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BIBLIOTHEK
DES
LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
CXXIX.
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TÜBINGEN.
asoRnoKT Atrr kobtbn dm LimRAsnoBiK ncRciKS.
1876.
PROTECTOR
DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART:
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG :
P r u 4 i d e n t : Dr A. V. K e 1 1 o r , ordouilicher profesaor au der k. univprsitfit in Tilbinj^eu.
Kassier: Roller, universitäts-secretär in Tilbiugen.
Agent: Fues, buchhäudler in Tübingen.
GESELLSCHAFTSAUSSCHUSS :
Professor dr 6 a r a c k , oberbibliothekar der kais. universitäts- und
landesbibliothek iu Straßburg. Geheimer hofrath d^Ha^t^^cll, ordentlicher professor au der g. uiiivor-
sität in Heidelberg. K. Cotta freiherr von Cottendorf in Stuttgart. Hofiath dr H e m s c n , director der k. handbibliothek iu Stuttgart. Dr Holland, professor an der k. Universität iu Tübingen. Dr Klüpfcl, bibliothekar an der k. uuiversitUt in Tübingen. Director dr 0. v. Klump p in Stuttgart.
Dr Maurer, ordentlicher professor an der k. Universität in München. Dr Simrock, ordentlicher professor an der k. universitÄt in Bonn. Dr Vollmer in Stuttgart, (leheimer regierungsrath dr Waitz, ordentlicher professor an der k.
univerj<it-ät in Berliu. Dr Watte ubach, ordentlicher prof(i'.-«*or an dor k. Universität in
Berlin.
QUELLEN
ZUR
GESCHICHTE DES BAUERNKRIEGS
IN OBERSCHWABEN
HERAUSaEGBBBN
TOH
DR FRANZ LUDWIG BAUMANN.
FCR den LITTERARISCHRN VEREIN IN STUTTGART
MACH BB8CHLU88 DV8 AÜ88CHÜ88K8 TOM NOTEMBRR 1874
OBDRUOKT VON U. LAOPP IN TÜBINGEN
1876.
WEISSENHORNER HISTORIE
VON
NICOLAUS THOMAN,
8T. LBOMHABD8KAPLAH Zu WBI88BHHÜRN.
Banemkrieg X
Den ersamen, fursiclitigen , weysen burgermaister und rat der stat Y^eyssenhoren enbut ich, Nicolaus Thoman, saut Lienhartz cap- plan daselbst, mein gebet und freuntlich wullig dienst zu vor.
Ersamen, weysen, gunstigen, lieben hcrren, dieweyl mir zu allen zeyten, ach nachdem und die weit von gott dem herren erschaffen, allfiegen etlich erfunden worden sint, die alle geschichten, die sich begeben, mit sunderm ernstlichen vleys aufgeschriben (wie dan das- selbog aus glaubwürdiger schrift an ful orten gruntlich mag bewysen werden, das ich dan auß liebe der kurtze anzuzaygen underlassen wall), and haben söllich histori beschriber nit allain mit hochem vleys die erheben, dapfern Sachen und geschichten , sunder ach die abelthaten verzaichnet, dan nach der regel der geschrift söllent, wie der heylag und von gott erleicht lerer leronimus anzaygt , bayder- lay handlungen vermerckt werden, damit der znkunftug leser oder hOrer fruchtberlich underwusen werde, was er annemen oder fliechen söU, ond wiewoll söllich geschichten zu wissen meniciich nutzlich, doch insunderhayt dyenen fruchtberlich , die von gott dem herren Ne dan ewer ersam weyshayt) ander zu regieren verordnet, dem- sclbügen nach hab ich, Nicolaus Thoman, des heyligen sant Lien- hartz capplan zu Weyssenhoren, als der wenigest, die sich busher in söllichen Sachen bemut haben (dem allmechtigen gott, seiner aUemturdigisten mutter, allem himlischen her zu lob und zu sundrem Hotz and wolgefallen ewer ersam weyshayt, gemayner statt und allen zukünftigen lesem) mit hystorischem glauben allerlay hand- langen und geschichten, die sich zu Weyssenhoren und in andern landen und stetten begeben, mit hochem vleys beschriben und in ain bacfalin auf das kurtzest gefast, und ewer ersam weyshayt das- selbog hystori buchlin auß sundrer fraintschaft und liebin hiemit zu- stell nnd nbergnb mit dyemutiger bittung, ewer ersam weyshayt wolle sölliche mein klayne gab firaintlicher maynung annemen und
1*
mich arm capplan (wie ir dan allweg gethan) treulich lassen be- volhen haben.
Datom zu Weyssenhorn in meiner gewonlicher behausung an dem ... tag des monatz anno domini . . . ^
4c
1 In B hat erst der glossator aus A das datuin »13 Marci l^S^< in den leer gelassenen räum nachgetragen ; E hat ebenfall» kein datum ; alle andere handschriften aber, wie A, das vorerwähnte.
In Gottes namen. Amen.
Ain cleins kurz anzaygen und herkomens der statt Weys- senhoren und herschaft darza gehSrng, ach etlicher geschieht ond handlang, so sich alda verlaffen und begeben haben.
Von den von Newffen.
Eß ist zn vernemen, das die wolgebornen herren von Newffen, graven za Marstetten, die sich acb in irem tittel geschriben haben lantvögt in obren Schwaben, ach erbjegermayster des heyUgen rö- mischen reichs, das dan ich selbß gesechen and gelesen hab za Schassenryed im closter in aynem sammerhauß im galten bey aynem schönen rörkasten. Daselbst was gemalet die aaßthailang and Stent des römischen reichs , ist ach ain glaabclich gutz anzaygen ires schnitz und helmß halben. Die edlen herren and graven , die ha- ben das closter Baindt gestuft, bey Ravensparg und Weingarten gelegen.
£ß hat ach ain hen* von Neaffen, graf Hainrich gehayssen, der hat das spittal zu Memingen in der statt, des heyligen gaystzorden, gestifft, wie man das auf dusen tag sieht, an schilt and heim allent- halben aussen und innen sieht, und war ist, wiewol vor jaren ain spittelmayster daselbst die alten behausung abbrach und ernewert, der ward angelangt, er sollte die wappen der Stifter nit mer malen lassen (das ist war), er woltz aber nit thon, sunder an allen orten and enden widerumb erneaem, wie sy vormals gestanden waren.
Die wolgebornen herren und graven haben die statt und her- schaft Weyssenhoren ingehapt, ftilleicht von grünt erbauen, haben za Bach hof gehalten auf dem schloß, ob der kirchen gelegen, wie dan das bargstall noch anzaygt. Eß mugen ach woll etlich herren za Weyssenhoren hof gehalten haben.
Item ich habs von aynem glaubhaften gehört, derß von seinen
Voreltern hcit, das der letzst herr zu Buch, alß er von dannen ziechen wolt, seine arme hindersessen beriefen ließ, welcher mit im wollt abkomen umb den zechenden auß iren eckern, den gab erß zu kaffet zeletz den zechenden frey, und noch bey dieser zeyt frey sent, doch nit all ecker, der pfarrer und herschaft habend auch zechenden zu Buch.
Das schloß daselbst belub edt, wonet niemetz darin, begab sich, das ain hauß im dorf brinnet wart, die flammen, die von der brunst fingen, kamen in das ödt schloß, und bran auß, also stat es noch. Ich hab selbs von etlichen gehört, sy wußten und zaygten die hof- stat an, da die brunst ufgangen waß.
Eß ist zu vernemen durch glaubhaftige anzaygen, das die wol- geborncn herren und frauen zu Weyssenhoren ire begreptnuß ge- hapt haben, und in frischer gedechtnuß der mentzen, das ain grab- stein vor der kruft gelegen ist, und dabei fuer kertzstall.
Derselbug stein ist durch die heyligenpfleger oder ander auf- gehöpt worden, und zu aynem altarstein auf den frumeßaltar ge- legt worden, da ist er noch, doch nit gantz, ist davon gehauen worden, denselben tayl hab ich mermalß gesechen.
Auf dusem stain ist der herren von Neaffen schult und helm- gehauen mit etlicher geschrlft, wie von wort zu wort also lauttent: »obyt dominus Albertus de NeulTen, comes de Marstetten, anno do- mini mcccvi, Udalrici,« ist im Theutzen also : »Eß ist gestorben herr Albrecht von Neuffen, graf zu Mai^stetten, nach der gehurt Cristi lauset trey hundert und sechs jar an sant Ulrichs tag.«
Ich kans nit erhalten, muß ain meidung thön des stains halben, sollten die jhenigen denselben billichen haben lassen beleyben, dar- zu er verordnet ist worden, und der wolgebornen herren ir grept- nuß nit zerrussen haben, haut ach schlette Vernunft und kunste ge- hapt, sollten betracht haben, daß der letzst wull des mentzen ge- halten sol werden; were ach in ewig zeyt der statt ain lob und er und anzaygen eins alten, guten, edlen herkomes gwesen.
Ain gleichnus.
Wiewoll yetz vergangen anno doniini 1513 haben die von Weys- senhorn bey sant Veitz altar an die maur lün gleichnoß aynes stains lassen machen in gleicher form, grosse, ienge, schilt, heim und ge- schrift, wie der recht stain gewesen ist.
Merck eben!
Weyter so hab ich in aynem fast alten kalender scbriben fan- den, das ain her von Neuffen, mit namen Berchtoldns, gestorben ist anno domini mcccxxxxviüj jar, am xx tag des monetz Februarii, aber nit, wa er begraben ist.
Merck weytter!
In dusem kalender stand ach, wie ain gräfin von Neaffen, mit namen Elisabet, gwesen sey, die jarzall ires absterben stund nit da- bey, aber am tag Mathie , der waß der xxiiij tag Febroarii , ist sy gestorben. Weytter hab ich gefanden in dasem kalender, das firaw Elisabet von Neuffen, gräfin zu Marstetten, die man genent hat die Moringerin, die jarzal ires absterbes stunt ach nit dabey, aber am xi tag des monetz May ist sy gestorben.
Derselbog kalender zaygt nit an, wa die trey personen be- graben seyen , als ich vermain , send sy hye zu Weyssenhorn be- graben, auß der ursach, so ire namen in dem kalender geschriben sint nnd sunst niematz des geschlestz.
EG ist zu vermercken, das durch gar alte sagen und aynes alten lieds angezaygt wurt, wie das aiu edler her zu Buch gesessen sey, der hab gehayssen Moringer, der sey bulgeriß weys in sant Thomas lant gezogen und sein gemachel, laut und lewt aynem jungen herren und grafen vonNewffen bevolhen, und sey suben jar ausbe- liben, wie und in welcher gestalt er widerumb zu lant komen sey, Wort in dem nachfolgenden liet anzaygt, ob eß also gesehen und ei^ugen sey, dabey bin ich nit gwesen, wulß ach nit weytter erkunnen.
Hienach folget das lied und histori des edlen Moringers ^
♦
1 Das lied vom Moringer wurde erstmals veröffentlicht von pro-
femorSchmid in der zeitMchrifl Bragnr III, 402^415 im jähre 1794 nach
der handschrift des Ulmer Wengenklosters. Nach v. Raiser, wappen 56,
Dota 86 wurde dasselbe abermals gedruckt in den intelligenzbl&ttern
des Ulerkreises 1814, s. 725 ff. und darnach im almanach f&r Schwaben
von 1833. Die textabweichungen der handschrift E von Bragur s. im
anzeiger des g^mian. museums von 1863 s. 215. Ein erneuter abdruck
schien bei der geringen abweichung des textes A und B von Bragur
entbehrlich, da ein viel besserer text, als der Thomans ist, von Uhland
auf grund eines fliegenden blattes veröffentlicht wurde. 8. L. Qhland,
die deutschen Volkslieder II, 773—83, n. 298 und IT, 1032.
8
Item nach auzaygen duses lyeds oder gedachs muß der edel Moringer lang vor dienen von Neuffen gwesen sein, und die von Neuffen durch den Moringer daher komen sein.
Es ist nit gmntlich davon ze schreiben, aber von alter her für und für ist von duser histori gesungen and gesagt worden und in- sunder zu Buch.
Anzaygen.
£ß ist da vornen anzaygt von fraw Elisabet von Neuffen, grefin zu Marstetten, dieselben hat man genet die Moringerin, sy kann aber nit des Moringers dochter gewesen sein, sy möchte aber woU oder fulleicht zu ayner gedechtnuß irer voreitern also genempt worden sein.
Merck von zechenden!
All zechenden, groß and dein, zu Weyssenhom ist dero herren von Neuffen gewesen, dye haben sy dem gotzhauß Keyssen geben. Eß send aber etwan fnl ecker hie gewesen, auß dyenen kain zechet ist geben worden, send frey gwesen, etlich die 20 garb, etlich die 25 garb etc. geben, das hat lange zeyt geweret.
Eß ist ain gut anzaygen duser ecker halben gwesen, daß sy in den hofbaw kert haben, wie zu Buch vornen anzaygt ist, aber die alten send nit so fursichtug gwesen, sollichs einzuschreiben, wie noch hie gewonhat ist.
Item bey leben des durchleichtigen fnrsten und herren, herren herzog Jörgen, understunt sich der abbt von Kayssen die aygen ecker, ach den zechenden zu erobren, rut dem fursten nach, meinet, der fürst sollte im hulflich zu sein, aber eß wart aber nichts gehandlet, kam ach zu keinem vertrag.
Nach absterben herzog Jörgen, da fieng der abt widerumb an, pracht die von Weyssenhoren darzu, das sy sich in ain theding gaben, und wurden also mit dem abbt veraynt, das man auß et- lichen ecker sollt die 20 garben geben, auß etlichen die 25 garb, auß etlichen die 30 garb. Söllicher vertrag und aynigung ist be- schoben anno domini 1514 oder aber 1515, und soll bey söllichem hinfuro ewiglich weren und bestant haben.
Wie Weyssenhoren zam hanß Bayren, wie und in welcher ge- »tali Weyssenboren mit sampt andren zuberunge an das banß zu Bayren komen sey, soll dorcb aynen beyret bescbecben sein nacb abgang der wolgebomon berren von Neuffen.
Herckvon fürsten vonBayren, wie Weyssenboren ver- ,pfant ist worden dyenen von Becbberg!
Nachdem und söUicher znfal bescbecben ist mit Weyssenborn, sent zwen forsten von Bayren gwesen, mit namen herzog Hans and henogSteffian, die haben hofza Minchen gehalten. Die zwen furstcn babentWeyssenhoren mit seiner zaliemng dyenen von Rechberg mit willen und wassen yres braders, herzog Friderichs, nnd yres vetters, herzog Ottes, verp&nt Die von Rechberg habent Weyssenboren in p&nds weys bei hundert jaren oder mer ingehapt.
Sollicbe verpfantnaß ist bescbecben nach der gebart ansers lieben berren tauset treybundert and im sechs und subetzigusten jar[1376]. .
Merck von treyen fursten!
Anno domini tauset treybondert aynß und achzug jar, da habent trey forsten, herzog SteiEan, herzog Friderich und herzog Hans, die trej haben die mailin zu Hegelhofen frey gesagt des leches halben an die mittelmeß hie zu Weyssenboren, nnd in dem jar die pfrond ach gestift worden K
Anno domini 1470 jar, dieweyi und her Jörg von Rechberg Weyssenborn noch ingehapt bat, da ist das spital, kyrch, meß und bredikatar, gestift worden durch aynen briester, hat gebayssen her Peter Amoldt, von seinem aignen gut, und hat darzu geben tauset golden, darnmb hat man kauft das dorf Hegelhoven.
Losung. Die Verpfandung hat geweret, alß lang büß man zeit bat tauset
1 A für diesen satz : Die haben, nach dieni und die mulin zu Hegel- hofen erkauft ist worden an die muttelmeß zu Weyssenboren, frey, ledig als die rechten, natürlichen erb- und gruntherren ledig zeit und des leches venugen und an die pfrent und meß ergeben. Dieselb pfrönt ist das selbug jar gestift und confirmirt worden von Erstein.
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fierbundert zway oder trey und subetzig jar, büß auf den durch- leticbtigeii, hochgeboren fursten und herren, hern Ludwig, pfaltzgraf bey Rein, herzog in nidren und obren Bayren, der hatz widerumb gelest von her Jörgen von Rechberg, ritter, umb zwelf tauset guldin, darumb ists verpfent gwesen. Sein fürstlich gnaden ist personlich herkomen mit grossem trinnf und frewden und Weyssenhorn und herschaft eingenommen, ist ach mit grosser solennitet und frewden, ach mit proceß gaistlicher und weltlicher, mit junckfrauen, die all fenlach getragen haben, empfangen worden. Es hat meincklich ge- sechen und gemerckt, das sein fürstliche gnaden sunder frewd und lust gehept hat, in dem das er tentz gehept hat und selbs dabey im schloß im hof gesessen ist und die jungen, kleinen junckfrelach zu im in sein schoß gestelt und frewd mit inen gehapt, und insunder ist ain armer mann und meßner zu sant Lenhart gewesen, den hat man Katzenstecklin gehaissen, der hat ain eilends töchterliu gehapt eilends leibs und gestalt, mit demselben kundlin bat er am maysten kurtzweyl gehapt.
Gastung gehalten.
Darnach ist sein gnaden gen Buch komen und daselbst ain grosse gastung gehapt mit dem adel, grafen von Kirchberg oder Tbussen und frawenzymmer etc. under den linden bey der kurchen, hat grosse frewt gebapt und gesprochen, es sey da ain gutter, ge- sunder luft, wann er sölliche Verpfandung vorlengst gewust bette, weite erß gelest haben und da höf gehalten. Darnach schicket er werckleyt oder bawmaister herauf, die besacben den berg und burg- stal, in maynung, alß ob man da widerumb ain schloß bawen wolte.
Merck!
Dieweyl und er zu Buch waß, beriefet sein gnad den pfarrer, der hieß her Martin Eger, von dem hab ichs muntlich gebort*, het in gefragt, wie es im gegangen were mit der hei*schaft und aropt- lewten; Sein gnaden was bericht worden, wie er grossen überlast gehöpt bette, schaden empfangen an rossen, cappaunen, hennen etc., her Martin wolt niemet verunglimpfen gegen seiner gnaden. Dar- auf sein gnaden mit her Martin red hielt, bey seiner ungnad hin-
1 A noch: der ist mir mit fraintschaft verwant gewesen.
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faro keynen pfleger, jegern, amptl«wten etc. weder essen, noch trincken gebe, er kunte seinen diener woll halten one der briester schaden, und dergleichen worten eta, und wan im etwas aber- list oder unwul erzaygt wurde von seinen dienern, das sölte er von staut ni hof anpringen, wölte er im wol darvor sein. Also thunt ander farsten und herren upd der adel ach gegen Iren briestern, trincken kain wasser, wa sy wein finden, erschlagend die öfen und feoster K
Statfreyhat.
Anno domini tanset fnerhnndert und fuer und subetz, da hat herzog Ludwig dienen von Weyssenhorn ir statbuch und freyhet oonfermiert und beatet.
Wie und wann Obenbausen ist eingenommen worden*.
Zu derselbigen zeyt und lang davor haben die Verber, also ge- nant, Obenbausen ingebapt, schloß und dorf. Da erhub sich ain UDwiil zwischen her Jörgen von Rechberg alß pfleger zu Weyssen- horn und der Verber, wasen der bruder fuer. Peter Verber was etwas mer stoltz, dann die andren, der hencket aynen, der hyeß Planck, was vormals lang seines vatters amptman gewesen, des was ain ursach des unwules, die wurden verclagt gegen herzog Lud- wigen etc. Da kam ain geschafft von hof, das her Jörg von Rech- burg mit sarapt den von Weyssenhoren an aynem snntag frn auß- togen gen Obenhansen, und alß das folck da alles in der knrchen was, da bewart man die kirchen, das niemetz heranß kunt, und zugent Ar das schloß, da was niemet in, dan Hans Verber alain. Da be- geret her Jörg von Rechberg an Hausen Verber, er sölte im das schlos aufgeben , das wölt er nit thon, gab im zu antwnrt , wan er ^n bey im in dem veld were, so wölte sy die sach mit ainandren aastragen etc. Darauf her Jörg im antwurt, er were im nit gut ^u, daß erß mit seinem schelmen schinder außtrieg. Auf den- selben tag was Gabriel Harbacher, rentmaister im oberlant, zu Weys-
1 A daffir : Aldo thund »11 ander funten , horren und der adel, wan %y io der p&ffen hewaer konien , funden sy nichts zu essen und knacken, muß der ofen aad die fenster- vergelten.
2 Dieser iitel feUt in B.
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senboren, nach dem schickt man, der ratt hinauf, dem gab HanG Verber des schloß uf, fangen in, was lang gefangen, ward darnach verthetiget, ward den Verber etlich tanset gnldin fUr ir ansprach geben ^
Nach der lösung Weyssenhom belnb her Jörg von Rechberg ainß oder zway jar pfleger hie, damc^h kam er gen Obenhaosen, da belob er ain jar *. Darnach bald ward Stefan von Schwangow za der hindern hochen Schwange pfleger zu Obenhausen, ain wolge- rister'man, ward darnach ritter, belub da büß nach absterben herzog Jörgen *.
Wan das lantgericht hie ist angefangen.
Nach absterben herzog Ludwigs da kam herzog Jörg, sein sun, und nam Weyssenhom ein und setzet her Ludwigen von Hasperg her zu aynem pfleger. Da ward hie angefangen des landgericht, des lange zeit nit in ttbung gewesen was, wiewol die von Rechberg des selbug landgericht der statt Memingen etlich zeyt und jar ver- setz betten, des sy ach des selbug lantgericht in prauch und übung die zeit gehapt habent, darumb dan grosse kuntschaft gelaist ist worden mit urtelbriefen , gerichtßhendlen , die zu Memingen durch das landgericht außgegangen waren. Man hett eß geren nidertruckt und vernicht, eß half aber nit. Auß welchem landgericht ain groß geschray ward weyt und prait, ach aufruor und unwul in stetten, merckten, in gaistlichen und weltlichen stenden, was ynen ain bitters tranck. Etlich sachenß geren, dan durch das landgericht prachten sy ful alter böser schulden ein vom adel und sunst, ach ful alter heudel und Zuspruch kamen herfür und wardent geübet und er- newert gegen gaistlichen und weltlichen, mit mancherlay rechtfer-
1 A noch: Peter Verber wolt nit verwulligen in dusen vertrag, über etliche jar, hernach ward er gefangen von Hansen von Rechberg, der was derselben zeyt pfleger zu Kirchberg, schickt in hertzog Jörgen gen Lantzhut, ward er erst vertragen und gericht, darnach starb er za Weyssenhoren.
2 A noch: darnach ward er pfleger zu Laugingen, und nit wayß ich, wie lang.
3 A: ain redlicher, wolgerister, frumer man.
4 A noch: Es was im Obenhausen sein leben lang verschriben, ward im nit gehalten, die finantzer vertriben den frummen ritter.
13
tigang auf dem feit mit graben, bemen , pfelen etc. ', het man ver- reter gnug zu allen setlen. Welche die waren, es weren stet oder imier, die da nichts aof das landgericht halten weiten und das ver- idtetend', die wurden in die acht und aberacht erkant und ge- sprochen und darnach sy an leyb und gut angriffen und in das land- gerieht gefaert \ Und insunder die statt Bibrach worden in die acht erkant und gesprochen. Da was ain edelman, der hies PaulA Weiler^, der nam sich der sach wuder sy an, griffs an zu roß und faß, wie er möcht, thet in grossen morcklichen schaden auf dem lint an leyb und an gut, hett ach fal helfer, edel und raysug*. Dieselben prachten zu zeyten etliqh arm leyt, groß stutten, roß, zu zeyten fQl, auch latzel, bey der nacht, kamen zu zewten die armen biiiren und lößten die roß wuder, ach die gefangnen bauren thedigt man auß, was zu zeiten grosser jamer, waß sy herprachten, daß liesBent sy berechten vor dem landgericht, wart ynen mit der urthel ingesprochen *, Wan dan dieselben gutgewinner außerhalb er- griffen wurden, verloren sy die urtel alweg und darzu die köpf, zu zeyten, wann sy außzugen weiten, ain beygt gewinnen, so beliben etwan ayner oder zwen, trey etc. auß, da spület man mit ynen der ontrew. Es kamen nit ful mit dem leben davon, bezalten fast mit den köpfen, es waren ful ungeratner lewt darunder.
*
1 A daför: auf dem feld, wa ayner etwan ain graben gemacht hett odtt ain bäum abgehauen , pfel geschlagen , wurden auf dem landge- lieht dammb fdrgenomen.
2 A daf&r: auf das landgericht zytiert wurden und das landge- ndit verachten, nit erschinen.
3 A noch: das recht über sy lassen gaun. Zu sölichen hendlen vaien fal guetgewinner , böß bueben hie, die sich mit dien hendlen Borten.
4 A : Heinrich von Paulsweyl, das ligt hinder Bassel, nit weit von Pfirt, daselbs bin ich ach gewesen.
5 A noch : dieselben gesellen , die hyeß man echter darumb, wan etwar in die acht gesprochen ward, unterstunden sy dieselben zu kor- *sm ze pringen.
6 A noch : Da hielten sy guten praß tag und nacht. Wan sy nichts mer betten, und die wart nit mer borgen wollten, äugen Ry wider auf den wagenhals, mer hab und gut ze pringen. Zu zeyten geriets, und ZQ zeyten bei ab ayner , zwen oder trey aus. Dieselben gewunnen nit fnl mit der urteyl, ließen all die köpf dahinden, es beluben derselben gesellen lutzel aber, büß der schens ergieng.
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Jörg von Buswang.
Anno domini alß man zelet 1480 jar, da was Jörg von Bußwang her Ludwigs schwesterman (die Ingt hie vor der kmft begraben), der waß meines gnedigen herrn von Angspurg nnd der gantzen briesterschaft abgesagter veint, der lag hie und ander, die mit im veint waren, als Ulrich von Hasperg, Wilhalm Fetzer, Henßlin von der Ajch, prachten zu zeyten gefangen leyt her und legten sy ^ in die garten heyßlach und beschetzen syetc. Wölcber wölt, der was ain pfaffen feint oder ain echter, galt eben geleuch, wösset sich kayner vor dem andren zehueten. Henßlin von der Aych was ain gantz beser bub, der schnit aynem alten minch, der was pfarrer zu Amendingen bey Memingen, die höden auG, und starb. Etliche jar darnach wart er erstochen zu Kirchen im closter bey Norlingen in ayner stallung'. Zu den zeyten bin ich caplon sant Lienhartz ge- wesen, aber nit mit wesen '.
Golschen schaw.
Item dieweyl her Ludwig von Hasperg pfieger hie ist gewesen, hat sich die golschen schaw und plaich angefangen, er was dem ge- maynen man, ach der gantzen stat ain nutzlicher man ^.
Kirchberg.
Item zu denselben zeiten * da kaffet herzog Jörg die grafschaft zu Kirchberg von graf Wilhelmen etc., bezalet fnl schulden, und dar- nach gab er dem grafen leybgeding, nemlich seyncr mutter fuer hundert gülden ^ seynem gemachel zway hundert guldin und iui treyzechen hundert und ain gute pfleg. Er belub nit lang pfleger zu Kirchberg, verordnet im die pfleg zu Gundelfingen , da verthet sich der graf und machet ful schulden ^ müsset im der fürst hundert
1 A noch: haimlich.
2 A noch: da ward er bezalt umb sein unaysterschaft des hoden- ■chneidetz.
3 A: aber persönlich nit besessen.
4 A noch: man het ach ain groß anfsechen und forcht auf in.
5 A: anno domini 1481 oder 1482 jar.
6 A noch: und den beysitz zu YUerzell ir lebenlaog.
7 A noch: wart ain groß geachray von den Schuldnern.
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goldin leybgedings ablesen, gab im tanset gnldin etc.
Dieweyl nnd der graf pfleger zu Gondelfingen was, nam er sidi aynes mans an, der was von Obrenhausen, der hyeß Hans Setzling, hett ain widerwertigkeyt mit der gemain, und nam der graf dyenen ron Obrenhausen das fuch und woltz gen Gnndelfingen getruben haben, ward allenthalben die stürm angeschlagen, daß er mit dem (ach oder hert gen Weyssenhom entran , ward gericht , gaben dem grafen hundert guldin. Darnach ward er pfleger zu Rain, thet er, wie zu Gnndelfingen, must man im aber hundert gülden ablesen, darnach nam in der fürst gen Lantzhut an hof \ Ittgt zu Wublingen begraben.
Anno domini 1482 jar ward Wulhalm Schenck von Geyren zu Oberstotzingen pfleger hie, da nam das lantgericht fast zu, was in grosser Übung weyt und prayt.
Thuren gehauen.
Zu denselben zeyten wart der thuren bey dem kurchhof ge- bauen an der eck, was Hans Seytz burgermaister.
Von buxen.
Durch anbringen Wilham Schenckes schicket herzog Jörg fuer schlangenbuchson * her, die waren vormals zum Hilprantstain ge- wesen, da was Wilhalm Schenck vor pfleger gewesen, die trey sind noch hie auf den thuren, die aynen liat herzog Jörg graf Eytel- Mtzen von Zoler geschenckt.
Merck Newburg!
Zu duser zeyt wart Wilhalm von Rechberg zu Newburg in die Acht pracht und gesprochen von wegen Steffan Gechen, seiner under- thaunß, ward im für das schloß gezogen von Wilhalm Schencken, her Steffan von Schwango, die von Lagingen, Gnndelfingen, Weyssen- boren etc., nam ims ein, ward Wolf von Weychs zu aynem pfleger d&r gesetz. Etliche jar darnach ward eß im wuder geben , da die acht nud krieg gericht wart.
1 A üafQr: darnach kündet im der furat ab, hinfuro nichtfi mer Abzuleseo, nam in gen Lantzhnt an hof, gab im futter und mal.
2 A dafür: buchßlach.
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Anno domini tauset faerhandert fanf oder sechsondachKiig war^ her Ludwig wadeniiiib pfleger hie.
Margrafscbaft Bargaw.
Anno domini 1486 leset herzog Jörg die marggrafschaft Bar- gen mit sampt dem Seyfersperg an sich nmb ain grosse sum geltz, ob den fünfzig tauset gülden. Es mainet niemetz, daß in ewig zeyt sölto widerumb gelest werden, aber auß grossem neyd und haiS, 80 die lantsessen betten gegen herzog Jörgen, nit auß seinem be- schulden, aber von seiner amptleyt wegen, ee und sy wolten henog Jörgen sein, legten sy ain grosse stewr under ynen selbs, die ebt, prelaten, der adel, auf aiu yede fewrstatt in der gantzen margraf- scbaft ain gülden, und wart gelest anno domini 1492.
Umb dieselben zeyt, ain jar oder zway davor, da wart des landgericht mit mer fursichtigkeyt besetzt, dan am ersten, do es angefangen wart, und etliche jar ward es allain mit den bürgern alhye, wie sy im rat waren, besetzt, aber auf des mal ward es be- setzt mit dem adeP, nemlich her Ludwig von Hasperg alß lant- richter, her Buppellin vom Stain zu Stotzingen, her Steffan von Schwange, Utz und Wilhalm von Stotzingen gebruder. Eberhart von Thurhaim zu Zell * und ander etc.
Wann sy das landgericht besassen , gab man yedem * auf ain pfert tag und nacht 10 Schilling.
Item zu dusen zeyten da nam her Ludwig von Hasperg das closter Ottenbewren mit seiner zuhorung ein in namen herzog Jor- gen, hetz etliche jare in, des waß des closters grosser, merck)icher nutz\ ward fast reich, darnach gabs er wider in den alten schirm.
Item bey dusen zeyten erhub sich ain grosser handel, dardnrch land und lewt beschedigt warden, zwischen her Ludwigs von Ha- spergs und apt Jörgen Malers, Verwalter des gotzhauß Rockenburg.
1 A mit den merer tayl adels.
2 A Bibrachzell.
3 A yedem herren und edlen.
4 A noch: man setzet aynen castner in das closter, nam ein und gab aus, er bracht fiil alter, beser schulden ein, bezalt auh groß, merk- lich schulden (er verdarb ach nit); der fürst hets etliche jar also in. Damach gab ers wider auf in den alten schirm. Der lettte sata ist in B von Thoman spftter erst beigeftlgt.
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Es was ain onajnikeit zwischem dem apt and etlicher des conventE, da kamen iren trey bey der nacht gen Weyssenhoren za her Lud- wigen als aynem statbalter herzog Jörgen und der margrafschaft, was sy da gehandlet haben, wajrst gott woll etc. In kurzen tagen darnach gieng apt Jörg bey der nacht aaß dem closter gen Ulm an sein gewarhayt, darauß gar ain groß geschray wart ^ Her Ludwig der nam des closter ein in namen herzog Jörgen , und schwuren die hindersessen, was dan dem gotzhaus zugehöret. Damach under- stunt sich der apt mit seinen verwanten und gut gunnem, arwaytet sich vor kaiserlicher mayestat wuder her Ludwigen, herwiderumb henog Jörg zu Rom wuder den apt ', doch eß kam darzu, das her Lndwig in die acht kam und all sein helfer, wie dann der prauch ist, da fieng sich der scherz an.
Hie hof gehalten.
Ehe und sich die aucht anfieng, mer dan ain jar, schicket her- zog Jörg sein hofgesint her gen Weyssenhoren, bey den 300 pfer- den, mit den trumetern, herliewckem in ailermaß, als ob er per- unlieb da were, plusen allweg zu tusch. Sy strayften alle tag mit etwan ful pferden büß gen Ulm für das tor und ließen da in die tmmeten stossen und plasen. Derselbug zewg kam umb sant Gallen- tag [16 Okt.] her, und beluben da büß in die fasten, büß sich herzog Sigmund Yon Österreich mit den Yenedigem ain krieg an- fteng mit Roferit, da schicket im herzog Jörg den raerern tayl des hofgesinds zu hulf.
Ain grosser baw.
Anno domini 1487, vor weychennechten oder nach Martini [11 Nov.] , da ward ain grosser mercklicher baw hie angefangen mit
1 A daför : Das ist aber war, her Ludwig ritt hinaus gen Rocken- borg , handlet mit bayden taylen , hette geren daß böst thon in der Sachen. Alü er vermaint, die sach stient vast wol, gieng abt Jörg bey der nacht auß dem kloster gen Ulm. Da füret man in auf aynem schift' über die Thonau an sein gewarhayt. Ain tag davor schicket er einen wagen mit hew und stro gen Ulm , darin war der recht aft', daraus enstand ein groß geschrey.
2 A noch: und leget 1000 gülden dahin, daß man solt das recht wider den abt fieren.
Baaernkrief 2
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holtz ^ in aller grossen keltin. Über den selbigen baw ward, ain lantzher auß Österreich gesetz, mit namen Beßnitzer, ain wunder- licher mann , der ließ starck groß basteyen zeynen und machen, und underhalb des zwingers, nit gar im graben, lies er ain starcken scbreckzann machen umb die gantzen statt und umb die basteyen, die in den Wassergraben , ach. Derselbig zawn der waß nu eb- nen, in der mitt und unden ain wenig gezewnt, dardurch kunt man schiessen auß dem zwinger von dem obren tor büß zu dem schloß, da waß ain ygßl in den liechtzaun gemacht, das niemet möcht zu dem zäun komen, er stieß mit dem köpf an ain fest ding, als her- nach angezeygt wurt. Man fcyret den heyligen tag und sant Steffas tag, an sant Johans tag maßet ydermau arwayten, da schlug map die pfel und basteyen auf dem eyß , machet grosse fewr den ar- waytem *.
Etwann ain jar vor dnsem baw warden die zwen thuren vor dem obren tor gemacht und bauen.
Anno domini 1487 in Nörlinger meß was herr Ludwig von Hasperg, hauptman über aynen raysigen zewg, etwas umb 600 pfert '. Alß die kauflewt von Ulm auß der meß zochen mit yren gutern und kaufmansschaft auf Ulm zu, da sprengten etlich gutgewunner
*
1 A noch: and beschyttenen.
2 A für diesen abschnitt: Beßnitzer^ ain wunderlicher mann, der ließ starck , groß basteyen zaynen außerhalb der zwinger , und umb die basteyen ain grossen schreckznun mit aufrechten, jungen aycheu, ach under dem zwinger umb die gantzen statt. Durch denselben zäun kut man wol schiessen, dan er ways undeu, in der mit und ebnen nur ain wenig eingefast und zewngerten, wie man pfligt, die aufrechten sein ze machen. Von dem obren thor büß zu dem schloß was ain be- Bunder manier, dan der grab ist tuef, und stat der zwinger hoch. Der zäun stund fast in der mitte des graben und zwingers , da lyes er in den schreckzaun rauch est von den wilden öppelbaumen und byren- banmen auf die erden in den zäun machen nnd versorgen, es möcht niemetz auß dem graben zn dem zäun komen, wan er müsset mit dem köpf anstossen, kunt nit weyter komen. Man feyret den heyligen tag und sant Steffes tag, an sant Johans tag fieng man wideramb an zn ^rwayten, da schlug man die pfel zu den basteyen und zäun auf dem eyß, machet grosse fear, das sich^die arweyter mochten wermen, ach das gert zu dien zeynen bewen, damit sy nit prechen.
3 A noch: Die strayften allenthalben auf dem Hertfeld, Nöres- hain und daselbst.
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ftoß dem zewg ond hewen die wegen oder ballin auf, namen, waG jBen gefal, theten grossen schaden, nnd bescbach zwusclien Barck- bagel nnd Meimingen bey Giengen , halst zu dum thuren ^ Es worden darnach etlich der theter ergriffen, die bezalten den pfeffer mit dem leben *. Zn derselben zeyt da lagen Ide etlich edel und ainspennig knecht, mit namen Jörg marsclialck von Biberbach, Jörg Hell, Jörg Ton Argen, Rudolf von Westemach, graf Conrat, ahi lediger Ton Kurchberg, und ander, denselben yeden auf ain pferd tin Wochen ain pfnnd pfenning '.
Wan das landgerich anfheret.
Damach anno domini 1488 nach ostren [0 April) da wart das landgericht am letzsten gehalten nnd heret auf.
Mit Erbach die von Ulm.
Bald darnach nit über 6 oder 7 wochen ^ da namen die von Ulm hei- Ludwigen von Hasperg Erbach ein von des gutz wegen, des ynen genommen was worden. Da zugen die von Weyssenhoren mit aynem fnertayl auG geen Erbach, was der Rieder burgermaister baoptinan.
Da her Ludwig in die aucht gesprochen, fieng sich der groß scbwebusch bund an , da macht sich der schertz ^. Am allerei*sten da griffen die echter in namen und von apt Jörgen zu Rocken- bnrg wegen Peter Seytzen und namen im roß, wagen und wein zu Urspringen im dorf. Da lagen die gutgewinner und echter allent- halben auf den Strassen, zu Ulm vor dem tor in gerten, zu Bibrach. in Meimingen, Giengen, wa sy sich kunten enthalten. Wa sy ain herzogischen erwnscliten, der must sich leyden. Da hett apt Jörg seltzem bruder, die lasen ir suben zeit ordenlich, bedorften kains
iNichs darzu, kunten ir ding als auswendigen, was sy ergruffen und
*
1 A bey ayoem weyler» hayst zu dem thuren, es ist ach daselbst ain alter thorn.
2 A noch: Es ward ain gemain spruchwort davon : »welcher des pCaffiers getsen hab, der heb sich.«
3 A hat erst hier das cap. »Ain grosser baw.«
4 A Bald darnach ward offinbaur, das her Ludwig von Hasperg in die acht komen was.
5 Dieser sats fehlt ganz in C; A hat dafür: Anfang des Bchwe- bischen bunds. Zu Schwaben was forraals keyner gewesen, ward her- log Jörgen zu lieb gemacht (oder aber zu aynem widerstand).
o ♦
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ankamen , was» alles gut in yrem orden ^ Nun bette Peter Seyt: sein hab und gut umb ein zimlicb gelt zuwegen pracbt, er wolt aber nii tbon und beit ber Ludwigs rat, der riet im, er sölltes ni lesen, es wurd im wol bezalt, wie dan bernacb folgen wurt. Nacl dem angruff scbicket berzog Jörg ain raysugen zewg her, ach au( der landscbaft, stetten und merckten ze fuß, besetzet Weyssenhorn und waß bauptman darüber Jobst von Alberstorf, ain redlich man und sunst ful gutz adels, Recbberger, Welwaurter, Weichßler Stotzinger, desgleychen Kurebberg nach aller noturft, da waßHani von Recbberg pfleger, desgleichen Obenhausen, da was her Steffai ATon Schwange pfleger, Newburg ach besetz, da was Wolf von Weich: pfleger, Seyfersperg, da was Diepolt von Hasperg pfleger. Guntz bürg ward besetz fast wol, da waß der Schefftaler hauptman, un( Eberhart von Thurbaim pfleger.
Zu Haydenbaim da was der lang Wilhalm von Rechberg pfle ger und haubtroan, hett ach ful guter le}^ bey im. Er machet aii kuntschaft über die ecbter, da kamen yren acht, die erstach er all ' doch den kaufman ließ er laffen, dabey waß Ulrich Albei*stdorfer rentmaister, und Veit Thoman, mein brueder. Auf ain zeyt mache er aber ain kuntschaft mit sampt sein verwanten auf die statt Gien gen, und zugon vor tag daliin und öffnetent etlich schrancken haim lieh, verschlugen sich etlich ander die pruck \ machten ain gerayü
*
1 A für die 3 letzten sätze: Der erst angriff der acht. Wie abl Jörg zu Rockenburg bey kaiserlicher mayestat ain acht über her Lud wigen von Hasperg erlangt hett, ließ er seine helfer angreifen. An allerersten hat Peter Seytz, burger zu Weyssenhorn, ain knecht mi seiner mene an Neckar geschickt , als derselbug am haimherfaren gei Urspringeu kam, uamen sy iin roß, wein und wagen, des war der an fang. Damach wurden ful helfer den abtz, taylt«n sich weyt aus, w{ sy mainten, den herzogischen zu komeu, legten »ich gen Memingen Bibrach, Ulm, Giengen, allenthalben in dorfern , auf den straßen , wi sy aynen zuwegen prachten, der müsset sich leyden. Abt Jörg prachi ain seltzemen convent zusamen, hielten ain zertaylten orden, sungei yre mettene und horas ungleich, ayner wa« fru vol, der ander spet ayner hett bösen, der ander keyne.
2 A dafür: machet ain kuntschaft über etlich echter und gutge- winner anf dem Aulbuch in seiner berschaft und pfleg, kamen yrer acht zusamen, wolten gat gewinnen, wurden all acht erstochen.
3 A under die schnellbnick, die andren liessen sich sechen, mach- ten ain gerayß.
21
•
ob sich die gatgewinner wölten heraaßlasseii. Alß man die schnel- pruck auf lieiS, da waren etlich ' knecht da, die schlugen die hel- lenbarien nach der prack, aber die in dem tor die wassen be- hend, prachten die. prnck wader zu '.
Zn Lagingen und Gundelfingen.
Zu Langingen und Gundelfingen lag ain raysiger zewg, die betten ain aufmercken, wa es not wurde ' des selbug zu retten. Die besetzungen waren mit aller notnrft versechen mit fast gutem ge- scbitz, bulver, stein, pley, bech, salbetter, schwebel, fußeysen, schmaltz, saltz und ful schweiner bachen, das möcht man wol gelachen.
Da gieng der gauP.
Da CS also besetz ward, da fieng sich das spul erst recht an, da wecket mau abbt Jörgen seyne bruderlach gen mettin auf oft za mutnacht, Tor mittag und darnach allenthalben mit der stürm, wa sy betretten wurden, musten sie mit der hewt bezalen, wurden fal erstochen. Desgleichen thetten sy ach, uamen bäum ku, kelber, roß, bett, was ynen möcht werden, was alls gut, yerschmechten nichts. Item dieweyl sölliche aufrur weret, da waß der merertayl des coDTcntz von Rockenburg hie zu 'Weyssenhorn , hielten t aygen baaß*. In duser mercklichen aufrur wusset sich niement sicher weder leibs noch guts, wussent ach nit, zu welcher stunt oder tag, wann der bunt ffir uns ziechen wolt und legerte ^
Ain andrer baw.
Da fieng ma^ aynen andren grossen baw an und machet gar ajnen grossen , starcken zäun auf dem mittlen graben mit aynem knieling, mit ertrich außgefult und klaypt, mit prettem gedeckt*,
1 A die verborgnen.
2 A noch: ward die saw pfinnig.
3 A dafür: wa ain uberfal ayner besetzung beschechen wölt.
4 A hat den titel: Her, her, trau, trau, es gult erat recht.
5 A noch: es war kain conventher bey dem abt, dann ayner.
6 A noch: Man schlug zu zeyten 2 und Smalen die stürm im tag an, man zuge daher, es was yderman wallug und keck, wir waren wol yeraechen von unserem frumen fursten, setzet lant und lewt, was er vermocht, zu uns.
7 A : und claybet den zäun aussen und innen mit ful schutzlechern, ^t prettern gedeckt, umb die ganizen stat herumb.
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ward angefangen uinb sant Ulrichs tag [4 Jali], ward außgemacht acht- tag vor Michahelis [29 Sept.], und bey dem hofgarten auf dem bncbel, wie er noch ist, macht man ain gewaltige bastey. Vor dem obren thor da stant ain liauß, was Peter Seytxen, des prach man ab, doch ward es im bezalt, gab im darfur and für roß, wagen und wein, wie oben begriffen ist, 200 gülden. Da machet man auf dieselben hofstat ain grosso bastey and darnmb ain graben, wieß noch stat. In derselben bastey was ain anßgang zu den rossen in den graben gegen der obren forstatt, wan es not gethan hetto, das der i*aysig zewg hinaaß kint bette ^ Am andren ort gegen dem hofgarten was ain aoßgang den lewten *. Desgleichen vor dem andren tor prach man ain stal- Inng und stadel ab gegen der Rot and uf dem andren ort gegen dem hofgarten auch ain stallung; die bayde geseß waren Hansen Clausen, burgermaister, dem gab man darfar etwas minder, den 200 galden. Die selben bastey die mauret man im grund mit aynem gewelb, und ach ain aaßgaug za den rossen, nit laug da fael das gewelb wol halber nider gegen der Kot. Item hindcr dem schloß büß aaf den graben gegen der mullen hinauf da was ain gantz feste wer , zwen zein vor ain andren klaibt , davor schreckzein mit ful schutzlechem, mit pracken aber den graben gantz fest *.
Landschaft.
Dieweyl man also bawet, waren ful treffenlicher lewt auß der lantschaft hie, alß von Ingelstatt, Scherding, Praanen, Wasserburg^. Die selbugen arwayten fast, halfen pfel sclilachen und anders, nit auß haysseu. Gaistlich, weltlich, edel, jung and alt*, was yeder- man gehorsam und wullig, keck and frölich, Aan der fram forst der spai'et nichs an ans, weder gut, noch gelt. Es gab aacli nie- metz kain pfenning an dem baw, yetwedrem arwayter gab man sein taglon. Es was ain söllich fest gebew, des gleichen in unsern lan-
*
1 A noch: haimlich.
2 A noch: und darneben ful guter schutzlecher.
3 A fär die leisten worte: Es waren auch zween zein unden am. graben mit zwayen ]>rayten siegen, daß man über das wasser im gra- ben mochi komen, es was ain siarcke, vesie wer, dergleichen nii ful gesechen isi worden.
4 A noch: und andren stetien.
5 A noch : desgleichen firaoen und jonckfranen.
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vomuüs iiit gesechen ist. Ich bab mörroalß von kriegslewten gehört, €8 möcht die stat and die bew on grosse not und schaden nit gewonen werden. Man was uns wol so hoid , bette man nnß mögen zuknmeu , es were unß nit gespart worden K Item die von der lantschaft ließ man bald haim ziechen, and bestellet an ir statt Untzknech, dieselben behielt man aach nit lang.
Waldknecht. Da merck!
Darnach schicket man 200 waldknecht, hetteut vast all bnchsen, darander waren bey den h änderten fast böß buhen *, understundeu sidi ful boßhait in den hewsern und auf der gassen, erzaygten ir art , wie der wolf. £s ward in andergriffen , und leget sy in die tbaren und gefencknuß, schlag sy ach umb die mewler, das verdroß sy hsi übel.
Merck!
Es begab sich , das sin waldknecht ain fremden seckel in dem
bid nam, saget, er were sein. Do es offenbar wart, wollten in die
andren knecht nit me ander yuen lassen, da müsset er hinweg und
sonst ander ach. Auf denselben tag betten ynen etlich knecht das
gelayt geben« and fiengen an zu trincken in Tburben Harerß haaß
vor dem thor, kamen yren ob den furzugen zasamen , trancken vil
veiDs auß, machten ain conspiratz und anschlag nut ainandren über
den haoptmaii and die raysigen, sy zu beschedigen. Nun alß man
zn bof gen nacht aß, da fingen die waldknecht ain aufrur an , und
Kfaarmitzlen mit ainandren , schlugen fast zusamen , und thet doch
hyner dem andren nichs, des beschach in Hansen Seytzen* bof.
So bald aber des bofgesind von tusch gieng, wollten in ir herbergen,
da verliessen sy ainander and an die raysigen und schlugen auf sy.
In dem da gieng Jobst Alberstorfer, haptman, seiner herberg za and
sAch des wesen, wesset nichts um die aufirur. Nun was er gar ain
gecber man, ich besorget, er wurde under sy laffen , wie er dan
vormalß ach gethan hett, und sprach im zu : »Hauptman, wollt ir
*
1 A noch : ich habe von dem framen, wolgebornen herren, grafen Philippen von Kirchberg, gehört, daß etlich im bund verordnet waren, Wei88eiihom zu besichtigen.
2 A: ausklaubet beß hüben.
3 A: Seytzen, burgermaisters, hof.
24
etwas tbon, das thüet mit vernanft,« des sagt ich za dem andren mal zu im. Da lief er den nechsten seiner herberg za Diepold Schwartzen , da stund bey mir mein bruder Veit Thoman , dem sprach er za, er sölte mit im gan, wan mir betten dem schertz zu- gesechen. Da leget sich der hanptman an, ander den weylen schlag man die starm , and schlag die tor za , da waG jamer und not, in- dem liefen die rayßigen etlich haim, legten sich au, etlich schlagen sich mit den knechten. Alß man die stürm schlag, da liefen die andren waldknecht irem hauptmann zu , der merer tayl wesset nichts umb die aufrur, desgleichen liefen die ruysigen yrem haupt- man zu, wa sy ain andren auf der gassen kamen, schlugen sy ain- andren zu bodeu. In Peter Seytzen hauß, des yctz Diepold Schwartz, sein dochterman, in hat, da was ein edelman in zu herberg, was ain Heß , derselb der schlug sich dapfer mit yncn , er sprang oft herauß under sy mit aynem spieß und wuder in das hauß, zulestzt namen die knccht, was sy an der gaßen funden, schrägen, pretter etc. Wurfes der tur zu, da must man das hauß beschliessen. Vor dem keler daselbst schlug ain knecht nach aynem berembten ray- sigen, genant ßenedickt Stirtzer, der hett Hansen Clausen döchter, ward im nit mer, dan das er in den keler ' fuel, hett in sunst ze tod geschlagen. Bey dem brunen schlug Baltus vom Leo aynem knecht ain band ab. Vor dem kircbhof ward ain waldknech gar ze tod ge- schlagen. Es waß ain knecht im sold, hett lange jar im spital ge- dient, den hieß man Hansen Spitaler, der was ain fraydng man, floch mit aynem langen spies in das korenhauß. Alß die wald- knecht, die den lerman angefangen betten, die grosse aufrur und not Sachen, da manet sy ir fenderich, sy sölten iren herbergen und Waffen zulaffen. Das theten sy, versamleten sich etlich bey dem spital und namen die gassen ein, etlich kamen zesamen in der bad- stuben, möchten weyter nichts mer thon. In daser aufrur waß des ober tor * bescblossn , kunten die in der vorstatt ' nit herein , was ain geschray, damit man das tor offnetin, beschach, da kamen die burger zesamen, theten dem hofgesint ain beystant, machtent trey häufen auf dem marckt. In dem da kam der knecht hauptmau,
1 A: kelerhals.
2 A: die tore.
3 A: in vorstetten.
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gjiiit2 lin geschickts mendlin, der wesset gaiitz nichts darumb, waß fast Uydog, rafet den haaptnian an, ach ander edel und unedel mit vleyssigen hatten , das mau sich nit vergechet an ynen , er wollte alles deii thon, des im muglich were, mit ful kleglicheu worten und bitten. Da ward im nachgeben von dem hauptman und andren, er üölte eyletz allen seinen knechten yre weren nemen, buchsen, schwert, ijöllte dieselben all in sein herberg zesamen thon, des thet er bald, dan die knecht flachen all yren herbergen zu , sy weren sunst all iü tot geschlagen worden K Darnach kam ir hauptman wuderumb, batt weyter, wie vor, ward mit im geschafft, das er die rechten ur- secber sollte fachen, sy in gefencknul^ antwurten, waren ir etwan 8 oder 9, beschach bald. Es maynet yederman, elS wurd ynen die köpf gehen, sy lagen etwan ful tag, ließ man sy auß , musten hin- weg ziechen. Die aufrar weret büß umb 10 ur in die nacht. £s ergieog wol nach gestalt der sach, eß was lachen verbotten.
Wart ha US er.
Vermerck im sumer nach Jacobi [25 Juli] vor der aufrur, alß die fruchten eingehaimpt wurden, waren trey bruder ', die hiessen Wart- haoser, waren herzog Jörgen diener vor und nach, die betten aynen sjtz nest bey der statt ßibrach, der hieß Alberweyler. Der selbug sntz ward den Warthausern von den echtem oder des aptz von Rockenborg dienern und belfern eingenomen, die Hessen außtreschen die fnicht , vertheten alles , das da was. Die trey bruder nanien etliche pfert und zu faß, ach aynen buchsenmaistcr, zugen gen Al- berweyler, belegten das bauß*, zunten eß an, fungen iren acht, er- itaehen etlich, verbrenten etwan ful im hauß, niemet wayst, wie ful. Aynen trugen die schuler von Bibrach in das spital auf ayner mist- bereo, ward ernert. Die suben fürt man her, den achten behielt Hans von Rechberg zu Kirchberg, kam mit dem leben davon. Die suben ^en all in aynem stock im thuren etwa ful wuchen. Auf ainen svnfttag da kam Ulrich von Alberstorf, rentmaister, mit aynem zewg, Piicht mit im ain nachrichter, beschicket suben briester, die musten sy za beweht lieren auf der statmaur, des verzoch sich so lang büß
1 A fehlt: dan — worden.
3 A noch: hie im toBatz nnd leger.
3 A noch: bulfertets und adnten an.
26 .
nach der vesper, da füret mau sy auß. Baß sy der nachrichter all bant ZQ ertrencken, da was finstre nacht, da zant man schaubrdsten an, das man gesechen kunt, ertrcncket sy und begmbs ander den galgen. Darnach am achten tag ertrencket man aber ain, der was von Bosenhaim.
Man schlug etwan manchen die köpf ab, die sunder kaufman- schätz getriben betten mit verreterey. Es kam oft darza, das in aynem tag zway oder trey malen die stürm angeschlagen ward, zo zeyten, das man in der Ordnung hinauß zoch, waß yederman wallng und frölich ^
Merck!
Nun wul ich wader auf die rechten bau komen. Umb weychen- nechten da was keyser Friderich zu Ynßbruck, ach unser gnediger heiT, herzog Jörg, da ward die acht aufgehapt, yederman geabsol- viert. Da waren noch ful gutgewinner zu Ulm, die betten kein ze- rung ' auf die faßnacht , wolten ain erlin hollen und zugen zu Ulm aaß am montag nach der herren fasnacht [2 März] fru, anno domini 1489, gen Underkirchberg in das dorf, und lag auf den selben tag ain grosser nebel, namen da alles, was sy fanden und tragen kanden, namen ach das fach and tribens etwan weyt. Sy namen ayner kunt- betterin die bett, verbranten ain hauß, schlagen ainen alteu man zu todt. Ayner waß in dem selben hauß, der hieß Hans Baur, ain fraydug man, den betten sy geren zu todt geschlagen, er kam aber mit gewalt von ynen *, eylet Oberkurchberg zu, und saget Hansen von Rechberg und andren die mer, wie eß gieng, da waren sy ey- letz auf mit 24 pferden, und alß ich vemomen hab, acht fußknecht, zugen ynen nach. Da betten sy das dorf plindert, und traben das fach auf Gecklingen zu, das ward ynen bald abgeeylt, wann der recht häuf zoch auf Dungenstetten zu. Indem kam Hans von Recb- berg mit seynem zewglin da her. Da er sy ersach , wolt er von stund under sy gesprengt haben, er hett aber zwen raysug knecht
*
1 A fehlt: es kam — frölich.
2 A kein erlach zu essen. Erlach sind nach Wey ermann ge- schenke, welche die kinder, die an faßnacht in die häuser giengen, verlangten. Ulm verbot 1608 deren geben und begehren.
3 A noch : er sprang frey »n aynem hewladen heraus mit ayner hellenbarten, schlug sich frey von inen.
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bey im , waren zu Kirchberg erzogen worden , mit namen Peter Schwab and Crista Thewring, die woltenß nit beschechen lanssen, iDgesehen, es lag ain schnee, und hett daselbst keine goten gmnt, sagieD, er sollte sy weyter lassen zieclien, sy weiten im wol sagen, wan es zeyt were. Da sy mainten, das der grund gut was, sagten sy: »Nun ist es zeyt,« da machten sy ain Ordnung, and hielten all raisig neben ainandren und sprengten nnder sy, stiessen sy mit den spiessen und pferden nieder für und far, wölcher das böst möcht thöD, des gleichen die fnßknecht mit iren hellenbarten. Indem kamen die bauren ach zn dem schertz, die halfen den echter die erlach geben ^ , nnd wurden all erstochen , kamen über zwen oder trey nit davon. Es waren ach etlich wart von Ulm , da sy zert hetten, ach dabey, den wart gleiche beyt geben^ Da fanden die araen leyt von Underkirchberg bey den totten korpem ire hab oad guter, kannten, pfannen, kessel, knsse, pfalben. So bald die Schlacht beschach, schicket Hans von Rechberg eyletz seinen knaben Jörgen Koch her gen Weyssenhoren, das er seinen brader Albrech- ten, dem bauptman, und andren edlen sagt, wie es gangen were, das er mit sampt andren bey den 60 echter erstochen hette. Nit in sner stand darnach kam ain andre botschaft , wie das wo! 70 er- stochen weren, darnach alß sy recht wurden gezelt, da waren ir 74. Da kamen wegen und luden die totten kerper auf, farten die gen Ulm and begrubeß da. Die gescliicht die schrib man eyletz unserm gnedigen herrn, herzog Jörgen, za. Nach dem beschach nichs mer besonders, wan die acht was aufgehöpt, wart von tag zu tag besser.
Von zwayen edlen.
Vor duser geschieht lang davor im snmmerzeyt schier, alß sich (He acht anfieng, da reit der bauptman Jobst Alberstorfer mit andrem adel und strayfet, und bey Wallenhausen warf des haupt- ntns pferd den knaben von im. Do man das pferd wolt fachen, lief es in das dorf hinein, da verranten sich zwen edel, Baltus vom lieo nnd ain Franck, was ain Stieber. Da schlagen die bawren die Khrancken zu, fiengen sy und fürten sy in den kirchenturen, schlu- gen allenthalben im bunt die stnrm an ' , theten eyletz botschaft
1 A noch: bestrichen ynen dieselben mit plnt.
2 A: (es was xu der zeyt ein Ordnung im bunt, wa man die stürm ^Bschlog, gieng sy für und far.)
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gen Ulm, das sie kemeu, kamen sy starck herauß. Es kam ach her Jacob von Landen, was Yogt zu Leyphain, und ander mer vom adel, fürten sy gen Ulm, doch nit schentlich, wan der adel, der da was, die woltentz den von Ulm nit nachgeben, sy wurden ach nit streucklich gefragt, dan sy waren wol bekant, das sy nit gutgewin- uer ' waren , wurden bald ledig gezelt , so bald eß gericht wart. Das beschach zu Inßbruck, da ward apt Jörg wnder eingesetz, und die hindersessen des gotzhauß wurden irer ayd und pflicht ledig zelit zu Rockenburg durch Heinrich Fincken, burgermaister hie zu Weyssenhoren. Der wolgeboren heiT, graf Philips zu Knrchberg, und ander buutgnossen die setzten apt Jörgen wuder ain , aber die coufentherren wollten nit darein verwulligen , sagten , sy sten- deu mit im in anhangenden rechten ', weiten nit in das closter, be- luben hie zu Weyssenhoru. Es stunt etwau lang, das sich niemetz treifenlichs des handeis wolt annemen, der den apt und confent mit ainaudreu veraynigen, zuletzst uuderstunt sich ain pfarrer zn Wal- stetten und her Ludwig, pfarrer zu Stotzingen, der waß dieselben zeyt zu Inchstetten ', die vertruges in ayner stul mit aiuandren, wurden der sach gleich wol ainß mit ainandren. Des gleicfien ward der apt wol ainß mit dienen von Weyssenhoren, und sy mit im, er nam von stunt all hantwercksleyt wuder an, ließ kein partey die andren nichs engelten.
Anno domini 1490 zoch herzog Wolfgang von München, her, ward pfleger, er waß nit sicher vor seinem bruder, herzog Albrech- ten, er was personlich nit lang hie, aber seyne diener betten die pfleg bey zwayon jaren in.
Herzog Wolfgang.
Item in demselben arwaytet herzog Wolfgang hainilich mit dem schwebischen bunt und kam ach darein, namen in auf. Sobald her- zog Jörg das ynneu wart, da ließ er Weyssenhoren und pfleg eyletz einuemen und besetzetz mit Jörgen von Westernach, der hieltz in, büß der zng von Stnlweyssenbnrg kam, da ward her Albrecht von Kechberg von Aychen zu ayneni pfleger her gesetz, bei üb bey 10
*
1 A: und rabeller.
2 A: zu Rom.
3 A: was ach da geborn.
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jareo pfleger hie. Item lierzog Wolfgang ließ ain fcnster zu S. Lieu- hirt machen mit baltnasscn und wappen.
Ain thewre.
Anno domini 1491 umb sant Johanstag [24 Juni] da galt ain jmerockeß 4 'S h., ain yme habers 26 Schilling, ain yme fesen 24 schiU liog, ain metz crbuß 18 pfenning, ain pfunt schraaltz 12 pfenning.
Lechfelt.
Anno domini 1492 do zoch der schwebusch bunt auf das Lech- feid woder herzog Albrechten, da ward die maur auf dem kurchof \on dem schloß büß zn dem thnren gemacht *.
Claus Kechlin.
Nit lang darnach waß ain raysiger' knecht hie, der hieß Claus Kechlin, nam Josen Bappelis, aynes metzgers töchter, saß etliche zeyt hie bewslich *, der ward herzog Jörgen abgesagter veint, mit im ander raysug. Ee und sy feint wurden, begab eß sich, das Hans Claos, burgermaister, und Ulrich Schleicher von ratz wegen gen Newbnrg zu den rentmaister geschick wurden , in dem kam ayn raisiger knecht, der hieß Eudorlin, keret apt Jörgen zu Rockenburg m, in Hansen Clausen hauß her^ und nam kun tschaft ein, wa er
♦
1 A: Anno domini 1492 ließ kayser Friderich ain große versam- Inng auf das Lechfeld zusamenkommen wider hensog Albrechten , sei- nen dochtermann, der hett die statt Regenspurg von dem reich in sein gwalt gebracht und hetzs etliche jar in. Auf das mal mussetz er wi- <ler geben , margraf Friderich nams widernmb in namen kayserlicher oiayestat ein. Dieweyl man auf das Lechfeld zoch, ward die stattmaur i^dem kirchof vom schloß büß zu dem thuren abgebrochen und ge-
2 A: raysiger, zwispenniger knecht.
3 A noch: der hett etlich hendel getriben, die nit fast leblich ^v«n, aof dem Hanenkam bey Manham, die ward man ynnen, kam ^ das klottar Kaytsen selbander, der pfleger von Manham, ayner von 2«hati, kam ach daher. Claus und sein gesel kamen aber die maur ^laoB, ließen die pferd dahinden. Darnach schicket man ynen die pferd wader, stand ein seyt lang, wesset fuUeioht nit, wa auß.
4 A für diesen sats : Hans Klans, bnrgermaister, Ulrich Schleicher, Peter ^hlegel, Endres Clayber, alle faer des ratz, wurden gen Augsparg ge- schickt von des sechenden wegen, dem spital hie zu incorporieren, des
so
wer, und kaufet Hansen Clansen tochterman , Benedicten Stirtzern, ain roß umb 20 galden ab auf bait ^ So betten alle ain gatz ver- trauen zu im, wann erß bcgert bette, betten sy im gelt darzu ge- liehen. Also rUtt er hinweg zu seinen gesellen, machten kuiitschaft über sy. Da Hans Claus und sein gesel kamen ' büß für das dorf Bewreu in das heltzlin gegen Autenhofen zu, da hielt Claus Köch- lin und Enderlin und ander, namen sy gefencklich an. Aber Hans Claus der ruß sich von ynen und wolt auf Pfaffenhofen gefloeben sein, kam er uuder aynen bäum und bestecket sich selbs under aynem ast, da namen sy in wuder an und bunden sy bayd auf die roß. Da soUichs bescbacb, hettent sy den absagbnef noch bey inen, den schickten sy erst hin gen Lantzbut bey aynem knaben, der was Clausen Köchln ß bruder, fürten sy durch die beltzer auf büß gen Oberrott und bey der badstuben hinüber zu Kelmintz aber die Yler, darnach den uechsten zu gen Kreon. Noch west niemetz kain wort darumb, das sy gefaugen waren, vermaynet yder- man, sy weren zu Lantzhut oder Newburg, büß herzog Jörg eyletz botschaft thet, wie Clans Köchlin abgesagt bette. Darnach kam erst ain brief von Hansen Clausen, wie sy gefangen legen zu Krewen, und liessen Ulrichen Schleicher bald ledig öu alle engaltnus. Nun was Clausen Köchliß vatter herzog Jörgen forstmaister zu Hayden- hain, hett nur ain hant, ain fraydug man, den fieng man ach, fueret in gen Höchstett, leget in in aynen thureu etwan ful jar, büß sein stm erstochen ward, da ließ man in erst ledig. Darnach ward Hans Claus geschetz und außburget umb 600 gülden, gab etwan ful daran. So bald er her haim kam, ward er ach in gelupt genommen, ver- holt im, das er nichts weyter dorft geben.
beachach ach auf dasmal. Nach demselben ritten Hans Claus und Ulrich Schleicher gen Newburg zu dem rendmaisterD, hetteo ay etwa^ auscerichten , die andren swen ritten her haim. Als Hanns Claus nit den rechten weg herritte, da ward Claus Köchlin, der dan sein an- sohlag auf in hett gemacht, ir in der sach , west nit , wa er im ent- ritten oder für in komen was. Da scliicket Claiis Kechlin seinen ge- sellen Enderlin, was vormals bey dem abt zu Rockenb'urg gewesen, iii Hannsen Clausen haus.
1 A statt: auf beyt : beytet im darzu.
2 A am heimherreit«n.
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Von Peter Albrechten.
Darnach etwan lang 1494 begab eß sich am snntag vorder krewtz- wacben [4 MaiJ nach der vesper spat, da was ain metzger mit namen Peter Albrecht , der gieng hinder den gerten urab , nit weyt von der staingrab bey seinem snn , der bietet der roß. Da kam Clans Köcblin und seine gesellen ' an in und schössen ain pfeyl * in yn, der belab ach bey im', stiessen ach ain schwert in in, belub auf der walstat tod; zu ayner gedechtnnß hat man^ ayn steync saul da besetz. Von stund gaben sy sich in die flucht und reuten über die Hteingmb ab. Da stunt ain Schlosser daselbst, den hieß man Michel Bentelin, der kennet Clausen Köcblin und sprach im zu. Ayner ander yoen , der hett ain gespannen bogen , darauf ain stral , der schoß anf in ab und traf in auf die nestellechlach am wammeß bejr dem nabei , schlug sich der stral ab , das er nit in in gieng, ward aio wenig wnnt von dem stral neben zu. Da ward ain groß gescliray, da sach man sy fliechen auf Obrenhausen zu, da eylet iaen der haaptman mit andren raysigen nach, (dan so bald Clans absaget, schicket der fürst von stunt aynen raysigen zewg her) ran- ten ynen nach büß gen Guntzburg bey eytel nacht, kunten sy nimen ^en. damit kamen sy davon, sunst weren sy nider gelegen.
Ain grosse braust.
Anno domini 1493 am donstag , der da was der 24 tag des
Qonatz Octobris, da was ain grosse brunst hie, das feur gieng auf
>D des Waydmans hauß, der was ain bader gewesen, nach der vesper,
kam nichts auß. Ks was ain maier darin, dem vcrbran ain newe^
köstliche tafel. Waydman der was bey seinem sun, der was pfarrer
l)ie, der hieß magister Hans Waydman, in seinem pfarrhaus. Alß
7 berten, das das fewr da aufgangen was, fluchen sy bayd auß der
^tt. Es stunt vor über der spitalstadel, da was ain wand heranß
Knuten, da fiugen die flammen in den stadel, der waß gantz feilen
^res, ward ach brinnen. An dem stadel stunden fuer hewser, ver-
♦
1 A: Clans K5chlin, Hans Spet und ander sein gesellen.
2 A: aia straL
3 A noeh : nit wayßt man , ob er sich nit hat wellen gefangen Vi^ oder ist nit.
4 A: seine wejb nnd kinder.
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brunnen mit sampt dem stadel za bnlver. Sant Lenhartz caplans hauß verbran des tagwerck obnen der merer tayl und die sejt ge- gen dem 8tadcl, wan die seyten am stadel die faelen daran. Ich ermanet die lewt fast, damit ichs ayns tayls erleschet, wan eß was fast fal fremds folcks hier komen, do das fewr gethemt wurt. Da gab man den fremden zu trincken, man hett grosse sorg, es wurd die gantz stat außprinnen ^
Pfaffenhofen.
Darnach bald kaufet herzog Jörg Pfaffenhofen mit seyner zu- gehörd von Hansen Echinger, burgermaister zu Ulm, etwan ful mer, dan nmb fner tüuset gülden '.
Merck ain grosse that!
Anno domini 1495 ward Erhart von Kungseck, MangFerber und ander herzog Jörgen feind, sagten im ab, und an unser lieben frawen tag, als sy ir momen Elizabet haim gesucht hat [2 Juli], fuelen sy ein frn zu Thungenstetten in das dorf bey Wublingen, erstäche trey man, verbrante etliche hewser, namen ynen die roß, die gantze stutt. Es waren bey dusem einfal etwas um 70 pferd, darunder bey 20 edlen, Hans Spet, Claus Köchlin, zugen mit den nam davon. Da kam eylent botschaft her dem hauptman und her Alhrechten von Rech- berg, das eyletz auf weren. Es was wol etwas sorg am abend, wie das etwas am weg were, wusset aber niemet, wa auß. Ec und kein mentz zu Weyssenhorn außzoch, da sach man die prunst, also eylet yederman nach zu roß und fuß , (belieben gar litzel mau hie) ° on gessen und truncken. Do sy gen Thungenstetten kamen und sahen
die totten da lugen und das fewr, zugen sy dem nom nach für und
*
1 A noch : Die newen basteyen im graben betten all brunnen, die schloB man auf, da het man wasser fast genug, was ach grosse not, es were sonst übel mit wasser gangen.
2 A noch : Er woltz dyenen von Ulm necher geben haben , sie woUtenz aber uit. Sobald der kauf beschach, hettent sis geren gehabt, möcht es nit mer sein. Nach herzog Jörgen absterben namen sy ful xuspruch heriur im Eschach mit fogelherden und mit jagen , des 8y vormals gegen Hansen Ehingem nie erfordert hettent. Im kauf be- hielt im der burgermaister zwen fogelhOrt im Eschach sein leben lang bevor. Yetz habent die von Ulm die posses eingenomen.
3 A noch: desgleichen zu Pfaft'enhofen, Obenhausen, Buch.
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kl, and zeyt im tag ereylten sy den nam and schickten den gelben binder sich baim , zagen dem raysigen zewg nach on gessen , dan waß ynen das baursfoick gab, wa sy durch die dorfer zagen. Sy ejlten ynen nach baß far Bibrach der statt, da wurden die raysigen ainander ansichtag. Nun was unser häuf nit bey ain andren, dan allain welche zu roß waren. Es waß zu fuß etwas bey 600 auf unser seyten, und zoch 3rmer mer hernach, raysug und ze fuß von Haydeuhaim, kamen aber nit darzu. Da machten sy ain ordnnng ZQ dem schlachen ^ , wollten mit ynen treffen. Item in dem selben was Uans von Rechberg, pfleger zu Kirchberg, ain wenig dahinden bclibeu etwaß mit 10 pferden, rntt auß aynem höltzlin. Da er- sachen in die feind , mainten , eß kem erst ain gewaltiger zewg, fluchen, fulen von den rossen, liessens laffen, verschluffen sich allent- halben in das möß am Buchlersee * ob Bibrach, ward nit mer, dann ain raysiger knecht gefangen, den pracht mau her, lag lang in ay- ner herberg. Sy jagten etlidi büß gen Schussenried in das kloster. Erbart von Kungsegk ließ sein pfert, wetzger und brief, alß dahin- den, Claus Köchlin, Mang Ferber und ander mer yre pfert, die pracht man all her und verbeykes dieselben. Dieselben nacht be- lob unser raysiger zewg zu Schussenriet und die zu fuß zu Alber- weyler, kamen erst am andren tag her haim. Es was fast ain sorg- licher zug, angesechen, das er in der vcint land was, dan man waß uns sonst nit fast hold , aber die frumen lewt thetent das best mit den unseren. Erhart von Kungseck und sein helfer betten fawl sprich zu dem frumen fQrsten. Da prachten sy, die unseren, mit inen ain gefangnen, etwas umb 6 pfert, Erhart von Kungseck pferd, knecht pfert und faarnesch, Clausen Köchliß pferd, Mangen Yerbers pfert und sunst, die verbeicket man hie , was Uaintz Merck beick- nuuster, und gaben von der bewck unser lieben frawen pfarkirchen hie gelt, darumb kaufet man ain weyß damastin meßgewant, und gaben 3 gülden in sant Lenhartz kirchen in der er des heyligen ritters sant Jörgen , der dan ach ain patron auf aynem altar auf der rediten seyten ist. Darnach alß man her haim kam , schicket num allenhalben , wa man furzogen was , ob etwer schaden oder
1 A noch: und zaychneten sich.
2 d. i. Buchauer-Federsee.
3 A fehlt: da prachten — seyten ist. Dieser satz ist in B späterer naehtrag.
Banenikrieg S
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kostang gelitten hette, dem woltz man bezalen und widerlegen, aber alß ichs gleublich gehört hab» das niemetz nichs begert, noch ge- nommen hab, das ist aiu fürstlich diug gewesen. Als sollicher zng and handlung dem frumen forsten kunt gethan wart, wie nnd in welcher gefarlichhayt, banger und durst bcschechen was, des nam sein fürstlich gnaden von den seynen in großen gnaden an bnß an sein end. [E 29] Er hat ach sundre gnad und liebe gehapt zu dyenen von Weyssenhorn, alß dan zu den selbigen zeyten aynem ersamen rat wol wusseut ist gewesen und ynen eraaygt worden ist. Die veint prachten ach kayn lob, kein fug, kein nutz, kein er davon, snnder schaden, spott, nachred, augesechen, das sy auf den tag und vest Marie , der matter gottes , den angriff theten ' mit mord und brand , sy nit geert , so doch ain yder mentz sol und billich ain Schonung haben soll und sy eeren, darumb ain yeder in im selbs rechnen mag iren grossen hochmut, neyd und haß, vermaint, ynen kain widerstand ze thon geschechen, hat aber gefeit.
Darnach ' nam Hans Spett dem fursten das schloß Wartstain ein und was darzu gehört, plindertz buchsen, was da was, verbren- netz darnach, ist vor jaren der von Kungseck gewesen. Sy ver- branten ach ain stadel zu Pfaffenhofen und ain armen meutzen darin, desgleychen zwen höf zu Staynekurch auf ain nacht ' ^.
1 A dafür: die fech anfieogen. . 2 A in duser aufrur.
3 A noch : Dieselben nacht was her Mang von Habsperg hio wol mit 100 pferdeo, ritten all hinab über das feur, was niemet verbanden.
4 A hat hier weiter: Merck ain wunderberlich zaychcn oder geschieht. Als unser feind ain aufreiten zu Hochenkreuen betten, hauptman und ander zu verordneten, machten kuntschaft, wa sy kun- ten über dieselben. Sy prachten ainen kuntschafter zuwegen, der was haussessug von Thainbausen , ayn kirschner, der kam ach gen Kreyen in der gestalt, als ob er auch spruch zu etwar hette. £r ward ge- fencklich da angenomen, fulleicht höher, dann auf dien ayd gefragt worden, ich habs nit gehört, noch dabey gewesen. Sie wurden der aach retlich, bunden den kaufmau auf ain ziechkerlin, darauf man den must aus den stellen fiert. So ful iren waren, griffen all sametlich an den karren , würfen denselben über den felsen hinab. Liefen etlich hinach, wollten besichtigen, wie er zerfallen were, da iunden sy in le- bendug on alle verserung, ausgenoinen am hals under dem kun hett er sich etwan angestosscn, aust prach im an seinem gantzen leib nicht«. Sie haben in gefragt, wie es Zugängen were, damit im nichts wuder-
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h daser aafrar da lag ain rott raysiger hie, darander waß Uli beremter knccht , der hieß Haintz Merk , was von Mundelhaim bnrtog, hett sein sutz and wonong zu Zell am andern See, der ^ strajfet allenthalben aaf die veint im Hegaw und sunst, wo er kunt- Schaft möcht machen, sparet sich nicht. Auf ain zeyt da warf er ayoen edelman nider, Berchtold von Altmaßhofen, zunest bey seinem sotz', der hett den fursten und die seynen in der acht krieget, Bemlicb fueng er aynen burger von Lagingen , Hansen Kunen, müsset im 300 guldin geben. Der selbug gelopt sich zu stellen, wa man in hin manet. Auf die selben zeyt was der römisch könig Maxifflilianus zu Ulm und herzog Jörg bey im, da kamen die grossen bontherren mit grossem pracht, weiten den von Altmaßhofen ledig baben, wa das nit beschech, wa dann der von Altmaßhouen hin ge- manet ward, wollten sy als buntherren mit macht hienach ziechen. Also wart es gericht, das er sich nit stellen dorft, ward ain teutzer ber, zocli in Preichsen.
Yermerck ain grosse schmach!
Anf dasselbug mal hett unser gnediger her , herzog Jörg , ge- lait za Ulm gehapt, begab sich in ayner Stuben, lag an aynem fen- ster, da waren ful edellewt, begab sich in ayner red undern andrem,
*
&ren were, hett er ynen gesagt, er hette sein lebenlang alle jar der beiligen junckfrau, sant Barmlen, iren tag gefastet und ir gedienet, <ia8 sy im bey gott g^ad erwerbe, das er one das hey lug , würdig sa- crament, den waren fronleichen unsers her Jhesu Cristi, nit ersterbe, danuD glabte er vollkomenklich , das er durch furbuttung sant Barm- len davonkomen were. Etlich wollten in erst erstochen oder zu tod gMchlagen haben, ander under ynen hetten gesagt, sie wöltem nichts veyter thon , hette im got geholfen , dabey wollten sie in beleyben lasen, mit dergleichen worten, Hessen in hlnweckziechen, beschach im aicbts weyter. Er kam von stunt her, saget alle handlang, wort und vetek, wie es im ergangen were. Ich hab in ach mit meinen äugen 'tibi getechen, dise geschieht ist war und also ergangen. Wer noch 90^ dem almechtigen und seynen lieben heyligen dient, der wurt nit onbekMiiget hie oder dort.
1 A noch: der was allenthalben bekant, wesset steg und weg im Begaw, damselben bevalch man etwan ful guter reyter, die streyften veyt and pnijt auf die feint.
2 A noch: den fieng er an aynem suntag, als er zu kirchen wolt gaoa.
3*
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das ayner sprach: „Wan die Jaden nit vcrhanden gewesen weren, so bettend die Bairen nnsem herren gemartrct« , mit sollichea Schmachworten. Das erhöret herzog Jörg und sagt zo ynen mit zornigen Worten: »Ich bin hie und hab frid ond gelait, ob aber ayner nnder ewch were, der etwas za mir ze sprechen bette, dei wul ich ZQ wullen werden und morges mit im in das feld reiten« Etlich des adels erschracken ab den worten und versprachen sich und in sonder Hans von Freyberg \ aber der die red gethan hette, der schwng, das [E 30] sol gewesen sein Sigmund Berger, ain hinckender edelman, ward nichts weyter daraoG, dan das der fmm farst die Schmach hette.
Zo den selben zowten zoch herzog Jörg mit dem römisdiefi kanig Maximilian in das Niderland and sonst allenthalben, kam in sein lant nie wol in trewen jaren oder mer, dan zway malen her gen Weyssenhom, pracht alweg kanigliclie mayestat mit im her.
In dasem wesen was königliche mayestat zo Inßbmck, herzog Jörg and ander forsten und herren ach bey im. Da kam Claus KOclilin and Enderlin, die dan abgesagt veint waren herzog Jorges, alß ich vermerckt hab, betten sy etlich red gethaon woder Hansen Claosen ond Benedicten Stirtzer , seinen dochtcrman , von der ge- fencknas wegen. Nun hett Benedict ayncn bnider ach am hof her Jörgen, der hieß Oßwalt Stirtzer. Alß Claoß Köchlin and Enderie, sein gesel, hinweg rotten, da nam Oswalt Stirtzer zwen gesellen mit im, ritten ynen nach, da standen die zwen ab zo Schnecken- hofen, logt zwischen Telfüs und Nazarutt im bürg. Da kam Oswalt mit seinen gesellen zu ynen in die stoben, erschossen und erstachen sy bayd, eylten darnach fast der clausen Erenberg zu und kamen davon, ee und das gcschray wart. Darnach ließ man den alten Köchlin zu Höchstctten auch auß gefencknuß.
Dieweyl der krieg und faindschaft mit Clausen Köchlin, Hansen Spetten, Erharten von Kungseck und andrer weret, da strayfet Heintz Merck mit seyner rott allenthalben *. Wan er hie was, zereten sy bey Dyepold Schwartzen, gaben über das mal 14 pfenning. Wann sy w Woblingen im closter lagen, da wolt der apt kein zerung von ynw
1 A noch: er hette duse red nit thon, het der fürst gesagt: >WaD du die red hettest gethan, so verdruß es mich mer, dan auf ayn an- dren, wan ich hab dich an hof erzogen.«
2 A im Hegaw, am See und herumb.
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mco, sagt, sy beschirmten im des gotzhaaß und seine armen lewt üi. Aaf ain zeit kam Ulrich Alberstorfer, rentmaister, her, schicket ich dem apt von Wublingin, begeret an in, was man im schuldig lere von der reytcr wegen, wolt er nichs nemen. Der rentmaister ag»t ZQ im, das er bey Ungnaden herzog Jörgen als ful von aynem Ü)er des mal neme, als Diepold Schwartz, wölt im die stalmüt ach geben haben, er wölt desselb nit nemen.
Betracht in »dir selb, was herzog Jörg für ain fursten sey ge- w^D, frag weytcr, wa yetz ain fürst oder her sey, der dye äpt Döt, das sy zernng von ynen oder yren dienern nemen , sy nemen ee }iien die kutten ach ^ ^
1 A dafür : Du leser, möchtist sprechen, was hat der an sölichem nar- reDverck und unnitzen diogen geschriben? Darumb habs ich gethan, weichers laß oder hert lesen über kurtz oder lang , das er betracht, ob en Tormals ach gelesen oder gehei*t hab , das ain fürst oder her, «tj in was stant er sey , die aynen abt oder prelaten , closterfrauen haben genet, zerung von im oder den seinigen zu nemen. Ich habs nie jjelesen oder gehert, dan von dem frumen furaten, herzog Jörgen, hatz uh nit allain an dusem ort gethan, sunder an andren orten ach. Das hab ich aber mermals gehört und ains tayls gesechen , hett man ain klajnen gelimpf oder Zuspruch gehapt, betten inen die kutten ab den hellen genommen. Das ist yetz syt und gewonhat. wan man aus den doeiem reyt, erschlöcht man die fenster, zerbrucht die Öfen , zerwurfb die achußlen und kanten, das ist yetz die letzin , die man in clostem Urt.
2 Der ganze abschnitt : in dusem wesen — kutten ach , fehlt iu C, iteht aber in A und D. Vor demselben steht in A folgender ab- «bnitt, den C, nicht aber D hat: Schweizerkrieg. Anno domini 1499 oder 1498 da fieng sich an ain krieg mit den Schweytzern und der itefct, ach mit dem kunig und etlichen fursten. Da zog ain mercklich Wt am ersten gen Bregetz und daselbst umb. Auf ain zeyt zugen •y ta Bfegeti hinaus, wollten sich mustren, kamen ful zu roß und fuß ober aynen graben. Das wurden die Schweytzer gewar, zugen inen zu. Dft kam ain solliche flucht under unser folck, welche nit mochten über diepruek kommen, die fnelen in den graben, ertruckten einander lidir, ertranckten ainanderen, kamen ful lewt umb, was dan die S^weytier er^lten, erstachen sy alls, flochen etlich edel und gewal- tig dörch firegeiz, die statt, aus, büß sie mainten, sicher zu sein. Es ^uaok dienen von Ulm ful kneplach umb im graben, sie betten inen iBn rote reck gemacht, kamen lutzel haim. Darnach' machet man ttft leger gen Costets, sugen ainsmals heraus, plinderten ain dorf, ka- »«^ ^e Schweitaer abermals an sy» erstachen ful, kamen zwen von
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Anno domini 1499 vertrug sich herzog Jörg mit graf Philips von Kurchberg umb die sprich and fordrung, so er noch zu der grafschatz Kurchberg hctte, darfur gab er im etwas umb newn tausct gttlden und etwas mer.
Wie sich herzog Jörg und graf Philips von Kirchberg mit ain- ander vertragen haben, setzet er in her zu aynem ptleger und graf Hansen von Monfort gen Kirchberg, sein dochterman.
Anno domini 1500 auf die fuertag [4 — 8 März] namen sy die pflegen ein. So lang al(S er pfleger was, 8 jar, thet er allen mentzeu, gaystlichen und weltlichen, [E31] reichen und armen, ful liebs und dienst, er saß gar selten zu tusch ön gest, yetz ain briester, dan aynen des ratz, ach ander, das thct er für und für, und waß geren hie. Es starb im ach sein gemachcl hie, was ain gratin von Schaumburg.
Anno domini 1500 am aftermontag, der da waß der erst tag des monetz Septembris, da rutt ich, Niclaus Thoman, sant Lenhartz- caplaun, auß gen Rom und mit mir her Peter Waybel, mein vetter,
* Kandeck umb, die hcttcn geren das best gethon. Die Schweitzer zngen desselben nials für Stockach, gewanoetz aber nit, musten davon ab- ziecben. Es vcrsamlet sich ach aio grosser zewg im bürg au Lanteck, die zagen durch die finstren Mintz gen Nanders und daselbst in das Engendein hinein, theten da grossen schaden, kam demselben folck kain profant nach, musten von eytels hungers wegen wuder umbkeren, es was genug profant zu Landeck gewesen, was erfaulet. Da« hab ich selbs personlich daselbst von aynem wurt gehört im jubeljar. Es was ach ain groß, mercklich folck versamlet, burguß und Etzlewt an der letsin bey Mals im tal, als die straß zu den Grawenbindern , ach in das Engendein gat, betten sy die burguschen daselbst an der letzic ein leger gemacht, desgleichen die Qrauenbinder und Engendeiner gegen den andren. Die Grauenbinder und Engendeiner machten ain ver- borgen essen, stugen über ain hoch geburg bey aynem clösterlin, haysi zu sant Jörgen, bey Mals über, hinderzugen die burgischen, das sy ii nie gewar wurden, büß sy in sy foelen, und die andren fomen an sy, ward ain flucht, belub niemetz, beluben ful todt an der walstat. An der flucht erstachens büß gen Letsch hinab, brauten den marcki Schlanders, des tenzhaus, die kirchen, Hessen nichts stan, weder kircben noch hewser, den grossen, schönen marckt Mals, das schloß sechi kirclien da'io» all verbrent, an aynem ort belub ain altz haus und aii böse kappel. In dusem krieg hett niemet kaynen sug wider d» Schweitzer, wan man aynen nennet, so fluch man, es send ach an me: orten ful gutz trefftichs folck, edel und ander umbkommen. Ware gantz stall gericht, hat nie gehört, von wem, wa oder wie.
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a^a XU Gravertzhofen , Cristof von Haselbach, burger hie, und her Haus Weyler, pfarrer zu Obenhausen, und zu fuß Veit Thoman, mein bruder, I)ioi>old Schwartz, Martin Ledergerb, Ulrich Mair, Eodris Frick, Michel Hutteliu, Ulrich Schleicher, Hans Oswald Beck, JofgWidenman, schuster, Cristan Rieder, Bernhart Kuß von^alen- stetton, zogen &11 auf aynen tag auß, kamen auch ein und auß frisch lod gesund. Darnach anno domini 1501 im sumer kam ain car- (ÜDil von Rom herauß, der kam ach her, gieng im mit der proceß engcgen, keret im schloß bey graf Philips ein und aß mit im.
Tewre.
Anno domini 1501, mitwoch nach sant Urbes tag [26 Mai], galt ain )nic kercs 5 Ü h, ain ymc rockes 4 Ü h, ain yme gersten 2 11., ain yme liabers 28 Schilling, ain metz erbuß 4 Schilling, ain metz sütz 2 Schilling, ain metz schien mel 4 Schilling, ain yme fesen 30 sciiilling, ain pfund schmaltz 9 pfenning, den wein ain maß 4 ood 5 Pfenning. Auf denselben tag waren 13 karren mit prot hie aaf dem marckt, ward von etlichen Icwten geschetz, es werc wol oob anderthalbhundert gülden wert prot hie, es ward aber nit alles verkauft, sagten ach etlich, es were prot hie, des werc zu Rogens- pQFg gebachcn worden. Nach dem ain nechsten freytag und sam- stig nach Jacob! [30 und 31 Juli] galt zu Ulm ain ymc röckes newß l f( \i und 2 Schilling, ach 5 Schilling, ain yme altz keres ^Vtf, der new keren 2 fl» 5 schillipg, ain yme habers 1 fS und 8 Kliilliog, das ist wuderwerdug düng gewesen. Zu duser zeyt was grosse armat, bruch und mangel, widerwertikeyt in allen stenden. Es bescbach ach auf dise zeyt, das her Hans Renbold, der bruder- Kbift caplan, verkaffet ain yme fesen um 32 Schilling, doch nit mer, ^D ain ymc, kaofetz im ab Michel Deckers weyb und dancket im faitdarza, saget: »Her Hans, ich hab hewt ain ding gethan, des ich nie gehert hab , und bin von hertzen darab ersdirocken« ; das Üb ich fielbs von im gehört.
Ain groß wassert
Damach ncst kunftog an unser lieben frauen abcnt krawter weidün 1501 [14 Aug.] waß hie ain groß, mercklich wasser, ist
l Bfehlt dieser titel; der ganze abachnitt ist in B späterer aaehtrag.
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bey mentzUchcr gedecknuß hie nie crbört, noch gesechen worden. Es geschach, das der zwinger am die statt an zwaycn orten von des Wassers wegen, ach die stattgraben sancken an manchen orten nider, alß man noch sieht. In der capel sant Lenhartz was des wasser alß tief, das eß aynem aber den knoden gieng.
Etlich jar vor dem absterben herzog Jörgen verihcchlet er sein töchter pfaltzgraf Philips sun, der hat gehayssen Raprecht, seiner Schwester sun, doch mit erlaaptnus des heyligen stals zu Rom. Dem wolt er lant und lewt [E 32] abergeben haben, es wart gewent darch gott den almechtigen, da er starb. Wie wöll er keynen roenlichen erben verließ, wurden ful erben seynes lands, wurden ful stuckt und lem- pen darvon gerussen und interesse, gott wayst, wer recht gehandlet hat oder nit. Der merer tail, die nach land und leyt nnd ver- laßner hab stelten und andersich prachten, habenß nit lang im leben genössen \
Anno domini 1503 da füelen krewtzlach auf die mentzen in mancherlay färb in die klayder, da thet man hie ain grossen kreutz- gang, wallin and barfus, da sang man ain aropt zu dem hayligen gaist, ain ampt zu saut Lenhart. Bey selichen kreutzgang was Philip, graf zu Kurchberg, pfleger, graf Hans von Montfort and sein ge- mach el Appolonia, graf Philips dochter.
Wan herzog Jörg gestorben ist.
Anno domini 1503 am fre^tag nach sant Endns tag [1 Dec] starb der darchleichtigst farst and herr, herzog Jörg, anser gnediger her, za Ingolstatt ', gott, der almecbtag welle seiner sei gnädig und barmhertzag sein , amen '. Da ist ans zu Weyssenhom und allem seinem lant unser vatter und herr abgangen. Ich main, das seines gleichen zu aynem fursten auf ertrich nit gelept hab, der mer lieb und fursichtikeyt gehopt hab auf sein land und leyt, damit er sy bey frid behalten hab, dann er^ Damach bald nach weichen- de
1 A fehlt: wie wGll-genössen.
2 A noch: in dem newen schloß.
3 A noch : In seiner kranckhayt schicket er ful geltz armen lewten in seinen lant aus, kamen 24 gülden den armen her, was die sag, trey- sug tauset gülden hett er ausgetaylt, etlich sagten von 16,000 gülden, er hat ain vernünftig ent genomen.
4 Dieser satz: da ist — dann er fehlt in C.
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«
necbten 1504 ward StcfTan von Lichaw, ain redlicher edelman, von der landschaft her geschickt, das er besichtiget alle ding und ordnet za der wer, ward ach etwas kleinü angefangen zu aynem anzaygen, ich hetz aber for ain Spiegel fechten ^ Es ward auch, alsbald her- zog Jörg staib , Weyssenhoren besetz mit der herschaft leyt, als TOD Bnch , Obenhausen , Gauhertzhofen , man gab in ach zimlichen lold, das sy ir aygeu gut nit bedorften verzeren, es wurden dar- nach etlich lantzknecht bestelt , waren eytel fahlen , es wollt yeder lin feder von der ganß haben. In dem vcrsamlet sich die lant- schaft zu Lantzhut, wie das vormals ach beschechen waU, darin was ach hereog Ruprecht, der hett sich groß und fnl erbotten, ach betten gegen allen stenden der lantschaft *. Darnach nam herzog Ruprecht etlich schloß und stet ain , als Lantzhut , Burckhausen ' und ander und besetzetz. Da ward ain tagsatzung angesetz durch kunigliche mayestat Maximilian gen Augspurg zwischen herzog Albrechten, herzog Wolfgang, gebrüder, und herzog Ruprechten, ward ful ge- handlet zwischen ynen , bette sy geren gericht mit ain andren , als der gemain man saget, was hewt gemacht wart, des waß am andren tag nichts, es müsset gekriegt sein, damit yederman sein tayl da- von brecht Derselbug tag weret von weychennachten büß ostren, da wolt sich der schertz machen.
Am ersten zoch herzog Ulrich von Wurtenberg zu Augspurg iiiflweg haim und [E 33] fung an sich zu rüsten mit macht wuder den pUtxgrafen. Deßgleichen der lantgraf von Hessen zoch ach haim, nistet sich ach wuder den pfaltzgrafen , desgleichen margraf Fride- nch, die von Nuerenberg rüsten sich ach wuder diePfaltz mit herß- baft. Es zoch herzog Albrecht ach haim und Hessen herzog Ru- precht zu Augspurg bey kuniglicher mayestat. Do yederman in wyoem vortayl was, da rutt herzog Ruprecht ach hinweg, werc Seren in das Bairlant gewesen, was eß allenthalben besetz, müsset ^ Werdt zyechen, was des lands ain gast worden. Darnach zoch er an! den Newenmarckt und Amberg, da versamlet er sich, sclirib wiß allen dyenem, die sold von scynem herren und schwecher
1 A nock: Das muß was schon gekochet.
2 A noch : und sy ermanet das fumem eines herren und schwechers, ^ ^ im g^iorsame theten und für aynen herren und fursten hett-en.
3 A und Waaserburg.
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seligcu gehöpt hotten, mauct sy zu im ze komcn. Da rutten za Wcysseiiliorii anß za ym Baltus vom Leo, Jörg Scheydnng, Hans Diemer. Wie und in welcher gcstalt er wuder in das lant ist komen, wal ich beleyben lassen, doch ist er als am ersten gen Newburg komen and aingelassen worden, wol mit GOO pferden. Da ward ain grosse versamlung von dem schwebuschen band zu Word herzog Albrechten ze half und beystant wader herzog Ruprechten, zugen am allerersten für Höchstetten, des gab sich bald', darnach für Laugingen, des wolt herzog Albrechten nit einlassen, noch schweren, aber dem römischen köuig Maximilian ' diem schwuren sy büß zu austrag der sach, darnach gen Gundelfingen und Uaydenhaim, aber der zewg kam nit gen Uaydenhaim, angesechen, das sy sclbs gen Gundelfingen kamen, die bayd stett schwuren herzog Albrechten alü irera erb- und gruntherren.
Herzog Ulrich von Wurteuberg.
Herzog Ulrich von Wurteuberg zoch über den alten pfaltzgrafcn kurfursten, am ersten für Maulprun, des closter, gewans halt, dar- nach für Pretham etlich tag, zoch widerumb davon, darnach weyter, kau die stet und flecken nit nennen, gewan ach Weinsperg, stat und schloß, Eckerßmul, stat und schloß, und sunst mer.
Landgraf von Hessen.
Der landgraf von Hessen legert sich für Kaub, da ist ain grosser zoll, kuntz aber nit gewinnen, darnach tieng er an zu preunen, ver- prennet etlich hundert dörfer und flecken.
Herzog Allexander.
Herzog Allexander zu Zwybruck oder Feldentz gruflf die Pfaltz ach an, thet nit ful Schadens, beschach im mer, dann er thet.
Margraf Friderich.
1 A noch: schwuren herzog Albrecht^n als aynem erbherren.
2 A dafür: Der romisch kunig was zu Dilingen, der ließ bey der nacht etlich geschitz für ain thor fueren, wolt mit gewalt daran sein, es ward aber darunder gehandlet und gemacht, das sy dem kunig Ma- ximilian schwuren.
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Margraf Friderich thct nit sandcr schaden, sein sun, margraf Jörg, legert sich für das schloß Haydeck, ei-schoß hinden am schloß etwas an der maur und des lachwerck ab dem thorthuren , habs gesehen, zoch ach davon öngewonnen.
Margraf Jörg.
Darnach zoch margraf Jörg für die Freyenstat ond gwans, über etliche jar gabs er wuder den pfaltzgraven.
Guntz Schott. Contz Schott was der anfenger mit dem prennen amb Haydeck,
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das erst dorf , des er vcrprennet, liayst Laybstat, necht bey Hayd- eck, darnach andre dörfer '.
Nucrenberg. [E34]
Die von Nucrenberg legerten sich für die statt Haydeck, theten etwan ful schütz hinein, insander in ain cappcl darch ain fenster ond zo aynem andren fenster hinan ß in ain hauß dabcy, habs dar- nach ach gesechen, zugen öngewonnen darfnn. Die von Nucrenberg gewonnen der Pfaltz und herzog Jörgen verlassen guterh ab, nem- lich Altorf, ain stat^ Herßbruck, ain statt, Lawf, ain statt, Happurg, ain marckt, Reicheneck, ain gut schlos, mit seiner zukerung, Hein- borg, ein schlos, prantes auß, habends wuderbauen und den pfaltz- gnfen gcschenckt, Thoinschwang, ain schlos*, bin ach darin gewesen, ain schloß, haist Pfaffenhofen, ain scheuen, grossen marckt Lautter- hof, die kirchen darin hat ain babst, Leo geheyssen, geweicht, ist io aynen stain gehauen und eingemaurt , hab ich gelesen '. Sy haben zway schene closter eingenomen, Engeltal, nitweyt vonHers- tvvck, hab nie baß heren singen von frauen, dan daselbst, ich hab meraals empter da gesungen, das ander hayst zu dem Gnadenberg, ^J Altorf gelegen , sant Birgitten orden , frauen und man , habens der P<z ach widergeben. Sy understunden sich die stat Newen-
1 C fehlt der ganze abschnitt: Cantz Schott.
2 A dasn: was vor jaren herzog Otten lust- und Jägerhaus, bin ich gwewn, prftntes aus, darnach habent aies waderumb gehauen,
^«hrmten ful.
8 A noch: hab ieh man mal da gesechen.
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marckt ach zu gwuunen, schosses zu dem sturmb, die was mit Be- cheinen besetz, zugen davon, prachcn ain closter vor dem thor ab, des heyligen gaist orden.
Weyssenhorn.
Umb saut Johans tag [24 Juni] schicket kunigliche mayestat her gen Weyssenhorn her Sigmunden von Weiden, ritter, und aynen secretari, Jacoben Echinger, ayn abgesetzter burgermaister von Ulm, kamen für das under thor, begcrten einzulassen, wart inen Verzügen, beschied sy in die obren forstat in Peter Seytzen herberg, das theten sy. Herschaft und rat giengen hinauß zu den gesanten, hieltent red mit inen, wollten aber inen nit huldigen, erbotten sich personlich für kunigliche mayestat ze komen gen Dillingen. Des beschach eylctz auf den selben tag, rutten hinweg, nemlich der vogt, Bartelmen Eugelhart, Dyepolt Schwartz, Melcher Miller, bayd burgermaister, von der gmaind Allexius Seytz und sunst mer. Unser gesanten wurden woU und gnedecklich angenomen von kuniglicher mayestat, wie wol etlich vermainten, sy betten groß verwurckt, das sy nit huldigung gethon hettent, wurd inen die köpf abschlagen. £ß sölt der secretari, der gewesen waß, die von Weyssenhorn etwas ver- unglimpt haben mit Worten, solt kunigliche mayestat gesagt haben: »Ich bin inen nit feint darumb, sy haben aynen frumen herren ver- lorn«. Die von Weyssenhorn wurden gelopt, das sy personlich er- schinen waren, wurden ach gnecklich angenomen, all ir freyhat confirmicrt und mer darzugeben , alß die hauptrecht und' todtfell, vormals wann a}iier starb, muß man dem vogt den fal geben und dem buttel ', wann des ecker im aunsang geriet , müsset man das- selb umb aynen forstmaister kaffen oder bestan *. [E 35] Sy prachten zu- wegen das umbgelt, so lang als kunigliche mayestat Weyssenhorn selbs in hett, doch auf widerriefen; alß Jacob Fncker verpfendet, hetz ain end anno domini 1508.
Wie Wayssenhorn eingenomen ward. Anno domini 1504 an sant Ulrichs tag [4 Juli] schicket kunig-
1 A dafür: dem vogt ain hauptrecht geben, ain halben gülden, und dem buttel den fall.
2 A noch : duse ding wurden alle nachgelaasen.
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liehe mayestat den abbt Jörgen von Rockenbarg, her Sigmunt von Weiden, her Sigmund von Ungerspach her, die namen die statt und herscbaft ein, ach Pfaffenhofen, schwur man kuniglicber mayestat als aynem oberherren und herzog Albrechten and herzog Wolf- gangen als erbfarsten nnd gmntherren. Nit lang darnach kam kunig- licbe niayestat personlich her. Da wolt man im mit der proceß entgegen gangen sein, das wolt er nit haben. Aber am morges, als er za kirchen wolt gaan , wart die briesterschaft in das schloß beruft, in der proccG giengen königliche mayestat vor in die kirchen. Am abent sobald königliche mayestat im schloß abstant, gieng ain gautzer rat, überantworten im die schlissel, die reget er nie an, ließ dem burgermayster. Königliche mayestat bot aynem nach dem andren die hant, her Lenhart von Fronsperg, freyher, gab aynem rat antwort von königlicher mayestat wegen. Königliche mayestat verschaffet hie ond zo Gravertzhofen in yedes haoß ain halb yme rockes zo ayner vererung. Bald darnach kam königlicher mayestat nndennarschalck in namen des obren mai*schalcks , Goldacker ge- nant, pracht ayn geschefft ober dero goter, so bey herzog Roprccht waren, als Baltos vom Leo, Jörg Scheodung, Hans Dyemer, Veit Thoman, nam ire heoser, ond was darinnen was, ließ beschreiben nnd beschlos.
Wie etliche weyber mit ircn kindern aoßtroben
worden.
Er verschaffet mit den weybern, die mostent denselben tag anß der statt gaon zo iren mannen, die waren zo Rain. Ire kinder sollten denselben tag ach aoß der stat zogen sein, die erbatt man, Bttn kiint inen kain for zo wegen pringen sobalt, gab in acht tag ^, der konder waren 11 oder 12. An dem tag, alß sy hinweg nnüten faren, gab ich inen allen ze morgen zo essen, letzet mich But inen. £ß was forwar ain erbermliche handlang mit den cleynen bindin, eß waynetent fol leyt, alt ond jong. Also beliben die mot- treu nnd die konder zo Rain, boß der krieg zo froden gesteh wart, kttien sy wideromb her.
Wie etlichen ire goter genomen worden.
In mitler zeyt kam des Goldackers dyener, wolt ligende ond ^lide goter verkoffen ond angreifen , da woltz im nyematz ab-
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kaufen, onderstont sich die fraintschaft, kamen mit im ab amb den liausraut and farende hab mit gelt. Mao faut anfeucklich nit fal in den heasern, dan sy waren gewarnet worden an der nach, so bald der marschaikt komen waü, außgenomen meins bruders weyb» die warnet niemetz, wolt ich den haaürat nit lassen verkaufen^ müsset ich denselbigen umb [E 36] 24 fl. lesen. Zu derselben zeit wa(^ ful trayds hie auf den kästen und insunder habcr. Da kam ain geschefift nach dem andren (waß ain stechen darunib, wie die schwalben umb die nester). Es kam ain karrenfurer am ersten, het lang kessel, pfannen und pratspuß am hof gefiert, dem waß man schuldig, dem gab man har an seiner schuld. Es kam ain geschefft von der kttnigin, kuniglicher mayestat gemachel, der ward etwas umb hundert gülden davon, kam bald ain ander geschefft, kundetz ab. £ß was ain sollich reyssen und vcnantzen umb das tiayt, büß kein kerolin da belub. Die ratzen und meüß müssen von hungers wegen auß dem kästen und schloß fliechen, wollten sy bey leben beleyben und nit sterben.
Von der k eichen oder thuren.
Item dieweyl ain rat hie zu Weyssenhoru das umbgelt einnam, Hessen sy den thuren, darin die keich stat, um zway gedem höcher machen und die stattmaur von demselben thuren büß zu dem schloß.
So lang kunigliche mayestat Weyssenhoren inhett, die weyl was graf Philups pfleger hie. Als er hinweg gen Thussen zoch, pracht er zuwegen bey kuniglicher mayestat, der gab im 30 hackenbuxen and etwan ful langer spieß, da was gut remen auß fremden hewten schneiden.
Vom krieg.
Weiter anzaygung des kriegs halben. Der scli webisch bunt zoch mit herskraft in dasBayrlaiit bey Fridberg über Lech, namen stett und merckt ain, zugen für die statt Lantzhut, da warden sy woll enpfangen, machten bald ent daselbst, hei-zog Ruprecht, der hetz in. Wasserburg, Burckhausen, Newburg, Rain, dero stet wart keyne gewonnen.
Kufstein. Kunigliche mayestat Maximilianus zoch für Kufstein, gewan die
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gUtt balt, besdioß das schloß an dem ort, da man kein sorg liett. Die dis sehloß inhettent . gaben sich in gnat , und giengen herab, kanigUcbe mayestat nam sy nit an, verschaffet von stunt, ynen die köpf abzeschlachen. Der hauptman, Hans von Bentznaw, was der erst, ijn frumer, thcwrer, redlicher man, dem gott der almecbtug barm- bertzag sein wolle (ich hab in mermals hye zu Weyssenhoren ge- Sechen) darnach ayn nach dem andren büß in die 15 oder 16. Der frnm forst von Prannscheick der erlanget bey kuniglicher mayestat, das man die andren bey leben ließ. Kunigliche mayestat nam ach sutt und schloß Röttenberg ein , Kutzbuchel , sant Wolfgang und Inders, die herschaft Spitz in Osterreich, Weyssenhorn, Obenhausen, P£iffen)iofen, die grafschaft Kirchberg, was eytel Interesse.
Ellsaß.
Deßglcichen krieget kunigliche maj'cstat im Elsas wider pfaltz- graven Philips, knrfursten, gewan im ful schloß und stctt ab, alß Ortenbarg, Barr, nam im ach grosse gerech tikeyt, die er in der statt Schietstatt hctte, jerlich schutzgelt, [E37] nam im die statt Hageoaw, die Pfaltz lange zeyt ingehapt bette, wiewoll sy zu dem reich keret.
Somma summarum under sechs gwaltiger heren sent nit ge- wesen wuder die pfaltzgraven , wer baß möcht, den der ander, der thetz (wie dan da fornen anzaygt ist am 22 platt) [s. 42 ffj.
Wie herzog Ruprecht starb.
Alß der krieg im Bayrlant am grösten was, da starb herzog Ruprecht, das edel, jung plut, starb ach sein oberster liauptman, starb im ain junger sun, genant herzog Jörg. Nach seinem ab- sterben was sein gemachel noch im laut, die beriefet den adel und loder für sich, hielt inen iren grossen kumer und jamer für des absterbes ires gemacheis, angst und not, so ir vor äugen waß, mit waynenden äugen und grossem layd gebetten, das sy an ir und iren wajsen tbeten, alß frum ritter und knecht und ir ir vetterlich erb vnd lant halfen behalten, das wollte sy umb sy verdienen und kein ring an irer hant behalten, denselben mit inen taylen Ön allen ^«jrfel, es ist manchem redlichen man zu hertzen gangen söllich l^erliche clag der betriebten furstin.
Wie sein gemachel starb.
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Balt darnach starb die fmm furstin ach, was die sag, eB wore ayne oder zwo irer junckfraaen ach gestorben. Eß waren arck* wenisch töd, geschachen ful seltzemer red darvon. Waß der almecli- tug gott tliut, ist alles woU thon, kans acb niemetz wenden, wan aber söllich schnell töd sollten von den mentzen zuricht worden sein, we denselbigen ewigclich von zeytlichs gutz wegen das ewig verlieren !
Damach kam herzog Friderich, herzog Rubrechts bruder, in das laut, da waren noch verbanden her Jörg von Rossenberg, her Jörg Wußbeck, her Mang und her Ludwig von Hasperg und her Adam von Therring, die thcten noch das best, büß eß zu frid an- gestelt wart. Eß gieng leib und gut, alles hinweg, der groß schätz zu Burckhausen verschwant, wan zwen ainandren helfen, haben sy bald ain Schilling zellt. Ewiger got, du wayst alle handlung, wie eß zu ist gangen, du offenbarestz aber nit. Man saget, herzog Jörg bette kain leiberben, sich, er bette ön zal gehapt.
Herzog Ruprecht verließ zwen jung furstin, herzog Otto Heinrich und herzog Philippus. Her Adam von Therringen, ritter, belub der jungen fursten hofmayster büß an sein end, starb anno 29 am herbst.
Wie und wan Wayssenhoren verpfandt ist worden.
Anno domini 1508 am treysigisten tag des monetz Decembris schicket kunigliche mayestat her Adamen von Fraintsperg, ritter, hauptman des schwebuschen bunds, her Philippen vom Stain, Al- brechten von Weiden, Ulrich Artzeten, burgermayster zu Augspurg, her. Dieselben prachten ain verwilligung und verzeychung [E38] von her- zog Albrechten zu München, das er die von Weyssenhoren ires ayds und glupts, so sy vormal ß im und seyuem bruder, herzog Wolfgang,
gethan hatten, (wie vormalß ach anzaygt ist am . . . platt [s. 45])
Kunigliche mayestat Maximilianus verpfendet Weyssenhoren und Pfaffenhofen mit aller zugehörung Jacob Fuckern von Augspurg. Was noch ain mangel in der sach mit herzog Wolfgangen, von dem- selben betten die gesanten kein verwulligung, noch verzeychnang der herschaften. Wollten die von Weyssenhom den gesanten in namen Jacob Fuckers nit schweren, sy weren dan ires ayds und glupts von herzog Wolfgangen ach ledug. Die gesanten handleten mit aynem rat, hatten, sy sollten huldigung thon und schweren, wollten sy in monetz frist verwulligung von herzog Wölfgang ach
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Itringen, wa das nit beschech, sollten sy ires avds und glopts wider- BBb ledig sein , sollicbs sagten sy zu und wurden gut darauf. Da sdiwuren sy inen auf das zusagen in namen Jacob Fuckers, und auf denselbigen tag wart der statt das umgelt aufgesagt und ge- Domen, waü schon dedit.
Tewre.
Anno domini 1509 nach ostren [8 April] galt ain ft schmaltz 15 Pfenning; 13 ff für 1 fl.
Wie ain abseyt der kirchen niderfiel.
Anno domini 1509 am aufferaubent [16 Mai] fuel ain newe ab- seyt in der kirchen hie nider, was die höche gemacht, bescbach Bich mittentag umb aynß oder zway, was zu allem glick niemetz ii der kirchen, dan die maurer und arwayter, geschach kein ber- liefaer schad. £ß was ain besunder glick, wan eß vor mittem tag beKhedien were, kunt eß ön mercklichen schaden nit ergangen sein, iBgesechen, das auf denselben tag ful lewt mit dem creutz lier kofflen, ach das auf mitwoch marckt ist, man soll gott lob und er <ltnunb geben und sagen.
Unainikat zwischen dem abt von Rockenburg.
Anno domini 1510 oder nach dabey erhub sich ain zwytracht Bad nnaynikat zwischen dem abbat zu Rockenburg, mit namen Jo- dons (was ayn newer prelat), und ayner gemaint zu Bobenhausen ijBes holtz halben, wolt yedes tail, eß keret im zu. Die pauren Iwwen das holtz ab, woltz der abbt ynen nit lassen. Melcher vom ^ was pfleger hie und zu Kirchberg, understnnt sich zu roß und ^ hielt ob den pauren, büß sy das holtz alles haymfurten.
Jarmarckt und galg zu Inchstetten.
Darnach über ain jar oder zway ungefarlich erwarb der abbt ^ ksniglidier mayestat stock und galgen, ayn wuchenmarckt und mardct auf denselben gen Ingstetten, den wuchenmarckt auf den ttemoDtag gelegt, und den rechten jarmarckt am andren tag vor Uli [14 Okt.] Nun ist auf sant Gallen tag [16 Okt] vor langer i^t n Weyssenhom rechter jarmarckt gewesen und gehalten worden vA MßweysQDg der stat freyhct und noch auf duse zeyt. Auf
■«Mnikrieff 4
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zakanfl dascs newens jarmarcktz rasteten [E 39] sich die von Ingstetten fast, deßgleichen ander, dio dan dem abbt ain wolgefallen thon wollten, mit gwand und andrer war, betten auch ain arbrostschiessen auf dusen tag angesetz.
Überzug.
Her Hans Casper von Bubenhofen, der waß zu duser zeyt pfleger hie, veraarnlet sich zu roß und fuß in den herschaften, die kamen in der nacht her bey tauset mannen, und am morges fru zoch er auß, was auf denselben tag ain groß regen wett er und fast kalt Alß der zewg' gen Bibrach kam, da was Veit von Rechberg zu Walstetten dieselben nacht zu Rockenburg gewesen, der hielt red mit her Hans Casper alß ain frumer, guter nauchbawr, bayden taylen zu gut die sach zu friden stellen. In mittler zeyt kamen zwen des ratz von Ulm mit grosser eyl ach von frids wegen. Die fner personen wurden der sach aynß mit ainandren, wendtent den zug zeruck, wart der marckt ach nit gehalten und hinfuro auch.
Galgen.
Darnach ließ der abbt ain galgen zwischen Ingstetten und dem closter aufrichten. Also die hersclmft und die von Weyssenhom zugen bey der nacht hinauß, etlich für das closter, sagten dem Wächter an, man were da, wollt den galgen niderhawen. Also waren etlich, die betten segen und segten am galgen, etlich mit axsten hewen darein, also wart der galg nidergefelt. Er ful so hart, das er noch nit aufgestanden ist. Eß was ain nötig ding dem gotzhauß, marckt, stock und galgen, eß kunt der abbat sein gelt sunst nit verthon haben. Summa eß was eytel neyd und haß und hoffart, wolt Weyssenhom vertryben haben.
Von ainer schwellin.
Noch aynß, bald darnach ließ der abbat ain schwellin oder ab- laß im ried bei Ganhertzhofen in seynen medern machen mit gros- sem, starckem holtz und wol und tief eingraben, damit er seine meder kunte wesseren. An unsers henen fronleichnsimstag, alß man mit dem hochwirdigen sacrament um die statt gaut, waß kein wasser in der Rot, hett kain lluß. Eß hett yederman ain verwundren, wie eß zugieng, das kein fluß, noch wasser da were, schicket eyletz
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aoG zQ erfahren , da fant man des geroecht und schwellin. Also zocb man abermalig auß and zerhew ond zerruß das gemecht auß dem grant, kain stock bey dem andren gelassen , wart nichts wey- ters darwnder gehandlet. Darnach wart der abbt und Jacob Fucker, aaser pfantherr, za Aogsparg darch aynen vicari , mit namen ma- gister Hans Alletzhein , gericht und vertragen auf ain ond , theten aynander zu bayden taylen lieb und dienst, scbenckten ainandren wein und fosch for and far.
Anno domini 1512 kam Walther Echinger her, barger za Ulm, der hett Ulrich Fuckers tochter za aynem weih, der verwaß die Togtei and casten, anderstant [E 40] sich ful hendel za rechtfertigen nnd n ftbcn wider die von Weyssenhoren, er möclits aber nit erheben, wart auf das lechtz fast gat, hettc gcren das abel gestraft, saget, wollte man die lewt amb ihr maßthaten amb gelt strafen and von ynen nemen, so sollte man mit demselben gelt dye dyeb and übel- theter ach strafen, wan er lenger hie belyben were, hette er dye dyeb gemindert. Er was ain arsecher mit sampt her Uans Caspcr, pfleger, das aia jad gen Gravertzhofen gesetz wart 10 jar, geschach dyenen von Weyssenhorn za lieb, dan sy wollten kayn jaden im borgfrid einnemen, da namen die zwcn gelt und schenck, setzten den jaden an das ort.
Barchat schaw.
Anno domini 1516 ward die barchat schaw hie angefangen, die Weber warden nit fast reich, verdarben ful. Darnach anno 1521 da waren lutzel webcr, die da wurckten, für oder fünf, an die schaw, <laroacfa ward eß ain wenig besser, angeseclien unsere hcrren , die Focker, verlegten die schaw mit woU und namen den barchat ^len an.
Wan des new schloß bauen ist worden.
Anno domini 1513 ward des new schloß angefangen und ge- hmen darcli schaffen, heyssen knniglicher mayestat Maximilian, wölt ^ lost da haben , als er gesagt hett , wie wol er lutzel darein bn \ Auf das letzstmal was er am newen jarßtag zwo necht hie, ^^vnach kam er nit mer her. '
1 A was falleicht treymalen hie.
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Von aynem dyeb and mordor. Anno domini 1518 an der herren faßnacht zu nacht, am 15 I Februarii, brach ain dyeb zu sant Lenhart in den kor durch ) fenster hinein ob der sacristey, der hett weyb und kint zu Feriog der hett zway scliloß an dem stock erprochen. Er wollt ain lie anzinden, zoch die ampel nider, da erhöret der meßmer des n ün, dardurch des sayl an der ampel gat, und lief herauß » da si er, daß des glaß erbrochen was, gieng in der stnll in das siei hauß, sagetz an, darnach etlichen zu Hegelhofen, dieselben bew; ten die kirchen in stul, damit der dyeb nichts huret oder merck Darnach luff der mesner herauf, sagetz Walther Ecbingem und l» germayster an , die eylten bald hinab , Hessen die kyrchen aaftbj Sachen sy nyemetz. Er, der dyeb, was hinter den altar gangen, hett woll lewt gehört, alß er mir muntlich saget, hette aber t« maint, eß giengen erst die pauren von dem wein haimhin, hei also ain weyl wollen verziechen, büß des furgaun ain end hette ( noroen. Die oberkeyt hielt red mit im, er sollte mit lieb auß ( kirchen gaun, das wollt er nit thon, da nam man in mitgwaltbi auß. Do man in fragen wart, bekennet er etwan ful mord, die j;ethan hette, ach andren geholfen, insunder bekennet er, er he ain frauen im Eschach , wcre von Weyssenhorn außgangen , he wollen gen lllerberg gaun, ermordet und sy daselbst begraben. M füret in zum andren mal hinauß auf die walstat, wie er anzayg ließ da graben, fant aber nichts. Er hett wunderberlich sadi thon, die nit ful mentzen wüsten, dann got und ich. Er bekeoD er hette ob funfzug stocken prochen, hett vor[E 41]nialß sant Jacol stock zwaymal ach prochen, wan im auf das mal die sach gerat were mit sant Lenhartz stock, hette er woll 12 0^h. darvon pnu Item zu Geriehofen bei Auffen stunt ain wagen in des wurtz stac fant er in eynem trichlin fuerhundcrt gülden an müntz, die stal understunt sich mit demselben gelt in das Elseß zu ziechen. er kam auf den Schwartzwalt, gab er das gelt aynem wurt die na zu behalten, am morges fru gab im der wirt das gelt wuder. I bald er auß dem hauß in den walt kam, eylet im der wurt se ander nach, nam im das gelt sauber, ließ in laffen, er hett Bis von 16 gülden von dusem gelt verthon. Ich fraget Michel, a
1 A noch: zu sant Lienharten.
hieß er: »Warumb hasta den wart nit verklagt, so dn in kent test?« gab mir zu antwurt, er hette sorg gebapt, er were ach ge- faigen worden and gefragt, von wannen im das gelt komen were. Also ward er hie anßgcschlayft und mit dem rad gericht und dar- lof gelegt.
Wan kunigliche mayestat Maximilianus gestorben ist.
Anno domini 1519 am achten tag der heyligcn trey knnigtag [13 Ja- nuar] da ist gestorben der allerdnrchleichtigst , großmechtigst fnrst ood herr Biaximilianus, erwölter römischer kayser und ertzherzog zu Österreich, gestorben zu Weiß und ist begraben zu der Newenstatt in Osterreich, da vormals sein matter begraben ligt. Man hat yeder- man in seinem ', da er gelegen ist, lassen cingaun, ist sein geschefft gewesen, got sey der seel gnedig und barmhertzig. Amen.
Von herzog Ulrichen von Wurtemberg.
Sobalt herzog Ulrich von Wurtenberg inen wart des absterbes deskaysers, ließ er in besungen zu Stugart, und auf denselbigen tag zoch er auß und berennet die statt Reytlingcn, bevalch im von stont naclizuziechen, und belegert die statt und gewan sy halt. Do fieng sich sein ungelick an, er wollt die stat nit wuder dem reych geben, woltz für ain aygenthum liabcn, nam darin, was im gefiel, iieretz hinweg. Alsbald versamlet sich allenthalben der schwebisch bunt wuder herzog Ulrichen, kamen zway fenlach knecht vor fasnacht |<) März] her und ein fenlin gen Bobenhausen und Ganhertzhofen, ain fenlin gen Pfaffenhofen, lagen hie biß in dje tritten wochen, zugen darnach in das laut Wurtenberg, am ersten für Haydenhaim, dar- nach für C^ppingen, namen das gantz land in ayner kurtzen zeyt 00, betten von niemetz kain widerstant. Der herzog hett hoffnung aaf die Schweitzer , die het er bey ihm , sagten von 20 tauseten, sobald sy den solt einnamen zu Blaubeyren , zugen von im hain, da rat er auß dem laut
Van kunig Karolas zu romischem kunig erwolt ist
worden*. Sobalt das laut Wurtemberg eingenommen wart und gewonnen,
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1 A: in seinem sterben.
2 Dieter ganse abschnitt fehlt A»
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versamleten sich die kurfursten und ander fursten zu Frankfurt, aynen andren römischen kunig zu erwelen. Da erschinen oratores von wegen herzog Kareis, ertzherzog zu Östereich, kunig zu Hyspa- nien, desgleichen des kunigs von Franckreichs [E 42] oratores, die batten, yede partey von ireß herren wegen, die kurfursten, iren herren zo ayuem romischen kunig zu erwelen. Solang die erwelung zu Franck- furt weret, alle weyl lag her Jörg von Fraintsperg mit aynem ge- waltigen häufen kuecht daselbst umb ain Reinstraum. Also wart Karolus zu aynem römischen kunig erweit in seynem abwesen, dar- nach kam er wol über ain jar herauf gen Wurmß und gen Ach, ward er gekrönet.
Wurtenberg.
Nach sant Jacobstag [25 Juli] kam herzog Ulrich wuderumb in das lant, nam ful stött und schlos wuderumb ain, schalt versam- let sich der bunt, vertruben in halt auü dem lant.
Darnach im winter kam sein sun her, etwas umb 6 oder 7 jar alt, belub ubernaclit hie,, den fieret man hinein gen Inßbruck. Es het der wirt, Dyepolt Schwartz, ain Jungs lemliu , damit hett der jung fürst ful fred dieselben nacht, am morges hette er es geren mit im genomen, des wolt man im uit lassen, da bevalch ers dem Dyepolt Schwartzen hoch, er sollte dem lemlin gnug zu essen ge- ben, wan er wider keme, wollte er imß bezalen. 0 du unschuldigs, Jungs blut!
Anno domini 1521 am heyligen tag zu weychennachten was es so warm, das etlich in der Rot batent von Wunders wegen. Es lag ach denselben winter nie kein rechter schnee, wart ain fruchbar jar, es tunder ach denselben sumer gar schür nichts. Es galt ain yme rockes umb Martini [11 Nov.] ain halben gülden und 1 tf h, der wein schlug in der fasten auf, ain maß 9, 10, ach 12 pfenning, do der new wein wart, galt die maß 5, 6 pfenning, fast gut wein.
Von ainem todschlag.
Anno domini 1521 vor faßnacht [10 Febr.] beschach ain todschlag zu Obenhausen im wirtzhauß. Nun hat der malefutzhandel al wegen gen Weyssenhorn gehört und her gestraft worden. UnderstAnt sich Cnn- rat von Rot, dem was Obenhausen verpfant, und strafet den male- futzhandel und todschlag, nam gelt von dem theter, der was von
sotscbaft herein, da müsset rederman eyletz anf sein, itagen
za dem rsjsigen zeng und falen zn Obenhaueen in das dorf, I etwas uro 20 paaren. Die foeret man her, tbegetz in ain laD. Alft die im sdiloD zo Obenhansen des gwar wurden, 'S »y nnder die unsern herauß, aber die nnEern trübes von nit irem sctiiesEen von irer were, die unsern sagten, wan sy 1 gehjjpt betten, wollten sy das scblos wol eingenomen haben. !fa ließ man die gefangen wuderhaira anf widerstellen. In der-
nacht wart ich von einem rat bescbicht nnd mir bcvolchen, I dem armen gefangen [E 43] Blasio saget, das er sich zn gott t, dann er mustc sterben. Bas thet ich, am morges versacb
mit dem hochwirdigen sacrament, darnach schlag man im ipt ellendklich ab, die weyl er niderfuel, bettet er mir noch rt im glauben nach verslentlich, also bew er im das haupt TOl ab. Darnach wurden die paaren widernmb gemant umb ung, das wollten sy nit thon, dann ir Juncker hetz inen ver* Da leget manfi widernmb all zosamen in gefencknuß, woU-
heran&, mosten sy die atznug verburgeo zu bezalen. Do sy laaen, fieng sy Cnnrat Rot wider, mugten im schweren, die
nit bezalen. Also stunt die sach, boß man zelet 1522, wart Satzung vom regiment zu Inßbmck gen Ulm gesetz, da wart idt, (wusset nemetz, wer die atzang gab). Canrot von Rot llt sein leben lang oder, solang er Obenhansen inhette, den i' haben und denselben zu Obenhansen biessen. Eß was die
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genant, ist personlich da gewesen. Dassclb ward im vcrrcteris eingeben von zwayen bauptmennern , die das schloß inbielten, n namen ain her von Hederfar und Turckwallendt. Das schloß ; alweg wol bewart gewesen, wan nichts sanders von kriegsleffen vc handen ist gewesen, so ist es wol mit 200 mannen besetz gewesc Das schloß hat 20 basteyen gehapt und in yeder 20 man, on n die zwen hanptman für sich selbs gehapt haben.
Hauptlewt.
Desselben jars am sampstag vor Marie Magdaleno [20 Ja kamen etlich hanptleyt her als her Jörg von Fraintsperg, der lai Casper, Jörglin von Krumbach, liesscn nmbschlachen , zngen zw fonlach hinweg , kayser Karolo zu wnder den kunig von Franc reich.
Von aynem sterbet.
Desselben jars gegen dem herpst fieng eß hie an zu sterbe am ersten zu Gravcrtzhofen , darnach in bayden forstetten. I stürben lutzel in der statt, eß stürben etwas um hundert roentzei jung und alt in der gantzen pfarr, höret auf umb Lucic [18 Dez. aber sunst in allen landen starb eß fast.
Von herzog Ferdinande.
Anno domini 1521 am suntüg nach Martini [17 Nov.] da ri Ferdinandus, ertzherzog zu Österreich, hie durch die statt, stoi aber nit ab , het bey 400 pferden bey im und 25 wegen wol b( laden , was die sag , er fieret ajn mercklichen schätz mit im an Österreich. Man bestellet herberg hie, weit ubernacht hie geweM sein, was im gesagt worden, eß sterbe fast hie, thetz ayner, d( dyenen von Weyssenhoren nit ful gutz gunnet.
Anno domini 1522 nach der heyligen trey knng tag [6 Ju ward ain grosse kelte und schnee, weret büß nach unser frauen ti [25 März?], darnach kam gut wetter, galt der wein 5, 6, 7 pfßi ning, 28 tf schmaltz für 1 gülden in der fasten.
[E 44] Von aynem dyeb.
Duß jars an sant Anthonis abent [16 Jan.] wolt ain dieb d< stock zu Gravertzhofen gebrochen haben, ward daran ergriffen, oi^
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m aaß der kircben, bekennet, er hette ob den hundert stocken anf- gethaoD, das gelt darauß genomen, darnach wider beschlossen, auß- genomen zwen oder trey, were im za kurtz bescbechen, das erß nit kant beschliessen , er was ain Schlosser gewesen, hencket in an den liechten galgen.
Von dem grossen ketzer Martino Latter.
Wiewol Martinas Lnttor, ain Augastincr minch, zu Wittenburg, vor etlichen jaren sich hat lassen mercken in ful articklen mintlich ukI schriftlich , so ist doch söllichs nit so weytlef erschollen büß aofdose zeyt.
Anno domini 1522 da kam die ketzerisch haudlung von im von tag za tag hcrfor and ließ die im truck außgaun in alle lant.
Wider denst>lben Martin Latter crhab sich der cristenlich doc- tor Johans Eck zu Ingolstat durch vergunst und verwulligung des bochwordigen fursten und herren Gabriel von Eyb, buschof zu Ey- btetten, zoch hin gen Leypsug. Da hielten sy ain Disputatz mit a)'Daodreu, hielt im doctor Hans seine ketzerische artickel für, die er allenthalben het lassen außgaun, der waren 104 , die er im alle mit der gcschrift vernichtet, erbot sich auf die cristenliche uni- versitet Bariß , wollte erß erkennen und disputieren lassen , also worden die artickel und propositiones zu Bariß all ketzerisch, vcr- fiirisch und falsch erkent.
Aber Martinas Lütter ließ sichs nit bekumeren, fuor in scynem verstockten ketzerischen leben, überkam von tag zu tag mer an- beoger, gaystlich und weltlich, und insundcr in den reichsstctten Xoereoberg, Nörling, Augspurg, Ulm, Kempten, Memmingen, Eyßnin, Linden, Reytling, Gostetz, Straßburg. Er kam am ersten mit aynem syessen ketzerischen guft, damit er die mentzen verguftet, darnach aber mit aynem andren , wie dan yetz das gantz lant fol seiner bocher und 1er ist, layder, dabei laß ichs beleyben, eß wurt ainß luicfa dem andren an tag kommen seine ketzerischen leren, darumb er aof das letzst seinen Ion (one zweyfel) enpfachen wurt hie «nddört.
Vom abbt von Keyssen.
Anno domini 1522 nam der abbt von Keyssen den zechenden ^ m Weyssenhom wudenim zu seinen handen , wollt denselben
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gmayDer statt uit mer lassen, wie vormals wol 34 jar sy in gekafft hatten, und ließ in selbs einsamlen und fueret das koren alles gen Ulm in die statt. Ain rat hie kaffet den zechenden dem gmaynen armen man zu gut: wan ain aufscblag zu zeyten kam, gaben sy desselb koren den armen, ach wan ain theure kam, Hessen sy den haber zu mußmel machen und gaben in der wochen armen lenten muß, samletcn ach bey andren Icuten gelt, schmaltz, haber, damit die armen nit hunger stürben, gab yedem aynen eysnin lölTel fol, was darzu gemacht. SöUichs betrachtet der abbt nit. Das ander jar verkaffet er den zechenden umb koren, samleten selbs nit, müsset man im das koren ach gen Ulm antwurten.
Wan Rodus vom Turcken ist gwonnen worden.
Anno domini 1523 legert sich der turckisch kayser für die starckcn, veste stat Rodiß seclis monat, uötet sy , das sy die stat aufgaben, die nam er ain an dem Iieyligen tag weychennechten, gott crbannß und belf uns. Amen. ^
Von treyen fürsten.
Darnach zu ostren [5 April] zoch pfaltzgraf Ludwig, kurfurst, der buschof zu Trier, kurfurst, und der landgraf zu Hessen zugent sametlich wuder Frantzen von Sickingen und seine helfer, gewun- uen inen 13 schlos ab, die zen*ussen und verprennten. Frantz von Sickingen wart in seinem schloß. Landstall genant, zu todt ge- schossen. Er het formals fursten, hcrren und stettcn ful scliaden und layds gethan. Er understunt sich und belegert die stat Wurmß, darnach die mechtigen statt Metz, darnach die statt Trier mit hers- kraft, auf das mal nam sein gwalt ain eud '.
Wan der schwebusch bunt in das lant Francken ist
zogen.
Damach con)ori8 Christi [14 JuniJ zoch der scliwebusch bunt mit herskraft in das lant Francken und gwunnen , zerrnssen und zersprenckten 24 schloß, nemlich Velberg, Bocksperg, Baibach,
1 A hat hierauf: Damach dominica oculi [8 März] galt ain yme rockes 17 Vf Schilling, ain yme habere 18 Schilling.
2 Der letzte satB; er uaderstunt — end fehlt At
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Aschhaasen, Walbach, Aw, ain stettlin bey Kutzingcn, eingenoinen and nmb tauset golden gcschetz, Waltmasbofen, Cnortza, ain schlos, was Hansen und Jörgen von Tbengo bey Wnrtzburg, Trabach, Arnglstein bey Hölfeld, keret Jörgen von Jacht zu, alt und new Gatenberg, Obrodt, ain barg hinder Bareyt, Waltstein, Cattendorf, S]K)nieck, Weyschseldorf, Wisdorf, Tagmershain bey Keyssen, nit weyt davon Eyttenhofen , Absperg, Berttelshain. Die 4 letzsten schloß logen in Eystetter bistamb, die ways ich wol, bin in etlichen gewesen.
S tewr.
Anno domini 1523 mitwoch nach Vit! [17 Juni] kamen zwen gesanten von herzog Ferdinande gen Weyssenhorn , die beruften die herschaften Kirchberg and Pfaffenhofen her, begertcn ain steor von ynen, eG wart aaf das mal nichts darauß, zugen wuder hinweg.
Etwas von Wurtenberg wegen.
Damach nativitatis Marie [8 Sept.] kamen aber gesant, be- gerten wuder ain steur, und darzu sollten die gemelten herschaften herzog Ferdinande schweren und huldigen als dem grünt- und erb- herren, sollten auch schweren, was dem lant Wirtenberg zustiende, demselben beystant thOn. Das begeren mit Wirtenberg wollt man nit thon mit nichten, wart auf dusen tag aber nichtz darauß. Dar- nach in achtagen kam ayner von Freyberg her , demselben schwur man an stat herzog Ferdinandus und ver willigten in die stewr, gab aber auf das mal keyne, und Wirtenberg hindau und außgeechlossen.
Lutter.
Anno domini 1524 da man Martini Lutters ketzerischer säum, den er allenthalben seyet und außsprenget, fast zu an allen orten mit flaischessen und ayren in der fasten öne alles [E46] entsetzes, etlich nur ainmal beichten, etlich gar nichtz, etlich wollten das hoch- wordig sacrament ander bayderlay gestalt haben und enpfachen.
Vom pfarrer von Leyphain.
Der pfiinrer zu Leyphain mit seinen anhengem hielten sich za- mal übel und frevelich: sy namen die bildnus unser lieben frauen von dem altar, das henckten sy nnden an den predogstul, die bild-
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nusscD der 12 botten trugen sy auß der kirchen , tratens in das kot, an sant Marxtag [25 April] tbeten sy kaiu kreutzgang.
Pfaffen, mincb, uunen.
In dusen jar namen fal pfaffen und mincb weyber, desgleichen die closterfrauen man, lernetent bantwerck, gaben pfarren and pfiröo- den auf, verzucbcn sich ires ampts, dargegen understunden sich etlicb grob layen und pauren gaystlicher und cristcnlicher Ordnung als predigen, taufen und anders.
Leyphain.
Dutz jars an unsers hcrren fronleichnamstag [2G Mai] verkün- det der pfarrcr zu Leypbain offenlicb an der cantzel, er weite hin* furo seyn leben lang kain ketzerische meß mer haben, wie er vor- mals gethan bett, und wan eß nit wider briederlicbe liebe were, wollte er geren , er bette alß ful mentzen umbracht , alß ful er messen gehalten hette. Als er von dem predigstul gieng, fiengen seyne anbenger des lobgesang tcdeum laudamus anzesingen, dar- nach leget er ful partickel auf und consecrieret die onc alle cristen- liche Ordnung und der Idrchen prauch und saget zu dem gemaynen folck, wer das sacrament under bayderlay gcstalt enpfachen wöll, der gang her zu dem altar, also enpfiengens ful mentzen. Darnach nam ain scherg cschay, mit namen Thurenbeck, ain partickel in sein bant und gab denselben dem pfarrer ^ Das sent die frucht, die auß des Lutters säumen körnen und wachsen. Es was die sag umb Bailholomei [24 Aug.], die von Ulm hcttent dem pfarrcr daselbst außbotten, aber mir saget ain frumer briester, er were nie auß der statt komen, was ain spiogelfechten. Es waren sunst frum, redlich, cristenlicb briester da zu Leyphain , mußten sich groß leyden und gedult tragen.
Mörck auf, du leser!
Die leser und zuhercr möchtent verwundren oder sagen : >Wie kumpt es, das du ful schreibst von andren leuten, wie sy sich halten im glauben und cristenlicher Ordnung, and meldent nichts von Weissen- horen, ob der säum, den Martinus Latter allenthalben aaßgestreut
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1 A noch: hatz selbs nit wollen nemen.
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hat, nit zu eucli komen sey, oder saust so got, frum, fest cristen mentzen da sent.« Antwurt, eß ist nit ain unzimliche verwundrung von mir, möchtest ach gedencken, ich were ain henselin, ain sup- penesser oder liebkoser. Damit ich aber auß sollichem arckwon kume, bedunckt mich, [E 47] mir seyen nit gar glaßlauter und sehen, angesechen, das vor duser ketzerei und bösem säumen so ain gehor- sam, cristenlich folck hie gewesen ist und noch ful, insundcr bey der oberkayt *. Es sent aber ful leichtfertiger mentzen , die mer zu dem bösen, dan zu dem guten genaygt sent. Des Lutters säum hat sich mermals erzaygt, were geren aufgewachsen zu volkumner frucht, hat nit mugen sein von zeytlicher forckt und straf wegen der oberkayt, wa dasselbug nit gewesen were, so bette der säum des Lutters überbaut genomen. Eß understunden sich etlich gott- ioß lewt, was sy künden und möchten, die briesterschaft zu schme- eben und sehenden mit schantlicheu liedern zu singen auf der gassen vor den beusern, sich au söllichem nit benüegen, sunder got den almechtigen, dergleichen dan nach Ordnung der heyligen, cristen- lichen kirchen zu weychennachten , so man das newgeboren kindlin eret mit sundrem gesang lateynisch und teutz, desselbug verkerten sy in das allerschantlichest, trüben iren spott daraus, alß des »puer natos resonet omnis mundus,« und andre lobgesang. Desgleichen den bapst, cardinel, buschof, briester, minch, nunnen auf das allergröbest gescheut. Da dieselben iren mutwiljen wol verprachten, schant und Schmach woll an tag kam, da verbott maß, nit mer zu singen. Also lieber leser und zuhörer, vernem mein antwurt im besten, du kanstz selbs wol rechnen, was gutz darhinder ist, sagß aber nit von mir, die von Weyssenhoren möchten mir ungunstig werden, wan eß besser oder beser wart, wul ich duß ach zuschreiben.
Wie das wetter in den kirchenturen schlug.
Anno domini 1524 an sant Peters und Pauls tag [29 Juni] nach mittem tag um 4 ur schlug das wetter in den kirchenturen obnen in die helmstang durch ab und ab. Der streich kam an zweycn orten bey dem fronaltar herauß, ging ach durch die behaltnus, darin das heyltomb und clainhat staunt, und besenget die grossen mon- straatz and ain cleyne, desgleichen das groß kreutz, beschach aber
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1 A noch: mit dem gotzdienst, kirchengann, prediggauo, opferen.
62 dem heylthamb nichts, eß besenget ain flugel an der tafel.
Wan die zwo brocken gewölbt send worden.
In dusem jar wurden bayd prucken vor den thoren gewelbt and gemacht.
Lutte ri seh.
Eß nam ach des lutterisch und ketzeriscli wescn zu Ulm und andcrstwa fast zu mit mer anhangenden articklen, dan am ersten, angeseclien das heylig sacrament etlich wollten in bayderley ge- stalt haben und enpfachen. Es wölten ach ful nit. mehr beichten dan aiii mal, etlich gar nichts, sagten, sy hettent gott, irem schepfer, beichtet, wore kaim pfaffen schuldig zu beichten.
Schelmen gart.
Do man zu Ulm inen das sacrament nach irem beger nit wolt geben, stürben sie dahin öngesaltzen und geschmaltzet , wollt man dieselben nit in den kirchoft graben, da verordnet man aynen gar- ten, darein grub man sy, mechtug burger und pfaffen, ain grosse menig ön zale ^
[E 48] Anfang und aufrur der pauren.
Anno domini 1525 erhub sich wunderberlich ding in teutzen landen' under dem gemaynen folck nit allain im glauben, sunder in unkorsame und wuderwertikeit, yeder gegen seiner oberkeyt und herschaft, und wiewoU vor etlichen jaren, wie dan doctor Vergen- hans von Tubingen in seiner cronick anzaygt, schier dergleichen ain erberung und anfrur an etlichen orten von dem gmaynen man, nemlich umb Pruchsel und Speir, die sich understanden hettent mit etlichen articklen wuder ire oberkeyt, doch dieselben irtumb halt abgethon.
Ach in dem vergeuden jar Snno 1524 am Schwartzwald und im Klecka die pauren sich ach wuder ire herren aufrur gemacht, doch
alles hingelegt.
«>
1 A darein begrub mantz, etlich treffenlich, namhaft leyt, ach ain verlegneten, reichen, ketKeriAchen pfaffen.
2 A dafür: nit an aynem oder zwayen orten, sondern im gantzen teutzen lant, litzel ausgenomen.
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Aber in unser geget so ist sölliche grosse aafrnr auf duse zeyt nach weychennechten angefangen worden.
Der anfcnger duser anfror.
Der anfänger doser aufrur sol ain schmid von Sulmingen sein gwesen, und sich zu Waltringen angefangen, haben sich die pauren 7.nsaraen thon, von tag zu tag gemeret, zu zeyten 50, ßO, 100, ge- sagt, sy Nföllen ain gute geselschaft mit ainandren haben.
Versamlung der pauren.
Damach versamleten sich die pauren dergleiclien ach zu Yller- thossen, im Allgew, zu Krumbach, zu Yettingen, zu Leyphain, zu Naw, also theten sy in allen geget en und landen.
Hockenburg.
Item am 18 tag Febrnarii versamleten sich etlich pauren und hindersessen, so dem gotzhauß Rockenburg zugehörig waren, hie zu Weyssenhom in aynem wurtzhauß , betten ayn gesprech mit ain- andren, alß ob sy mit ainandren trincken. Da machten sy ain an- faiig ireß Unglücks. Eß suchet ain häuf bey dem andren rat, wölche nit mit inen wolt sein, den wollten sy die gmaind verbieten, pfel für die hewser schlagen und verprennen, und welcher in ir bruder- schaft wollt, der müsset 2 kr. geben einzuschreiben.
Clag und furnemen.
Am ersten was ir clag und furnemen gegen iren herren und oberkayten , sy weren beschwert mit diensten ^ und der laybaygen- schaft. Davon fuelen sy gantz und gar, kam in sy der gayst (ich Diain, des tewfels gaisi), wollten das evangelinm und gotzwort auf- richten, des lang nnder der banck [E 49] gelegen, das wollten sy herfarziecben.
Die pauren an ful orten giengen zu iren pfarrern, sagten, es were yrcr Obrer maynung und schaffen, das sy das gotzwort lauter Qod dar im gayst sagten öne alles mentzlichs zuthon, lauter und dar nach dem text, sagten zu ynen, wellten sy nit mit inen heben ind legen, das sy dan von den pfarren und pfronden zugen. Sy
*
A noch: mit der galt.
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wollten ach an fol orten die kelch auß den kircben ncmen, thetentz acb, rüsteten sieb mit dem gelt. Wa die kircben gelt bettont, na- men sy, wa sy in dörfern gut gmainden liettent, die versetzentent sy, namen gelt darauf, waren gwaltug. Sy erweiten under Iren baafen bauptlewt, ret, artickolierten , wie sy ir regiment wollten halten, schickten ire ret gen Ulm für die ret des schwebischen bunds, byelten inen ir fumemen für. Die hündischen ret zochen die sach auf, solang sy mochten und kunten , rischtetent sich in mittler zeyt acb mit der gegenwer, dau die pauren waren fast starck an allen orten versamlet, eß was acb not. Fürsten, graven , pre* latcn, der gemain adel handleten mit iren undertbanen, verwilligeten sich, inen brief und sigel zu geben, das sy stull sessen und dahaim beliben, was dye andren pauren zu wegen precbten ^ bey dem schwe- buscben bunt, dasselbug wollten sy inen willicklicb ach nachlassen. Etlich pauren umb uns nametz an, fulen gleich widerumb davon, wollten kurtzab aygen beiTeu sein. Auf söllichs zugen die edelleut, was nit gut, fest sutz betten, davon an ir gwarsam, desgleichen die prelaten auß den clostern, die briester, yder an sein gewarsame. Eß waren feine buberlacb. Die pauren versamleten sich oft in iren legem, wan sy etlich tag bey ainandren waren, schicktent sy ain- andren haim und mußten ander wider komen. Eß waren etlich hie und nit die minsten, bettent ain wolgefallen ab den pauren, rotten . und giengen oft zu inen in ir leger.
In diser aufrur was grosser krieg im Welchslant zwischen kayser Karolo und dem kunig von Franckreich. Derselb hct die statt Bafey belegert mit grosser herskraft lange zeyt, dagegen lag ain her des kaysers, darüber waren hauptleut ' her Jörg von Fraintsperg, her Merk Sittich von Emß, Jacob von Weniaw, das sent hauptleut aber den fußzeug gewesen, die furnemsten.
Niderlegung des kunigs zu Franckreich.
Anno domini 1525 am tag Matbie [24 Febr.] fru uberfuelen die keyserischen den Frantzosen in seinem leger und tbctcn ain morckliche, grosse Schlacht mit ainandren. Der kunig von Franck-
*
1 A noch: eß were mit oder on recht.
2 A mit namen graf Niclaua von Salm über den raysigen zewgi her Jörg etc.
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reich wart persönlich gefangen, des thet her graf Niclaus von Salm mit seiner hant. Eß wurden sunst jung kunig ach gefangen, die bey dem Frantzosen im her waren, und sunst ful mercklicher und medituger herren, ach fursten, und dero ful, gefangen.
Ander kunig und fursten und herren.
Es wurden acli ayner oder zwen kunig, ain herzog von Lutringen, ander fursten und herren ersclilagen, [E 50] etwas umb 5000 lantz- knecht, und ful mer Schweytzer ach erschlagen öne ander auß* frem- den nacioiien und Frantzosen. Es ist nie erhört worden , das in ajner schlacht so ful kunig, fursten und herren gefangen und zu tödt geschlagen sent worden, als da, von wenig folck, etwas bey 30,000 mannen gewesen.
Nach etlicher zeit ward der keyser und der kunig der sach ainß, ließ in ledig, setzet im der Frantzoß seine zwen sun und ander zu geysel , er hielt aber die ruchtung nit , zoch widerumb in das Welschlant für Mayland und ander stett , zoch ach in das knnigreich Neapolis wuder den kayser.
Item ain 18 tag Februarii versamleten sich die pauren auß allen flecken, was zu Roggenburg gehöret, hie zu Weyssenhorn in aynem wurtzhauß, machten ayuen ansclilag und conspiratz.
Es waß die gmain sag und geschray, das der pauren allent- halben woU treymalen hundert tauset weren , versamleten sich an üü orten, doch die allererst versamlung was zu Baltringen in aynem ried. Darnach versamleten sich etlich zu Ylerthussen, Baubenhausen, Lejphain, zu Naw, Krumbach, Pfaffenhansen.
Item duse nachvolgenden artickel zaygent an , was sy im sun and farnemen gehapt haben, und ach etlich erzaygt an iren aygnen herren, ir pRicht und ayd vergessen , denselbigen yre schloß und behaosungen , ach die kloster geplindert, verbrent, zerrussen und Terderbt > •.
l^ie gruntlichen und rechten hauptartickel aller paur-
scbaft und hindersessendergaystlichenund weltlichen
*
1 A fUr den letzten satz : Hienach folgen die waren artickel und fvnemen der paaren , wie sys zu Ulm den reten des schwebischen bonds furgehalten haben.
2 Der abflchnitt: item am 18 tag — verderbt steht in B als nach- ^ auf dem ersten blatte der 12 artt.
BMenkrief 5
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oberkayten, von welchen sysich beschwert vermainen'.
[E 54] Item es was des gemein sagen, das in dusem aufrurygen handel woll anderhalbmal hundert tausset paaren umbkumen weren an allen orten, die köpf abgeschlagen und an die baumb gehenckt '.
Bastey.
Anno domini 1525 um den auifertag [25 Mai] ward die wer oder bastey bey dem schloß gemacht in grosser besorgnuß gegen die pauren, mir waren kain stund sicher, wollten alitag komen, sy ward in 14 tagen gemacht, der apt von Rockenburg luch etlich stein darzu '.
All hie funstu, wie Minster gewonnen ist worden*.
[E 62] Ain seltzemer handel. Anno domini 1525 am freytag in den Vertagen [10 März], alC ein ersamer burgermaister und rat zu Weyssenhoren alle jar er- neuert, ir pflucht ledug gezellt nach altem herkomen und wnder- umb von newem von der herschaft gesetz, nach ausweysung yrei freyhat und herkomen , so erwölen dann die newgesetzen burger- maister und rat noch ander zwelf auß der gemaynd zu ynen •. Aul
*
1 B hat hier ein gedrucktes exemplar der 12 artikel [Panzen n. 2707, Sterns L, 12], A eine gute abschrift desselben mit einleitung und Yollständigen marginalien.
2 Dieser satz fehlt A, in B steht er als nach trag auf dem letzten blatte der 12 artt. .
3 Auch dieser abschnitt steht in B als nach trag auf dem letzten blatte der 12 artt.
4 Hier folgt in B die druckschrift : Warhaftiger bericht dei wunderbar liehen handlung der teuffer zu Münster in Westvalen, wie sich alle Sachen nach eroberung der statt und in der eroberung zuge- tragen, auch wie alle handlung ir endschaft genommen. Johann yok Leyden , künig zu newem Jerusalem und der gantzen weit [dabe dessen bildnis] etatis 26.
Wer sich erhöcht in dieser weit Gott achtet weder gut noch gelt Auß dem stol wirt er Verstössen Bald muß er legen am blossen. Am ende steht: Amen. G. J. F. [8 blätter 4°.] E hat eine ge naue abschrift dieses berichtes; in C, D, A fehlt derselbe.
5 A noch : wa eß die noturft erhaysset , ynen hilflich und ret lieh sein.
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dosen tag anderstunden sich fast der merer tayl der gantzen gmaind, voliten solliche wal auß der gemaind aynem rat nit zugehen , sun- der sy wollten solliche wal des äusseren ratz seibs thon mit grossem geschray. Etlich ^ wollten mussug staun , nichtz wader aynen rat handlen, ward ain groß geschray wuder dieselbugeii : man sollte sy über die ledcn hinabwerfen. Da redt herschaft and rat mit der p&ind * , das sy von sollichem furuemen standen , wan sy betten Süllichs furnemes weder gwalt, recht, noch fug, sollten betrachten der stat freyhat und altz herkomen und besigliten Ordnung halten, mit fal glimpflichen worten ermanten (waß ach not). Auf söllichs er- manen und furhalten begerten die von der gmain an herschaft und rat der statt Ordnung ynen zu verlesen und hören lassen, das thet man, verlaß ynen ain vidimus. Demselben vidimns wölten sy kayn glaaben geben, sunder besugliten statordnung hören, wollten auch zwen auß ynen erwölen, darzu setzen aufmerken, ob ynen dieselb statordnung recht verlesen wurd, wollten gaiitz kein glauben, noch vertrauen weder in herschaft, noch rat setzen mit ful ungeschickten Worten. Nach ful red gaben die von der gmaind aynen rat ver- walligung, zwelf auß ynen zu erwölen in den äusseren rat. Auf das wart von herschaft und rat ynen zugesagt, auf suntag reminiscere [12 März] sy die versugleten die statordnung zu heren, das beschach. Do crwölten sy zwen auß ynen, denselben zwayen wart die besuglet forgelegt aufzemerckcn, ob das vidimus und besuglite Ordnung gleich- formlich gegen ainandren stienden, möchten kain einred, noch auß- zag weyter haben , bestunden fast wol hinder sich '. An vorange- zaytgtem freytag erweiten sy auß der gmain 16 man, die sollten mit bcrsohaft und rat handlen irs anligends und begers halben. Auf 8untag* nach verherung der statordnung begerten die erwölten 16 *n herschaft und rat underthenicklich (nit, wie vormals) ynen zu geben und erlaben, noch 4 man zu erwölen, das ward ynen ach zu-, geben. Darnach am donstag [23 März] sassen dieselben 20 erwöl- ten in ir ret, verhörten alle, die sich vennainten» beschwert zu sein. An demselbeu tag boret ir gwalt auf, handleten nichts weyter, an-
1 A etlich der gemaint, und der nit ful.
2 A noch : was sy yetz newa anfachen wollten , des vormals nie erhört worden were.
3 A noch: wie paaren» die spieß tragen.
4 A sontag Ocali [19 März].
5*
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gesechen , es kamen andre grosse geschefft , wie hernach folget \ Eß waren etwan ful grosser hansen *, die rutten und giengen zu den pauren, wa sy versamlet waren , als zu Tussen , zu Ingstetten, im sumpf zu Leyphain, hetten groß wolgefallen ab dem treffenlichen, redlichen fumemen der pauren, laß ich yetz beleyben, wollt wol weyter anzaygcn, was sich verlaifen hat in dusem handel '.
In mittler zeyt und aufrur der pauren ward ain grosse versam- Inng des schwebuschen bunds zu Ulm wuder die unziemlich versam- lung , buntnuß und bruderschaft der vorangezaygten pauren *.
[E 63] Do kam Walther von Hirnhaim, pfleger zu Kurchberg und Weyssenhorn, auch hauptman des bunds, pracht an aynen ersamen rat das begerens des schwebuschen bunds, und waß des begeren, man sollte etlichen raysugen zewg hie einlassen, yren pfenning zeren ain zeyt lang. Söllichs beger des waß ganz wuderwertug dyenen in der gemaint, wöltens mit nichten zugeben, wollten ee groß thon. Item sontag letare [26 März] was Walther von Hirnhain wuder hie und begert aber die maynung, ward im aber versagt, also das er
gleich mit unwullen hinritt, zaygt mit worten an, was gmainer stat
»
1 A noch: sie hetten fuUeicht iren gwalt sunst änderst erzaigt.
2 A noch: hie.
3 A Ich wölt wol weyter anzaygung der warhait thon, wie man sich in duser aufrur gehalten hab, ich möcht aber etlich arckwenig machen im handel, die so oft zu den pauren wandel hetten. [Das folgende mit rother tinte geschrieben.] Ersamen , weysen , gunstigen herren burgermaister und gantzer rat, vermerckt und betracht dise handlung, die auf dusen freitag furgangen ist, ob nit aygne kunder, dochtermen, vettern, schweger etwas fraintlichs furnemetz zu ewch ge- höpt haben. Da spürstu der pauren ewangelium imd ir liederliche liebe in Cristo. Es möchte etwar arckwonen, man hette die pauren her- geladen, das sy herkemen. Ich hab detz mit roter dunten geschriben^ damit das maus nit lesen kunt, ich furcht mir darumb die redlichen paurengesellen , das sy mier nichts thien , zwar sy habent nit ful ge* schrays darauß gemacht, der handel ist an im selbs nit fast redlich, und erlich gewesen. Gunstigen, lieben herren, seyt fursichtig in ewren. hendlen, damit ir nit von den ewren schaden und schmach erlangt, straft die ewren bey zeyt, ubersecht ynen nit so ful, ir hapt gefeng^ nussen gnug, land sy darin erkulen.
4 A dafür: in duser aufrur und versamlung der pauren an aUeo- orten versamlet sich der schwebisch bund ach in grosser macht sii Ulm und andren orten wuder die unziraliche versamlung und puntnit0 der pauren.
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geverds daranß erstaunen möchte *, was ach war, des beschach fru morges. Under diera ampt arwayt sich ain rat fast mit der gmaint, das sy sölliclis nit abschliegen, dem beger und anbringen folg theten. Also verwulligten sich der merer tail der gmain, den zewg einze- lassen.
Ich yermain , das gott der almechtag sunder gottliche gnad ayner oberkayt hie zu Weyssenhorn mitthaylt hab, das sy solliche QQzymliche wuderwertikeyt des gmainen folcks uider getruckt haben und zu firiden gestelt, dan wan etlicher furnen folg beschechen were, möcht darauß gcmainer statt grosser, mörcklicher schad erstanden sein, fulleicht ganz erstert und verderpt, leyb und gut verloren, also, so solliche buberey nidergetruckt ist worden und nit furgang ge- höpt hat, so ist gemainer statt groß lob, er verjechen worden von allen stenden des schwebuschen bunds.
Raysiger zewg.
Darnach auf aftermontag, des da waß der 28 tag des monatz Marci, kam ain raysiger zewg her, 330' pfert, pfaltzgraf Ludwigs, knrfurst, herzog Friderichs, seines bruders, herzog Ott Heinrichs, and herzog Phylips,' seines bruders sun. Derselb zewg belüb hye boß auf freytag damacli [31 April], da kam ynen botschaft, sölten eyleds dem bundischen häufen zu ziechen, dann der bund was mit herßkraft verbanden, zugen auf Echingen zu. Die bauren betten ain leger gemacht bey Tallmässingen , da ist ain groß , weytz moß, darin enthielten sy sich, wollten da das cvangelium und den newen glaben aufrichten. Es wart zu den pauren in ir leger mit schlangen- bachsen geschossen, aber nichts entlichs geschafft, wurden pauren allenthalben erstochen, wa sy ainen buntischen betraten, erstachen sy ach '.
Auf die zeyt was ach ain versamlung der pauren zu Ylertussen bey sechstaosenten , die schickten ain brief her gen Weyssenhorn,
gleichlautent von wort zu wort, wie hernach volget.
*
1 A noch: man mochte herkomen mit gwalt, aufschliessen die statt one Bchlissel, und dergleichen wort.
2 A 330, D 844 pfert.
S A f&r aber nichts — sy ach : kunt ynen schaden thon, dan was
uiderwegen erwnst ward, die zu den pauren oder von ynen wOUten,
erstach man , deßgleichen wa ain bnndischer ergretzt ward , müst er auch anrayhen.
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Da merck!
»Der zedel fuge mir ewcb zu, ainem ersamen rat, borgermais und erwurdigen rat und erbro gemaind zu Weyssenhorn.
Ainem ersamen burgermeister , wa ewtn* maynung were, daj wollten in dise cristenliche veraynigung duser lantscbaft , so fin ir unß auf morgen versamlet zu Ylertussen, das fuege mir ewch in bruderlicher lieb und gutem vertrauen , das ir mit unß wel taylen, wie gut bruder, nit me, dan gott sey mit unß allen.«
Du leser, in duser geschrift mag bedacht werden und gear wont, so etlich von Weyssenhorn bey ynen vormalß gewesen si wollen gunst, guten wullen finden und erlangen mit ynen zu hescb ach vermerekt in duser geschrift. was grosser Vernunft bey du versamlung ist gewesen *.
Alß die pfaltzgrefischeu am freytag, des letzsten tags Marci, liinweg zochen, sobald sy auß der stat kamen und noch im Eschi hielten, da ward ain lerman und aufrur in der statt, gesagt, ' die pauren über den Galgen[64]berg abher zugen, wart die stürm i geschlagen, wart ain grosse forcht in menicklich, angesehen, das mit niemetz args ze thon betten, noch mit den nachbauren aynich lay ze handien, dan alß gutz. Es waß ach nichtz an der sach, ¥ niemetz verbanden, des waß fast not, dan kain Ordnung was i macht in der statt, waren die buchsen nit gerust, weder bull stain, noch wer versorgt; wo der lerman nit beschehou were, he man noch sobald kain fursorg betracht und geordnet. Aber ( raysug zewg angeschlagne stürm horten , schickten sy etlich pi hinder sich herein , fragten , was solliche stürm und aufrur we wan etwaß not verbanden were , wollten sy wider zu uns h ein zu hulf komen , wiewol sy beschayd betten zu dem bunt i
1 A für diesen satz: Auß disem zuschreiben mag man wol ar won nemen, so vormals etlich auß Weyßenhorn mermalß bey den p ren gewesen waren, so haben fnlleicht die pauren vermaint, wan burgermaister und rat so fraintlich schreyben und ynen so gnedig 8< sy aufzenemen in ir lobliche briiderschafb , so werden sy fro sein i ynen unglichhafb werden an er und gut. Wan die pauren als geschit in yren raten gewesen sint , als in irem schreyben , so sint sye fr buberlach gewesen, sy haben großen vleyß ankert, büß sy den b: ordenlich gemacht haben.
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hänfen reyten. Die oberkeyt gab ynen beriebt, ^\^e ain vergebne aufrnr beschecheii wer, mit erbuttuug aller underthenikeyt gegen yuen zu beschnlden.
Ee nnd in yrem abschayden sagten dieselben haptlewt und adel dynen von Weyssenhoren grossen, vleysigen danck, wollten sich das gegen iren gnftdigeu herren beremen und ansagen, wie sy zu Weyssen- horen so erlich und schon gehalten worden weren '.
Am donstag [30 April], dieweyl und der raysug zewg noch hie was, kam ain mussuf oder brief von Leyphain an aynen rat, wie hernach volget von wort zu wort:
Ain brief.
»Des häufen hauptlewt und obersten zu Leyphain den ersamen, weysen burgermaister, rat und gemaint zu Weyssenhorn, unsern lie- ben frainden.
Gnad und frid von Jhesu Cristo. Ersamen, weysen, besundem
lieben, uns lauft an, wie ir unser feint in ewer statt, die uns dan
schon angriffen und ain post nidergelegt enthalten, deßhalb unser
fraintlich butt an ewch, wolleut sollichs ewer gemaint anzaygen nnd
ST nit lenger enthalten , wa aber nit , werden wur geursacht von
stunden an unß dermassen gegen ewch zu schicken , das ewer ge-
maunt erfaren sol, das unßwydersey, dan wir heren, wie es wuder
wdssen und wullen des gemayncn manß thön hatten, und last uns
wuder antwurt wussen, uns darnach wussen zu richten.
Datum Leyphain, donstag nach letare anno 25 [30 März].
Nach verlesner mussuf ist mit dem botten geredt worden, das er sich flux hinweg mach, ward ynen ach kain antwurt geben '.
Wie die pauren außzugen.
Samstag darnach , des ersten tags aprilis , zochen die paaren
*
1 A noch : Eß kam darnach ein edelman her, was za Haydelberg <Ub6y gewesen, daß die hanptleyt und adel dem pfalizgraven angesagt bettent, wie und in welcher gestalt sy zu Weyssenhorn gehalten weren worden. Des saget der edelman dem burgermaister Diepolt Schwartzen. Eß erfiuid sich auch an dyenen von Weyßenhorn , die gen Franckfort logen im glayt, die sagt^nds hie der oberkeyt und gmainen man ach Ulf wie sj for ander gehalten worden weren in des pfiaJtzgiaven glayt.
2 A noeh: Auß dem schreyben mag man wol mercken, wie sieh ^ gesellen von Weyssenhorn , wan sy bey den paaren gewesen sint, gcbalten haben nnd geren venantzt betten.
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mit aynem grossen gwaltugen häufen zu Leyphain aus, zugen "Wil- halm Kietter für sein schloß Buchel, das plinderten dasselb, namen buchsen, bulver, alles, des da waß, errussen und erschlugen, was sy mochten.
Das erst begeren.
^ Etlich pauren zugen in das Bibrachtal, der groß häuf zocl gen Pfaffenhofen *, schickten etlich, trey oder für, auß ynen her gei Weyssenhoren für das under thor, begerten an die oberkayt, s] ainzelassen, essen und trincken umb yren pfenuing geben, mit fn andren worten, ward ynen abgeschlagen und Verzügen.
Das ander begeren.
Zu dem andren mal schickten sy ander auß ynen für das unde: thor, begerten, man sollt ynen hinaußgeben, was der apt von Rocken bürg , ach alle priester und fremt ' in die statt geflöchnet betten das were ir begeren und maynung. Das begeren ward ynen ver zugen und hindangewuscn.
Nach dem anbringen und begeren, das sy gethan betten, erhubei sy sich *, erschlugen dem wurt zu Pfaffenhofen die fenster, ofen, wa sy kunten '. [E 65] Damach zugen sy gen Autenhofen, der pfarre: zu Leyphain gieng personlich in des pfarrers hauß, müsset im aii geschmaltzgetz brot machen*, darnach ließ er alles, was im hau! waß, hinweg tragen, das ander alles erschlagen und verderben, wol ach das pfarhauß nidergeworfen haben, erbat in ein weyb, das er: ließ staun ^ Darnach kamen etlich " gen Ilegelhofen in das pfarE hauß, erschlugen die fenster und ofen, namen ach, was sy möchten sunst theten sy niemet schaden.
1 A vorher: Die pauren taylten sich daselbst.
2 A noch: Da verzochen sy ain weyl.
3 A außwendig briester.
4 A noch : zu Pfaffenhofen, lyessen dem wirt die letzin.
5 A was sy kunten verderben, das theten sy.
6 A noch: Er was allen briestern an daser geget ungunstig uD feint.
7 A noch: eß keret der kirchen zu; also da ließ er von seynei fElmemen ab, wer nit fol not daran gelegen, eß was nit fast gut.
8 A etlich buben, nit ful.
9 A namen im ain lamb.
73
Item die paurcn , die im Bibrachtal waren , die fiengen zu B*^rg im pfarhof, truncken wein auß. tbeten ach sunst schaden*. Darnach gen Wallenhausen*, erschlugen fenstcr, öfen, türen, tru- then, betstatten, alles, das sy kunten verderben, erreyssen und hin- weg bringen, das theten sy, dan sy waren dem pfarrer in sunder feint '. Zu Obrenhuusen theten sy dem pfarrer kain schaden , dan das sy im sechs oder suben maß weins außtruncken und borten in zwo ofenkac^hlen zway iecher. Zu Zell fanden sy wein im stadeP, truncken denselben auß, namen kapaunen, heunen und anders. Des- gleichen dem pfarrer zu Reichenbach ach, ward im ain ku oder zwo genomen *. Ob dieselbugen pauren nach irer that ach zu dem grossen häufen komen sein, ist mir nit wussent gewesen ^
Nach mittcmtag zugen die pauren auß dem dorf Autenhofen auf Weyssenhorn zwischen dem aunsang und der statt durch die ecker ^ Do das erst und ander * glud hie hinder den gerten waren, da was der zug noch nit gar auß dem dorf Autenhofen, sy betten ach etwaß umb 60 wegen.
Nach etlichen tagen gungen etlich* hinauß in die prachecker, steh man die tußpfat, das allweg in aynem glud 41 *^ man waren
gwesen. Da kam der gantz zng hinder obren forstatt zesamen ",
«
1 Dieser satz fehlt in D, steht in A und C.
2 A im pfarhof.
3 A angesechen der pfarrer was ain conventherr zu Rockenburg und nit der minst, dem waren die pauren insunder yast feint.
4 A unter dem stro, wollt denselben hergeflert haben.
5 wurden im darnach wider.
6 A noch: Dise briester, wie sy anzaygt send, betten wol vormalß das best, so sy hettent, hergeflechnet , und was nit fast kostlich was, lienen sy beleyben , hettent kain sorg auf sOlliche strayfen. Eß feiet etlichen briestem nit ful, sy weren in yren hewsern ergriffen worden« ■y liefen Weißenhoren zu, wie die wulden seh wein.
7 A nach mittemtag zugen die pauren in der Ordnung auß dem dorf Autenhofen, als ob sy weiten vor dem ansang hinziechen über die ^ker zu halbemfeld, do sy heraufkamen die ersten auf dem weg, so anß der statt in ansang g^t, ließen sie sich im meder der schießhut- t«n ro.
8 A noch: tritt und fuert.
9 A unser ful, der ganze satz in der 1 pers. plur.
10 A 41, D 31 man«
11 A ob der forstat hinder den gerten, truckten die zein von den •ckem nider.
74 da enthielten sich sy ain zeyt.
Das tritt begeren.
Da kamen etwas bey den zechen personen auß dem häufe begerten mit bnrgermaister und obren ain red ze halten , was n namen ayner von Ingstetten, Jörg Ebner, der ward genant und g hayssen der Bair , sagten ach , eß were der pfarrer von Leyph; ach ayner, begerten aber einzelassen, essen und trincken umb yr Pfenning ze geben, sy betten doch die reiter eingelassen, man ri Juden ^ und andren soliichs umb gelt, mit ful worten, begerten a an die oberkeyt, das sy sich mit ynen in ir bruderschaft verpflic ten und das heylug ewangelium helfen bescliirmen und das gotzwoi mit ful heier wort.
A n t w u r t.
Antwurt inen Diebold Schwartz, burgermaister: sy betten bul her kaynen mangel an dem gotzdienst, predigen und andrem g( hapt, betten auch kain klag, noch beschwernuß ab ir oberkayt bußh( gehept. Auf söllich red, anbiingen und begeren batt die oberke; hie die gesanten der pauren, das sy gut nachbauren werend, sy ui bekumert und unbeschediget Hessen ', mit ful fraintlichen und lecl terlichen Worten zu bayden taylen. Auf söllichs het herschaft uo rat verordnet ain fleschen mit wein und prot, stunden zwischen de zwayen toren ', gaben inen ain fraintlichen trunck, hotten in di prot, des namen sy fraintlicher maynung an. Der Bair der he ein fieschlin in seyner band, des füllet er follen weins, trugs in im hinweg. Die oberkeyt hie batt sy das best ze handien, das saj der Bair zu, er wöltz an gemainen häufen bringen, vvölt das be darin handlin, schieden also ab, das sich niemetz args auf das m zu ynen versach.
Yettingcr häuf.
Do zöclion die von Yettingen mit irem häufen und venlin dur< die samen oder ecker 4iinauf gegen dem Galgenberg dem weg j
1 A noch: zygener.
2 A noch: wollten desgleichen ach thon.
3 A Die gesanten stunden auf dem graben, die unsem zwischi den toren.
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gen Bibrach, hielten also [E66] ain wey) stull, theten sich nach zesamen, alß hielten sy ain gemain. Darnach was aber ain häuf und venlin herab baß in den eckern , hielten dergleichen , wie die von Yet- tingen *.
Tritt häuf.
Der tritt häuf verwendten sich nie ab den gerten in eckern, schickten zu den zwayen häufen reytent. das ich und ander auf dem thorthutm Sachen, und was die maynung de^ tritten häufen gegen den andren zwayen hänfen , das sy sich wenten , mit inen für die statt ze ziechen, wa sy das nit thon wollten, mußten sy inen alß lieb sein, als die von Weyssenliorn *. Item in dem abschnd dero, die do das gesprech gethön betten mit der oberkeyt, sagten zu, sy wollten woder antwurt des häufen bringen. Also wentent sich die zwen btafen zeruck und eyletz der stat zu, machten zwo Ordnung, ayne in der forstatt herab büß zu dem brunen bey der Rentzen hewsern mit fal spiesen , ach ain wagen mit laytern. Die andren Ordnung hinter den gerten gantz herab büß zu dem stadel und steine kreutz, faerten buchsen, so ful sy betten, in die forstot herein gegen dem thor, stehen die an groß Hansen hauß, ach etlich beck zu den hackenbuchsen ■ , des geschach alles, ee und sy wuder antwurt ga- ben ^ Eß geschach den gantzen tag und furzug nie kein schütz zu inen, damit sy keynen Zuspruch haben möchten, eß was hart ver- botten ze schiessen. Do sy sich also frevenlich und gewalticklich erzaygten, zu der wer ruschsten, schry der kastner durch ain zyn- nen hinauß , warumb sy so gwalticklich understienden , herschaft, bargermaister, rat Überzügen, mit andren Worten, schry ayner lier- wnder: ire ret kernen bald, wurden antwurt geben. Des geschach ZQ dem andren mal \ Darnach kam der Bair wuder auf den graben,
1 A Darnach zog aber ain häuf dienen von Yettingen nach, aber nitt gar zu ynen. Da ritten etlich dienen nach und wider von ynen. das triben sy ain weyl, hielten red und widerred, biß sy der sach ayns Würden. *
2 A die zwey fenlach weren geren abzogen.
3 A vor Großhansen haus, he wen die schranken auf.
4 A dafflr: beschach alles, ee die vorgesanten wuderumb ain ant- wort gaben uf ir anbringen vormals gethaun , wie dan sy zugesagt betten.
5 A daf&r : soUichs thet der kasiner zu dem andren mal.
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sagt burgermaister za im, waß man sich zu inen versechen sollt. Über söllichs fraintlichs erbieten und abschids da sagt der Bair, man bette sy nit wellen einlassen, iren pfenning lassen zeren, dar- umb sy wollten, ob got wul, duse nacht die statt erobren*. Da schry burgermaister: »So biet yetlicher fuchs seins balgs, dai walt gott und der ritter sant Jörg.« Da gieng die stürm an, ds iieng man erst an zu schiessen. Der erst schuß traf aynen auf den graben bey dem thorhewßlin, das er über abfuel, ward durch dei leib und kreps geschossen , starb nit , ward am morgen selbandei hereingefiert. Da hewen sy die negel an dem ausser thor ab, er hewen schrancken, theten 6 schuß durch das ausser thor in di( zwen brustthuren, öffneten das thor', wollten aber nit herzu. Di was ein söllichs groß schiessen, desgleichen kaum erhört ist wordei von lutzel folcks. Das ain fuerteyl der statt weret sich nit, dan el was nit not, man kunt ynen nit zakomen. Sobald man under s^ schoß, fulen sy über ainandren , wie die seh wein , fluchen in di( hewser. Etlich buchsenschutzen unter ynen betten sich versteck in die hewser und wincklen, dieselben, wa sie kunten, schössen s; den zynnen uifd schußlechera zu '. Ich, Nicolaus, was in dem aynei thuren der brustw^er vor dem obren thor und bey mir maister Endrii Schlays, pfarrer zu Obrenhausen, * pfarrer von Hegelhofen, * Autten hofen , • Ganhertzhofen. Da schoß ayner bey mir in den thuren das mir die kugel geleich an dem antlutt furgieng, das ich de thunstz enpfant und sprach : »Das walt gott,« und wendet mich mi dem haupt an die maur. [E 67] Da stunt herr Baltus Weber, pfarre zu Hegelhofen, neben mir und höret, was ich geret het, mainet, ici were geschössen, sprach: »Was ist ewch geschechen?« Der hett aL axt auf der achsel, so er sy also herab thet, da sach er und icli das im die kugel des heim gar nach halb abgeschossen hett, de enpfand er nit, gieng die kugel in die maur. Eß gieng sunst acl ain schütz auf mich, sprang ain klaius mörckel knöllin mir an aii
*
1 A und sey euch abgesagt.
2 A mit dem schieBsen.
3 A on underlaß, yebeten sich waydenlich. Lachen was yerbotteo es was schier aim ernst gleich.
4 A herr Baltus Weber.
5 A herr Christoph, pfarrer zu.
6 A herr Caspar Leyrer, pfarrer zu.
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backen und maister Endrissen ainß auf aynen finger. In dem andren thureu was niagist(^r Johanes, pfarrer zu Wallenbausen, ma- gister Cunradus Schilling, pfarrer zu Bibrachzell, her Valentin, pfarer zu Bibrachberg, und sunst zwen layen ^ Düse brustwer haben wir bnester ingehalten, uns trostlich darauß gewert mit schiessen. Auf dieselben zeyt waren ob den 20 bnester hie, zerten Iren pfenning, wasen allenthalben auf die mewren eingetailt. Es geschach kay- nem mentzen in der statt kayn leyd', alle mentzen wasen frölich und unverzagt. Des schiessen fieng sich fiist um die fünften ur an, weret etwas lenger dann ein stunt. Eß kam ein söllicher schreck iu sy, alß etlich frawen^ in der vorstatt gesecheu und gehört betten, wann etwan ful hinder sy komen wcre , die betten ful mugen er- stechen. Sy Hessen ain gute hackenbuxs dahinden, schuch, birrett^, kam ain gantz flucht in sy, sy schryen ain frid an, der ward ynen geben. £ß waß gantz dunckel worden, kunten ynen mit dem ge- schitz nit mer zukomen, horten also auf ze schiessen ^. Mir wasen die gantzen nacht in grosser stull und wach, vermainten nit änderst, dao sie weren allenthalben in der forstatt, wan eß dem tag nechet, worden sy den stürm mit uns antreten, aber sobald eß nacht wart, send sy allsametlich hinweggezogen, und was sy an der flucht betten lassen lugen, das samleten sy zesamen, nament dasselbug hinweg mit yueo, zugen die selbuge nacht gen Röckenburg, namen das closter ein, wie hernach folgen wurt.
Aygne bckailtnus.
Item auß aygner bekantnuß etlicher, so vor der statt gelegen waren, sagten, das duser häuf und fnrzug 12,000 gewesen sey, und sOUten noch 6000 man von Thussen zu ynen komen sein, wart zu >pat. beliben zu Bobenhausen ubernacht.
1 A waren auß dem dorf.
2 A noch: außgenomen zwen oder trey paaren fant ain weyb im kornhauß, hetten sich verborgen. Dieselbe frau segnet die pauren un- Mober auß, gesagt ir duse und die : »Secht und hört ir nit den großen jamer nnd not ligt ir da, hept ench.c
8 A 80 in Iren hewsem in der forstat beliben waren.
4 A daftlr: hellenbarten, waren halb todt.
5 A noch: waren all in die hewser geflochen, also ward es stOll, berten, noch Sachen niement mer.
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SuDtag '.
Am morgen fni dominica passionis [2 April] zugen dieselben gen Rockenburg, wie hernach folgen wurt.
Du leser, vernem eben ein mussuf oder santbrieve, so dienen von Weyssenhorn, nachdiem und die pauren die statt belegert bet- ten, zugeschickt ist worden.
»Ferdinand, von gottes gnaden printz und infant in Hispanien, ertzherzog zu Osterreich, herzog zu Burgundi etc.
Getrewen, lieben, wir sein glaublichen bericht, das ir ewch jze, alß die aufrurigen pauren mit irem unbullichen furnemen bis in 12,000 starck für ewch gezogen seyen, die statt belegert, gescbossen, dieselb mit irem mutwulligen , leichtvertigen wesen . so sy fneren, zu gewunnen und eroberen und ewch zu ynen in ungehorsam ze bringen [E 68] und zu noten ernstlichen understanden, gegen inen er- lichen, redlichen und dermassen gehalten und in tapfere gegenwere. geschickt und sy mit schicssen und in ander weg dannen geschossen und wuder abgetruben haben sollet, des wir sonder wolgefallen tra- gen, und sagen ewch deshalben sondren gnedigen danck, mit be- sonderem, ernstlichen fieis begerent, ir wellent in sölhem ewrem aufrichtigen, redlichen gemut verharren, ewch hinfur nicht weniger» dan wie buBher eiiichen und redlichen halten, und ir, die von der gemain, der oberkeyt und ewrem rate bulliche gehorsam laisten und vor aufrur, jiachtayl und schaden, so ewch darauß ersten wurt, selbst verbieten, alß uns von ewch gantz nichts zweyfelt, das wurdet nicht allain ewch, sunder ewer kundskundcn für ander in ewig zeyt beim, hauß Osterreich und andern , ewern nachpauren, zu lob, ere, auf- nemen, wolfart komen und raichen, sein ach des gnädigen erbietens, wa ewch weyter ainich not oder anligen zustiende, und ir uns an- zaygent wurdet, das wir gnedicklich darein sechen und ewch und gemayne statt alzeyt mit gnaden bedencken , schützen, handhaben und in ander weg gnadicklich bevolhen haben wollen, des ir ewcb
* 1 Dieser satz fehlt A, dafür steht in A : Dise belegerung oder für- zug, wie man nennen soll, wurd eyletz herzog Verdinando zuge^chri- ben one der von Weyssenhoren wussen, schicket sein fürstlich gnaden ein mussuf dyenen von Weyssenhoren zu, nachfolgender weyß von wort zu wort ako lautent. In B steht dieser brief auf einem später beigefügten blatte.
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za uns gantzlich getresten mugen.
Geben zu Ynßbruck am newten tag des monetz aprilis, anno etc. vicesimo quinto.
Ferdinand. Ad inandatum Serenissimi domini principis archi- dads.
Unsern getrewen, lieben burgermaister, rate und gemaind der statt Weyssenboren.
Ain erclerung.
Zu merer erclerung des unbullichen, verreterlicben, unerlichen farzags, so die ewangelischen bruder und beschirmer des cristen- lichen glaubes nacb 1er des pfarrcrs von Leypbain und andrer lut- terischen prediger, haben unß zu Weyssenboren ach wollen den- selben glauben leren und ir bruderliche trew mittaylen, umb sei, leib, er und gut pringen, trewloß, mayncydug an unseren herren machen, sich selbs wuder gott, er und alle recht und alle bullichayt herren hie ze machen, desgleychn an andren orten ach gethaun OD allen zusprach ursach , von lierschaft und rat nit bewegt weder mit Worten, noch wercken, sunder mit farbetrachter boßhayt, ver- gessang aller nachbeuriicher trew, so ynen von alter her erzaygt ist worden von dyenen von Weyssenboren, und am allermaisten von
yren nachbauren überzogen *.
*
1 A hat für umb seil — überzogen: uns ynen gleich machen, trewloß, maynaydig an unseren obren, gott dem almechtigen und der cristeolichen kirchen ungehorsam zu seyn , ein newe seckt annemen, die vor ful jaren verdampt und ketzerisch in den heyligen concili ver- kent worden sent , auch unsere seien « dardurch ewicklich verdampt betten. Wa ist es nie erhört worden , das ayner mit dem andren ißt Qnd trinckt und sich fraintlich erzaygt und darnach von stnnt sich onderstat, denselbigin umb sei, leyb, er und gut zu pringen, alß die pauren uns gethun haben, wie vor anzaygt ist, mit uns fraintlichen ge- tiQDcken, darnach sich understanden , gwalticklich sich selbs herren uid obren hie zu machen? Das ist aine liederliche, bruderliche liebe. Sy haben sich vormaulß zu Guntzburg auch firaintlich erzaygt , auß ond ein gezogen und da zert büß zu yrer gefeiliger zeyt, kamen sy mit gwalt in die stat , must ain frumer rat , auch etlich frum redlich meimer auß der gemaint ir liedlin singen und yrem besen , schant- lichen fumemen folg thon, doch etlich des ratz und ander entrannen nnd kamen von ynen, mit worten sich von ynen gerett. Sy prachten die frninen leyt in angst und not , umb leib , er und gut , wiewol vil *^^*er haben ans der gmain pewrisch waren. Weyter so habent die
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Ain beystand zu dem unrechten.
Doch so muß ich dien pauren in aym bejstendig sein, sy hette die von Wejssenhoren geren ön bar gelt bezalt, dan sy vormals un noch für und für groß schuldig seind. Eß ist fast in allen dörfer ku, schaf, ymmen und anders halbs etlicher von Weissenhorn, dt betten die frumen pauren geren quit, ledug gemacht.
Kurchberg.
Item in der gantzen herschaft Kurchberg der merer tayl, dei gleichen Pfaffenhofen * send die pauren aufruiig gewesen, in d< herschaft Weyssenhoren die von Hegelhofcn, die gantz geraaind, ni( [E 69]metz außgenomen, etlich von Gravertzhofen, nit all, desgleichc die von Reichenbach ach nit all, aber die ganz gmaind von Bobei hausen peurisch ' , die von Ganhertzhofen all büß an trey roai die von Buch sent alle gerecht pluben, Rutzißried ' ach gefallen.
Gutz wider ubels.
Über ob angezaygt, verreterische , falsche handlung fand man zwen pauren in der forstatt, die warden geschossen worden, fien man herein, ließ sy hcylen, der ain starb in 14 tagen, der ande genaß, was von Stofenried ^ Ir buchsenmaister ward erschossen, dei fand man zu Gravertzhofen, den begrub man hie. Etlich sagten eß were ful lewt umkomen und beschcdiget worden, man hette aa wegen todt und wunt hinweg gefuert, alß ich wol glab*, dan icl habs wol mer, dan über ain jar gehert von etlichen ^ aynem ww
paaren kein ursach , weder zu herschafb , noch gmayner etat gehapt von niemet zu söUichem bewegt , weder mit worten , noch wercken sunder mit furbetrachter boßhayt, vergessung aller nachpaurscbafi und trew, so ynen von alter her erzaygt ist worden von dyenen vor Weyßenhorn, das habent unsere nechste nachpauren thon und oiu überzogen.
1 A und Autenhofen.
2 A zu Bobenhausen all sametlich, waren auch fast fraydug, be- luben nur die gockelhanen dahaim, das sy den tag ankreyten.
.3 A die von Ritzißriet liefen ach dem fuch nach.
4 A suntag morges, wie sy sich am sambstag erzaygt betten.
5 A ain beck und böser bub.
6 A eß sey one kegel nit ergangen.
7 A dafQr: von ayner frawen gehört, die ayr und anders außgebeo damit man verbunden hett.
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ain bruder erst daheim gestorben. £ß ist ach kain wunder ge- wesen, wan schon ful lewt umkomen weren, dem schiessen nach, das under sy beschach ^
Gen Rockenburg.
Item dieselben nacht, so bald eß tunckel wart, das man sy nit mer kunt gesechen, zugeu sy all sametlich hinweg gen Rockenburg. Da betten sy gut kriegen mit den guten fuschen und wein, frassen ach dieselben nacht flaysch, betten kain wuderstant, erschlugen ain schönß wercklin ayner orgel mit hultzin pfeyfen, kostet 250 gülden, nameD trcw kelch, meßgwant, fanen und darauß band umb die tieß', desgleichen auß dien stolen, errussen die gesangbiecher ", die lieberey, und fast die hosten hinweg gefuert oder errussen*.
Ain uncristeliche handlung.
Sy haben des sacramentgehewß erstossen, des heylug sacrament daraoß genomen mit sampt dem crisam und elung, alles hinweg ge- tban, hat niemet gehört, noch erfaren, wa sy das sacrament hin- tboo haben, aber die kefs, darin der crisam und elung ist gewesen, ist wader gefunden worden, erschlugen kästen ^ borkirchen, truchen, betstatten, alle schloß, die gleser, fürten ain mörcklich groß koren and haber hinweg, der apt saget, eß wer wol 1500 malter* ge- wesen, all kessel, pfannen , schußlen , lefTel , groß eiin hefen , bett, toschtiecher, roß, kue, schaf, sew, hennen, kapaunen, wegen, pflieg, alG hinweg gefuert und verderbt.
Ain newer abbt zu Rockenburg.
Ayner, Jörg Ebner von Ingstetten, genant ßair, der machte Qod setzet sich selbs zu aynem apt zu Rockenburg, weret nit lang, setzet in der hencker ab zu ßubeßhain, ward die aptey wuder le- dog, wie hernach folget.
1 A noch: Sy flochen nur zu bald, wereu sunHt baß enpfangen worden.
2 band um die fieß] A hosenbendel.
3 A noch: im kor ligent.
4 A noch: es was ayn gantzer lust zu ayner lieberey.
5 kästen] A ainen schonen casten in der sacrastey, darinnen die ^B^^igwant lag«n, ließen kain gantz thurlin, noch schloß daran.
6 malter] A 1500 yme allerley.
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Abzug.
Am suntag fru [2 April] zugen sie wuder hinweg, der mei tayl gen Leyphain mit dem rab.
Der ander häuf von Thussen.
Sobald sy hin waren, da kam der häuf von Thussen \ verma tcn, sy wollten erst mit den andren plindcrn und taylen, was nie entluchs mehr verbanden, dieselben, do sy nichs funden, erschlug und verderbten erst , was uberbeluben waß *. Da merck , das • pauren ain brüderliche liebe zusamen gehapt haben, und wie i ewangeliscb und cristenlichs wesen gefiert.
Wie herr Jörg truckses uns zu hulf wolt komen se
[E 70] Darnach am aftermontag fru [4 April] kam her Jörg trucks
oberster hauptman des bunds, mit herßkraft, wolt uns zu Weyss(
hörn zu hulf komen sein '. Alß er vernam , das nit mer not w;
und die pauren abzogen waren , keret er sich auf Laypbain
warent die pauren starck versamlet, ctlich pauren waren herauß ;
der stayg gegen Falhain zu. Da Hessen sich etwan ful bundii
reiter sechen, ab denselben haben sich die pauren nit hart eutsess
sobald aber der verloren häuf sich sechen ließ , von stunt bat
sich die pauren in die flucht geben. Da ist ain andren häuf o<
schwader reyter komen und in sy gesprengt, sy in der flucht
stochen, gefangen. An der Thonaw dasclbs ist ain holtzlin, ha;
das Junckholtz, darin wurden gar ful erstochen, fulen ach ful
die Thonaw, ertruncken fast ful, etlich schwummcn über, kam
davon, iren ful fluchen der statt zu, warden alienhalben erstochei
Es was ach die sag, wie der pfarrer ach da gewesen werc und i
*
1 A noch: die zu Bobenhausen über nacht gelegen wassen.
2 A noch: Item under dem ersten häufen understund sich ayn wollt da« closter anzint haben und verbrent, was ain andrer da, ^ ain hinderseß des gottshauß , der gab demselben ain platz mit < hellenparten, erlesset das fewr wuder.
3 A noch: dan sobald die ret des bunds zu Ulm ynnen wurd( das sich die pauren hiefur geschlagen hettent, schicktent aye von stu zu her Jörgen, das er sich wendet und Weyssenhorn zuzug (diß w uns hie nit wuasent).
4 A noch: und gefangen büß gen Guntzburg hinab.
63
flochen in die statt, und darch ain kleines thurlin an der Btattmaur im pfarhaaG ist er herauG komen und sieb verborgen. Etlicb sag- ten, er were auf der Thonaw under aynen wasen gesessen, bette in ain paur geseeben, der bett es den royteru gesagt, er were sunst davon komen, bette bey im 200 gülden geböpt, acb weyter anzaygt 600, die fanden sie in seynem tusch, sollten in ledug lassen. E(S sey, waß wöU, er ward gefangen und ain balfter gelegt und gen Babeßbain gefart.
Auf das, so er soll 800 gülden geböpt baben, muß man sein framkat spyren, wie er so trewlich mit der pauren scbatz umb ist gangen, angesecben, nit ain jar davor bat er gantz nicbts gebapt, dan groß scbulden gemacbt ^, der bat recbte brüderliche lieb gehapt. Die statt Leypbain ward den fußkuechten übergeben , die habends ön alles schiessen und not eingenomen, fast ful pauren ge- bogen.
Guntzburg.
Auf bemelten tag bat berr Jörg truckseß die statt Guntzburg ich eingenomen on alle not, etlicb daselbst gefangen, insunder den Prediger, desgleichen etlicb zu Leypbain acb gefangen.
Auf mitwocb nach mittenitag [5 AprilJ spat hat berr Jörg truck- seß etwas bey 14 oder 15 man gefordert von Leypbain und Guntz- Imrg in das feit zwischen Bubesbai u und Leypbain, mit ynen ge- handlet irs wesen und aufrur halben. Ainen auß denselben ge- lingen gab er den raysigen ergeben, aynen den lantzknechten, zwen juig paurenknecht den pauren '.
Jörg Ebner.
Under denselben furgcpracbten ist Jörg Ebner, genant Bayr, von lugstetten, der sich selbs zu aynem apt zu Rockenburg gemacht Itttt. Alß her Jörg insunder mit im red hielt von Weysseniiom Wege«, wie er sich gehalten bett, ach andrer hcndel halben, bat er tegelegnet, sich entschuldigt, hab acb sein leben laug kain böse lieh nie thon. Auf dieselben stunt was Dyepold Schwartz, burger-
1 nit ain jar — gemacht] A dan nit vor aynem jar was er mer Goldig, dan aeyner Ewen zu vergelten bettent.
2 A noch: damit ynen auch etwas an der beyt wurde.
6»
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mayster zu Weyssenhorn , gegenwurtug im feld , den berufet h Jörg, saget zu im: >Der Bayr sagt, er bab sein leben lang ks böse sacb nie thon, ist im also V sagt an, wie hat er sich zu Weysse hörn gehalten?« Burgermayster Diepold Schwartz hielt dem Ba ain stuck nach dem andren für, wie erß hie gehaudlet hett: »] im also, wie ich gesagt hab?< bekennet der Bayr alle handln und stuck, wuder[£ 71]sprach nie keins. Auf sölliciie verhemng u bekantnuß hat her Jörg gesprochen zu dem Bayr: »Du bust ain Gi lileischer«, und mit dem nachruchter verschafft, im das haupt a zeschlagen.
Kopf ab.
^Zu dem pfarrer von Leyphain saget her Jörg truckseß, ob beychten wollte, im darauf geantwurt,. eß soll sich nyematz dar ergeren, er hab seynem gott und schepfcr gebeicht und sein sei li volchen, der imß geben hab. Darnach hat man im das haupt a geschlagen. Er ist da nit so kien gewesen, alß da er predigt l und die leyt vertiert. Darnach noch fueren die köpf abgeschlagc allen in aynem samacker, ward spat, die andren gefangen fnei man wuder hinweg, ward darnach nichts am leben mit ynen g handlet.
Der brediger von Guntzburg ward hinweg gefiert mit hc Jörgen trucksessen, im her hin und furgezogeu, luß weyter in dose nachfolgenden zedel von des bredigers wegen.
Mörck weyter des predigers von Guntzburg halben! Der j lang gefencklich mit herr Jörgen truckseß im her hin und wad gefuert worden, ist gestraft worden umb 70 gülden und kein prec sein leben lang nit mer thon in Augspurger, Costetzer und Speii bistumb, darzu berapt seiner pfarr Wagenhofen, lugt bey Dieminge ist lochen von aynem von Hirnhaim, desgleichen und der predicatu zu Guntzburg, das ist sein straf zu der zeyt gewesen *.
Die gefangne pauren send geschetz worden nach yrem vernmg mit sami»t der statt Leyphain, wurden all gefangen in die kirch zu Leyphain gefordert, daselbst furgehalten die Schätzung undsu: wie ful man den knechten nmsset haben, damit yedem ain monet sc
1 A vorher: Damach.
2 Mörck weyter — zeyt gewesen steht in B auf einem zettel nacl getragen.
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wurde, daun Leypbain was den knechten übergeben und was preyß. Herr Jörg truckseü saget ynen die summ, so er und ander überschla- gen betten, treff 34,000 gülden, besorget, sy vermöchten sollich summ nit ze geben , wurden k bürgen und furstenden auf den flaysch- banck geben.
Leypbain. Die von Leypbain mußten 1500 gülden geben. Mörck^ weyter, wie die von Leypbain am aftermontag nach sant Alexißtag [18 Juli] von yren herren von Ulm gestraft send worden von wegen yrer gateo täten, so sy an yren herren gethan haben und von yrem fru- men pfarrer gelemet! Anfcncklich die thor an der statt abgehöpt, damit sy statt nit mer beschliessen kunnen , auch zway löcher in die stattmaur precheu , aller eron entsetz , also das sy hinfuro kein Stattgericht nit mer haben, sunder an das gericht gen Langenaw gaon, suchen und prauchen, Lutzen Diettenhaimer und Bläsin Timren- becken die herschaften dero von Ulm und fuer meyl hindan ver- botten, etlichen die wurtzhewser und die wer vcrbotten, etlichen, das sy auf kain kurchweychung turen gaun , desgleichen auf die höchzeyten , etlichen frawen , wa zwo bey ainandern stienden , das die tritt davon gang, etlichen, das sy nit duren am bayrloß sutzen, ach an kein schencke gaun, etlich in die gefencknuß gen Albeck gelegt, ach all yre freyhat, alle gaystlichc lechen, als pfrönden und Inders genomen. Des alles folget auß irem lutterischen, ketzeri- schen glauben. Über alle straf, wie anzaygt ist, haben sy sich latzel gebesseret, der mörer tail. Item der statmaur halben , das sy zway locher solten gemacht haben, ist nit beschechen, send ach ire herren der straf, so sy inen aufgelegt haben, nit nachkomen.
Item dienen von Riethain hat man das gericht ach genomen, des müssen sy ach zu Naw suchen und prauchen, etlichen die her- schaften dero von Ulm ach verhütten. Ach an mern enden in der TOD Ulm herschaften die gericht aufgchapt und genumen '.
Under andren werten hat herr Jörg ain schertzwort thon, [E 72] gesagt: *Wer bette vermaint das ich ayu brediger zu Loyp- biin sölt worden sein?«
Damach prandsteyret man die pauren umb Weyssenhorn: die Ton Ingstetten gaben' 160 gülden, Bibrach 101 gülden, Bobenhausen
*
1 Mdrck weyter — genomen steht in B auf einem zettel nachgetragen.
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42 gülden, Ganhertzhofen 20 galden ; wie ful yetlichs dorf hat geben ist mir dit alles wusset. Das ist die prandstcwr, auGgeDomen die bandstraf, yetlich haaß 6 gülden, ach die straf yetweders herrei mit den seynen , das waß ach ain grosse , merckliche sum , wardei ach fiil am leben gestraft K
Auf denselbugen aftermontag, wie herr Jörg gen Lcyphain is zogen , da ist ach ayn raysager zewg von Ulm auf Naw zogen das send Hessen gewesen, und der von Ulm hauptman Sigmonc Berger. Als sy kamen au Gererforst bey Gettingen, machten sj ain halt, kam ynen ain man und fraw, die fragten sy, wie sich di< pauren zu Naw hielten, sagten sy ynen, eß were etwan ful paaret gen Elchingcn in das closter zogen.
Elchingen.
In demselben ratschlagten sy mit ainaudren , ob sy wollten in das closter under die pauren fallen. Dieweyl sy also ratschlagten, do zugen die pauren auß dem closter mit dem nam, wollten wader auf Naw zu, da sprenget sy der raysug zewg an, gaben die paaren von stund die flucht, wurden etwas umb 50 erstochen, mer dan 100 gefangen, die schicket man also plutig gen Ulm.
Naw.
Item herr Jörg truckseß rut selbs von Leyphain gen Naw, ließ yren zwuyen die köpf abschlachen. Der gantz häuf zu roß und fuß beluben etwas umb achtag zu Leyphain, Guntzburg und Bubeßhain.
GuDtzburg.
Guntzburg ward umb 900 gülden geschetz, was die sag da^ nach , CS were ynen etwas nachgelassen worden , dan die paaren betten sy betrogen und ubereylt, was nit yderman eben noch lieb.
Item als das her auf wolt sein , hinwegzyechen , was der an* schlag und maynung auf Weyssenhoren und das Rottal hinauf'.
Abzug von Leyphain. In demselben auß sundren geschefften was Diepold Schwarts
1 Damach — gestraft fehlt ACD.
2 A noch : gen Wurtzen und Weingarten, was ain grosser, starcker häufen pauren bey einandren versamlet.
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borgermaister mit sainpt andren bey her Jörgen tracksefS, und sy Ternamen den anschlag des zugs, baten sy her Jörgen truckseß dar- far, sagten, eß were ain engs tal, möchten on inercklichen schaden nit hinaofEyecben, wurden die frucht verderben, das saget ynen her Jörg zu, wellte ain ander ort furnemen K
Weyssenhoren. Die von Weyssenhoren wasen in grossen gnaden gegen dem bunt aod allen adel, war(l ynen groß lob und danck von menicklich ge- ben, das sy so dapfer, frumklich und redlich gegen den pauren ge- bandlet hetten , dan wan den pauren der erst satz geraten were, betten sy ain groß starck hertz uberkomen, hetten ach da gefunden, des zn söllichen schertz gehört '. Gott , der almechtug , hat uns sondre gnad mittaylt', wan die pauren nit geladen und sondern biimlichen verstand gehopt hetten, weren sy nit für Weyssenhorn ngen (darfflr ichs und ander, die roer Verstands haben, gehapt). [E73] Her Jörg truckseß hielt insunder red mit dienen von Weyssen- boni: »Ich höre ewch so groß lob und er veriechen von dienen, so bey ewch gelegen send , meiner allerdurchleyclitster forsten und herren, der pfaltzgrafen, dyenern , wie sy an keynem ort so erlich , redlich Qoib ain gleichen pfening gehalten, als bey ewch, wayß nit, ob ir ynen die zerung geschenckt hapt dem lob nach oder nit.« Ach für ^ selbs und seiner hauptmansch aft halben des bunds und adels Sagte er ynen grossen, vleysigen danck, sy sollten nymmer, wa es Qot than wurde , verlassen werden , dan wan Weyssenhoren nit ge- wesen were, wollte er auf das mal über den häufen zu Leyphain lüt gezogen sein, und sunst mit fraintlichem, grossem erbieten. Wan die von Weyssenhorn etwas groß an den bunt und adel begcrt litten, were ynen (darfur ichs gehapt hab) nit Verzügen worden.
Damach zoch her Jörg mitsampt dem häufen über die YUer <Q Underknrchberg auf Wurtzen zu, deß dan sein aygenthum waß,
1 A noch: das thet er, zoch über die Yler hinauf.
2 A noch : das aie nit hetten , noch vermöchten , auß irem schätz ^ kaufen und zu bezalen.
3 Gotty der almechtqg — mittaylt] A Gott der almechtig hab lob ^d er und die junckfraw Maria und des würdig heyltumb , so bey ^in unseren gotzhewsern ist und geert wurt. Von demselbigen haben ^ den «ig uberkomen, wir haben nit gewust, in was geferlichhayt ^gewesen sint.
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and an dem lieyligen karfreytag [14 April] nach mittemtag fieng an ze schiessen wuder die paaren, das mir za Weyssenhorn ob • 100 schassen horten. Wie er daselbst gchandlet hat, ist mir wassent gewest.
Darnach ist er gen Weingarten zogen , daselbs ist ain grol starcker häuf paaren ' gelegen, die dem closter und marckt AI grossen schaden gethan betten. Am dorf Gayßbachel genant, i bey Weingarten gelegen, betten sy, die paaren, ein graben, warte da herr Jorges*. Am montag nach dem ostertag [17 April] fo her Jörg an zu schiessen in ir leger gwalticklich und ernstlich, ' die paaren stehen sich gantz treffenlich zu der wer. Wie sy zwangen worden send, hab ich nit erfaren, änderst dan der abt Rockenburg, was zu Ulm, schrub dem burgermaister gen Weysj boren, die pauren betten sich an gnad und nit an ungnad ergel alle wer von ynen gelegt, weren auf den knien gegen herr Jor gangen, wurden ful pauren gefeucklich gen Ulm geschickt, desg eben zechen fenlach. Darnach zoch her Jörg mit seynem folcl das wurtenbergisch laut, wie hernach folgen würt.
Nun in diser zeyt, als in der karwochen her Jörg von L(
hain zoch, wie obenstat, zoch graf Ulrich von Helfenstain*
aynem raysigen zewg durch das Kamlach- und Guniztal auf^ !
digt etlich pauren, nam ach gelt von ynen für das plindren, I
gen Ingstetten und Biberach*, da ward ain paur in der kurc
hart wunt, starb aber nit, fuengen aynen niinch von Rockeuburg
feld , liicß her Jörg Maler , prachten in und sunst etlich pac
bunden und gefangen *. Die pauren Hessen sy hie zu Weyssenli
*
1 A noch: den hieß man den Seehaufen, iraydig lewt.
2 Am dorf — Jorges] A Als sy aber die zukunfb herr Jorges 1 ten, verliessen sy Weingarten, zugen in ain dorf nechst dabey gelej Gayßbuchel genant, vergruben sich daselbst, wartent sein.
3 A noch : was auch zu Leyphain bey her Jörgen.
4 A noch: ctwan buß gen Pfafienhausen hinauf. Der luft was nit daselbst ebnen, eß was ain mächtiger, bößer bauf pauren, nennet i das rot fenlin. Am abberziechen und aufhunziechen huldigt etc.
5 Ingstetten und Biberach] A Ingstetten, die wurden gepra schätzet und für plindren gaben sy 160 guldin, darnach gen Biben gabent 101 guldin.
6 bunden und gefangen] A noch: Am morges &u, was in karwochen ; beschickt man die von Bobenhausen , das sy kement \
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ledag, her Jörgen foerten sie hinweg, wie ayuen bunt an ayuem strick, hahen darnach lang bey inen gebapt, ward wuder ledig, nam den apt für, verclagt in vor dem regiment, vor dem bunt, ward darnach waderomb gefangen von dem visitator zu Ansperg, in ge- fencknnß gelegt, kam auß der gefencknuß, entlieft
Weinsperg.
Am heyligen ostertag [16 April] bescbach ain jemerlicbe hand- lang von den paureir zn Weinsperg, des namen sy ein , da waß ful adels, nemlich graf Ludwig von Helfenstain , der was zu derselben zcyt ain inhalter Weinsperg, Dyetrich von Weyler [E 74] und sein sun, Hans Canrat, schenck von Winterstetten , vogt zu Fayingen, Hans Dietrich von Westerstetten , Bernhart von Echingen, herr Rudolf, sein sun, Frutz von Newhausen, Bernhart Sturmfeder, Jörg von Kaltental, der jung Hans Spett, Wolf Ruf von Helfenberg, Rudolf TOD Himhaim, Rudolf von Altershausen , Burckhart und Weyprecht von Rieingen, Bastian von Aw, Philipp und Jacob von Bernhausen. Die genanten send al um ir leben kumen ellentclich, und im eyn- nemen der statt send sy fast all erstochen worden, und etlich ge- bogen. Mit denselben send die pauren mörderisch umbgangen, und iQß furbetrachter boßhayt, dem adel zu schmach und Verachtung haben sy die nachfolgenden herrn und edel auß der stat gefiert Qod durch die spyeß gejagt ', nemlich graf Ludwig von Helfenstain,
der ist der fünft gewesen durch die spieß, Hans Cunrat, Hans Diet-
* huldigang theten, was ynen hinder im sun. Der castner rütt selbe zu ynen hinauf, warnet sy , er bat sy, sagt^yneni wa sy nit eyletz herab- kemen, wurd sy der graf in grünt abbrennen, es was auch war, es Mit beschechen, wan sye nit erbetten weren worden. Also kamen eye, ibeient huldigung, musten 42 guldin prandstewr geben. Ich glaub, nn sji gewust hettent, das sy gelt hettent müssen geben, sy hettent "ich lassen verprennen, sy waren wol so unglickhaffc. Die von Oanhertz- bofen musten 20 guldin geben. Was andere anstossende dörfer haben niOBien geben , ist mir nit wissent. Noch was die buntstewr yet- ▼odere bwofraytin vorhanden 6 gpildin, anch die straf yetweders herren ^ dien seynen, was sy ynen verderbt und schades gethaun betten, vard hart an leyb und gut gestraft.
1 A noch: wart darnach g^ar zu aynem ketzerischen buben. Nach Wejennann war Maler 1535 — 36 piarrer zu Steinenberg bei Schorndorf.
2 A noch: als ob sy wider er gethon betten, wie dan der prauoh <>&der dien knechten ist
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rieh TOD Westerstetten, Berohart von Ecbingen und sein san, schenck von Winterstet ten , vogt zu Fay Ingen , der ist der letz gewesen. Dietrich von Weyler der ist in der kirchen oder im thnren ge- fangen worden und in seinen harnasch über den thuren herabge- worfen, sein sun ist acli umbkomen. Darnach haben sy das schloß eingenomen und die grefin gefangen, die trug ein jungen herren und grafen, nit gar trewer jar alt, an irem arm, auf dasselb unschuldig plut thet ain paur ayn stich , letzet dasselbug ayn wenig an der brüst, das blut schweyset, namen der grefin (die ain dochter kayser Maximilians gewesen ist, doch ain ledigs kunt) alle ire clayder, cleyn- bat, liessen ir nit mer, dan dien rock, den sy anhett, auf das mal, sy tränten aber den samet, damit derselbug rock verpremt was, herab. Darnach haben sy die grefin herab in die stat gefiert und das schloß plindert und verprent, darnach die grefin hinweggeschickt. Betracht du leser und ain yeder hertzlich des grossen mords und nnbillicher, uncristenlicher handlnng, so die ewangelischen panren gethan haben, wie wurden sy geregiert haben, wan ynen der satz geraten were * !
Von dem zinckenplauser.
Alß der adel durch die spies gejagt worden sind, da ist ain zinckenplaser engegen gewesen , der hat darzu plascn und sein gackelspul gemacht. Über etlich tag ist derselbug gefangen worden und an aynem bam geschmit an ain kettin, das er ringweys um den bäum hat mugen laffen , ain feur darumb gemacht und verprent. Dergleichen ist ach der pauren hauptman gefangen worden, auge- schmit, wie der zinckenplaser, und verprent, doch an demselben ort nit. Am suntag nach dem auffertag [28 Mai] habent die bundischen Weinsperg verbrint, nichts darauß genomen , als bey ainandren ge- lassen.
All gew.
Zu diser zeyt waß ain mercklicher, grosser h^uf pauren im All- gew, thetten morcklicben schaden, gewunnen ain gut schloß, Liebeu- tan genant, keret dem apt von Kempten zu, darin funden sy morck-
*
1 A noch: Ui es nit ain gleichnus des Turcken, wa er uberhant nempty das er das cristenlich plut an alten und jimgen jämerlich ver- gewßt» gleichet der panren handel nit des Turcken?
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lieh gut, Silber ond gold, groß köstlich serch, monstraiitzen , darin das heyltumb was, fal andre kleinbat, das edel und ander darein geflecbnet betten. Des gab der apt personlich auf ön alle not, ver- pcantes darnach.
[E 75] Cuntz von Rycthain.
Derselb häuf fieng Guntzen von Riethain in seinem aygnen sdilob zu Irmaltzhofen , ward hart gestochen , fürten in hin und woder mit inen auf ainem karren, triben iren spott mit im, ver- prtnten im das schloß Angelberg, fanden sy ach groß hab und gut. Darnach schctzten sy in, müsset yedem hauptman 6 gülden geben, yedeni doppelseldner 3 gülden , yedem pauren 1 gülden. Es was die sag, Cuntz von Riethain wollte anfencklich für gefencknuß. plin- dern und prennen fuerzug tauset gülden geben haben.
Fori n gen.
Am 27 tag Aprilis kam ain raysiger zeug von Ulm gen Fe- ringen', begerten huldigung an die pauren, des weiten sy nit thon, flachen gen holtz, verbranten sy etwas um 20 fürst.
Am freytag darnach [28 AprilJ kam derselbng raysig zeug her gen Weyssenhofen bey 200 pferden.
Am suntag [30 April] fru zugen sy gen Krumbach, begerten ach huldigung an sy , fluchen ach gen holtz zu. Ayncr understund sich , wölt entritten sein , ward im feld erstochen , prachten des roß her.
Ausperg.
Auf denselbigen tag zugen sy auf Ausperg zu, kamen in die zway dörflach Edenhausen und sunst ach ain Hausen, in dem aynen boldigeten die pauren, im andren nit, des verprenten sy ainß tayls.
Am sontag, der letzst tag Aprilis, lag der zewg hie still, kamen die Ton Kmmbach , thetend huldigung , vertrugen sich mit yrem jtnckem Dietrichen von Westerstetten, doch nit all.
Denselben tag am morges fru verbranten die pauren des closter Ansi^rg büß auu den kirdienthuren, pfistrin und die mnlin, hettends ^^^ruah zwirend plindert.
Am tag Philipp! und Jacobi [1 MaiJ zog der raysug zeug wuder
♦
1 D irrig Vinningen.
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r
auf Ausperg. Zu Bor dabey waren bey 100 pauren versamlet, i sy der reytcr gwar wurden, zugen sy auß dem dorf, eyltent d< moß aufwartz zu gegen dem closter gegen Aletzbansen und Bu: cylten ynen etlich reyter nacb in das möß, erstachen 8 paaren. 1 velet gar ain clains, sy betten ynen das moß abgeeylet, weren f leycht all oder merer tayl erstochen worden, fuengen trey oder fi pauren, procbten sy gen Weyssenboren mit sampt der paaren ha mans roß , sünst ach etlich'c roß. Damacli- verpranten sy etli( hewser zu Ror. zu Edenhausen ach ain hauÜ, erstachen dasei ain pauren.
Am aftermontag darnach [2 Mai] namen die pauren dem scbof Ton Angspurg sein schloß Schienneck ain, verkauften al koren, plinderten darnach das schloß ^
Tiefenbach, Bettlisbausen, Tnssen.
Am mitwocb [3 MaiJ zoch der raysug zeug gen Tiefenba< Böttlishausen , Tussen, begerten huldigung an sy. Die von Tuss begerten zug büß dunstag [4 Mai], wollten sy zimlich antwurt § ben, ward ynen nachgeben, frud und glayt auf beyden taylen 2 gesagt. Am dunstag fru schickt man fünf raysug gen TQssen, c pauren herab belayten gen Weyssenhorn zu den bauptleuten na laut des anlauß , so zu Tussen gesehen waß. Die paaren wollt nit herab, sagten, ire hauptleyt weren nit verbanden, betten sy d nacht gesacht, aber nit fanden, eß were ach ynen die brandschatzoi des bunds ze schwer, sechs gülden von einem hauß ze geben, y( denselben sechs gülden wollte yetweder lang zeren, kamen auf d( tag nit her. [£ 76] Darnach vor dem auffertag [25 Mai] vertrug« sich die von Tussen mit den bauptleuten, gabent 45 gülden '.
Ain deiner zusatz.
Item in duscu tagen wurden etwaß mer, dan 100 knecht, v< unserem herren Jacob Fucker und von aynem rat angenomen : aynem zusatz, waß wol liederlichs knappenfolcks von Augspurg da ander. Mir wußten uns kain stund sicher, wan die paaren wad* kemen. Schicket anch zwen bnchsenmaister von Aagspurg herao
*
1 A noch: verprantes nit.
2 45 gülden] A 55 guldin für die prantsteur.
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Alß etlich sagten von yuen, wan uns uot zugestanden were, were besser gewesen auß der statt , dan darin ^ , sölten gesagt haben, wann man für uns zug, sollten mir uns ergeben, möchten uns nit erweren •.
Rott.
Sontag, der letzst tag Aprilis, verpranten die pauren ain closter, genant Rott , bey Dinckelspuchel ', item in dusen t^gen verbranten die pauren das closter Madelberg, desgleichen das closter Lorch Terbranten sy ach, das schloß Höchenstaufifen bey Göppingen, des- gleichen zerrusscD sy das closter Ochsenhausen, plinderetz, Schussen- ried, Zwflfalten alle geplindert, aber nit verprent.
Ottenbenren.
Item das closter Ottenbeuren ward eingenomen von den aygnen paaren, kain fremder dabey, das zerrussen sy jämerlich, hielteß in, ach geplindert. Item das schloß Matzensies ach verbrent *.
Irsin.
Des closter Irsin bey Kanfbeiren gelegen, ain fast schön, wol erbaaen gotzhanß, in grund verbrent.
Des schloß Pfaffenhausen, buschofs von Augspurg, geplindert und verprent, und ain weyb darin, zügen sy, were ain knntschafterin, wollte ynen die brünnen vergüft haben.
Kirchen an der Eck.
Sontag jubilate [7 Mai] habend die pauren das schloß zu Kir- dien an der Halden geplindert.
Ober Raunen.
Montag darnach [8 Mai] haben die pauren Oberraunen, das schloß geplindert, darnach angezint, ward aber erlest *.
1 were beoier — darin] were uns nutsser zu Augspurg gewesen, daa hie.
2 A noch : Das waren tröstlich gesellen, were gut hasen mit ynen >^ jagen gwesen.
3 A noch: gehört den grafen von Ottingen zu.
4 A noch: ist Diepolts vom Stains.
5 A noehi gebort Egelolfen von Kneringen zu.
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Underraunen. Das schloß zu Undren Rannen ach geplindert.
Weylbach.
Aftermontag [9 Mai] verbranten sy das schloß oder sutz We) bach bey Pfaifenhofen *.
Oberrott.
Mitwuch [10 Mai] zu Oberrott hetten sich fünf pauren gehe diget, die andren, so nit gehuldiget hetten, namen den funfen n und kuc.
Teusenhausen.
Donstag [11 Mai] plinderten die pauren dem pfarrer zu Teuse hausen sein hauß, hab und gut, wol 300 gülden wert', hab i selbs von im gehört.
Thainhausen.
Freytag am 12 tag Mai haben die pauren ' den marckt Thai hausen eingenommen, sy umb 200 gülden geschetz, den tritten m mit ynen genomen, den pfarrhof abgeprochen und zerrussen.
Mi'nsterhausen.
Samstag [13 Mai] zugen sy für das schloß Minsterhausen, v€
pranten am ersten den stadel, darnach mit gantzer macht und en
mit schiessen, stürmen, wie sy möchten, desgleichen die in dem schl
waren , etwas umb 24, wei'ten sich rutterlich , theten ach gross
schaden heran ß mit schiessen *. Die pauren fiengen an ze grab
under dem thor und [E 77] kamen in das schloß, da ward jamer und d(
offnetent das thor, kamen die pauren iiinein. £ß send trey kned
die in der besetzung waren, und die köchiu davon komen. Und
den pauren gieng das schloß mit fewr au, verpran leib und gut U
ainandren, wurt den pauren nichts davon, dan welche sieb verbli
♦
1 Pfaffenhofen] A Pfaffenhausen, gebort dem Spiegel zu.
2 A noch : hett ful vergraben, der im geholfen hett, verryets de pauren, habs selbs von im gehert.
3 D noch: von dem Allgew.
4 A noch : Das triben Hy mit ainandren biß nach mittag.
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derten, die verprunen zu balfer. £ß was die sag, alß die paaren in das schloß komen, betten sy die knecht alienhalben an den weren erstochen, der vogt im schloß, alß er ersechen hett, das kaiu auß- komen mer waß, bette er ain zintstrick in das bulver geworfen, skh mit ynen Terprent, wer wayst die warbayt? £ß ist niemet mer heraoßkonien , eß sent aber ful paoren erschossen und ver- pninen. Darnach dieselben nacht zagen sy wuder gen Thainhansen.
Bartenbach.
Sontag cantate [14 Mai] was kürchwaycbung zu Bürtenbach, wollten etlich pauren auf die kurchweychung, etlich wolten ein weyer- h füschen bey Minsterhausen. Da kamen etlich reiter, die waren am sambstag spat [13 Mai] hinüber geritten^, kamen hinder die- selben paaren, erstachen ir etlich ful, verbranten ach etliche bewser ZQ Laster und hausen.
Ain lerman.
Montag darnach [15 Mai] ward ain grosser lerman nachmittag 2Q Weyssenhom, die pauren zagen daher, schlug mau die stürm an. Gi) kamen bald bey 500 mau zesamen. Do zocb man in der Ordnung in das feld hinauß, darander waren 26 briester, was niemetz ver- lianden'. Darnach herschaft und rat bescliicden die lewt in die wortzheuser, bezalten fuer yeden acht pfening.
Pfaffenhofen.
Eß betten sich ach Pfafifenhofcn und in ireni biet versamlet % zwaybundei-ten, schickten botschaft her, were eß not, wollten ^v heraofkomen , desgleichen die am Ilertal ' waren , ach versamlet ZQ Woilenstetten , tbeten ach botschaft, waren iren bey anderbalb-
hundert.
1 A noch: darunter was Heintz von Rot, des vatter das schloß Hioiterhausen zaköret.
2 do zoch — verbanden] A eß was aber nichts an der sach, doch loch man in der Ordnung auß der statt zu dem obren thor in das feit. Id detielben Ordnung waren 26 priester, und zoch man zu dem undren ^ wider herein. Man versuchet , vne sich die barger und pauren >cb(icken wollten zu dem ernst.
3 A noch : waß zu Kirchberg köret.
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Aftermontag [16 Mai] haben die paaren das schloß Eretzhain geplindert.
Ein fenlin gen Ulm.
Auf den tag [16 Mai] kam ain fenlin gen Ulm, schicket Sig mund Berger, ir hanptman, der hett die pauren bey Aulen geschla gen, sent etwas umb fuertauseten gewesen, etlich erstochen, bej tauseten gefangen, hat 100 pferd gehapt und anderhalbhundert faß knecht.
Tuifenbach.
Mitwachen [17 Mai] zoch der raysug zewg gen Tuifenbacb namen ynen die roß und kne , tribens her , wurden zwen paurei erstochen, ligen hie begraben, wurden sunst 4 wund, etlich gefangen Den tag kam ain fenlin knecht her. Es starb noch ayner auß dien fueren.
Am donstag [18 Mai] kamen die weyber von Tuifenbach her, die bauren von Emerßhofen und ander lewt, lesten das fuch wader'.
Tassen.
Freytag [19 MaiJ kamen trey von Tassen her zu dem hanpt- man Diepold vom Stain, theten huldigung für sich und ander, doch nit für all, für 37.
Underott.
Freytag [19 Mai] zoch der raysug zewg und ain fenlin knecht gen Underrott, plünderten, namen roß, kue, kelbcr, schaf, hennen, gens, enten, haußrat, waß man fant, erstachen zwen man. Denselbei tag kamen sy gen Bergerstetten , da waren etwas bey 300 baurei versamlet, erzaygten sich, als wollten sy sich mit den bantischei zewg und volck schlachen , aber sy namen die flucht an sich den holtz zu ', wart ain man erstochen.
[E 78] Samstag [20 Mai] kamen die frawen von Underrot, lesten i hab und nam von dem bewtmaister um 180 gülden, belub ynen fa dahinden, leinwat, schmaltz und anders.
1 A noch: umb 90 gülden, weren am ersten umb ain clains aal komen.
2 A noch : flohen aynstayls biß gen Aychen io marckt.
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Seybertzhofen.
Denselben tag huldigeten sich die von Seybertzhofen, gaben
35 galden.
Edenhausen, Ror.
Mitwoch am aufferabent [24 Mai] worden zwen bauren von Edenhausen and ayner von Ror gefangen, fuer roß gen Weyssen- boren gefaert.
Ulm.
Mitwoch in vigilia ascensionis [24 Mai] kamon ob den 100 knech- ten von Ulm her, prachten zwo buchsen ' mit ynen.
Gantzbarg.
Denselben tag kamen bey den achzigen von Gantzburg her, bnchteo ach zwo feldbichsen ' mit ynen.
Am auffertag [25 Mai], nmb ainß nach mittemtag, do zagen zwey fenlin knecht mit etwen fal haaren aaß den herschaften Karch- berg, Pfaffenhoven und ain raysiger zewg, ob den 100 pferden, auß, zogen gen Newburg, beluben über nacht da.
Thainhausen.
Am freytag [26 Mai] send sy gen Thainhaasen komen , den "Murckt eingenomen , fluchen die baureu , wurden trey erstochen •, <od desgleichen Minsterhausen, das dorf, ach geschetz.
Zemetzhausen.
Darnach ist der zewg gen Zemetzhausen zogen, send die bauren ^b geflochen, habends geplindert am suntag darnach [28 Mai], waß ? gefüDden haben , roß , kue \ wurden geschetz mit sampt Thain- ^■^Bsen und Minsterhausen umb 500, minder 20 gülden.
Dinckelscherb. Suntag [28 Mai] send sy gezogen gen Dinckelscherb, send da
1 bochaen] A schlangenbuxen.
2 feldbachsen] A Mckennetlach. ** A noch : ward geschetast.
* A noch : zinten da« dorf an, verbrnnnen ful hewaer.
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beliben baß aftermontag [30 Mai], haben sich etlich flecken ar dörfer, darumb gelegen, gehuldigt.
Usserspach.
Aftermontag [30 Mai] ist der zewg gen Usserspach zogen, c sent etwan ful banreu bey ainandren gewesen ' , gaben sich in d flucht, wurden etwas bey zwaintzigen erstochen, etlich gefangen, i ist ach ain pfaif erstochen worden *, send ach allenthalben in d( Reyschenaw umbgezogen, etlich bawren gefangen gen Wcyssenhoi geliert und da geschetz worden von dien kriegern.
Baltzhausen.
Mitwuch am letzstcn tag des monatz May ist Baltzhausen ve brent und geblindert worden, etwas umb 20 bawren erstochen, ni ynen das fuch wuderumb zu leset geben worden *.
Burg.
Das'dorf Burg dabey gelegen, da sant Schweinhult begrabe lugt, ist ach verbrant worden denselben tag ^
Anhofcn, Kussendorf.
Auf denselben tag [31 Mai] hat Wulhalm Rietter zu ßucbel seyne aygnc dörfer verbrent, zu Anhofeu 11 heyser und 11 stedel, zu Kussendorf die kirchen % und send nit nier , dann sechs hewser heliben. Er wolt ach Buchel verprent haben, batt in sein pfarrer. her Hans Geßler, darfur, den geworet er.
Freytag [2 Juni] kam der raysug zewg mit sampt zwayen fen- lachen wnder gen Woysseniioren , prachten etwan ful gefangner bauren und roß mit ynen, ach andren haußplunder^
1 A noch: 200 geschetzt.
2 68 ist ach] A: Es ist auch ein pfaiF darunder gewen, het neb anzaygt, er were ain pfaft', half in nichts, müsset ach mit hescheO: seyneu underthanen den weg hinder den hymel zaygeu:
3 A noch: Die pauren daselbst hettent nit wol mit dem feit- trumetter gehandlet, alß er zu inen in daß dorf geritten , frid plasen das musten sy engelten.
4 Dieser satz fehlt D, steht aber in A, C.
5 A noch : sacrament und was darin was.
t> A noch: die die kustenfeger genomen hettent.
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Tussen.
Dieselben nacht namen die ungehuldigten bauren den [E 79] gehal- digten ZQ Tassen die roß, etwas unib fnertzge, gabends am morgos «oder.
Samstag am heyligen piingstabend (3 Jnni) rutten etwan ful njfsiger gen Zell bey Ausperg, prachten trey bauren gefangen und lö roß.
Ain uffrur hie zu Wey s s e n h o r e n.
An» heyligen pfingstag [4 Junij umb die vesperzeyt machten die lantzknecht ain groß aufgeleff, schlugen ainander, wollten nit frid geben, sagten etlicb, sy betten zu funfmalen den frid gebrochen \ Da wurden füer gefangen, waren wunt, und in aynen stock gelegt'. Am aftermontag [6 Juni] nach newnen schlug man ynen die köpf ab auf aynem acker bey der staingrub. Hab ich, Nicolaus Tlioman, anß bevelch des burgermaisters mit sampt andren zwayen briestern sy zu beicht gebort. Eß waren zwen darunder, der ain insunder, wollten nit beycbten, er waß vast wol gelert, allegiert die gescbnft, er wollte gott, seinem schepfer, beichten, der kunt im sein sund Tergeben, mit fQl lutterischen einzugen, doch zwen andern begerten der beicht und cristenlicher Ordnung. Also stunden die andren zwen Mb von irem lutterischen furnemen, beicbtent ach, begerten cristen- licher begrebtnuß. Sy wößten ir sterben nit vor ayner stund, eß gieng fast schnei zu, ayner, dien ich zu beicht gehört hab, waß von Krems in Österreich , was sein eliclic haußfraw ach personlich zu Weysscnhorn, der hett ful geltz, was erst von Mayland heraußge- *ogen, hett zu Kremß trey kunt, waren fast dapfer in iren reden ^d fast raanlich im außgang , sagten , sy wollten sterben als gut cristen und frum lantzknecht. Gott wolle ynen gnad und bann- ^ikeyt mittaylen. Amen.
Am donstag darnach [8 Juni] kam wuder ain fenlin von Ulm R^tt Weyssenhorn und etlich raysig, iiemlich Sigmund iJcrger, dero ^OQ Ulm hauptman.
1 A noch : (eß waa die sag haimlich , ay weren goren nber die «yter gefallen.)
2 A noch : eß kam ain geachettl von ühn von den buntherren, ™ der nachrichter auch.
100
Memmingen.
Am morgen fru vor tag [9 Juni] umb zwey zagen der raysn zewg mit sampt den faßknechten aaß gen Memingen. Am santa darnach [11 Juni] fueng mau trcy daselbst, schlug ynen die ke] auf dem marckt oder platz ab, ließ die körper daselbst büß an de montag lugen, darunder waß ayuer schulmaister, hett offenlich ket» rische lere predigt auf dem marckt. Der recht prediger und zwe helfer die wurden undergeschlagen und verborgen, die kamen dt von, cß solt mer le>t kostet haben an dusem tantz.
Wie die pauren die stat Memingen belegert haben.
Auf die zeyt versamleten sich ful paaren zasamen, belegerte die statt allenthalben in den nechsten dorfern , gruben ynen