken gekräuſel verſchwimmen. \ 9 m —ͤ— u 2) Klein: Geſchichte des Gmünder Goldſchmiedegewerbog 1990, Geite 166 Gmünder Heimatblätter 8. Jahrg. 8. Jahrg. Gmünder Heimatblätter Seite 167 Die Einzigartigkeit unſerer Epitaphs in der Zahl der erhaltenen Gmün⸗ der Renaiſſance⸗Plaſtiken wie die Beherrſchung der architektoniſchen Elemente . laſſen auf einen Einfluß von außen ſchließen, und hier fällt unſer Blick auf einen von Gmünd ſtammenden und in Würzburg zu hohem Anſehen gelang⸗ ten Meiſter Veyt Baumhauer, den älteren Bruder des in den Heimatblättern 1935 Nr. 5—7 behandelten Leonhard Baumhauer. Dieſer Veit Baumhauer iſt als vielbeſchäftigter Bildhauer zwiſchen 1560 und 1572 in Würzburg nachgewie⸗ ſen. Nach 1573 kommt er in Urkunden nicht mehr vor. Leo Bruhns!) nahm Abb. 3 Jüngſtes Gericht vom Meyllenſchen Epitaph. Städt. Altertumsſammlung Gmünd. an, daß er in jungen Jahren geſtorben ſei; es iſt aber ebenſo möglich, daß er wegen der veränderten Kunſtrichtung, die unter dem neuen Biſchof Julius Echter von Meſpelbrunn einſetzte, an Wertſchätzung verlor und in ſeine Vater⸗ ſtadt zurückkehrte. Jedenfalls ſchließt ſich unſer Gmünder Epitaph in vielen Punkten an die ihm in Würzburg zugeſchriebenen Werke an, und zeitlich würde e eee eee 3 705 N . ee N Abb. 4. Veyt Baumhauer Grabmal Betzold Würzburg, ir zburg, Marlenkapelle. Na Würzburger Bildhauer der Renaiffance, f a ae 3) Bruhns: Würzburger Bildhauer der Renaiſſance und des werdenden Barock 1540-1650. München 1923 ©. 85—91. 19 * Seite 188 Gmünder Heimatblätter 8. Jahrg. — -¼-¼̃ - —— — —-— — — — ſein Auftreten in Gmünd um dieſe Zeit das Fehlen in den Würzburger Akten erklären. f Das Wolkengekräuſel auf dem Gerichtsbild des Gmünder Epitaphs iſt eine Eigentümlichkeit, die ſich auch auf zahlreichen Würzburger Werken hinter dem Bild des Gekreuzigten findet. Beſonders eindrücklich kommt es auf dem Baum⸗ hauer zugeſchriebenen Epitaph der Barbara Betzold, + 1566, und ihrer beiden Männer vor (Abb. 4), wo es kreisförmig, dem Gmünder Medaillon ähnlich, einen in den Wolken ſchwebenden Gnadenſtuhl umrahmt. Die Aufgeſchloſſen⸗ heit für die architektoniſchen Renaiſſance⸗Elemente, wie die neue Rollwerk⸗ Ornamentik haben ihm in Würzburg den Weg gebahnt. Wir ſehen, wie auch an dem Gmünder Steinmal dieſe Weſensart ſich auswirkt. Dem Würzburger Werk iſt eigentümlich, daß der Boden der Adoranten bis an den Rand der Platte, ja über den Rahmen herausragt. Wir finden dieſe Merkmale auch zu Füßen der beiden Gmünder Frauen, deren Relief nicht in der Grundebene bleibt, ſondern bis auf die Höhe der Pilaſterfüße herauskommt. So ſprechen manche Gründe dafür, dieſes Epitaph dem ſonſt in Gmünd nicht nachweisbaren Veyt Baumhauer zuzuweiſen. Ueber ſeine Würzburger Tätigkeit geben die dortigen Zunftbücher urkundlichen Aufſchluß. Demnach iſt Baumhauer im Jahr 1563 in die St.⸗Lukas⸗Brüderſchaft aufgenommen wor⸗ den, war alſo zu dieſer Zeit ſchon Bürger. Seine Tüchtigkeit findet darin ihre äußere Anerkennung, daß er wenige Jahre ſpäter zum Geſchworenen gewählt wurde und 1571 ſogar mit der Fertigung des Muſter⸗Meiſterſtücks⸗) für das Bildhauerhandwerk betraut wurde. Die anſehnliche Zahl der bei ihm ein⸗ geſchriebenen Lehrlinge, die ſpäter achtbare Meiſter wurden, läßt auf eine viel⸗ beſchäftigte Werkſtätte ſchließen. Bruhns, deſſen wegweiſendem Buch über die „Würzburger Bildhauer der Renaiſſance“ dieſe Angaben entnommen find, weiſt ihm ſieben noch erhaltene Werke von unterſchieoͤlicher Bedeutung zu, darunter als das bedeutendſte das Portal der ehemaligen Domſchule im Würzburger Domkreuzgang, 1565 entſtanden.e) So dürfte ſein dortiger Aufenthalt von etwa 1560—1572 gedauert haben. Ein langwieriger Streit mit der Würzburger Zunft mag als Zeichen dafür gelten, daß auch er, wie ſein Bruder Leonhard, ein temperamentvoller echt ſchwäbiſcher Dickkopf geweſen iſt, der ſich nicht leicht un⸗ terkriegen ließ. Sollte die Annahme, daß Veyt Baumhauer nach ſeiner Würzburger Tätig⸗ keit noch einige Zeit in ſeiner Vaterſtadt gearbeitet hat, zutreffen, ſo müßten wohl noch weitere Werke ſeiner Hand in Gmünd und ſeiner Umgebung nachzu⸗ weiſen ſein. Allerdings iſt zu beachten, daß viele dieſer Epitaphs infolge Un⸗ verſtändnis vergangener Zeiten zerſtört wurden. Umſo mehr iſt die für Gmünd erfreuliche Tatſache feſtzuſtellen, daß hier durch verſtändnisvolle Pflege des überkommenen Heimatguts Werke erhalten worden ſind, die für die Kenntnis früherer Zeiten und damit unſerer Vorfahren von unſchätzbarer Bedeutung fin). Walter Klein 4) Als Meiſterſtück wurde feſtgeſetzt: „Ein Cruzifix ſampt einem Mariabildt, welches Johannes im Arm hab, zween Schuh hoch.“ f 5) Abbildung bei Bruhns S. 25.