7

1 Pie 5

— 8 SEHE —

eee

— — De 5

Som

=

de

„ 1

Digitized by the Internet Archive in 2010 with funding from Research Library, The Getty Research Institute

http://www.archive.org/details/theosophiarevela05bohm

RR 5 1 1 77 Rn N

An 7

iR

10 MA EL, f

Wer un m

N 1 = e A N 1 1 ee

5 .

222 7 5

1 N

W, a 42 N . 7

fend

\

V In

|

>

=

— FA

we

— * ie

N ö RN NN V I >=) Se NER 8 — N

W N > \

NO Nera

Berractung Ei bn

was GOTT,

5 a und Freatur , ſowol Himmel, . oͤlle und Welt, d allen Creaturen ſind;

Woher alle Dinge in der Natur ihren Urſprung baben genommen, und wozu Gott dieſelbe habe geſchaffen; was ſie nuͤtze ſind;

ſonderlich von dem Menſchen,

5 at Adam und Chriſtus ſey;

durch den gantzen Proceß und Lauff der Welt bis ans Ende, und in die Ewigkeit geführet

und in 177 Fragen

geſtellet

ar Von. einem Liebhaber Chriſti und feis

X k ner Kinder, zu mehrerm Nachdencken, was der ne

N

Menſch ſey.

ie rechtem wahren Theoſophiſchen Grunde angefangen zu beantworten, iedoch nicht N | im Jahr 1624, ET von

Jacob Böhmen,

ſonſten Teutonicus Philofophus genant. Docht im Jahr des ausgebornen groffen * 1 ö 7 i

. 5 N Pin 95

775 W 5 0 e

EM fia! arm e a Be a e S

Baar 9 9 ee

NE 1 i

Rat * 98 5 . 22

7 6 5

Wie 5 0 N

*

Ko

t ‘

? „ Narr ve int - 28 N h

e

1 QUESTIONES 'THEOSOPHICA

fenbarung, © ſtehet geſchrieben: Der natürliche nicht begreiffen. (t. Cor. 2: 14.) Und hin⸗ Ob ſich nun wolte Meiſter Kluͤgling, ohne Göͤtt⸗ auch wol fuͤr Suͤnde achten, alſo hoch zu fragen,

Betrachtung Goͤttlicher „ geſtellet in 177 Fragen. — — ..ẽ. —ä — — — man Vorrede des Autoris an den Leſer. Menſch vernimt nichts vom Geiſte GOt⸗ tes, es iſt ihm eine Thorheit, und kann es wieder ſtehet auch geſchrieben: Der Geiſt forſchet alle Dinge, auch die Tieffe der Gottheit, (. Cor. 2. 10.) lich Licht, an dieſe Fragen machen, und ſie erklaͤren, der wuͤrde ſolches nicht koͤnnen thun; und doͤrfte es weil er es ſelber nicht kann verſtehen. Demſelben ſagen wir, daß er es nur laſſe deme ſtehen, dem es

der Geiſt GOttes geben will (welcher alle Dinge durch des Menſchen Geiſt forſchet,) weil es ihme

noch eine Unbegreiflichkeit iſt, und ihn deucht un⸗ moͤglich ſeyn.

Aber denen, welche JEſum lieb haben, ſagen wir, daß es gar wol zu forſchen und zu verſtehen, und kein unmöglich Ding fey. Dann in einem wahren

Chriſten wohnet Chriſtus, in dem alle Schaͤtze den

verborgenen Weisheit offenbar ſind; der weiß es allein im Geiſte Chriſti, und nicht in eigener Natur

und Vermoͤgen. Als wir denn die ER gen in

einem eigenen Buͤchlein klar 9 sgeführet ı

af *

2 AUX, Quzltiones I p ſchrieben haben, zwar kurtz 1 und doch! in unſern andern Schriften gantz weitlaͤuftig und nothduͤrftig: und empfehlen den Leſer dieſes in die N Offenbarung unſers HErrn Ieſu Chriſti.

Folgen die Theoſophiſche Fragen.

Die r. Frage. Was iſt GOtt auſſer Natur und Crea⸗ tur in ſich ſelber?

Summarien.

Ott iſt die ewige Einheit, . 1. die aus ſich ſelber ausfleuſt, und

damit in Wollen und Bewegniſſe fuͤhret; 2. und hat keinen

Ort, da Er ſonderlich wohne, ſondern iſt in, dey und durch uns, im Grunde der Seelen. 3.

Antwort.

Ort iſt die ewige Einheit, als das unmeßliche, einige Gut, das nichts hinter noch vor ſich hat, das Ihme moͤge etwas geben oder eintragen, oder das Ihn möge bewegen; ohne alle Neiglichkeiten und Eigenſchaften, welches ohne Urſprung der Zeit in ſich ſelber nur Eines iſt, als eine eitel dauterkeit, ohne Berührung, wel⸗ ches nirgend keinen Ort noch Stelle hat, noch bedarf zu ſeiner Wohnung; ſondern iſt zugleich auſſer der Welt und in der Welt, und iſt tiefer als ſich ein Gedancke ſchwingen mag; ja wann man hundert tauſend Jahren aneinander Zahlen aus⸗ ſpreche von ſeiner Groͤſſe und Tieffe, ſo haͤtte man doch noch nicht angefangen ſeine Tieffe auszuſprechen, dann Er iſt die Unendlichkeit. Alles was kann gezehlet und gemeſſen wer⸗ den, das iſt natuͤrlich und bildlich: aber die Einheit GOttes kann nicht ausgeſprochen werden, dann fie iſt durch alles zu⸗ gleich, und iſt darum Gut genant und erkant, daß es die ewi⸗

ge Saͤnſte, und das hoͤchſte Wolthun in der Empfindlich⸗ I der Natur und Creatur Ee die empfindliche ſuͤſſe

iebe. 2. Dan die Einheit, als das Gute, fleuſſet ſelber aus ſich aus, und fü ſich mit dem Ausfluſſe in Wollen und Be⸗ w x oder Te, bie Einheit

f

Fr. 2. Detrachtung Gottl. Offenlbd. 3 Wollen oder Wallen, und das Wallen oder Wollen empfin⸗ det die Saͤnfte der Einheit; das iſt der Grund der Liebe in der Einheit, davon Moſes ſaget: Der HErr unſer GOtt ur ein einiger GOtt, und keiner mehr. Exod. 20. Deut. 4. C. 6: 4. 2 nd haͤlt ſich nicht alſo wie die Vernunft meinet, GOtt wohne alleine uͤber dem Geſtirne, auſſer dem Orte dieſer Welt. Ihme iſt kein Ort bereitet, da Er ſonderlich wohne, ſondern feine Offenbarung lſt nur unterſchiedlich; Er iſt in, bey und durch uns; und wo Er in einem Leben mit ſeiner Liebe beweg⸗ lich wird, alda iſt G Ott in feiner Wirckung offenbar; das iſt, ſeine Liebe, als die Einheit, iſt alda ausflieſſend wollend, und empfindlich: alda hat Ihme GOtt eine Stätte gemacher, als im Grunde der Seelen, in der ewigen Idea oder Gegen⸗ wurf des ewigen Wollens in der Liebe, darinnen ſich die Liebe ſelber will und empfindet, wie in Engeln und ſeligen Seelen zu verſtehen iſt. Ver — Die 2. Frage. ? Was ift der Abgrund aller Dinge, da kein Geſchoͤpfe iſt, als das ungruͤndliche Nicht??

Summarien. N: Er Abgrund iſt eine Wohnung der Einheit GOttes, g. 1. wo Va- ter, Sohn und Geiſt, die Ewige Einheit gebaͤren; 2. 3. und 0 IB, LAusgegangene, die Weisheit GOttes iſt. J. In der Empfind lichkeit der Liebe des Lebens werden 5 lautbare Senſus verſtanden,

„E. J. O. u. 5. Die Dreyheit offenbaret ſich mit einem dreyfachen Hauchen, Jehovah genant. 5. Theoſophiſche Erklärung des Göttlichen Namens SEHOBAH. 7.8. Der Senſus des empfindlichen Au⸗ thuns heiffet ADONAT. 9. Theoſophiſche Erklarung des Gdttli⸗ f chen Namens ADONAT. 10. u. Dieſer Abgrund, oder das Ewige Nichts, ſiehet durch alles ungehindert, als ein Auge des ewigen Ses Hens, 12. und Gott iſt ſelder das Sehen des Nichts. iz. Warum es ein Nichts genant werde? ibid. RI U le

1. Antwort. Es iſt eine Wohnung der Einheit Gchttes, denn das Aufthun, oder das Ichts des Nichts, iſt S Or selbe. Das Aufthun iſt die Einheit, als ein Ewig Leben und Wollen, ein lauter Wille, welcher doch nichts bat, das er wollen kann

als nur ſich ſelber. | E n 2 A2 23, Darum .

4 XIX. Quæſtiones Theoſophieæ. Fr. 2.

2. Darum iſt der Wille ein eitel wollende Liebe⸗Luſt, als ein Ausgang ſeiner ſelber zu ſeiner Empfindlichkeit. Der Wille iſt () der Ewige Vater des Grundes; und die Empfind⸗ lichkeit der Liebe iſt (2) der Ewige Sohn, welchen der Wille in fich gebieret zu einer empfindlichen Liebe⸗Kraft; und der Aus⸗ gang der wollenden empfindlichen Liebe iſt (3) der Geiſt des Goͤttlichen Lebens. |

3. Und alfo iſt die Ewige Einheit ein dreyfaches, unmeß⸗ liches, und unanfaͤngliches Leben, welches ſtehet in eitel Wol⸗ len, in Faſſen und Empfinden ſeiner ſelber, und in einem ewi⸗

gen Ausgang ſeiner ſelber.

4. Und bas Ausgegangene des Willens, Liebens und Les bens, iſt die Weisheit GOttes, als die Goͤttliche Beſchaulich⸗ keit, und Freude der Einheit GOttes, dadurch ſich die Liebe in Kräften, Farben, Wunder und Tugenden ewig eins

hret.

5. In dieſem aufthuenden Leben Goͤttlicher Einheit, wer⸗ den fuͤnf lautbare Senſus in der Empfindlichkeit der Liebe des Lebens verſtanden, als A. E. I. O. U. darinnen das Goͤttliche Wollen und Wircken ſtehet; die fuͤhren ſich in ein Aushau⸗ chen zur Schiedlichkeit, und zum Verſtande der Einigen De: ‚ bardurch fich das ewige Leben felber empfindet und verſtehet.

6. Die Dreyheit offenbaret ſich aus der Einheit mit ei⸗ nem dreyfachen Hauchen, daß dieſes dreyfache Hauchen nach dreyerley Art in ſich ſelber zu einem Eigenen eingehet; und derſelbe dreyfache Senfus heiſſet mit feinem ſenſualiſchen Na⸗ men JEHOVAH,

7. Denn die Einheit, als das J gehet in fich felber in ein dreyfaches Weſen, das heiſſet JE, und das JE iſt der Vater, der fuͤhret ſich mit feinem hauchenden Willen ins HO, als in eine Faſſung der Liebe, und im HO wird das Wort aller Kraͤf⸗ ten verſtanden, denn es machet eine Circumferentz oder Um⸗ ſchluß ſeiner ſelber, als das ewige Etwas, oder Ichts, davon gehet die Liebe Luſt aus, welcher Ausgang iſt der Geiſt, der faſſet und formiret ſich ins VA. Dann das V iſt der Geiſt, als der Ausgang, und A iſt die Weisheit, darinnen ſich der Geiſt faſſet zu einem wirckenden Leben.

8. So heiſſet alsdann dieſes dreyfache hauchende Leben in ſich ſelber O. JAH. Dann die eingefaſſete uff iſt das 3 6 a

Vr. Oituutung Sein m TTEV. > als ein Auge des einigen Sehens, ein lauterlich Sehen; und das JAH iſt der dreyfache Eingang feiner ſelber, als zur Ems» pfindlichkeit des Wollens, welcher fich ſelber aufthut durch das ewige Hauchen.

9. Das Aufthun, als die Eigenſchaft im Senfu des empfind⸗ lichen Aufthuns, heiſſet ADONAI, und find ſechs Kraͤſten, daraus das Myfterium Magnum, als der hohe Name TETRA- GRAMMATON entſpringet, daraus alle Weſen der Gicht: baren und Unſichtbaren entſproſſen, und in Form und Bildung kommen ſind.

10. In dem Worte ADONAI, als in dieſen ſechs Kräften, liegen die ſechs Eigenſchaften der ewigen Natur, als des na⸗ tuͤrlichen debens, daraus die Engel und Seelen, nach der In⸗ wendigkeit ihrer DEA find gefloſſen; und auch die ſechs Ta⸗ ge der Schoͤpfung dieſer Welt, welche mit dem ſehenden Leben (das ſich als das O mit ins Weſen bildet,) eingeſchloſſen wer⸗

den zur Ruhe, darinnen die ſechs Kraͤfte in der ſtillen Liebe, als in der ewigen Einheit ſtehen und ruhen, und aber mit ihrer Selber⸗Wirckung ohne Unterlaß wollen und ausgehen.

11. Und das iſt das O, der ſiebente Tag, darinnen GOtt von allen ſeinen Wercken hat geruhet, und ewig ruhet; das iſt, die ſechs Kräften als (1) die Begierlichkeit, (2) Beweglichkeit, (3) Empfindlichkeit, (4) Feuer oder deben, (5) Licht oder Liebe, (6) Schall, Unterſchiedlichkeit, oder Verſtaͤndniß] ruhen in deme, davon ſie entſprungen, als in dem O, als in der Staͤtte Gottes, darinnen die ewige Liebe angedeutet wird als die Ein⸗ heit, oder das Ichts der Einheit, welches iſt der ewige Sab⸗ bath aller Dinge des guten Weſens. |

12. Alſo verſtehen wir, (1) wie das Ewige Nichts auſſer allen Anfaͤngen, ein lauterlicher Schein, als das Auge des ewigen Sehens ſey. Denn alle Dinge ſehen darinnen als ein Richts, dieweil das Etwas iſt von dieſem Sehen entſprun⸗ gen, ſo ſiehet das Nichts, als die Ewige Einheit, durch alles ungehindert. | |

13. Und verſtehen (2) weiter, daß GOtt felber das Sehen und Empfinden des Nichts ſey, und wird darum ein Nichts genant, (ob es gleich GOtt ſelber iſt) daß es unbegreiflich und unausſprechlich iſt. i f

* * * N

6 AURX, Quæſtiones Lheclophicz, Ok. 3. 3 Die z Fig: | Was iſt Gottes Liebe und Zorn? wie iſt Er ein zorniger, eiferiger GOtt, weil Er ſelber

die unveraͤnderliche Liebe iſt? Wie mag Liebe und Zorn Ein Ding ſeyn?

Summarien.

Hus Jah iſt die Wahrheit ſelber. u. 2. Jah und ein find Ein Ding, ſcheiden ſich aber in 2 Centra. 3.4. Aus dem eigenen Wil⸗ len entſtehet das Nein; und die Einheit iſt das ausflieſſende Jah. . 6. Der eigene Wille begehret ſich ſelber, 7. und die Einheit begehret er zir Bewegniß, Erkentniß und Verſtaͤndniß; 8. Er machet Begierde und it magnetiſch: wie die Einheit gebende iſt. 9. 10. Der begehrende Wille iſt das Einziehen, daraus die 4 erite Geſtalten geboren werden, 21.12. darnach Gott ein verzehrend Feuer iſt; 13. und in der Finſterniß wird die Hölle. ibid. Die ite Eigenſchaft des Einziehens iſt das Nein, 24. als der Hollen Grund. 15. Das Liebe⸗Feuer aber in der sten Ei⸗ genſchaft it des Lichtes Grund. 16. Dieſe Liebe und Licht durchdringet das Feuer; 7. wie das Feuer⸗Brennen die Liebe wircklich macht. 18. Das Zorn⸗ und Liebe Feuer machen alſo 2 Centra 9. Das Zorn: euer iſt der Grund der ewigen Natur, 20. und das Centrum der Liebe iſt das Jah, darinnen der Engliſche und Seeliſche Geiſt verſtanden wird; er. gleichwie der Grund der Seelen und Engel in dem ewigen Natur⸗Feuer verſtanden wird. 22. Der Seelen Verdammniß ſtehet in der Eigen⸗ heit: 23. wie ihr ſanſtes Wolthun in der Liebe ſtehet. 24, In dieſem Feuer wohnet Gott in ſeiner Dreyheit; 25. und aus dieſem H. Feuer at das Jah, IEſus, ausgefloſſen. 26. In Gott iſt kein Zorn. 27. Dieſe 2, Liebe und Zorn, machen 2 Prineipia, 23.29. wo das Jah Got⸗ tes, und das Tein des Zorns Fundament iſt. 30. Die öte Geſtalt, zu darinn die H Namen GOttes ſtehen, ze und das wunderthuende Wort nach beyden Feuren, 33. fo der Grund Cabalà und Magiaͤiſt. 34. Die te Geſtalt iſt Weſenheit, davon die ſichtbare Welt entſprungen; 38. in ofen Weſen derſelben, find bende eentraliſche Feuer, 36. und innen liegt das H. Feuer verborgen, und vom Zorn verſchloſſen. 37. Dieſes H. Feuer war Paradeis, und muß inwendig erſt gefunden werden. 38. 39.

1. Antwort. Wiewol wir dem Leſer moͤchten alhier ſchwer zu verſtehen ſeyn, ſo mag er doch in Goͤttlicher Kraft und An⸗ kuffung GOttes alles verſtehen, fo ihme das recht Ernſt iſt.

2. Der Leſer ſoll wiſſen, daß in Jah und Nein alle Dinge beſtehen, es ſey Goͤttlich, Teufliſch, Irdiſch, oder was genant mag werden. Das Eine als das Jah iſt eitel Kraft und Le⸗

ben, und iſt die Wahrheit GOttes oder GOtt ſelber. Dieſer f ware

wre in ſich ſelber unerkentlich und waͤre darinnen keine Freu⸗ de oder Erheblichkeit, noch Empfindlichkeit ohne das Nein. Das Nein iſt ein Gegenwurf des Jah, oder der Wahrheit, auf daß die Wahrbeit offenbar, und etwas ſey, darinnen ein Cor. trarium fey, darinnen die ewige Liebe wirckend, empfindlich, wollende, und das zu lieben ſey. f b 3. Und koͤnnen doch nicht ſagen, daß das Jah vom Nein ab⸗ geſondert und zwey Dinge neben einander find, ſondern fie find nur Ein Ding, ſcheiden ſich aber ſelber in 2 Anfange, (Principia) und machen zwey Cenera, da ein iedes in ſich ſelber wircket, und will. Gleichwie der Tag in der Nacht, und die Nacht in dem Tage zwey Tenera find, und doch ungeſchieden, als nur mit Willen und Begierde find fie geſchieden. Denn fie haben zweys erley Feuere in ſich, als (t) den Tag, das Hitzige aufſchlieſſende, 0 und (2) die Nacht, das Kalte einſchlieſſende: und iſt doch zu⸗ ſammen nur Ein Feuer, und ware keines ohne das andere of⸗ fenbar oder wirckend: Dann die Kalte iſt die Wurtzel der Hi⸗ tze, und die Hitze iſt die Ur ſache daß die Kalte empfindlich ſey. Auſſer die ſen beyden, welche doch in ſtetem Streite ſtehen, waͤ⸗ ren alle Dinge ein Nichts, und ſtuͤnden ſtille ohne Bewegniß. 4. Alſo auch ingleichen, von der ewigen Einheit Goͤttlicher Kraft zu verſtehen iſt: wann der ewige Wille nicht ſelber aus ſich ausflöffe, und führte ſich in Annehmlichkeit ein, fo waͤre kei⸗ ne Geſtaͤltniß noch Unterſchiedlichkeit, ſondern es waren alle Kraͤften nur Eine Kraft; fo möchte auch keine Verſtaͤndniß ſeyn: Dann die Verſtaͤndniß urſtaͤndet in der Unterſchiedlich⸗ = 1 831 da eine Eigenſchaft die andere ſiehet, probiret und will.

5. Ingleichen ſtehet auch die Freude darinnen: Soll aber eine Annehmlichkeit urſtaͤnden, ſo muß eine eigene Begierde zu feiner Selbſt⸗ Empfindlichkeit ſeyn, als ein eigener Wille zur Annehmlichkeit, welcher nicht mit dem einigen Willen gleich iſt und will: Dann der einige Wille will nur das einige Gut, das er ſelber iſt, er will ſich nur ſelber in der Gleichheit; Aber der ausgefloſſene Wille will die Ungleichheit, auf daß er von deere Gleichheit unterſchieden, und fein eigen Etwas ſey, auf dag etwas ſey, das das Ewige Sehen ſehe und empfinde: und aus dem eigenen Willen entſtehet das Tein; dann er fuͤhret ſich in Eigenheit, als in Annehmlichkeit feiner ſelber; er will twass

ſeyn, und gleichet ſich nicht mit der 9 dann die Einheit iſß 4 a 855

*

ernennen LEILUIODELIUO, r. 3. en ausflieſſend Jah, welches ewig alſo im Hauchen ſeiner ſel⸗ ber ſtehet, und iſt eine Unempfindlichkeit, dann ſie hat nichts darinnen ſie ſich moͤge empfinden, als nur in der Annehmlich⸗ keit des abgewichenen Willens, als in dem Nein, welches ein Gegenwurf iſt des Jah, darinnen das Jah offenbar wird, und darinnen es etwas hat, das es wollen kann.

6. Dann Eins hat nichts in ſich, das es wollen kann, es du⸗ plire ſich denn daß es Zwey ſey; fo kann ſichs auch ſelber in der Einheit nicht empfinden, aber in der Zweyheit empfindet ſichs.

7. Alſo verſtehet nun den Grund recht; Der abgeſchiedene Wille iſt von der Gleichheit des ewigen Wollens ausgegan⸗ gen, und hat auch nichts, das er wollen kann als nur ſich ſelber: Weil er aber ein Etwas iſt gegen der Einheit, (welche iſt als ein Nichts, und doch Alles iſt) fo fuͤhret er ſich in Begierde feiner ſelber ein, und begehret ſich ſelber, und auch die Einheit, daraus er gefloſſen iſt.

8. Die Einheit begehret er zur empfindlichen Liebe⸗Luſt, daß die Einheit in ihme empfindlich ſey, und ſich ſelber begehret er zur Bewegniß, Erkentniß und Verſtaͤndniß, auf daß eine Schiedlichkeit in der Einheit ſey, daß Kraͤfte urſtaͤnden: Und wiewol die Kraft keinen Grund noch Anfang hat, ſo werden aber in der Annehmlichkeit Unterſcheide, aus welchen Unter⸗ ſcheiden die Natur urſtaͤndet.

9. Dieſer ausgefloſſene Wille fuͤhret ſich in Begierde, und die Begierde iſt Magnetiſch, als einziehend, und die Einheit iſt ausflieſſend. Jetzo iſts ein Contrarium, als Jah und Nein: Denn das Ausflieffen hat keinen Grund, aber daß Einziehen machet Grund. Das Nichts will aus ſich, daß es offenbar ſey, und das Etwas will in ſich, daß es im Nichts empfindlich ſey, auf daß die Einheit in ihme empfindlich werde. So iſt doch Aus und Ein eine Ungleichheit.

10. Und heiſſet das Nein darum ein Nein, daß es eine einge⸗ kehrete Begierde iſt, als Nein⸗werts einſchlieſſend: Und das Jah heiſſet darum Jah, daß es ein ewiger Ausgang, und der Grund aller Weſen iſt, als lauter Wahrheit. Denn es hat kein

Nein vor ihme, fondern das Nein urſtaͤndet erſt in dem aus⸗ gefloſſenen Willen der Annehmlichkeit.

1. Diefer ausgefloſſene, begehrende Wille iſt einziehend, und faſſet ſich ſelber in ſich, darvon kommen Geſtaͤltniſſe und Eigenſchaften. (1) Die erſte Eigen ſchaft iſt Schärfe .

ommt

Fr.3. Welkachtung Gott. ſfend. 9 kommt Haͤrte, Kalte, Trocken und Finſterniß. Denn dieAn gezogenheit uͤberſchattet ſich ſelber; und dieſes iſt der wahre Grund der ewigen und auch zeitlichen Finſterniß; und die Haͤr⸗ tigkeit und Schaͤrfe iſt der Grund zur Empfindlichkeit. (2) Die zweyte Eigenſchaft iſt die Bewegniß im Anziehen, die iſt ei⸗ ne Urſache des Scheidens. (3) Die dritte Eigenſchaft iſt die wahre Empfindung zwiſchen der Haͤrte und der Bewegniß, darinnen ſich der Wille empfindet, denn er befindet ſich in groſ⸗ ſer Schaͤrfe, gleich einer groſſen Angſt, gegen der Einheit alſo geredet. (4) Die vierte Eigenſchaft iſt das Feuer, als der Blitz des Glantzes; das urſtaͤndet in der Zuſammenfuͤgung der groſſen aͤngſtlichen Scharfe, und der Einheit: denn die Einheit iſt ſanft und ſtille; Und die bewegliche harte Schaͤrfe iſt ſchreck⸗ lich, als ein Grund der Peinlichkeit.

12. Alſo iſts ein Schrack in der Zuſammenfuͤgung; und in dieſem Schracke wird die Einheit ergriffen, daß ſie ein Blick oder Glaſt wird, als eine erhebliche Freude. Dann alſo ur⸗ ftandet das Licht mitten in der Finſterniß: Dann die Einheit wird zu einem Lichte, und die Annehmlichkeit des begierlichen Willens in den Eigenſchaften wird zu einem Geiſt⸗Feuer, wel⸗ ches ſeinen Quall und Urſprung aus der herben, kalten Schaͤr⸗ fe, in der Bewegniß, und Empfindlichkeit in der Finſterniß u ; und iſt eben deſſen Weſen, als eine ſchreckliche Verzehr⸗ ichkeit.

13. Und darnach iſt GOtt ein zorniger, eiferiger GOtt, und ein verzehrend Feuer genant; Nicht nach deme / was Er in ſich ſelber auſſer aller Annehmlichkeit iſt, ſondern nach dem ewigen Feuer⸗Grunde; und in der Finſterniß wird das Fundament der Hoͤllen, als eine Vergeſſenheit des Guten, verſtanden, wel⸗ che Finſterniß im Lichte, wie die Nacht im Tage, gantz verbor⸗ gen ift, wie Johannis 1: 5. zu leſen. |

14. Alſo ſehen wir in oberzehlten Eigenſchaften GÖttes Jorn, als die erſte Eigenſchaft des Einziehens in das Wein: denn ſie gleichet ſich nicht mit dem Jah, als mit der Einheit, denn fie machet in ſich eine Sinfterniß, das iſt eine Verlierung des Guten. |

15. Sum andern machet fie in ſich eine Schärfe, das iſt der Grund des ewigen Sterbens der Sanftmuth, von der fanften Einheit. Zum dritten machet ſie in ſich eine Harte, das iſt der ewige Tod, als eine Unmacht. 2 vierten machet ſie in

5 ſich

XIX. Quaſtiones Theofophicz, Fr. 3.

5 in ſolcher Harte des Todes, eine immerwaͤhrende peinliche Empfindniß. Jum fünften machet fie in fich einen aͤngſtli⸗ chen Feuer⸗Quall. Und in dieſen Eigenfchaften wird GOt⸗ tes Zorn und das Höllifche Feuer verſtanden: Und wird dar; um „Hölle oder Höhle genant, daß es eine Verborgenheit oder Einſchlieſſung iſt; Auch wirds darum eine Feind ſchaft GOt⸗ tes genant, daß es peinlich, und die Einheit GOttes eine laute⸗ re Sanft muth iſt, und iſt gegen einander, wie Feuer und Waſ⸗ ſer: Davon auch in dieſer Welt Weſen in der Schoͤpfung Feuer und Waſſer ſeinen Urſprung genommen hat.

16. Die fuͤnfte Eigenſchaft in ſolcher Anzuͤndung des aus⸗ gefloſſenen Willens iſt nun die Empfindlichkeit der Einheit Gottes, als die Liebe, welche im Feuer beweglich, und begier⸗ lich wird, und machet im Feuer (als in der Peinlichkeit) ein an⸗ der Principium , als ein groſſes Liebe Feuer. Denn ſie iſt die Urſache und der Grund des Lichtes, daß in der Feuers ⸗Eſſentz das Licht entſpringet; fie iſt der Liebe Kraft im Lichte, denn alſo fuͤhret ſich die Einheit in Bewegniß und Empfindlichkeit ein, auf daß die Ewige Kraft empfindlich und ein Wollen Begierde, und Schiedlichkeit darinnen ſey, ſonſt waͤre die Einheit eine ewige Stille, und unempfindlich.

17. Dieſe Liebe und Licht wohnet im Feuer, und durchdrin⸗ get das Feuer, daß des Feuers Eſſentz in die hoͤchſte Freuden⸗ reich gewandelt und kein Grimm mehr erkant wird, ſondern ein lauterlicher kiebe⸗Geſchmack Goͤttlicher Empfindlichkeit 18. Dann alſo uͤber⸗inflammiret fich die ewige Einheit, daß fie eine Liebe ſey , und daß etwas ſey, das zu lieben ſey. Denn ſo die Liebe der Einheit nicht in Feuer⸗brennender Art ſtuͤnde, ſo waͤre ſie nicht wircklich, und waͤre keine Freude oder Beweg⸗ niß in der Einheit.

19. So verſtehet man nun in der Feuers⸗Eſſentz GOttes Zorn: und in der Liebe Empfindlichkeit, als in der empfindli⸗ chen Einheit, das Goͤttliche Liebe⸗Feuer; die machen zwey Centra in Einem Gr unde, als zweyerley Feuer.

20. (1) Das Zorn⸗ Feuer im ausgefloſſenen Willen der Ans nehmlichkeit, iſt ein Grund der ewigen Natur, daraus die En⸗ gel und Seele des Menſchen ihren Grund haben empfangen, und wird Myſterium Magnum genant; Aus welcher ewigen Natur auch dieſe ſichtbare Welt entſproſſen und geſchaffen iſt, als ein Gegenwurf der Inwendigkeit.

\ 21. (2) Und

3. Serrrad kung Goll. SITTEND, 11 21. (2) Und das Centrum der Liebe iſt das Jah, als das Feuer⸗flammende Hauchen, welches GOttes Wort genant wird, als das Hauchen der Einheit GOttes, das Fundament der Kraft, darinnen wird der wahre H. Geiſt verſtanden, in dem Ausfluſſe des Liebe⸗Hauchens, als die Bewegniß oder das Leben der Liebe. Auch wird der Engliſche, ſowol der ſeeliſche Geiſt darinnen verſtanden, in welchem GOtt offenbar iſt und

wohnet.

22. Aber der Grund der Seelen und Engel, nach ihrer Na⸗ tur, wird im ewigen Natur⸗Feuer verſtanden. Dann die kla⸗ re Gottheit wird nicht Creatuͤrlich, (denn fie iſt eine ewige Ein⸗ heit) ſondern ſie durchwohnet die Natur, wie ein Feuer das Ei⸗ fen durchgluͤet. a |

23. Und verſtehen an dieſem Orte die Möglichkeit der Vers dammniß der Engel und Seelen, ſo ſie das eiebe⸗Feuer verlieren, daß ſie ſich von Goͤttlicher Einheit abſcheiden, und in eigene Begierde eingehen, ſo brennet alsdann das Zorn⸗Feuer in ih⸗ nen, und iſt ihr recht Leben. |

24. Aber fo das Göttliche Liebe- Feuer in ihrem Centrali⸗ ſchen Feuer brennet, fo iſt ihr Feuer⸗Leben ein eitel Freude und ſanftes Wolthun, und ſtehet GOttes und der Natur Feuer in ihnen in einem einigen Grunde. .

25. In dieſer fuͤnften Eigenſchaft wird die Glorie und Ma⸗ jeſtaͤt GOttes offenbar, als ein Licht der diebe. Davon die Schrift ſaget (1. Tim. 6:16.) GOtt wohnet in einem Lichte, dar⸗ zu niemand kommen kann; anzudeuten, daß keine Creatur aus dem Centraliſchen Feuer der Liebe iemals geboren iſt worden, dann es iſt das allerheiligſte Feuer, und GOtt in feiner Drey⸗ heit ſelber. |

26. Und aus dieſem heiligen Feuer iſt ausgefloſſen das Jah, als ein Strahl der empfindlichen Einheit, der iſt der theure Name JEſus welcher die arme Seele wieder vom Zorn: Feuer erlöfete, und ſich ſelber, in Annehmung der Menſchheit, in das abgewichene Centraliſche Zorn⸗Feuer GOttes Zornes, in die Seele eingab, und ſie wieder mit dem Liebe⸗Feuer anzuͤndete, und mit GOtt vereinigte. |

27. © ihr Menſchen mercket das! So verſtehet nun das rechte Fundament; In Gott iſt kein Zorn, es iſt eitel lauter⸗ liche Liebe; Allein im Fundament, dadurch die Liebe beweglich wird, iſt Zorn⸗Feuer, aber in Gott iſts nur eine e der

. reife

12 AIUX, Quæſtiones Theoſophicæ. Fr.z. Freudenreich und der Kraͤfte; und im Centro des Zorn⸗Feuers iſts die groͤſte erſchrecklichſte Finſterniß, Pein und Quaal.

28. Und ſind die zwey in einander wie Tag und Nacht, da keines das ander begreiffen mag, ſondern eines wohnet im an⸗ dern, und machen 2 Principia, als zween ewige Anfänge.

29. Der erſte Anfang wird das Reich Gottes in der Liebe genant: und der andere Anfang wird das Reich GOttes Zor⸗ nes genant, als das Fundament der Hoͤllen, darinnen die ver⸗ ſtoſſenen Geiſter wohnen.

30. Das Fundament des Reiches Gottes iſt lauter Jab, als Krafte des ſchiedlichen Wortes; Und das Fundament des Zorns Gottes iſt lauter Nein, davon die Fügen urſtaͤnden; Deswegen ſagte Chriſtus: Der Teufel waͤre ein Vater der Luͤgen, denn ſein Fundament iſt lauter Nein, und Wiederſpre⸗ chen der Wahrheit, als dem Jah.

51. Die ſechſte Eigenſchaft im ausgefloſſenen Willen iſt der Hall, Schall, Verſtaͤndniß, Rede, oder Unterſcheiden, als der wahre Verſtand; und ſtehet in beyden Centraliſchen Feueren zugleich; im Centro der eigenen Annehmlichkeit des natuͤrli⸗ chen Feuers, ohne Mitwirckung des H. Feuers (ſoferne dieſe beyde Feuere geſchieden werden, wie bey den Teufeln und Ver⸗ dammten Seelen zu verſtehen iſt) iſts nicht Verſtand, ſondern nur Liſt und Scharfſinnigkeit, als eine Probirung des Funda⸗ ments der Natur; ein eitel Mißbrauch der Natur⸗Kraͤfte, da⸗ von Betrug, Argwohn, Thorheit, Narrheit und Leichtfertig⸗ keit urſtaͤndet.

32. In dieſer ſechſten Eigenſchaft ſtehen die H. Namen, als die Goͤttlichen Kraͤfte im Aufthun der Einheit, im Wircken und Wollen, und ſtehen in beyden Feueren zugleich; als im Feuer der natürlichen Beweglichkeit und im Feuer derdiebe⸗Flamme.

33. Alhier ſtehet das Wunderthuende Wort in ſeiner Wir⸗ ckung, denn der groſſe Name GOttes TETRAGRAMMATON (Je Hoval) iſt das Centrum der Wunder GOttes alhier, wel⸗ cher in beyden Centraliſchen Feueren wircket, welchen die boͤ⸗ ſen Geiſter, in ihrer Verwandelung nach dem Centro des Feuers Natur, mißbrauchen.

34. Und iſt der Grund der gantzen CABALA und Magia in dieſem Grunde begriffen; dann es find die wirckiche Krafte, da das Unempfindliche in dem Empfindlichen mitwircket. Und an dieſem Orte lieget das Geſetz Moſis davor, den an zu —

a rauchen

WI-.4. Welrachtung Gott. Bſſend. 13 brauchen bey ewiger Straffe wie im andern Gebote der zehen Geboten zu ſeben iſt; den Unſern alhie genug geſagt, und den Gottloſen ein Schloß davor.

35. Die ſiebente Eigenſchaft des ausgefloſſenen, begierli⸗ chen Willens iſt die Weſenheit, darinnen alle Kraͤfte im Weſen liegen und wircken, als ein Subjectum aller Kraͤfte, davon die ſichtbare Welt iſt entſprungen, und durch die Bewegniß des Wunder⸗thuenden Namens ausgefloſſen, und in Schiedlichkeit und Foͤrmlichkeit gegangen.

36. Deswegen ſind in allen Weſen dieſer Welt beyde Cen⸗ traliſche Feuer, nach GOttes Liebe und Zorn, wie an den Crea⸗ turen zu ſehen iſt.

37. Aber das H. Feuer liegt innen verborgen, welches der Fluch (als die Bewegniß GOttes Zornes) mit der Suͤnde ver⸗ ſchloſſen halt, wie an der Tinctur zu verſtehen, und doch ein möglicher Eingang iſt, durch GOttes Zulaſſung. 8

38. Daſſelbe ausgefloſſene H. Feuer, als das noch mit durch die Erde wirckte, war das Paradeis, und iſt wol noch, aber der Menſch iſt heraus geſtoſſen, und ſuchet ſich mancher zu tode an dieſem Feuer, und findets doch nicht, er habe es denn zuvor in ihme ſelber gefunden. EEE,

39. Alſo verſtehet uns in dieſer Frage, von GOttes diebe und Zorn, daß zweyerley Feuer verſtanden werden, als (t.) ein Liebes Feuer, da iſt lauter Licht, das wird GOttes Liebe genant, als die empfindliche Einheit. (2. Und ein Zorn Feuer von der Annehmlichkeit des ausgefloſſenen eigenen Willens, dadurch das Liebe⸗Feuer offenbar wird, welches Zorn⸗Feuer ein Grund der ewigen Natur iſt, und im Centro ſeiner Inwendigkeit eine ewige Finſterniß und Pein genant wird: Und ſind doch beyde Feuer nur ein einiger Grund, und von Ewigkeit in Ewigkeit je geweſen, und bleibende, ſcheiden ſich aber in zweene ewige An⸗ fange, wie am Feuer und Licht nachzuſinnen iſt.

i Die 4. Frage. Was iſt geweſen, ehe denn die Engel und Schoͤpfung war?

Summarien.

Ott war mit den 2 eentraliſchen eueren, als eine ewige Gebaͤrun⸗ ge der Wunder, da alle Creaturen in einer TDEY inne lagen, . 1. und beyde eentraliſche Feuer waren ein Einiges Weſen, ſedoch

in

14 XIIX. Quæſtiones Theoſophicæ. Fr. 4. in 2 Prineipien.2. Da ſich nun das centralifche Feuer des eigenen Wil⸗ lens beweget hat: fo it die Schoͤpfung ergangen, Laß die Idea bildlich

worden; 3. In welcher Bewegung das höoͤlliſche Fundament auch mit 8 ie A ; 2 liz Pen 0 Gottes biebe in das

eentralifche Feuer des Zorns abgewandt, s. welches nun ein Centrum

der ſichtbaren Welt iſt, und wird der Satan genant. 6.

I. Antwort. Es war Gott mit den zwey Centraliſchen Feueren, mit den groſſen Kraͤften, als eine ewige unendliche Gebaͤrunge der Wunder, Farben und Tugenden, da die Engel und Seele des Menſchen, ſamt allen Creaturen, dieſer, und der inwendigen Engliſchen geiſtlichen Welt, in einer IDEA oder geiſtlichen Inmodelung, inne lagen, darinnen GOtt alle ſeine Wercke hat von Ewigkeit geſehen, nicht in Creatuͤrlicher gebil⸗ deter Art und Form, als in einer Scheidung, ſondern in Form⸗ yon der Kraͤfte, da GOttes Geiſt mit fich ſelber geſpie⸗ et hat.

2. In dieſen Centraliſchen Feueren war das Element, und waren beyde Centraliſche Feuer ein einiges Weſen, nur in zweyen Principien unterſchieden, wie Feuer und dicht.

3. Als ſich aber das Centraliſche Feuer des eigenen Willens hat beweget, und in eine groͤſſere Begierde zu ſeiner Beſchau⸗ lichkeit und Formirung eingefuͤhret, ſo iſt die Schoͤpfung er⸗ gangen, welches der ewige Wille GOttes nach beyden Feueren, 2 hat, daß die Idea bildlich worden zum Lobe der Wunder Gottes.

4. Und in ſolcher Bewegniß iſt das hoͤlliſche Fundament Gottes Zorns mit hervor gebrochen, welches GOtt aus feiner Wirckung verſtoſſen, und in die Finſterniß beſchloſſen hat; Al⸗ da ſtehets noch auf heute, als ein hungeriger Gaumen, voller Begierde nach der Schoͤpfung, und will auch ereatuͤrlich und bildlich ſeyn.

5. Und das iſt der Grund und die Urſache, daß der Thron⸗ Fuͤrſte Lucifer ſich von GOttes Liebe hat abgewandt in das Centraliſche Feuer des Zornes, darinnen er meinte über GOt⸗ tes Sanftmuth und Liebe zu herrſchen, und ward aber um des⸗ willen aus dem Centraliſchen Liebe⸗Feuer ausgeſtoſſen, und verlor ſeinen Thron im Lichte, und beſitzt nun die Hoͤlle; Alſo geſchicht auch der verdammten Seelen.

6. Dieſes hoͤlliſche Fundament im Fluche GOttes Zorns

iſt ein centrum der ſichtbaren Welt / und wird der Satan dene | avon

De. LIEGT NIE a EIS a)

davon Chriſtus ſagte, er verfuͤhre die gange Welt, und wird im Reiche der Finſterniß verſtanden, da Hitze und Kalte im Streite find, den Unſern gnug⸗ 8

Die 5. Frage.

Was war der Grund und das Weſen, da⸗ von die Engel ſind geſchaffen worden; was war dieſelbe Kraft im Worte Gottes, welche ausfloß und Creatuͤrlich ward?

Summarien.

Je Schrift nennet die Engel Feuer⸗Flammen. 5. 1. . Die JDeu iſt eine Form Goͤtklichen Namens geweſen, 3. und durch das Hauchen im Feuer offenbar worden. J. Mit dem

Jah hat ſich auch das Nein gebildet, als der eigene Wille, 3. welcher ſich im vueifer vom Jah abgebrochen, 6. daher der Teufel ein eitelee Luͤgner. 7. Der H. Engel IDEN if eine Figur des H. Namens Got⸗ tes; 83. So viel Namen, fo viel der Ideen, wie die Sternen. 9. 10. Aus den Thronen iſt die Idea entſproſſen. u. Die Engel ſind unter⸗ ſchieden in Thronen und Aemter, 12. und wohnen im innern Element des Feuers und Lichts. 3. Ihr Fundament iſt aus beyden Central⸗ Feuren, 14. aus den Goͤttlichen Senſibus. 13. Die Kraft der Fuͤrſten⸗

Engel ſtehet in der Staͤrcke der Feuers⸗Macht. 16. So ſind auch Fürs

ſten in den Elementen; ſind aber den inneren nicht gleich. 17. Die Geiſter der Buchſtaben und deren Zuſammenſetzung, koͤnnen den Ver⸗ ſtand öffnen, 18. wie in den Engeln, alſo auch im menſchlichem Reich. 19. Verbum Domini iſt der Verſtand: die Engel find ſeine Buchſta⸗ ben; 20. die Fuͤrſten⸗Engel deuten die Buchſtaben an, und die dienſtba⸗ ren, die Zuſammenſetzung: 21. wie nun in den Buchſtaben die Kraft zum Senſu liegt: alſo auch in den Fürſten⸗Engeln. 22. Der Menſch kennet die Kraft in feinem Munde nicht, 23. indem er aller Dinge Macht im Munde fuͤhret. 24. 25. en 7 1 Antwort. Die Schrift faget von GOtt: Pfal. 104. 4. Du macheſt deine Diener zu Winden, und beine Engel zu Feuer⸗Flammen. In dieſen Worten lieget der gantze Ver⸗ ſtand; dann mit dem Worte Diener wird die Bildliche Idea, als der Geiſt der Engel verſtanden aus dem Oden oder Hau⸗ 38 3 Kraft und Macht, aus dem H. Namen ttes. 1 2. Und das Wort Feuer⸗Flammen deutet an das Centra⸗ liſche Feuer der ewigen Natur, darinnen die Creatur ihres | N Weſens

*

. IiiOnes ZDEDBIODPNIEQ, Fr.5.

Weſens ſtehet, als der eigene Wille eigenes Weſens. Dieſes verſtehet man alſo:

3. Die IDEA oder das Ebenbild GGttes iſt geweſen eine Form Goͤttliches Namens in dem aufthuenden Namen GoOt⸗ tes, darinnen GOtt alle Dinge von Ewigkeit hat erkant, als eine Imagination Goͤttliches Willens, da ſich der Wille des Ungrundes hat in eine Form gebildet, und iſt doch keine Crea⸗ tur geweſen, ſondern nur eine DEA, wie ſich ein Bilde in eis nem Spiegel bildet; alſo hat ſich die Imagination Goͤttlicher Kraft in dem ausflieſſenden Namen GOttes gebildet.

4. Als aber GOtt ſolche DEA M wolte in lebendiger Crea⸗ tur haben, als in eigenem Wollen, ſo hat er das Centraliſche Feuer der ewigen Natur beweget und gefchieden,fo iſt die IDEA im Feuer offenbar worden, welches durch das Hauchen oder Jah iſt geſchehen. i

5. So hat fich das Nein, als der ausgefloſſene Wille eige⸗ ner Annehmlichkeit, mit in das ausgehauchte Ja gebildet, auf⸗ daß die Creatur in eigenem Willen ſtuͤnde: welcher eigene Wille im Centraliſchen Feuer, als in den Eigenſchaften zum Feuer, verſtanden wird, darinnen das creatuͤrliche Leben

ehet. :

6. Dann ſo das nicht wäre geweſen, ſo hatte Lueifer nicht mögen in eigenem Willen ſich vom Guten abbrechen und fal⸗ len. Haͤtte er nicht eigenen Willen gehabt, fo muͤſte GOttes Kraft gefallen ſeyn; ſo aber hat ſich die Creatur vom Guten abgebrochen, und wollen in der Macht und in den Eigenſchaf⸗ ten des Centraliſchen Natur⸗Feuers herrſchen, als in der Ver wandelung und Phantafey, darein er auch kam.

7. Darum hieß ihn Chriſtus einen Mörder und Lügner vom Anfang, und ſolches darum, daß das Nein hat das Re⸗ giment in ihme bekommen, ſo iſt er ein eitel Lügner.

8. Der guten Engel Eſſentz und Weſen iſt eine Kraft des Centraliſchen Feuers und des Centraliſchen Lichts; darinnen ſtehet ihre Bildniß: Aber die DEA in ihnen iſt eine Figur des H. Namens G0ttes, als des Wunderthuenden Wortes. 9. Und wie nun der Goͤttlichen (Kraͤften und) Namen viel und ohne Zahl ſind alſo iſt auch einUnterſcheid unter den ID Els in ihnen, gleichwie eine Kraft eine andere Wirckung hat als die andere, ob ſie wol in GOtt gleich find ‚fo find fie doch in dem Aus fluſſe, als in der Weis heit, unterſchieden, wegen * Offen⸗

arung

Fr. 5. Betrachtung Goͤttl Offenb. 17 barung und Wunder. Alſo iſt auch ein Unterſcheid der Engli⸗ ſchen IDEA in den Kräften; und hat je einer eine groͤſſere Kraft und Macht als der ander, auch andere Tugend.

10. Gleichwie die Sternen am Firmament unterſchieden find, alfo auch die Engel, aufdaß eine Harmonia ſey, als eine Freude und Erkentniß der Goͤttlichen Kräften.

11. Ihr recht Fundament ſtehet in den Thronen der Kraͤf⸗ ten Gottes, und find allenthalben (alleſamt) Diener in ſol⸗ chen Thronen der Kraͤften. Dann aus den Thronen, als aus dem heiligen ausflieſſenden Namen GOttes, aus der ewigen Einheit, iſt die IDEA entſproſſen, deswegen ſind Unterſcheide und Herrſchaften unter Ihnen.

12. Ob ſie wol alle GSttes Diener ſind, ſo hat doch ein ie⸗ der Thron ſeine Aemter und Legionen mit ſonderlichen Na⸗ men, nach denſelben Thronen und Kraͤften. Deswegen ſind Fuͤrſten⸗Engel unter ihnen, alles nach iedes Thrones Eigen⸗ ſchaft; was fuͤr eine Kraft der Thron hat, alſo iſt auch der Fuͤrſten⸗Engel, die anderen find Diener nicht Knechte, ſondern Stimmen in der Harmonia des Thrones, alles zum Lobe des groſſen GOttes.

13. Die gantze Tieffe in der Welt und auſſer der Welt iſt voll ſolcher Thronen und Herrſchaften, aber nicht in den vier Elementen, ſondern im reinen Elemente des innern Feuers und Lichtes; ſie beſitzen ein ander Principium, nemlich eine an⸗ dere Welt, welche wol auch in dieſer Welt iſt, aber in anderer Qualitaͤt, in einem andern Chaos.

14. Alſo verſtehet der Engel Fundament, ſie ſind aus der Eſſentz beyder innern ewigen Centraliſchen Feueren: ihre Kraͤften ſind die groſſen ausflieſſenden Namen GOttes, alle entſprungen aus dem Ja, und gefuͤhret ins Nein, aufdaß die Kraͤfte offenbar wuͤrden, und ſo muſte ein Gegenwurf ſeyn, N ein Unterſcheid waͤre.

Der Name Jachiel (der HErr der Lebendige mein GO iſt die Unterſcheidung der Idea der Tugenden; daraus fleuſſet Eliel, (G Ott mein GOtt) und die heilige Namen nach Goͤttlicher Eigenfchaft, derer viel find. Dem Leſer nur anzu⸗ deuten, welche alle aus den Goͤttlichen Senfibus flieffen.

16. Aber die Namen der Fuͤrſten Engel, welche im Senfte das R. T. oder S. führen, derer Kraft ſtehet in der Staͤrcke der Feuers⸗Macht, aus dem hohen * W

8s

18 XIIX. Quæſtiones Theofophicz. Fr. 5. (JeHoVaH) und find Fuͤrſten über das Geſtirn und Elemente, denn ſie haben ihre Wohnung in dem innern Element, davon die 4 Elementa find ausgefloſſen und noch ausflieſſen.

17. Wiewol noch andere auſſerliche Fuͤrſten auch ſind, wel⸗ che in den vier Elementen wohnen, und Sternen⸗Geiſter ge⸗ nant werden, als Aſcendenten, welche auch ihre Eigenſchaften haben in der Welt, aber nicht den Innern gleich. Dann ſie haben ein ander Chaos aͤuſſerlicher Art, davon alhier nicht weiter zu melden, wegen des Mißbrauchs und Aberglaubens.

18. Wenn wir wollen der Engel Krafte und Tugenden be⸗ trachten, und gantz recht verſtehen, und nicht an Bildern han⸗ gen, wie die thoͤrichte Vernunft allezeit thut, ſo betrachten wir nur die Geiſter der Buchſtaben, in was Senfu und Kraft ein ieder ſtehet; und betrachten hernach die Zuſammenfuͤgung

derſelben buchſtabiſchen Geiſter, davon das Wort oder Ver⸗ ſtand entſtehet, ſo haben wir den gantzen Grund mit Ja und Nein, ihr gantzes Fundament. |

19. Gleichwie nun die Wörter mit den buchſtabiſchen Gei⸗ ſtern (vocalen) unterſchieden find, alſo iſt auch ihre Unterſchei⸗ dung in Creatuͤrlicher bildlicher Art: Wie denn auch das menſchliche Reich alſo iſt und alles was Creatur heiſſet. Sie ſind allzumal nur Göttliche Senfus aus den beyden centrali⸗ ar Feueren, wie zuſammen⸗geſetzte Worte Goͤttlicher Kraͤften.

20. Denn gleichwie das gantze Alphabeth der gantze Ver⸗ ſtand aller Weſen iſt, alſo iſt GOttes Wort der einige Ver⸗ ſtand aller Dinge, und die Engel ſind ſeine Buchſtaben.

21. Die Fuͤrſten⸗Engel deuten die Buchſtaben an, als die Thronen, und die dienſtbaren Engel deuten die Zuſammen⸗ ſetzung der Senſuum an, die laſſen ſich zur Harmonie Goͤttli⸗ cher Verſtaͤndniß zum Lobe GOttes gebrauchen.

22. Gleichwie in den Buchſtaben die Gewalt und Kraft zum Unterſcheiden der Senſuum lieget; alſo auch lieget die groͤſte Kraft in den Thron⸗Engeln; die andern ſind gleich der Zuſammenfuͤgung der Buchſtaben zum Unterſcheiden, und ſind Mit⸗Kraͤfte; Wie der Baum in ſeinen Aeſten alſo iſt auch ihr Regiment und Ordnung zu verſtehen. Dann in ſolcher Form ſtehen auch alle Geſchlechte, in den vier Elementen. ſamt den Menſchen, ein iedes Geſchlecht hat faſt ſeine Obern,

welches alles eine Figur der innern geiſtlichen Welt ift. 23. Wenn

Fr. s. Betrachtung Goͤttl. Offend 19

23. Wenn der Menſch nicht alſo ins Nein wäre beſchloſ⸗ ſen, daß er koͤnte verſtehen, was für Kräften er in feinem Mun⸗ de fuͤhrete, was far eine Gewalt darinnen ſtehet, er wiirde ſich deſſen hoch erfreuen: aber er mags nicht wiſſen, wegen des Fluches, ſo davor liegt, denn er wuͤrde ſie mißbrauchen.

24. Er fuͤhret die Macht aller Dinge in ſeinem Munde ſchwebend hatte er den Glauben, daß er dieſe Kraft möchte bilden, fo hatte er den Grund aller Heimlichkeiten, und möchte Wunder thun wie die Engel; welches auch die Schrift bezeu⸗ get: So ihr Glauben habet, als ein Senf⸗Koͤrnlein, fo moͤget ihr zum Berge ſagen: Stuͤrtze dich ins Meer. (Match. ar: 21.) Item: Das Wort iſt dir nahe, als nemlich in deinem Munde und Hergen. (Rom. 10: 8.) 1 25. Und dieſes iſt, wie oben gemeldet, den Unſern verſtau⸗ den, und weiter nicht, wegen des Mißbrauchs; es lieget ein feſtes Siegel davor, daß es kein Unwuͤrdiger verſtehen ſoll, und iſt auch verboten, hiervon ausfuͤhrlich zu ſchreiben, iedoch iſt die Zeit geboren, daß es offen ſtehen ſoll. Aber nur den Würdigen. Alhier genug.

Die 6. Frage.

Was iſt der Engel Amt und Thun, und

warum fuͤhret ſich GOttes Kraft in 5 Bildung ein? Summarien.

Obtt regieret durch die Engel, g. 1. welche Kräfte des Wortes Ottes ſind, 2. wie aus dem Gemuͤth die Sinnen kommen. 3.

G btt iſt das ewige Gemüth als der Verſtand. 4. Das Jah iſt Goͤttlich: das Nein iſt Eigenheit s. In Gott find keine Gedancken. 6. Er wircket alles durch der Engel Geſchaſte, 7. welche Arbeiter der Wunder GOttes ſind, 8. 9. und wird ihnen, was ſie begehren. 10. Der Engel Freude in ihrer Erkentniß. u. Ihre Speiſung iſt eine Schöpfung. 12. Die Schöpfung der innern und aͤuſſern Welt, ‚it eine Bildung der Kräfte GOttes. 13. Die ſichtbare Welt iſt das ausgeflof- ſene Wort. 14. Je inwendiger in der Kraft, je näher GOtte. 5.6. Die Engel ſind Geſpielen der Freudenreich GOttes. 11. Die Heiden haben den innern Grund nicht gehabt. 18. En

I. Antwort. Wie wir Menſchen auf Erden alle Dinge, 38

als die gantze Verſtaͤndniß mit der Schiedlichkeit der Worte,

20 XIX. Quæſtiones Theofophicz. Fr. 6.

regieren, alſo auch wircket und regieret GOtt, als das ewige Gemuͤthe der einigen Kraft, mit ſolchen bildlichen Worten in der Weisheit. N 0 ö |

2. Die Engel find eitel gebildete Kräfte des Wortes GOt⸗ tes: dann des Menſchen Gemuͤth iſt ein Gegenbild der ewigen Kraft GOttes.

3. Dann alle Sinnen kommen aus dem Gemuͤthe, und aus den Sinnen kommen rechte Gedancken, als ein Schluß oder Imagination, davon die Luft entſtehet, welche Luft in ein Weſen gehet, davon die empfindliche Begierde entſtehet, und darau das Werck. . J. Alſo auch imgleichen iſt GOtt das ewige Gemuͤthe, als der Verſtand; und waͤre aber kein Unterſcheid darinnen, wann Er nicht von ſich ausfloͤſſe. Seine Ausfluͤſſe find die Kraͤf⸗ ten, wie im Menſchen die Sinnen, und die Kraͤfte fuhren ſich in eine Imagination, darinnen ſtehet die Engliſche Idea, und die Imagination fuͤhret ſich in Luft zur Empfindlichkeit, das iſt, JAH, und die Luft führer fich in Begierde, das iſt der Grund eigener Annehmlichkeit, als das Nein; und die Begierde fuͤh⸗ ret ſich in Eigenſchaften, bis zum Feuer, daraus das Licht ent⸗ ſpringet. Alſo find dieſelbenEigenſchaften der Begierde Goͤttli⸗ che Gedancken, in 2 Centris zu verſtehen, als in Jah und Nein.

5 Das Jah iſt Goͤttlich, und das Nein iſt Eigenheit der Natur, als Empfindlichkeit der Begierde. Dieſe Begierde der Empfindlichkeit iſt ein Werck worden, als Engel, die ſind

anders nichts als Gedancken GOttes, nach Liebe und Zorn, als

eine Offenbarung ſeines Gemuͤths oder Willens.

6. Nicht daß in GOtt Gedancken ſind, ſondern in ſeinem

ausgefloſſenen begierlichen Willen, welcher ſich in Feuer und

Licht einfuͤhret zur Empfindlichkeit. a

7. Und wie nun ein Menſch mit ſeinen Gedancken die

Welt und alle Weſen regieret,alfo regieret GOtt, als die ewige

Einheit, alle Dinge durch der Engel Geſchaͤfte: alleine die

Kraft und das Wircken iſt GOttes, ſie ſind ſeine Werckzeuge, damit Er ſich beluſtiget und beweget, dadurch und damit Er

die ewigen Kraͤfte und Wunder offenbaret, und in ein Liebes

Spiel fuͤhret. | 8. Sie find allzumal nur Saiten in der groſſen Harmonie

der Goͤttlichen Freudenreich im Sange und Klange der Kraͤf⸗

ten,

P

Jr. 0. Oinuunung ONE AUT. ©. 21 ten, und find allzumal Arbeiter der Wunder GOttes, als For⸗ mirer der Kräften, der H. Namen GOttes. 9. Gleichwie wir Menſchen in unſerm Munde die Kräfte der Senfuum bilden, und formlich machen, zu lautbaren Wor⸗ ten: alſo auch iſt ihre Arbeit ein eitel Bildung Goͤttlicher Kraͤfte und Formen. 10. Denn was ſie wollen und begehren, das wird durch ih⸗ re Imagination in Bildung und Formen gebracht, welche For⸗ men eitel Ideen ſind, auf Art wie ſich die Goͤttliche Kräfte ha⸗ ben vor der Engel Schöpfung in ſolche Ideen gebildet, alſo auch iſt ihre Nachmodelung. Il. Und hierinnen ſtehet die H. Cabala der Veraͤnderungen, und die groſſe Freudenreich, darinnen die Goͤttliche Weisheit und Wiſſenſchaft durch die eentraliſchen Feuer⸗und Lichts⸗ Geiſter gebildet und formirt wird; und iſt eine ſolche Freude der Erkentniß darinnen, daß ſie ſich vor groſſen Freuden und Erkentniß ewig vor ſolcher Hoheit beugen und demuͤthigen, daß nicht das Nein in ibnen das Regiment bekomme, und ſie ſolcher Ehre und Herrlichkeit beraubet werden. l 12. Ihre Speiſung iſt ein Schoͤpfen, oder eine einziehende Begierde der Einheit GOttes, davon bekommt ihr centra⸗ liſch Feuer Balſam, daß nicht der Grimm erwache; und des⸗ wegen leben ſie auch ewig in gelaſſener Demuth, daß ſich nicht das Nein erhebe, wie bey den Teufeln geſchehen iſt; und ſtehet ihnen der Fall Lucifers zu einem Spiegel. - 13. Alſo verſtehet uns nun recht: Die gantze Creation der innern und aͤuſſern Welt (als in dem H. reinen Element, und in den 4Elementen;) iſt eine lautere Bildung und Formirung der Goͤttlichen Kraͤften, aber nach beyden centraliſchen Feuern, als in Jah und Nein. Es iſt nur ein Ausfluß aus dem an⸗ | dern gegangen, bis auf die allergroͤbeſte Materia oder Compa- | &ion der Erden und Steinen. 10 14. Dann die ſichtbare Welt iſt nur das ausgefloſſene Wort, mit den beyden Centraliſchen Feuern, welche Feuere ihnen wieder ein dubjectum gemacht haben, mit den aͤuſſeren | Elementiſchen Feueren, darinnen die aͤuſſern Creaturen leben. 15. Je iuwendiger man in die Kraft eines Dinges kommen mag, je naͤher kommt man der Gottheit, wie an den Metallen und Wachſenden; ſowol an allen Lebendigen zu verſtehen iſt. Denn das aͤuſſerſte find 0 vier Elemente; Das ander L > 3 . herna 9

Kl. Quxitiones I heoiophicz, Fr. 7. hernach iſt das Aſtraliſche Corpus; Das dritte die Quinta Eſſentia, als der Grund des ausgefloſſenen H. Elements; Das vierte iſt die Tinctur, als die hoͤchſte Kraft des ausgefloſſenen Wortes, darinnen bepde innere Centraliſche Feuere in Einem Subject 1 liegen: und nach dieſem wird der pur lautere G Ott verſtan

16. Wann wir doch wolten einmal vom ee. Ein⸗ ſchlaffen aufwachen, und uns einmal umſehen, fo doͤrften wir wol Wunder ſehen, wann uns die Erde nicht fo lieb waͤre, ſo

ng wir wol den Himmel ſehen; den Unſern gnug ver anden

7. Alſo iſt dieſes der Schluß von der Engel Ibun daß ſle Geſpielen der Goͤttlichen Freudenreich ſind, und ſind Glieder und Aeſte der groſſen Baͤume Goͤttlicher Namen, darauf die Himmlifchen Früchte wachſen, und haben ihre Nahrung von dem Saft ihrer Baͤume, als ein ieder Engel von ſeinem Ihron; und wie der Thron iſt, als der Name GOttes, alſo 1 das Amt derſelben Engel, aber der gantze Baum iſt

18. Die weiſen Heiden haben das Subjectum, als das Ge⸗ genbild ſolcher Thronen verſtanden, und haben dieſe fuͤr Goͤt⸗ ter geehret, aber des wahren Grundes der Inwendigkeit ha⸗ ben ſie noch gemangelt: bey den Chriſten aber iſts gar ſtumm worden, auſſer etlichen wenigen, denen es Gott hat offen⸗

baret, welche es haben in paraboliſcher Weiſe geheim ge⸗ halten.

Die 7. Frage. Was hat den Lucifer beweget, daß er hat | wieder Gott geluͤſtert, und ſich vom Guten abgewandt?

Summarien.

As Nein, als die eigene Annehmlichkeit, hat den Teufel beweget,

h 1. dann er wolte nicht gelaſſen ſeyn z 2. ſein Thron bewog ihn; 23. und in der Engel Schöpfung waren die Eigenſchaften ſtar wirckend. 4. Da der eigene Wille ſich von der Einheit abgebrochen, 5. und mit dem Nein uͤber das Jah herrſchen wollen; 6. and nlshaid wurden die Eigenſchaſten in ihme offenbar. 7.

N

I. Ant⸗

e e

1. Antwort. Die eigene Annehmlichkeit, als das Bet bat ihn bewogen; der ausgefloſſene Wille im Centralifche Feuer der ewigen Natur, iſt die Urſache daran, der hat

ihme empor . eren 400 begehrete die be Su

in der Feuers⸗Macht zu bilde 2. Er begehrete die Eigenschaft der ewigen Natur zu pro⸗

biren, und wolte nicht in der Gelaſſenheit ſtehen, ſondern wolte

in und mit dem H. Namen des Thrones herrſchen.

3. Die Urſache aber, welche ihn beweget hat zu ſolcher Be⸗ gierde, iſt der Thron, darinnen er ein Fuͤrſte war, und auch wol ewig bleibet, nach ſeiner Eigenſchaft der Feuers⸗Macht, aber nicht nach dem H. Namen der Lichts⸗Kraft iſt er darinnen blieben, ſondern nach der Finſterniß.

4. Als die Bewegniß zur Schoͤpfung der Engel geſchehen

FR

iſt, 0 hat ſich der ausgefloſſene Wille der eigenen Annehmlich⸗

keit erhoben, und find die Eigenſchaften in groſſer Wircku geſtanden, und haben wollen Creatuͤrlich ſeyn.

3. In dieſen Eigenſchaften hat der Creatuͤrliche Wille u⸗

eifers geſchoͤpfet; als er hat die Allmacht darinnen erkant, und in ſich befunden die Wunderthuende Kraft, ſo hat ſich ſein Creatuͤrlicher Wille nach des Feuers Macht erhaben, und den H. Namen in ihm gemißbrauchet, und hat nicht wollen in der Gelaſſenheit ſtehen bleiben, ſondern wolte uͤder die Thronen bereichen und hat fich von der Einheit ab⸗ gebrochen.

6. Er hat wollen mit dem Nein uͤber das Jab herrſchen, dann das Nein hat ſich in ihme erhaben, und das Jah ver⸗ achtet, dieweil in dem Nein die Macht zur Schiedlichkeit und

Formlichkeit ſtunde, fo wolte der Creatuͤrliche Wille im Nein,

als in der Verwandelung, herrſchen, und brach ſich von So Pi e ab, und ging in die Annehmlichkeit der Eigen chaften

7. Alsbald wurden die Eigenſchaften in ihme offenbar, als das kalte Feuer, item die Schaͤrfe, Herbe, Haͤrte, Bitter, Stachlicht, Feindig, Aengſtlichkeit und Peinlichkeit des 8 alſo ward er ein Feind aller Liebe, Demuth und

Bi Die

San N denn das Fundament GOttes Zornes fing den

. Die 8. Frage. Wie hat aus einem Engel moͤgen ein Teufel werden, oder was iſt ein Teufel? in was

Eſſentz und ir EIER nachdem

all?

Summarien. | Obdttes H. Name, oder Lichts: Kraft, iſt nicht geſtalten; g. 1. nur hat ſich der Teufel von GOttes Willen abgebrochen; 2. da dann das Nein in ihm ereatürlich bleibt, z. und eine peinliche Feuers⸗Eſſentz 4. Solchergeſtalt kann der Teufel zu keinem Engel werden. 5. Er fliehet die Liebe, und lebet nur im Zorn; 6. hat wol Reue, aber keinen Glauben, 7. und fluchet Gottes Kraft. 3. Dann der eigene Wille hat fich empor geſchwungen, und hat die Göttliche Ideam verſchertzet. 9. 0. Es find aber die Teufel unterſchiedlicher Eigenſchaft; u. dann iede Göttliche Kraft ein Contrarium hat, 12. 13. ſo durch die Scheidung offenbar wird. 14.

1. Antwort. Es iſt nicht zu verſtehen, daß der H. Name, darinnen Lucifer ein Thron⸗Engel war, in ihme ſey zu einem Teufel worden: viel weniger das Centraliſche Liebe⸗Feuer, als die Lichtes Kraft, nein; das kann nicht ſeyn. N

2. Dann als Lucifer feine Begierde in eigene Macht fuͤh⸗ rete, ſo brach er ſich vom Willen GOttes ab, fo ſcheidete ſich

der H. Name von ihme, und verlaſch ihme das Licht in ſeinem Feuer- Leben, denn er brach ſich von der Einheit ab, welche ein

zalſam des Feuers iſt, darinnen das Feuer feinen Lichtes⸗ Glantz empfaͤhet. 3. Alſo blieb in ihme nur das Nein eine gebildete Creatur, und wich das Jah von ihme; denn das Nein ſcheidete ſich vom Jah in eigenen Willen, und wolte nicht unter dem Jah, (als unter dem Goͤttlichen Hauchen der Einheit) ſeyn, ſondern wolte ſein eigen Hauchen ſeyn. N 4. Alſo blieb er eine lautere kalte, ſcharfe, harte, ſpitzige, bittere, ſtachlichte, giftige aͤngſtliche, peinliche Feuers⸗Eſſentz, darinnen das Centraliſche Feuer in eitel Streit, Hunger und Durſt ſtehet, und keine Erquickung kann erreichen. 5. Dann ſolte Lueifer wieder ein Engel werden, ſo muͤſte er wieder aus Gottes Einheit und Liebe ſchoͤpfen, und muͤſte ſolches Feuer⸗ Leben mit der Liebe ertoͤdtet, und in die Demuth gewandelt werden; dieſes will das hoͤlliſche maden

| j

Fr. 8. Betrachtung Gottl. Offenb. 25 in den Teufeln) nicht thun, und kanns auch nicht mehr thun, dann es iſt keine Luſt oder Begierde mehr in ihnen allen zur Demuth oder Buſſe.

6. Ihr gantzes Leben iſt anders nichts als das hoͤlliſche Fundament, ein Quall des Zornes GOttes, ein eitel Gift und Geſtanck, und eine ſterbende Qual. Wann ſie hoͤren von Lie⸗ be und Demuth ſagen, ſo fliehen ſie darvon, dann die Liebe iſt

ihres falſchen Lebens Tod.

7. Sie haben wol eine ewige Reue um ihr verlornes Erbe, als um das Gute aber ſie koͤnnen keinen Glauben haben daß ſie moͤchten Gnade erlangen, ſondern ewiger Zweifel iſt ihr Glaube.

8. Sie find von Gott geſchieden worden: darum fluchen oder fliehen fie GOttes Kraft und Willen, es iſt ihnen ein un⸗ leidlich Ding, denn die heilige Kraft Gottes ſchwachte fie, wo fie darmit beruͤhret würden, dann fie toͤdtet den eigenen Willen, und das will der eigene Wille nicht, dann er verloͤre fine Kraft und Macht.

9. Alſo hat Lucifer, welcher ein Thron⸗ Fuͤrſte war, den heiligen Namen in ihme verlaſſen, und hat ſich der eigene Wille empor geſchwungen, als die Creatur, verſtehet das Cen⸗ e Feuer⸗ Leben, nach den Eigenſchaften der ewigen

atu

10. Alſo hat er das Goͤttliche Ebenbilde, als die en ver⸗ ſchertzet, daß es iſt ſtumm und wircklos worden, und iſt wie ein verdorreter Baum ohne Goͤttliche Kraft, eine Figur ohne Bewegniß, deſſen er ſich ewig ſchaͤmet, daß ein Engliſcher Cha- racter in ihme ſtehet, und iſt alſo nicht mehr in Engliſcher Art und Form, er hat das Bild GOttes gantz verloren, und iſt gleich worden den giftigen Wuͤrmen und Thieren ı welcher Le⸗ ben in Gift ſtehet.

11. Eine ſolche Unform haben die Teufel bekommen, alles nach iedes Eigenſchaft, dann ihre Eigenſchaften ſind gantz un⸗ terſchiedlich, alles nach dem Fundament der hoͤlliſchen Eſſentz, und haben unter fich auch ihre Fuͤrſtliche Reg mente, alles nach den Eigenſchaften, als da find Hoffarts⸗Teufe - Teufel, Neid⸗ „Teufel, Zorn: Teufel, Lügen: „Teufel, Zauber⸗Teu⸗ fel, und dergleichen fehr viel andere, als ein Contrarium wider GOttes Weisheit und Wahrheit.

12. Eine iede Göttliche gute Kraft hat i im boͤlliſchen Fun⸗ dament, als im Wein, ein e W das Ze} 10

5 al

26 XIIX. Quæſtiones Theoſop hier. Fr.. als die Wahrheit, erkant werde: Und alſo iſt die Finſterniß, als das Fundament Gottes Zornes, auch bildlich worden. *

13. Daß man aber fraget: Wie iſt das möglich, daß aus ei⸗ nem ſchoͤnen Engel ein heßlicher, grimmiger Teufel werde?

14. Das geſchiehet durch die zwep ewige Centraliſche Feuere, darinnen der Wille in den Eigenſchaften ſtehet; fo ſich eines vom andern ſcheidet, ſo iſts ſchon geſchehen: ge⸗ a beym Menſchen auch, daß ein guter Menſch verdirb

Die 9. Frage. Weil Gott Allmaͤchtig iſt, warum hat Er dem Lucifer nicht wiederſtanden, und ſolches geſchehen laſſen?

Summarien.

Ott degehret des Teufels nicht, wie der Teufel GOttes nicht. g. 1.

Der Teufel wolte nicht, ob Gott gleich wolte. 2. Nun haben

Liebe und Zorn einen ewigen Willen; 3. (da zwar die Liebe den

Zorn in Liebe verwandelt, 4. ihm ader nicht mit Gewalt wehret: ) 5.

ünd das Nein iſt im Teufel in ein eigen Reich gegangen, 6. welches im

eigenen Willen der Ereatur geſchehen; 7. daß folglich nicht Gott,

ſondern die Selbheit des Falles Schuld hat; 8. welche der eigene Grimm verſtocket hat. 9. Die Vernunft iſt hierinn blind. 10. 0

1. Antwort. Wann ſich Feuer und Licht einmal ſcheidet, ſo iſts eine groſſe Feindſchaft gegen einander; gleichwie Waſ⸗ ſer und Feuer Feinde ſind, und keines des andern mehr begeh⸗ ret, dann eines iſt dem andern ein Tod: weil ſie aber in einem wachſenden Leben, in Einem Grunde beyſammen ſtehen, ſo ha⸗ ben ſie einander lieb, und ſtehen in groſſer Freude beyſammen. Alſo auch vom Teufel und GOtt zu dencken: GOtt begehret 2 Seh nicht mehr, und der Teufel begehret GOttes auch nicht mehrt. ö

2. Daß man aber fraget, warum Gott das in der Beweg⸗ niß nicht babe gewehret? So faget man: Gott hatte ih» me ſeine Liebe gegeben, und ihme das gewehret, wie Er gl auch webrete; Aber der Centraliſche ewige Feuers

e, als der Zorn GOttes, wolte nicht, er ſcheidete ſich

in ſeiner eigenen Art in ihnen. 3. Albier muß man unterſcheiden GOttes Liebe und Pr : ie

9 Betrachtung Goͤttl. Offenb. 27 fie werden wol beyde G Ott genant, aber Gott, fo viel Er das ewige Gut iſt, iſt nicht der Zorn; der Sorn hat ein ander Prin- cipium: Sie find wol im Rebe Feuer Eins, aber in der Schei⸗

dung ſind fie zwey; Und weil fie beyde ewig ohne Anfang find,

ſo haben ſie auch einen ewigen Willen, da keiner den andern toͤd⸗ ten mag ſondern es bleibet ein ieder in ſich ſelder ewig: es iſt nur eine zweyfache Kraft, und ſind zwey Centra, kommen aber urſpruͤnglich aus der Einheit, aus Einem Grunde. 4. Darum, wann ich von Gottes Liebe ſage: ſie iſt All⸗ maͤchtig, uber alles und in allem, fo geſchiehet das nach dem Willen des Jab, als des Lichtes, und ſo ihme das Fein den

Willen giebet, fo verwandelt das Jab das ein in feine Kraft

und Liebe, und bleiben doch zwene Centraliſche Willen ineinan⸗

der, aber in Einem Grunde, in Einer Liede und Begierde, ſonſt wäre der zornige G Ott nicht all maͤchtig ſo ihn die Liebe in ihrer

Allmacht allein hatte und da es doch nur Ein Gott iſt, aber

— diede ware nicht offenbar und wuͤrde Feine diebe erkant ohne en Zorn.

5. Darum ergibt ſich die diebe dem Zorn: Feuer, auf daß fie ein kiede⸗ Feuer ſey; ſo ſich aber der Zorn von der Liebe ſchei⸗ det in eigene Annehmlichkeit das mehrer die Liede nicht mit Ges walt, ſonſten folgere, daß GOtt in ſich ſelbſt uneins würde,

6. Alſo iſt das Nein, als Gottes Zorn, in den gefallenen Engeln in eine Abſcheidung von der Liebe gegangen, als in ein

eigen Reich, und das iſt auch Wunder, und darzu gut, auf daß die andern Engel einen Spiegel haben, und ſich der eigene Wil⸗ le nicht erhebe; auch daß eine ewige Freude und Lob GOttes ſey daß ſte nicht in ſolcher Feuers Eſſentz leben, und ihre Bes gierde deſto mehr in GOttes Einheit wenden, und in der Ge⸗ laſſenbeit und Demuth fichen bleiben, als in Goͤttlicher

Harmonie. N

7 Wenn man nun allbier redet vom Willen GOttes Zor⸗ nes, daß er ſich habe von der Liede abgebrochen, und wollen bildlich ſeyn; fo muß mans nicht auſſer der Creatur verfteben. Nicht ein fremder Wille iſts geweſen, der nicht ware in den abs gefallenen Engeln mit bildlich geweſen, ſondern der zornige Gott in der gebuldeten Creatur, welche zuvorbin bildlich war, ſonſt ware ihr gantzer Locus ein Abfall geweſen; daß es aber nicht ſey, das bewaͤhrets, daß fie find aus ihrem Thron verſtoſ⸗ ſen worden. |

8. Man

28 KXIIX. Quzitiones Lheolophicz. Fr. I.

8. Man muß nicht GOtt die Schuld des Falls geben, ſon⸗ dern nur der gebildeten Kraft in der Creatur nachdem Nein, dieſe hats verſchertzet, und iſt zur Luͤgen worden, nicht GOtt, ſondern die Creatur; nicht die ungebildete Kraft des Zornes, darinnen die Liebe brennet, ſondern der Thron, nach der Au⸗ nehmlichkeit und Selbheit: und wie ihr Koͤnig und Fuͤrſt thaͤte, alſo thaͤten auch alle feine Legionen.

9. Dann wann GOttes Zorn eine Creatur verſtocket, ſo Fähre nicht ein fremder Grimm in fie ein, der fie verſtockte , ſon⸗ dern ihr eigener Grimm thut das, deswegen mag ein Gericht über fie. ergehen; ſonſt, wo fie G Ott zum Boͤſen zwuͤnge, ſo moͤchte kein Urtheil uͤber ſie ergehen, denn ſie thaͤte nur was G Ott haben wolte; ſo aber thut ſie, was GOtt nicht von ihr haben will, darum faͤllet ſie ins Urthein.

10. Die Vernunft redet wol viel von GOtt und einer All⸗ macht, aber fie verſtehet wenig von GOtt und feinem Weſen, was und wie Er ſey: Sie ſondert die Seele gantz von GOtt

ab, als ſey es nur ein ſonderliches Weſen, und weiß nicht was ein Engel und Seele iſt; und daß iſt der groſſe Schade der Blindheit, darum man zancket, diſputiret, und keinmal zum wahren Fundament kommt.

Die 10. Frage.

Was hat der Teufel hegehret, darum er iſt von Gottes Liebe abgewichen? ?

Summarien.

Er Teufel verſtund den Grund der Schoͤpfung, und wolte in alle Dinge, als GOtt, herrſchen, . 1. wußte aber nicht, daß ihm das Licht verloͤſchen ſolte. 2. Er wolte Herr im Nein ſeyn, 3. und

mit der Feuers⸗Kraft wircken, 4. meinende, die Feuers⸗Natur ware ſtaͤrcker als die Sanftmuth. 5. Aber der H Name IEſus ſchied ſich von ihm, und ward die Finſterniß in ihm offenbar. 6.7.

1. Antwort. Er begehrete ein Kuͤnſtler zu ſeyn, er ſahe die Schoͤpfung und verſtund den Grund, darinnen wolte er ein ei⸗ gener Gott ſeyn, und mit der Centraliſchen Feuers⸗Macht in allen Dingen berrſchen, und ſich mit allen Dingen bilden, auch ſich ſelber wollen in alle Formen bilden, daß er waͤre was er wolte, und nicht was der Schoͤpfer wolte; wie denn ſolches noch beute ihre groͤſte Freude iſt, daß ſie ſich koͤnnen ver⸗

wandeln,

Fr. 10. Betrachtung Goͤttl. Offenb. 29 wandeln, und in mancherley Bildniſſe bringen, und alſo Phan⸗ taſie treiben.

2. Er wolte ein Narr ſeyn, das iſt er auch worden; aber er wuſte nicht, wie das ſeyn würde, fo ihme das Licht verloͤſche wie auch Adam nicht wuſte, wie es ſeyn wuͤrde, wenn er wuͤrde Hi⸗ tze und Kälte fühlen, und wann in ihme würde auch das Cen⸗ traliſche Feuer mit den Eigenſchaften aufwachen, und daß er wuͤrde aus der Gleichheit fallen, und das Centraliſche Licht⸗ Feuer verlieren, dieſes wuſte Adam auch nicht.

3. Der Teufel wolte ein Herr im Rein ſeyn, und ein ander Principium beſitzen, als die Macht der Scheidung im Grunde der figurlichen Bildung; ihme gefiel nicht die Unterthaͤnigkeit, ſondern die Hoheit, und verachtete die Demuth und Suͤßigkeit, (Sanftmuth) als die Liebe und Wahrheit, und wolte nicht in der Einheit ſeyn, ſondern in der Vielfaͤltigung.

4. Er wolte mit ſeinem Namen, als mit der Centrali⸗ ſchen Feuers⸗Kraft, wircken, und nicht mit dem GOttes⸗ Namen ſeines Thrones; er ſetzte das Wein uͤbers Jah. Alſo ward er ein Feind GOttes, und ein Lugner und Moͤr⸗ der der guten Bildung der guten Kraͤfte; er begehrte zu zer⸗ ſtoͤren, was GOttes Wircken bildete, aufdaß er ſeine Wirckung und Bildung darſtellete.

5. Ihme geſtel der Magiſche Grund der Allmacht, um den erhub er ſich, und wiederſprach dem Jah, dieweil es in ſei⸗ nem Centro nicht eine Feuers⸗Wirckung iſt, und daß er ſahe, daß ſich das Jah, als der Ausfluß der Einheit, im Feuers⸗ Centro, in ein Licht und wirckende Liebe einfuͤhrete: fo meinete er, die Feuers⸗Natur waͤre ſtaͤrcker und mehr als die Sanft⸗ muth der Einheit, als die gebildeten Namen in der aufthuenden Einheit, welche er vermeinete in ſeiner Feuers⸗Macht zu fuͤh⸗ ren wie er wolte; und zu ſolchem Willen hatte ihn GOtt nicht geſchaffen. :

6. Darum weil er GOttes Ordnung verließ, fo ſcheidete ſich der heilige aufthuende Name GOttes von ihme, und blieb in der Einheit, und Lucifer blieb in den Eigenſchaften des Cen⸗ traliſchen Feuers in ſich felber wohnend, und ſtund doch in ſei⸗ nem Fuͤrſtlichen Throne, darinnen ſich hatte der heilige Na⸗ me Gottes in einen Thron gebildet, und war nicht mehr ein Engel, mit feinen Legionen, ſondern ein Larven⸗ Bild und

Monſtrum. Tr 7. Daun

30 KXIIX. Quæſtiones Theoſophicæ. Fr. ii. 7. Dann als ihme das Licht verloſch, fo ward die Finſter⸗

niß, und die kalte Scharfe des Grimmes in ihme offenbar,

1 er ward alsbald ein Feind GOttes, und aller Engliſchen eere.

8 Die rr. Frage.

Was iſt der Streit zwiſchen Michael und den Drachen geweſen? was iſt Michael und der Drache, und wie iſt der Sieg und die Ausſtoſſung geſchehen?

Summarien. 2 As Michael ſey ? 6. 1. Dieſer Name iſt in JEſus verwandelt. e.

8 Der Drache iſt das hoͤlliſche Fundament, 3. als der eigene

Wille, des Zorns Macht; 4.5. und Satan iſt dieſer Wille der Eigenheit, das 1. Prineipium, 5. 7. die Holle, . Belial, 9. Belzebub, 10. Asmodus, n. Lucifer; 1e. welche Eigenſchaften auch im Menſchen ſind. 13. Dann in ihm iſt der Streit zwiſchen dem bildlichen Jah und Nein, 14. 15. in welchem Streit die Ideg ſiegen muß, wie Chriſtus in der Wuͤſten. 16. Dieſer Streit war auch auf Sinai, 17. Iſrael aber fiel ab; 18. deswegen Chriſtus ſterben müffen. 19. 20. Aus der Anz nehmlichkeit entſteht der Drache. 21. 22. So haben Liebe und Zorn mit einander geſtritten. 23.

1. Antwort. MICHAEL iſt der hohe Name Goͤttlicher Figur dieſes Thrones, darinnen Lucifer ein Fuͤrſt war; Es iſt der, der ſich vom Nein, als von der Luͤgen abſcheidete, in wel⸗ chem Namen und Kraft Lueifer ſolte mit GOtt wircken. Es iſt die Macht und Kraft der ſtarcken Liebe GOttes in dieſem Throne geweſen, und bleibts ewig. Item, es iſt ſelber der Thron nach der Göttlichen Figur in der Einheit, nicht als ein Geſchoͤpfe ſondern als eine Figur der Kraft GOttes in dem Aufthun oder Bewegniß der Einheit. |

2. Welcher Name hernach, als ſich die Einheit noch einmal bewegte, mit dem Ausfluſſe JESUS den Menſchen zugeordnet ward, um welches wegen der Teufel ein Feind der Menſchen worden iſt, daß fie follen feinen Thron beſitzen; darum bege⸗ ret er die Menſchen in ſein Reich. 0

3. Der Drache aber iſt das Hoͤlliſche Fundament in feiner Offenbarung, darinnen ſich Lucifer mit feinen Legionen hatte gebildet / welches ſich hatte mit dem Thron⸗Fuͤrſten Lucifer er⸗ hoben, als das Centraliſche Feuer⸗Reich nach der ee

/ 1 k,

—

. II. 2 en „ 3¹ lichkeit, welches auch kein Geſchoͤpfe oder Creatur iſt, ſondern die Figur GOttes Zorns, nach Art der Abſcheidung oder Trennung, von der Einheit und Liebe.

4. Es iſt der eigene Wille, des Zorns Macht, welches man mit bildlichen Worten nicht wol ſagen kann. Item: Es iſt

der Grimm, eine Qual und Eſſentz der Hitze, Kälte, Harte,

Schaͤrfe, Stachel, Bitter, Angſt und Wehe, als die Empfind⸗ lichkeit, das erſte krincipium, ein eitel Hunger und Durſt, eine Begierde der Eitelkeit und Lügen, ein Stanck der Gift und Todes⸗Qual. |

5. Dieſes Feuer iſt gleich einem Schwefel⸗Feuer, das in Stanck und Gift brennet, dann es iſt die ſterbende Todes⸗ Qual, als der Tod und die Hölle, welche im Abfall Lucifers of⸗ fenbar ward.

6. Aber der Satan, welcher die gantze Welt verfüh- ret, wie Chriſtus ſagt, iſt nun dieſer falſche Wille der Eigen⸗ heit das erſte Principium, als der Hoͤllen Wille, ein Grund der Luͤgen und des Wiederſprechens ‚eine Abfuͤhrung vom&us

ten, ein allgemeiner Geiſt des Hoͤlliſchen Fundaments, und iſt doch keine Creatur oder Geſchoͤpfe, ſondern iſt das fal⸗

ſche Gemuͤthe im Hoͤlliſchen Fundament, als die Hoͤlliſche

Viſſenſchaft.

7. Und wiewol es auch dergleichen Teufeln hat folcher Ei⸗

genſchaft und Namens, welche auch Fuͤrſten in ihren Legionen ſind, denn fie haben ſich in die Hoͤlliſche Eigenſchaft gebildet:

8. Dieſer Grund iſt ihr Leben, und haͤlt ſie in ſich gefangen; gleichwie die Eigenſchaften des Hoͤlliſchen Fundaments viele ſind, alſo ſind auch ſolche Fuͤrſten unter ihnen, in denſelben

Eigenſchaften herrſchende.

9. Alſo auch der Belial iſt der falſchen Luft Quall zur Uns

reinigkeit und Unordnung.

10. Beelzebub, ein Quall der Abgoͤtterey und falſchen Bil⸗ dung. 43 | 1. Aſmodus ein Geiſt der Raſenheit ober Unſinnigkeit, und

ſo fortan; welches alles Qualitaͤten des hoͤlliſchen Funda⸗ ments, und doch auch ſolche creatuͤrliche Geiſter im hoͤlliſchen

Fundament ſind. 12. Lucifer aber iſt der Hoffart, als des Aufſteigens Quall. 33. Alle dieſe Eigenſchaften find auch im Menſchen nach dem

32 XIIX. Quæſtiones Theofophicz, Fr. ii. dem Fall aufgewachet, als er ſich von GOtt abwandte, und haben ſich mit dem Menſchen gebildet. 9

14. Das iſt nun der Drache, die alte Schlange, mit wel⸗ chem Michael (als die Figur Goͤttlicher Kraf) hat geſtritten, und ihn ſamt ſeinen Legionen aus dem heiligen Namen ausge⸗ ſtoſſen; und im Menſchen ſtreitet der Name JESUS wider die: ſen Drachen.

15. Dieſer Streit iſt nicht ein creatuͤrlich bildlich Weſen. Mol iſts wieder das bildliche Reich der falſchen Luͤgen⸗Geiſter gegangen, welche wolten in dem Goͤttlichen Namen herrſchen: es iſt ein Streit zwiſchen Jah und Nein, zwiſchen dem bildli⸗ chen Zorn und der Liebe, zwiſchen dem erſten und andern Prin-. cipio.

115 In dieſem Streite muß der Goͤttliche Charadter der Ideæ fiegen, will er ein Engel ſeyn; in dieſem Streite iſt dam gefallen: und in dieſem Streite hat der Name JESUS, in un: ſerer angenommenen Menſchheit, in der Wuͤſten wieder dieſen Drachen den Sieg erhalten, da Er 40 Tage verſuchet ward, und ihn endlich im Tode gantz uͤberwunden.

17. Dieſer Streit war mit Moſe auf dem Berge Sinai, in des Vaters Eigenſchaft im Feuer, als er 40 Tage alda harre⸗ te, da Iſrael verſuchet ward, ob ſie in des Vaters Eigenſchaft

beſtehen wolten oder koͤnten. 5

18. Als es aber nicht ſeyn mochte, ſo fiel Iſrael ab, und mächten ihnen einen Abgott, als das guͤldene Kalb; deswegen ward die Geſetz⸗Tafel zerbrochen, anzudeuten, daß der Menſch⸗ liche Wille der Eigenheit nicht konte wieder des Zorns Funda⸗ ment fiegen, er muſte nur zerbrochen und getoͤdtet, und dureh den Tod wieder in den heiligen Namen eingefuͤhret werden.

19. Deswegen muſte Chriſtus ſterben, und den Menſchli⸗ chen Willen durch den Tod, durch die Hoͤlle, und durch dieſes Fundament durchführen; dann die eigene Annehmlichkeit ei⸗ genes Willens mag nicht in Gott beſtehen: dann ſoll ein

Wille in GOtt beſtehen, ſo muß er unempfindlich und unlei⸗ dende ſeyn, auf daß er moͤge im Feuer wohnen koͤnnen, und doch vom Feuer nicht ergriffen werden.

20. Gleichwie die Sonne in den Elementen durch alles dringet, und ſich in den Elementen anzuͤndet, und bleibet doch ihr Licht fuͤr ſich frey; oder wie das Feuer ein Eiſen 7555

gluͤhet,

Ye RAOTERWERUIH KON, fend.

ein Objectum, darinnen ſich das Feuer erhebet, und ſelber in⸗ flammiret: Alſo lauterlich muß auch der Wille ſeyn, welcher ſoll a Einheit befigen, daß keine Annehmlichkeit in ih⸗ me ſey. it

25 955 fo balde er in Annehmlichkeit trit, fo entſtehet ſolcher Drache, als das hoͤlliſche Fundament, in ihme, er muß das Zorn⸗Feuer lauterlich durchdringen, und ſich nur ohne Annehmlichkeit im Feuer uͤber inflammiren. So bleiben als⸗ dann zwep Lautere in Einem Grunde, als das Feuer und Licht: im Feuer die Natur, als die Bewegniß, und im Lichte

der Willen ⸗Geiſt, als die wahre Kraft der Einheit GOttes.

22. Alſo mag Liebe und Zorn ungeſchieden in einem einigen Grunde ſtehen, und gantz Ein Ding ſeyn; wie man GOtt alſo betrachtet, und auch die heiligen Engel.

23. Alſo ſoll man bey dieſer Frage verſtehen, daß die Kraft des Thrones, als Jah und Nein, GOttes Liebe und der ge⸗ bildete Zorn der ewigen Natur des Centraliſchen Feuer⸗Wil⸗ lens haben mit einander geſtritten, in welchem Willen Lucifer . mit feinen Engeln ſaß, und ein Herr ſeyn wolte, und auch eine Urſache war daß ſich dieſer Centraliſche Feuer⸗Wille in einen a Schlund des Drachen bildete, als in ein hoͤlliſches Fundament, welches GOtt zuließ, daß Er den abgefallenen Engel ſtraffete, und darinnen gefangen hielte, aufdaß er nicht mehr die Schoͤ⸗ pfung turbirete. 8

Die 12. Frage. | Wie betrachtet man Gottes ewigen Rath in Goͤttlicher Anſchauung, dieweil der Geiſt alle Dinge, ja auch die Tieffe der Gottheit forſchet, wie S. Paulus ſaget, und da es Doch nicht ins Menſchen Vermoͤgen (als bey der Creatur) ſtehet, und doch moͤglich iſt? wie mag ein Menſch wahrhaftig ſolchen 5: Grund der tiefen Einheit 29 | verſtehe n C | Sum⸗

gluͤhet, und doch nicht zu Eiſen wird ſondern das Eiſen itt nur *

34 KUK. VZUZIIODES Iheolopnhicæ. Fr. 12.

Summarien. }

(ER Iebe und Zorn ſtehen im ſteten Ringen. 8. 1. 2. Die Kräfte der

Natur bilden ſich auch in ſinſter, harter Art. 3. Welche Bil⸗ dung der Ideen von Ewigkeit geweſen, aber nicht aus GOttes Rathſchlag, nur als ein Liebes⸗Spiel. 4. Der Vorſatz ſtehet in eigenen Willen,. und iſt eben auch des Teufels Grund; 6. wieder welche ge⸗ bildete falſche Willen, Michael geſtritten 7. Exempel der H. Schrift, Sauls und Zedekiaͤ. Z. Im Licht iſt lauter Liebe: 9. in der Feuers⸗ Macht aber entſtehen des Zorns Strahlen, als Meinungen, 10. ſo lau⸗ ter boͤſe Geiſter find. u. In dieſem Streit hat JEſus fich in die Menſch⸗ heit eingeſencket. 12:14. Der Menſch iſt Gottes Bild nach Liebe und orn, als 1) die Seele, 2) der Seelen Geiſt, als der Tempel des H. eiſtes, 18. 16. wie der Leib aus den Elementen und Geſtirne iſt. 17. Dieſem Geiſt ſamt der Idea iſt Chriſtus zu Hülfe gekommen. 18. In welcher Eingehung Chriſti in die Seele die Idea beweglich wird, und das Nein mit Jah vereiniget 319. ſo wird auch in dieſem Licht die Seele ſehend, und hoͤret was GOtt in ihr redet. 20. Alſo kommt der Menſch zur Schaulichkeit. 21.

1. Antwort. Guͤnſtiger Leſer, dieſe Frage wird darum hierbey geſetzet, dieweil es die unerleuchte Vernunft fuͤr un⸗ möglich halt, ſolche Geheimniſſe zu wiſſen, weil fie es nicht kann begreiffen, und deswegen laͤſtert, und ſolches dem Teufel zu⸗ ſchreibet: ſo wollen wir es um der Liebe des Nachſten willen ein wenig erklaͤren, ob mancher wolte ſehend werden, und den tiefen Sinn verſtehen.

2. Die Vernunft lauft in eitel Bildlichkeit nach creatuͤrli⸗ cher Art, und meinet: GOtt habe ſich in feiner Dreyheit be⸗ rathſchlaget, was Er machen wolle, und wie es damit gehen muͤſſe und ſolle, deswegen ſie auch den Fall Lueifers und Adams in ein gewiſſes Ziel ſchlieſſen will, das GOtt alſo in ſeinem Vorſatze verordnet habe; aber ein Vernunft⸗Dencken iſt nicht der Grund, GOtt darf ſich um nichts berathſchlagen, dann Er iſt ſelber der Rath; die hohen ausflieffenden Namen der Kraͤfte ſind der Rath GOttes, als das Wunderthuende Wort. Es iſt auch kein Vorſatz einiges Dinges, denn aller Dinge Urſprung, wie das geſchehen kann, liegen in der Idea, in ewiger Bildung, nicht als ein Gebildetes, ſondern in ſtets⸗ waͤhrender Bildung da Gottes Liebe und Zorn, als die zwey centraliſchen Feuer der Kraͤften in ſtetswaͤhrendem Liebe⸗Rin⸗ gen ſtehen: alda in ſolchem Ringen der Krafte bildet ſich das Wunderthuende Wort in Figuren, welches eitel Gegenbilde der heiligen Namen und Kräften ſind, und heiſſen Ideen.

3. Hergegen bilden ſich auch die Kraͤfte der ewigen 8

3 2 na

Nr. 12. Weitachtung Geim. — fend. 3)

nach Art der Geſtaltniß zum Feuer, als in finfter,fcharfer, har⸗ ter, grimmiger, ſtachlichter, bitterer, aͤngſtlicher, feurender und kalter Art, welches nicht Creaturen ſind, ſondern eine Bildung der Kraͤften im Nein, als in GOttes Zorn, und wer⸗ den aber immerdar mit dem Jah, und dem Centraliſchen Lich⸗ te durchdrungen und verwandelt in ein Liebe⸗Spiel, auf Art, wie aus einem Boͤſen ein Gutes. aus einer verdammten Sees len oder Engel ein guter heiliger Engel wird.

4. Solche Bildung der Ider iſt wol von Ewigkeit geweſen,

da der Geiſt GOttes hat alle Dinge zuvor geſehen, was wer⸗ den würde und koͤnte, wann ſolche Bildung in creatuͤrliche Art gebracht wuͤrde: aber es kommt nicht aus Goͤttlichem Rath⸗ ſchlage des heiligen Namens, ſondern urſtaͤndet in dem aus⸗

gefloſſenen freyen Willen, nach beyden Centraliſchen Feueren der Kraͤften, da ſich die Kraͤfte ſchoͤpfen und bilden; ſo bildet ſich der eigene Wille ins Nein, als in die grimmige Feuers⸗ Art; und das Jah, oder Aus hauchen der Einheit bildet ſich ins Licht, und ſtehen dieſe beyde Figuren in einem einigen Grunde in einander. In dem Jah ſtehet der H. Name (der Liebe) GOttes, und in dem Tein ſtehet der Rame des Zornes

Gottes: und alda ringet das Jah in dem heiligen Namen Goͤttlicher biebe mit dem Nein, als mit dem eigenen ausge⸗ floſſenen Willen eigener Annehmlichkeit, um die Überwindung, und iſt doch nur ein Liebe⸗Spiel. Denn das Licht durchd rin⸗ get die Bildung der Finſterniß, ſo wird die Bildung in einen Triumph der Freudenreich geſetzt; und alſo iſt eine ewige Überwindung des Drachens in GOttes Zorne, und iſt doch nur ein Spiel der beyden Centraliſchen Feuer⸗Willen.

5. Und alhier iſt der Vorſatz GOttes, davon die Schrift ſaget, und ſtehet aber in eigenem Willen: GOtt, fo viel Er Gott iſt und heiſſet, noͤthiget keine Figur, fondern die Kraͤfte noͤthigen ſich um die Überwindung.

5. Und alhier iſt auch der Grund des Teufels, wie der eige⸗ ne Wille, als das Nein, habe wieder das Jah in gebildeter Art geſtritten, und ſey vom Jah abgewichen, und habe ſich in eigener Bewegniß abgetrant, und ſey zum Teufel worden, als ein Feind wieder das Jah, und ſey in eigene bildliche Herr⸗ ſchung eingetreten. |

7. Auch ſehen wir in dieſem Grunde recht, wie Michael ha⸗ be wieder dieſen Drachen, und die gebildete falſche Willen ge⸗

C2 ſtritten,

36 XIX,Queftiones Theoſophieæ. Fr. 12. ſtritten, in welchen falſchen Willen doch anfaͤnglich das Jah, als der heilige Name war, als ſie Engel waren; aber der ei⸗

gene Wille des Centraliſchen Feuers eigener Annehmlichkeit, ſcheidete ſich vom Jah, in ſich ſelber, und darum ward er vom Jah, in dem Namen Michael, ausgeſtoſſen.

8. Ein ſolches iſt auch in heiliger Schrift zu beweiſen, bey⸗ des beym Propheten Micha, und beym Koͤnige Saul, da ein boͤſer Geiſt vom HErrn in Saul, und auch in die Propheten Zedekia und ſeine Geſellen waren gefahren. Item, da der

Herr ſprach: Wer will Achab den Koͤnig uͤberreden, daß er hinauf ziehe in Streit, und falle zu Ramoth in Gilead? Und einer ſagte dis, der andere das, aber es ging ein Geiſt heraus, und trat vor den HErrn, und ſprach: Ich will ihn überreden. Der HErr ſprach zu ihm: womit? Er ſprach: Ich will aus⸗ gehen, und will ein falſcher Geiſt ſeyn in aller feiner Prophe⸗ ten Munde. Er ſprach: du ſolt ihn uͤberreden, und ſolts aus⸗ richten, gehe aus, und thue alſo. 1. Reg. 22: 20. 22. Die⸗ fer HErr war der Zorn Gottes, welcher über Iſrael brante, wie ſolches in der Schrift an vielen Orten zu erweiſen, ſon⸗ derlich in Moſe und in den Propheten, daß ihnen der HErr in ſeiner Feuers⸗Macht draͤuete, Er wolte ſie auffreſſen.

9. Alſo verſtehen wir in ſolchem Grunde nun recht, daß ſolche Ausgieſſung des Zorns GOttes aus ſolchem Funda⸗ ment komme, dann in dem heiligen Namen Gottes, als im Centro des Lichtes, iſt kein Zorn⸗Wille, ſondern eitel Liebe, die iſt GOtt ſelber. | |

10. Aber im Nein, als in der Feuers⸗Macht, entſtehen fols che Strahlen des Zornes; und das ſind die boͤſen Geiſter beym Saul und in den falſchen Propheten, und auch im Streite zu Babel in den Secten, wegen der Meinungen in den Religionen, da man Gott nicht lauterlich liebet, und Ihme allein anhan⸗

get, ſondern will nur in Kunſt und Vernunft lauffen, ſo ſteigen ſolche Qualle des Frrthums, ſolche boͤſe Zanck⸗Geiſter hervor, aus der feuriſchen Seelen, welche aus dieſem Grunde des ewi⸗

gen Centraliſchen Feuers iſt entſprungen, und in eine Creatur kommen. N

II. Dieſelben Qualle ſind eitel boͤſe Geiſter vom HErrn

des Zornes GOttes, von dem eigenen Willen eigener Annehm⸗

lichkeit entſprungen, und ſind rechte Ketzer, als 8

eiſter,

rim 2 hmm Seinen 32° Geiſter, wie fie fich felber unter einander nennen; da man ſie⸗ het, daß ſie auch nur um die Überwindung der Bilder ſtreiten, und wollen immerdar den H. Namen, als das ausgefloſſene Wort Gottes, in dem Buchſtaben überwinden dann ſie ſtrei⸗ ten nur um den Buchſtaben auf Art und Weiſe, wie der inwen⸗ dige Streit zwiſchen Jah und Nein, als zwiſchen den beyden ewigen Principien iſt und geſchiehet.

12. Und in dieſem Streit hat ſich der H. Name JeEſus in die Menſchheit eingeſencket, daß Er ſolchen Quall des Dra⸗ chens und Zorns Gottes uͤberwaͤltige, und die armen Men⸗ ſchen vom Willen des Nein erlöfe, und herrſchet anietzo in dies ſem Streite uͤber alle ſeine Feinde, als uͤber Suͤnde, Tod, Teu⸗ fel und Hölle, wie die Schrift ſaget: Bis dieſe feine Feinde (welche alle Feinde des Koͤniglichen und Fuͤrſtlichen Thrones Michaelis find, weil fie daraus verſtoſſen worden find) wer⸗ den zum Schemel feiner Fuͤſſe geleget werden, und dieſe Herr⸗ ſchaft und Bildung in dieſem Throne aufhoͤret.

13. Den Unſern hiermit unſern von GOtt erlangeten Sinn und Begriff genug angedeutet, und meinen es in Liebe, es iſt die hoͤchſte Porten, welche uns GOtt zuletzt aufſchleuſt, wer das verſtehen kann; aber den Spoͤttern, fo lange fie ſolche find, haben wir nichts geſchrieben, und beſigeln das mit dem ewigen Willen, daß es kein Spoͤtter verſtehen ſoll, Amen.

14. Wie aber ein Menſch ſolche Tieffe der Gottheit verſte⸗ hen koͤnne, und alle Dinge forſchen, wie S. Paulus davon ſa⸗ get, daß der Geiſt alle Dinge forſchet, auch die Tieffe der Gottheit, (r. Cor. 2: v. 10.) und es doch der vernuͤnftige, natuͤr⸗ liche Menſch in eigener Gewalt nicht begreiffe, als der eigene N doch im Menſchen begriffen werde das verſtehet alſo:

15. Der Menſch iſt ein Bilde des Weſens aller Weſen, ein recht Ebenbild GOttes nach Liebe und Zorn. Als (m die Seele iſt das ewige centraliſche Feuer eigenes Willens, dann daraus muͤſſen Creaturen kommen, und nicht aus dem lauter⸗ lichen GOtt. N

16. Und (2) der Seelen Geiſt iſt das centraliſche Licht⸗ Feuer aus der ewigen Idea der Kraft GOttes entſprungen, und iſt uͤbernatuͤrlich, deswegen er auch ein Tempel des H. Geiſtes iſt, in dem Chriſtus wohnet, und ſpeiſet die Seele mit ſeinem Fleiſch und Blut, als mit Goͤttlichem und menſchlichem Balſam, in

C 3 welchem

welchem der Tod und GOttes Zorn iſt zerbrochen worden: fe bleibet alsdann folcher Goͤttlicher Balſam im Geiſte der len weſentlich, wie Chriſtus ſaget: Wer mein Fleiſch ie md mein Blut trincket, der bleibet in mir und ich in ihm. 17. Aber (3) der aͤuſſere Leib iſt aus der aͤuſſern Welt aus den

4 Elementen und dem Geſtirne, welches guſſere Regiment das

aͤuſſere Leben beherrſchet nach welchem aͤuſſern Regiment die Adamiſche Seele hat geluͤſtert, und ihren Willen um des willen von GOttes Einheit abgebrochen, und in dieſer Welt Herr⸗ ſchung eingefuͤhret: alda der Wille vom Drachen des Zornes Gottes in ſich gefangen, und in ein Monftrum verwandelt ward, alda der wahre Geiſt verblich, das ihme das Licht Got⸗ tes verlaſch und die Idea ſtumm und wircklos ward.

18. Welchem Geiſte famt der Idea IEſus, als ein Ausfluß Goͤttlicher Einheit zu Huͤlfe kam, und der armen Seelen wies der das dicht der Liebe einfuͤhrete.

19. Wann nun diefer Name IEſus, welcher, als Er die Menſchheit annahm, Chriſtus heiſſet, in die arme abgewandte Seele einzeucht, und fie mit dieſem Strahl der Einheit GOt⸗

tes durchdringet, ſo wird die ewige Idea, als der rechte Geiſt,

in ſolchem Balſam der Liebe wieder beweglich, ſo ſcheinet als⸗ dann das Licht wieder in der ewigen Finſterniß der Seelen, und wird das Nein wieder mit dem Jah vereinbaret, alda Mi⸗ chael im Streite wieder den Drachen ſtehet, als der Name des Thrones in Chriſto JEſu. 20. In dieſem Lichte ſiehet die Seele wieder in ihr er⸗ ſtes gehabtes Vaterland, als in ihren Urſprung daraus ſie iſt entſproſſen, dann der Name Gottes iſt in ihr, und wircket im Geiſte; alda ſtehet ſie im Schauen GOttes, und mag alle Dinge forſchen, aber nicht in eigener Bewegniß und Willen; ſondern wie der Name Gottes in der Bewegniß in ihr gehet, fo fiehet fie die Formirung des Wunderthuenden Namens an, fie ſiehet und hoͤret was GOtt in ihr redet, nicht bildliche Rede, ſondern wirckliche im Verſtande, wie die Propheten geredet haben, und iſt doch der auffern Vernunft unbegreif⸗ lich, davon S. Paulus ſaget; Unſer Wandel iſt im Him⸗ mel; (Philip. 3: 20.) und ſprach doch auch, Ihm ſey ein Pfahl ins Fleiſch gegeben, daß ihn des Satans Engel, als ein Quall des Irrgeiſtes der Luſt, mit ‚Sänften ſchlage. 2. Cor,

12: Tr 21. 1e

2

Fr. 13. Betrachtung Goͤttl. Diiend. 39 21. Alſo verſtehet es recht: Ein Menſch ſiehet ſolch Ge⸗ heimniß im Geiſte Chriſti, in welchem alle Schaͤtze der Weis⸗ heit liegen, wie die Schrift durchaus bezeuget. Alſo verſte⸗ het nun recht, was GOttes ewiger Rath ſey, und dann auch, wie der Menſch moͤge zu ſolcher Anſchauung gelangen, und ha⸗ ben alhier nur die Moͤglichkeit angedeutet, aber den Proceß, wie er darzu kommen koͤnne, haben wir in andern Buͤchern weitlaͤuftig genug beſchrieben. | 2 = Die 13. Frage. | Wie iſt die Ausſtoſſung des Drachens und der Legionen Lucifers geſchehen; wo iſt er hingeſtoſſen worden, daß er kann auſſer Gott ſeyn, weil GOtt alle Dinge erfuͤllet? oder was iſt das Fundament der Hoͤl⸗ | len, darinnen er wohnet??

Summarien.

Er eigene falſche Wille muß hinaus. 6. 1. Der Drache iſt das hoͤlliſche Fundament, 2. deſſen Ausſtoſſung durch des Thrones Kraft⸗Namen geſchiehet, z. da er unter dem Firmament woh⸗

net, 4. und fein Regiment iſt in den Elementen, 5. im ausgefloſſenenen

Grimm. 6. Dann in den Elementen werden 2 Reiche verſtanden, 7.

wo das Gute das Boͤſe gefangen haͤlt; wiewol es oft des Menſche n

Wille wandelt. 8. Der Teufel iſt ein Lügner; 9. der Drache ein Weſen des Grimmes, 10. und von Gott abgeſondert: u. fein Natur⸗

Fener iſt brennend, 12. und gegen dem himmliſchen, wie die Nacht ge⸗

sen den Tag. 13. Dieſer Schlund ergieſſet ſich auch an manchen Oer⸗

tern, 14. wiewol er ietzt noch nicht gantz offenbar iſt. 1. Gott iſt in

der Höllen Nichts; 16. fo iſt auch die Hölle in GOtt Nichts. 7 Im

Licht iſt Gott Ichts: in der Hollen Nichts. 18. Darum ſtehen die Teufel in groſſem Spott. 10. e 1. Antwort. Die Ausſtoſſung des Drachens iſt der falſche, abgewandte, bildliche Wille eigener Annehmlichkeit gemefen, in welchem abgekehrten Willen ſich Lucifer und ſeine Engel haben gebildet. * 2. Der Drache iſt das hoͤlliſche Fundament, und die vers ſtoſſene Geiſter ſind die natuͤrlichen gebildeten Eigenſchaften des hoͤlliſchen Fundaments. Dann als ſie ſich vom H. Namen SGbdttes, vom Weſen der Einheit GOttes abbrachen, und ſich ganz ins ein, als in die e e ſo wurden ſie ſolch. . 4 3. Die

x *. — „

40 AR, Quæſtiones Theofophice. Fr. 13. 3. Die Ausſtoſſung iſt durch den H. Kraft: Namen feines gehabten Thrones geſchehen; er iſt mit ſeinen Legionen aus feinem Thron geſtoſſen worden, als aus feiner Behauſung, und iſt alsbalde von der Finſterniß beſchloſſen, und vom Grimm des hoͤlliſchen Fundaments ergriffen worden. N 4. Alſo iſt er von GOttes Heiligkeit abgetrant, und wohnet unter dem Firmament, und auf der Erden zwiſchen Zeit und Ewigkeit, als ein Fuͤrſt der Finſterniß im Grimme GOttes. 5. Sein Fuͤrſtlich Regiment iſt in der Hoͤhe, aber in unter⸗ ſchiedlichen Orten, ſo wol in den Elementen an allen Orten, nach Art und Eigenſchaft der 4 Elementen, nach ihren Eigen⸗ ſchaften: dann ihrer Eigenſchaften find vielerley, und haben in allen 4 Elementen Wohnungen, ein iedes Geſchlechte unter ihnen in ſeiner Gleichheit. 0 ttt 6. Jedoch ſoll mans recht verſtehen: ſie haben nicht die Elementa nach ihren guten Eigenſchaften im Beſitz, Nein: ſondern nur den ausgefloſſenen Grimm aus dem ewigen Grim⸗ me, des hoͤlliſchen Fundaments.

7. Denn es werden allemal zwey Keiche in den Elemen⸗ ten verſtanden, eines nach GOttes ausgegoſſener Liebe, und das andere nach ſeinem Zorn; ſo wohnen ſie nur im Theil des Zorns, und find in die ewige Nacht beſchloſſen, und mögen die gute Kraͤfte der Elementen nicht beruͤhren: aber was aus dem Grimme fleuſſet, und ſich mit ins Weſen bildet, darinnen koͤn⸗ nen fie wol wohnen, mit welchem Weſen die Zauberey getrie⸗ ben wird. '

8. Es find wol etliche Kräfte, darinnen die H. Kraft des centralifchen Lichts⸗Feuers mit ausgefloſſen iſt, welche dem hoͤlliſchen Fundament gantz zuwieder ſind: Aber in den mei⸗ ſten Menſchen) iſt Boͤſes und Gutes bey einander, und halt das Gute das Boͤſe gefangen, und durchdringet das, daß fie darinnen kein Verbringen haben moͤgen; des Menſchen Wille wandele es dann mit feiner Gewalt, oder werde durch Turbam Megnam gewandelt, daß eine Bewegniß des Grimmes in ein

a kommt, daß die Bewegniß des Böfen das Gute über:

*

krift.

9. Ihre Wohnung iſt ein Schlund der Luͤgen, ein Rachen des ewigen Verderbens, eine Bildung der Phantaſie mit ei⸗ nem falſchen Lichte, da ihme dieſer Schlund aus dem centrali⸗

ſchen Feuer durch feine Imagination ein Licht einbildet, welches in

Fr. 13. Setrachtung Gottl. Oſſenb. 4 in keinem Grunde ſtehet, und GOttes Majeſtaͤt nicht berükz ret, welches, ſo der Name GOttes darinnen gebrochen wird, verliſchet, wie bey der Zauberey zu verſtehen iſt. 10. Dieſer ausgeſtoſſene Drache, oder Rache des hoͤlliſchen Fundaments iſt nicht ſelber das centraliſche Feuer der ewi- gen Natur, ſondern eine Annehmlichkeit feiner ſelher, als ein Ausfluß vom Feuer, gleichwie der Rauch und das Feuer zwey Weſen ſind, und kommen doch aus Einem Grund; alſo iſt er nur ein Weſen des Grimmes, wie der Rauch aus dem Feuer. II. Darum iſt er gantz von GOtt abgeſondert, wie der Rauch vor Feuer, empfaͤhet aber Kraft und Staͤrcke vom centraliſchen Feuer der ewigen Natur, dann ſein Leben ſtehet darinnen, aber fein Wille und kuſt gleicher ſich dem Rauche aus dem Feuer. 212. Dann ſein Natur⸗Feuer in feiner ereatuͤrlichen (al. cen⸗ traliſchen) Eſſentz iſt brennend: Aber in GOttes Weſen iſts ein Temperamentum mit dem centraliſchen Liebe⸗Feuer des Lichtes. Die Urſache des Feuers iſt in das Licht verwandelt, aber in dem Schlund des Drachen oder Rachen des hoͤlliſchen Fundaments ſind die Eigenſchaften in ihrer Wirckung of⸗

fenbar. | 4 13. Das hoͤlliſche Fundament und das himmliſche, find gegen einander wie Tag und Nacht, und ſind einander nahe, aber keines begreift das ander, auch ſiehet keines das ander in feiner Eſſentz. Dann was in GOtt ein Liebe: Brennen iſt, das iſt in der Hoͤllen ein Zorn⸗Brennen. N 14. Dieſer hoͤlliſche Schlund ergeuſſet ſich auch etlicher maſſen an manchem Orte durch die Elementa, ſonderlich in der Erde, ſo wol auch im Obern Reiche da dann Feuer⸗Pfuͤle ge⸗ ſpuͤret werden, etwann von groſſer Kalte, und etwann von groſſer Hitze, ſonderlich in groſſen Einoͤden, und wo Kluͤfte in der Erden find, darinnen die hochverdammten Geiſter woh⸗ nen, fo wol auch die hochverdammten Seelen der Menſchen, davor ſich die boͤſen Geiſter ſelber entſetzen, dann es iſt die brennende Hoͤlle. N ! 5 15. Sonſt iſt ihr recht Fundament ietzo noch nicht gantz offenbar, und muͤſſen noch eines groͤſſern Gerichts erwarten, die Sonne und das Waſſer haͤlt ihr Reich noch verborgen, daß es nicht mag gantz offenbar werden bis am Tage des Ge⸗ richts, als nur in den 8 e in ihnen ſelber 92 de 5 offen

432 NIN Quæſtiones The.

offenbar, darum entſetzen ſich auch die Teufel ena | u

Tage |

16. Alſo verſtehets recht: Gott iſt im Fundament der Hoͤllen nichts, dann Er iſt darinnen nicht ausflieſſende nach ſei⸗ ner Liebe; Er iſt wol, aber nur in ſich ſelber, dem hoͤlliſchen Fundament aber iſt Er nach der Liebe nichts.

17. Alſo iſt auch die Hoͤlle in GOtt nichts; ſie iſt wol, aber das Licht ergreift ſie nicht, es iſt gegeneinander als Tod und Leben. Ein iedes lebet und will in ſich ſelber, und iſt beydes zuſammen wie Ichts und Nichts.

18. GOtt iſt im Lichte ein Ichts, und in der Hoͤllen ein Nichts, dann die ewige Einheit iſt allein im Lichte ein Weſen und Kraft, und die Luͤgen iſt allein in eigener Annehmlichkeit ein Weſen und Kraft. 5

19. Deswegen ſtehen die Teufel in groſſem Spotte, daß ſie Gott fo nahe find, und mögen Ihn doch nicht erreichen, und das iſt auch ihre Angſt⸗Quaal. 085 a

i Die 14. und 15. Frage. * Die 14. Fr. Was iſt der Teufel Amt in der Hoͤllen? Die 15. Fr. Hat das Fundament der Hoͤllen zeitlichen Anfang genommen, oder

iſts von Ewigkeit geweſen; oder wie mag es ew beſtehen oder nicht? |

Summarien. Se Zorn cc Ottes iſt von Ewigkeit geweſen, . 1. und erſt im Fan

—

Lueifers angezuͤndet worden, 2. welcher erweckter Grund nicht erlöfchen kann, 3. weil 2 ewige ‚Anfänge in einander ſeyn

muͤſſen. 4. 1. Antwort. Das Fundament iſt von Ewigkeit je gewe⸗ ſen, aber nicht in ſolcher Offenbarung, denn GOttes Zorn iſt wol von Ewigkeit geweſen, aber nicht als ein Zorn, nicht bild⸗ lich / oder ausgefloſſen, ſondern gleichwie das Feuer im Holtze verborgen lieget, oder in einem Steine, bis es erwecket wird. 2. Die Erweckung oder Anzuͤndung, oder Schlund des Drachens, hat im Fall Lucifers feinen Anfang genommen, als ein Geſchoͤpfe, da ſich der eigene Wille, als das Nein, hat vom Jah abgewandt. 3. Weil

Fr. 13-18. Betrachtung Goͤttl. Offenb. 43

3. Weil aber folcher erweckter Grund aus dem ewigen Fundament iſt entſprungen, und hat einen ewigen Willen, ſo mag ſolch Fundament nicht vergehen, es wuͤrde dann die Schoͤpfung gantz wieder aufgehoben, und verloͤſche die ewige Natur in eigener Annehmlichkeit: und ſo das ſolte geſchehen, ‚fo erloͤſche auch die Erkentniß und die Empfindlichkeit, fo wol die Freudenreich.

4. Welches nicht ſeyn mag, dann es muͤſſen zwey ewige Anfaͤnge in einander ſeyn, auf daß einer im andern erkant und empfindlich werde, und daß die H. Engel und Seelen, ſamt al⸗ len Himmliſchen Ereaturen, GOtt loben, und ſich freuen des Guten, daß ſie nicht im Boͤſen wohnen, und das Boͤſe ſeyn muͤſſen. Es muͤſte ꝛc.

Nota. So weit hat der theure Theoſophus dieſe tiefe Fra⸗ gen aus ſeiner Goͤttlichen Gabe beantwortet, darauf er von Gott in die Ruhe der Heiligen abgefordert worden. Inzwiſchen doch der begierige Sucher faſt alle übrige Fra⸗ gen in denen andern alhier befindlichen hohen Schriften genugſam aufgeloͤſet finden wird, wovon im zten Regifter gehoͤriger Orten mag nachgeſuchet werden. Sonſten hat der beruͤhmte Engliſche Myſticus Eduart Taylor, als ein groſſer Liebhaber dieſer Theoſophiſchen Schriften, aus ſel⸗ bem Grunde alle übrige Fragen zu beantworten nach ſei⸗ ner Gabe unternommen und unter dem Titul: Jac. Bœh- mii Theoſophia, in Engeland drucken laffen, wie im Lebens⸗ Lauffe Num. VI. zu ſehen.

Die 16. Frage. Warum hat GOtt ſolchen Grimm hie goſſen, darinnen eine ewige Verderbniß ſeyn ſoll?

Die 17. Frage. Weil GOtt unzertrennet iſt, und ewig bleibet, was iſt denn feine Wirckung im Orte der Höls 75 „oder iſt auch ein gewiſſer Ort der Höllen, oder

nicht?

Die 18. Frage. Wo iſt der Ort des Himmels, da die Engel

wohnen, wie iſt er von der Höllen unterſchieden? iſts

auch ein gewiſſer Ort, wie iſt das zu verſtehen?

Die

44 XIX. Tones A NEDIOPNICE. Fr. 19/31. Die 19, Frage. Was ſind die Herrſchaften oder Thronen und Fuoͤrſten der Engel, boͤſer und guter, in der unſichtbaren Welt; und wie verſtehet man die geiſtliche Welt der Ewig⸗ keit, in der ſichtbaren, find fie auch mit Ort und Staͤtte ge⸗ trennet? oder was iſt das innere Fundament?

Die 20. Frage. Woraus iſt die ſichtbare Welt geſchaffen, weil die Schrift ſaget: Gott hat alle Dinge durch fein Wort ges

machet; wie iſt das zu verſtehen? |

Die 21. Frage. Weil GOtt, und fein Wort allein gut iff, wor⸗

aus iſt denn das Voͤſe in dieſer Welt Weſen gefloſſen? Als, giftige Wuͤrme, Thiere, Kraͤuter und Baume, fowolin Ers den und andern Dingen?!

Die 22. Frage. Warum muß Streit und Wiederwille in der Natur ſeyn?

Die 23. Frage. Was iſt der Grund der vier Elementen: wie

geſchicht die Scheidung, daß aus Einem 4 Elemente werden?

Die 24. Frage. Woraus ſind die Sternen geſchaffen? und zu was Nutzen?

Die 25. Frage. Was iſt der Grund des zeitlichen Natur⸗Lich⸗ tes, und der Finſterniß? woraus urſtaͤndet das? Die 26. Frage. Was iſt der geſchaffene Himmel aus dem Mit⸗ tel des Waſſers? und was iſt die Scheidung des Waſſers

über der Veſte, von dem Waſſer unter der Veſte?

Die 27. Frage. Was iſt der Grund Maͤnnlicher und Weibli⸗ cher Art, in dieſer Welt Weſen? Woher iſt die Conjunction und Begierde entſtanden? mochte es nicht in Einem Grun⸗ de geſchehen, ohne Scheidung?

Die 28. Frage. Was find die Principia im Geiſte der Welt, des obern und untern Weſens?

Die 29. Frage. Was iſt das Sperma der Generation aller Dinge?

Die 30. Frage. Was iſt der Unterſcheid des Spermatis zwiſchen den Metallen und Steinen, und den Vegetabilien, als den Kraͤutern, Baͤumen, und Irdiſchen?

Die zu Frage. Wie geſchicht ihre Con junction, Weiblicher und Männlichen Art, davon ihr Same und Wachſen ent⸗ ſtehet? 1 n

b Die

Br. 3746. Seirachtung DOT. SITTEND. 45

Die 32. Frage. Was iſt die Tinetur in der Spermatiſchen Art, darvon das Wachſen und der Glaſt entſtehet?

Die 33. Frage. Woraus find alle Creaturen des toͤdtlichen Le⸗ bens entſproſſen und geſchaffen worden? 8

Die 34. Frage. Was iſt der Archzus und Separator ihrer Art

und Eigenſchaft geweſen, der fie hat formiret, und noch auf

heute formiret? a |

Die 35. Frage. Was find die ſechs Tage⸗Werck der Schoͤ⸗ pfung, und der Sabbath? 5 f

Die 36. Frage. Was iſt der Unterſcheid der toͤdtlichen Creatu⸗ ren? und was iſt ihr Chaos, darinnen iedes Geſchlecht le⸗ bet, und darinnen ſie voneinander unterſchieden find? _

Die 37. Frage. Zu was Ende, oder warum find die toͤdtliche Creaturen geſchaffen worden? ’

Die 38. Frage. Woraus iſt der Menſch mit dem Leibe geſchaf⸗ fen worden?

Die 39. Frage. Was iſt das Einblaſen geweſen, davon de Menſch eine lebendige Seele worden? | >

Die 40. Frage. Wasift das untoͤdtliche beben in ihm, als die

Seele, und was iſt der Geiſt des Menſchen; und was iſt das aͤuſſere Leben von dieſer Welt in ihm?

Die 41. Frage. Was iſt die Idea oder daß Ebenbild GOttes im Menſchen, darinnen GOtt wircket und wohnet?

Die 42. Frage. Was iſt das Paradeis geweſen, darein ihn GoOtt ſchuf? Iſts veraͤnderlich und ein Geſchoͤpf, oder ſte⸗

ſtehets im ewigen Grunde?

Die 43. Frage. Warum ſchuf GOtt anfaͤnglich nur Einen Menſchen, und nicht alsbalde einen Mann und Weib zu⸗ gleich, wie andere Geſchlechte? |

Die 44. Frage. Iſt der erſte Menſch in ſolchem Habit zum

ewigen Leben geſchaffen worden, oder zur Veränderung ?

Die 45. Frage. Mas war Adam vor ſeiner Eva fuͤr ein Bilde,

in was Form und Geſtalt war er, da er weder Mann noch Weib war, ſondern beyde? 75 405 |

Die 46. Frage. Hat auch Adam vor feiner Eva Männliche Glieder gehabt, und ſolche Gebeine, Magen, Daͤrme, Zaͤhne, und alles das, was wir ietzo haben? A

Die

40 E * 5 r A A 1 9154. 9 4 Die 4. Frage. So Adam alſo geweſen, wie wir ietzund, wie er in ſolcher Art haͤtte moͤgen in Unleidenheit und Unzerbrech⸗

lichkeit ſtehen? i Die 48. Frage. Was Adams Effen und Trincken auf varadei⸗ ſiſche Art geweſen ware, ohne Sorge und Noth, ſo er waͤre in der Proba beſtanden? | Die 49. Frage. Ob auch Adam haͤtte folche Früchte im Para: deis gegeſſen ,als das himmliſche Eſſen wird nach dieſer Zeit ſeyn; oder wohin er hatte mögen eſſen, wo daſſelbe waͤre blieben, fo alle Weſen dieſer Welt irdiſch und vergaͤnglich ſind, und er allein ein ewiges, himmliſches Bild war, und der Eitelkeit nicht bedurfte? | Die 50. Frage. Ob auch in Adam in feiner Unſchuld vier Ele- menta regieret haben, oder nur eines in Gleichheit der vier erg ; und ob er auch Hitze und Kaͤlte gefuͤhlet hat ehe er fiel? Die rl. Frage. Ob ihn auch etwas haͤtte koͤnnen toͤdten, oder zerbrechen? e \ Die 52. Frage. Was wol auf Erden waͤre fein Zuſtand gewe⸗ fen ; was er hätte gethan fo er ware im Paradeis geblieben? Die 53. Frage. Wie die Erde mit ihren Gewaͤchſen ſey vorm Fluch geweſen, als ſie ein Paradeis genant war? g Die 84. Frage. Ob auch die Fortpflantzung hatte mögen ohne Mann und Weib geſchehen, dieweil ſie in der Auferſtehung der Todten nicht ſollen Mann und Weib ſeyn, ſondern gleich den Engeln GOttes im Himmel? Die 55. Frage. Wie es hätte ſeyn mögen, daß ein Mann und Weib haͤtten ſollen ewig bleiben, und ob GOtt haͤtte dieſes Geſchoͤpfe des Menſchen wollen veraͤndern, weil ſie im ewi⸗ gen Leben ſollen den Engeln gleich ſeyn? Ob auch Adam ſey im Anfange in dieſelbe Engels⸗Bildung geſchaffen worden, oder in eine andere Bildung, als er auferſtehen und ewig le⸗ ben ſoll? Die 56. Frage. Was die Baͤume im Paradeis geweſen find, welche lieblich anzuſehen, und gut zu eſſen waren? Die 57. Frage. Was der Baum des Lebens ſey geweſen, und dann der Baum der Erkentniß Gutes und Boͤſes, ein ieder in feiner Kraft, Eſſentz und Eigenſchaft? . ie

—

r nme He eh A 2 Die 58. Frage. Warum GOtt die geſchaffen habe, weil Er wol erkante, daß ſich der Menſch daran vergreiffen wuͤrde? Die 50. Frage. Warum Gbtt den Menſchen ſolche verboten habe, was die Urſache ſey geweſen? |

Die 60. Frage. Warum der Menſch auf Erden folte über alle Thiere herrſchen; wie das hatte ſeyn mögen, und zu was

Ende?! |

Die 61. Frage. Warum Gott hat geſprochen: Es iſt nicht gut, daß der Menſch alleine fey, und da Er doch im Anfange

alle ſeine Wercke ſahe, und ſprach: Sie ſind ſehr gut: und

vom Menſchen ſagt Er alleine; Es iſt nicht gut, daß dieſer

Menſch alleine ſey; warum es nicht gut geweſen ſey?

Die 62. Frage. Warum Gott habe laſſen einen tiefen Schlaff

auf Adam fallen als Er ihm aus feiner Ribbe ein Weib baue⸗ te, was das andeute?

Die 63. Frage. Wie das Weib aus Adam gemacht worden, und was die Ribbe ſeiner Seiten andeute, daraus Er das Weib gemacht, wie Moſes ſchreibet?

Die 64. Frage. Ob Eva auch eine Seele und Geiſt von Adams Seele und Geiſte habe empfangen, oder ihr eine neue fremde von Gott ſonderlich gegeben?

| a 1 a Wie die Zertrennung Adams ins Weib fey ge⸗

| ehen?

Die 66. Frage. Warum Adam ſeine Eva alsbald zu ſich ge⸗ nommen habe, und ſagte, ſie waͤre ſein Fleiſch; wie er ſie ha⸗

be moͤgen erkennen? |

Die 67. Frage. Was die Schlange geweſen am Baume der Erkentniß Gutes und Boͤſes, welche Evam verfuͤhret hat?

Die 68. Frage. Warum ſie Evam, und nicht Adam zur Luſt und Frucht beredete? was die Frucht ſey geweſen, daran ſie den Tod geſſen haben?

Die 69. Frage. Was die Suͤnde geweſen, und wie ſie eine Suͤnde worden ſey, daß es eine Feindſchaft GOttes ſey?

Die 70. Frage. Warum Gott ſolches nicht gewehret hat, weil

Er ihnen das verbot, daß es nicht geſchehen waͤre?

Die 71. Frage. Wie Adam und Eva ihre Augen aufgethan worden, daß fie ſahen fie waͤren nackend, welches fie zuvor⸗ hin nicht erkanten?

“ u * an 5 4

Die

48 XIIX. Quæſtiones 1 heoſoph.

a

N K. Fr. 72. 8 Die 72. Frage. Was ihre Scham geweſen, daß ſie ſich hinter die Baume des Paradeiſes verſteckten; wovon ihnen Furcht und Schrecken ſey kommen? | | Die 73. Frage. Wie Adam und Eva im Fall wahrhaftig find des Himmelreichs und des Paradeiſes erſtorben, und doch natuͤrlich dieſer Welt gelebet? Die 74. Frage. Was die Stimme GOttes im Wort ſey gewe⸗ ſen, da der Tag kuͤhle worden? wie GOtt Adam habe wie⸗ dergeruffen, wie das zu verſtehen ſey? | Die 75. Frage. Was der Weibes Same und der Schlangen⸗ Treter ſey geweſen? was GOtt wieder in fie habe einge⸗ ſprochen, ob es nur eine aufferliche Verheiſſung, oder eine Einleibung der wircklichen Gnade ſey geweſen? Die 76. Frage. Was der Fluch der Erden ſey geweſen, was dardurch ſey geſchehen? N Die 77. Frage. Wie Adam und Eva aus dem Paradeis ſey geſtoſſen worden in die Welt? und was der Cherub mit dem bloſſen Schwert ſey geweſen? Die 78. Frage. Warum der erſte Menſch (vom Weibe gebo⸗ ren) ſey ein Moͤrder worden? Die 79. Frage. Was Cains und Abels Opfer ſey geweſen? warum ſie haben geopfert? was ſie darmit haben gethan? Die 80. Frage. Warum der Mord Cains ſey ums Opfers willen geſchehen! was doch der Grund ſey? was dieſe bey⸗ de Bruͤder für ein Vorbild geweſen ſind? | | Die gr. Frage. In was Gnade die erſte Welt ohne Gefeg iſt ſelig worden, was ihre Rechtfertigung geweſen? Die 82. Frage. Ob Cain wegen feiner Sünde ſey verdammt worden? was ſein Zweifel an der Gnade ſey geweſen? Die 83. Frage. Warum Gott ein Zeichen an Cain gemacht habe und geſaget: wer Cain erſchlaͤget, des Blut ſoll ſie⸗ benfaͤltig gerochen werden? Die 84. Frage. Warum Lamech fein Nachfolger ſagte zu ſei⸗ nen Weibern Zilla und Ada: Lamech ſoll 77 mal gerochen werden, was dieſes andeute?

2

Die 85. Frage. Was war die groͤſte Sünde der erſten Welt? | Die

nung Seam. fend. 49 „Frage ſt das Henochianiſche Leben, wo iſt

noch geblieben, ort Mofes und Elias?

Die 87. Frage. Was iſt die Suͤndfluth andeutend?

Die 88. Frage. Was deutet die Trunkenheit Noaͤ an, da er feinen Sohn Ham darüber verfluchte?

Die 89. Frage. Was iſt der Thurn zu Babel geweſen, und warum ſind aldar die Sprachen veraͤndert worden?

Die 90. Frage. Was iſt der Bund mit Abraham vom Eigen r ſamt der Beſchneidung geweſen; was deutet er an?

Die or Frage. Was iſt der Untergang Sodoms und Gomor⸗ raͤ für eine Figur; wie iſt das geſchehen?

Die 92. Frage. Warum ward Lots Weib zur Saltz⸗ Salle: wie iſt das zu verſtehen?

Die 93. Frage. Warum legten ſich Lots Toͤchter zu ie

rem Vater, und machten ihn zuvorhin truncken, daß fie

moͤchten vom Vater ſchwanger werden, davon zwey

EB: rg entſtanden; was deutet dieſe Figur

be 94 Frage. Was iſt die Figur mit Moſe, daß er muſte aus dem Schilf⸗Meer gezogen, und erhalten werden zu ſol⸗ chem groſſen Amte?

Die 95. Frage. Warum erſchien ihm der HErr im Buſch, in

Fieuer⸗brennender Art, als Er ihn erwehlete?

Die 96. Frage. Aus we ſerley Kraft chat er ſeine Wunder

vor Pharao; was deutet dieſe Figur an?

er 97. Frage. Was if der Auszug aus Egypten für eine

Figur?

Die 98. Frage. Warum muſte Moſes viertzig Tage auf

| 1. Berge Sinai bleiben, als ihm Gott das Geſetze

ga Die 99. Frage. Was iſt das Geſetz in einer Summa? Die 100. Frage. Was ſind Moſis Opfer geweſen; wie Ei die Sünde durch dieſes Opfer getilget und ver⸗ oͤhnet? = Die 101. Frage Was iſt der Prophetiſche Grund ihrer Die 101. Frag iſt d Fa ch Weiſſo⸗

50 XIX. QUER, Aang ick. Fr. 102/13.

Weiſſagung? durch was Erkentniß und Geiſt haben fie geweiſſaget? l

Die 102. Frage. Was iſt Chriſtus geweſen, von dem die Pro⸗ pheten weiſſagten im alten Teſtament!?

Die 103. Frage. Was iſt Johannes der Taͤuffer, ſein Vor⸗ laͤuffer, geweſen.

Die 104. Frage. Was iſt Maria (in der GOtt Menſch wor⸗ den) für eine Jungfrau geweſen, ehe ſie ſchwanger ward? 0

Die 105. Frage. Warum muſte ſie zuvorhin dem alten Jo⸗ ſeph vertrauet ſeyn, ehe fie vom H. Geiſte ſchwanger ward

was deutet das an? |

Die 106. Frage. Wie iſt GOtt (als das Wort) Fleiſch wor: den; was hat Er vom Menſchen angenommen?

Die 107. Frage. Warum wolte GOtt Menſch werden, moch⸗ te Er nicht dem Menſchen ſeine Suͤnde ohne Menſchwer⸗ dung vergeben?

Die 108. Frage. Wie iſt die Vereinigung der Gottheit und

Menſchheit in dieſer Menſchwerdung geſchehen? |

Die 109. Frage. Wie ift Chriſtus in diefer Welt von Ma⸗

ria geboren worden, ohne Verletzung ihrer Jungfrau⸗ . ; wie hat ſie moͤgen nach der Geburt eine Jungfrau eyn?

Die 110. Frage. Warum wandelte Chriſtus 30 Jahr auf Erden, ehe er ſein Amt annahm? warum nahm Er zu an Alter und Gnade, bey GOtt und den Menſchen, da Er doch ſelber GOtt war, und doͤrfte keiner Zunehmung?

Die u. Frage. Warum ließ Er ſich von Johanne mit Waſ⸗

ſer tauffen / da Er doch ſelber die Tauffe war, der mit dem H. Geiſte tauffen ſolte. |

Die 112. Frage. Warum muſte Chriſtus viertzig Tage nach feiner Tauffe in der Wuͤſten verſucht werden? was war das, daß ein GOtt⸗Menſch ſolte verſuchet werden; und

warum ſolte Ihn der Teufel verſuchen, ehe er ſein Wunder⸗

werck anfing?

Die nz. Frage. Wie war Chriſtus zugleich im Himmel und auch auf Erden? 20

le

r.. rl ch ig TOP. fend. 51 Die 14. Frage. Warum leh . auf Erden in Gleich⸗

er

niſſen vom Himmelreich vor dem Volck?

Die uz. Frage. Warum hat nicht Chriſtus fein Evange⸗ lium mit Buchſtaben aufgeſchr ieben, ſondern nur gelchr ret, und es hernach laſſen feine Apoſtel aufſchreiben?

Die 116. Frage. Warum muſten eben die Hohenprieſter und Schriftgelehrten, welche das Volck lehrten, Chriſto wie⸗ derſprechen, und Ihn immerdar laffern, und wollen toͤdten? warum ſolte es nicht die weltliche Obrigkeit

thun, oder der gemeine Hauffe, was deutet das an?

Die 17. Frage. Warum ward mit Chriſto ein ſolcher Pro⸗ ceß mit Spotten, Hoͤhnen, und Geiſeln vor feinem Leiden gehalten? warum ließ das GOtt alſo geſchehen?

Die ud. Frage. Warum muſten eben die Geſetz Lehrer Chris

ſtum zum Urtheil führen, und muſte doch von Heidnifcher Obrigkeit getoͤdtet werden?

Die ug. Frage. Warum muſte Chriſtus leiden und ſter⸗ ben? war es denn GOtt um eine ſolche Rache zu thun, daß Er ſich verſoͤhnete, mochte Er ſonſt nicht die Suͤnde ver⸗

geben? |

Die 120. Frage. Was iſt die Figur der zween Mörder, welche neben Chriſto ans Creutz gehenckt worden; und warum muſte Chriſtus am hoͤltzern Creutze ſterben, und

nicht ſonſt?

Die 121. Frage. Wie hat Chriſtus den Tod am Creutze mit ſeinem Sterben erwuͤrget; wie iſt das zugangen?

Die 122. Frage. Warum muſte Er ans Creutze genagelt werden, und warum ward ſeine Seite mit einem Speer geoͤffnet, daraus Blut und Waſſer rann; was iſt dieſes in der Figur andeutend? We

Die 123. Frage. Warum muſte er am Creutze verſpottet werden? 55

Die 124. Frage. Iſt auch die Goͤttliche Kraft in dem Blut

geweſen, das Er auf die Erden vergoß? |

| »2 Die

52 XIX. Quæſt. Theofophieæ. 751.125713 6.

Die 125. Frage. Warum erzitterte die Erde, als Chriſtus am Creutze hing?

Die 126. Frage. Mas deutet die Finſterniß an, welche dazu⸗ mal uͤbernatuͤrlich kam? | Die 127. Frage. Warum befahl Ehriftus feinem Vater feiz I ne Seele in feinem Tode in feine Haͤnde? was iſt dieſelbe Hand GOttes geweſen? 9 Die 128. Frage. Warum bekehreten fich etliche, und wand. ten wieder um, als fie ſahen was im Sterben Chriſti ge⸗ ſchah, und die Hohen⸗Prieſter nicht? warum muſten fie

blind und verſtockt an ſolchem Wercke ſeyn?

Die 129. Frage. Was iſt Chriſti Hoͤllenfahrt geweſen, da Er hat den Teufel und Tod uͤberwunden? ? |

Die 130. Frage. Wie hat Er den Geiſtern geprediget, wel⸗ ei au Zeit Noaͤ nicht geglaubet haben, wie geſchrieben

ehet?

Die 131. Frage. Was deutet feine Ruhe im Grabe an, daß Er hat ſollen 40 Stunden im Grabe liegen?

Die 132. Frage. Warum muſte ſein Grab mit Huͤtern ver⸗ wahret werden; was deutet das an, daß die Hohen⸗Prie⸗ ſter wolten GOttes Macht wiederſtehen, und Chriſtum im Grabe behalten?

Die 133. Frage. Warum ſaget der Evangeliſt, daß die Engel haben den groſſen Stein von des Grabes Thür gewal⸗ tzet; mochte Chriſtus nicht ſonſt aus dem Grabe auf⸗ ſtehen?

Die 134. Frage. Was iſt die Kraft feiner Auferſtehung durch den Tod geweſen, wie hat Er den Tod an feinem Leibe fchau

getragen ? was hat Er darmit gethan? |

Die 135. Frage. Was hat er für eine Pforte durch den Tod in unſer Menſchheit, in GOttes Zorn und Gerechtigkeit aufgethan, dadurch wir mögen zu GOtt eingehen, wie ge⸗ ſchiehet das? a

Die 136. Frage. Warum erſchien Chriſtus nach ſeiner Auf⸗ erſtehung zum erſtenmal einem Weibe, und nicht den Juͤngern? | 5

ie

Brei, tl Oeituunkung Saint. fend. 53

Die 137. Frage. Was deutet die Pilgrams⸗Reiſe der zween

Juͤnger von Jeruſalem gen Emaus an, da fie in Aengſten

ſich beklagten um ihren Meiſter, und Chriſtus unter ihnen

on und ſie ſtrafte und lehrte, und fie Ihn doch nicht anten? 5.

Die 138. Frage. Warum aß Chriſtus mit ſeinen Juͤngern

nach feiner Auferſtehung vom gebratenen Fiſch, und ging

durch verſchloſſene Thuͤr zu ihnen ein, und lehrete ſie?

Die 139. Frage. Warum zeigte ſich Chriſtus nach feiner Auf⸗ erſtehung nicht iederman, ſondern nur etlichen?

Die 140. Frage. Warum wandelte Chriſtus nach ſeiner Auf⸗

erſtehung viertzig Tage auf Erden, ehe er zu himmel fuhr;

was deutet dieſes an?

Die 141. Frage. Was iſt Chriſti Himmelfahrt, daß er ſicht⸗

barlich aufgefahren, wo iſt Er hinkommen? und wo iſt Er

ietzunder? Fer Die 142. Frage. Was deuten die zweene Maͤnner in glaͤntzen⸗ den Kleidern an, welche ſagten: Ihr Maͤnner, was ſehet ihr

Ihm hier nach, dieſer JEſus wird wieder kommen, wie ihr

Ihn habet ſehen auffahren? a

Die 143. Frage. Warum muſten die Juͤnger Chriſti noch

ILTage auf die Sendung des H. Geiſtes warten, daß es nicht

bald geſchah?

Die 144. Srage. Was iſt dieſes, daß die Juͤnger Chriſti mu⸗

ſten bey einander warten und bleiben, bis der H. Geiſt kaͤme ?

Die 145. Frage. Was iſt das Feſt der Pfingſten; wie iſt die

Ausgieſſung des H. Geiſtes geſchehen; und wie iſt an ihnen

das Band der Zungen aufgeloͤſet worden?

Die 146. Frage. Wie iſt der Unterſcheid der Sprachen bey ih⸗ nen zu verſtehen, daß ſie haben zugleich auf einmal in Einem Senfu alle Sprachen geredet, daß fie alle Völker verſtunden?

Die 147. Frage. Mas nuͤtzet uns dieſe Ausgieſſung ſeines Geiſtes aus Chriſti Tode, Auferſtehen und Himmelfahrt; wie mag das auch in uns geſchehen?

Die 148. Frage. Was iſt das Buchſtabiſche Wort, und das le⸗

hendige Wort Christus in folcher Ausgieſſung beyeinander;

wie werden ſie unterſchieden? 3 nicht alle 15 0

3 - 1

J XII X. Quækitiones 1 NEDIOPNICZ, Fr. 149/155. Geiſt aus der Apoſtel Munde hoͤrten lehren; denn fie ſpra⸗ chen ein Theil: Sie ſind voll ſuͤſſes Weins; Dieſe hoͤreten wol Menſchen⸗Worte, aber nicht Chriſtum in ſeiner Aufer⸗ ſtehung lehren? Die 149. Frage. Wie Chriſtus ſelber in dem Predig⸗Amt leh⸗ ret gegenwaͤrtig und ſitzt doch zur Rechten der Kraft GOt⸗ tes, oder bey welchem lehret Er? was iſt ein Hirte im Gei⸗ ſte Chriſti, und ein Lehrer der Buchſtaben ohne den Geiſt Chriſti, ein ieder in ſeinem Amte? Die 150. Frage. Was iſt das Amt der Schluͤſſel Joh. 20: 23. Wie mag es recht gebraucht werden, oder wer iſt wuͤrdig zu ſolchem Amte der Schluͤſſel, und deſſen fähig? wie iſt das zu verſtehen? haͤlts Chriſtus ſelber im Amte, und iſt Er ſel⸗ ber das Amt, oder hat Er es den Menſchen frey gegeben, daft ſie moͤgen ohne Chriſti Geiſt, Suͤnde vergeben, oder wie ge⸗ ſchicht das?

Die 151. Frage. Was iſt fein Teſtament mit dem letzten Abends mal mit Brot und Wein; wie wird Chriſtus wahrhaftig genoſſen; was iſts für Fleiſch und Blut, und was iſt der Mund darzu?

Die 152. Frage. Was und wo iſt die Stätte im Menſchen, da Chriſti Fleiſch und Blut inne bleibt, weil Er ſagte: Wer mein Fleiſch iſſet und mein Blut trincket, der bleibet in mir, und ih in ihm, und wer das nicht iſſet, der hat kein Leben in mir? |

Die 153. Frage. Wie iſt und wird der Meuſch ein Rebe am Weinſtock Chriſti, und wie wohnet Chriſtus in ihme, und ſitzet doch zur Rechten GOttes im Himmel; wie mag Er

auch im Menſchen zur Rechten Gottes ſitzen, und doch der auffere Menſch nicht daſſelbe ſeyn?

Die 154. Frage. Was iſt ein Titel⸗Chriſt auſſer Chriſto, der ſich nur troͤſtet, und ihme Chriſti Verdienſt zurechnet, und aber vom Geiſte Chriſti unwiedergeboren iſt, und Thieriſch lebet, fuͤr ein Chriſt, gehoͤret er auch Chriſtum an in ſolcher Wirckung, oder was empfaͤhet er im Abendmal Chriſti?

Die 155. Frage. Mag auch Chriſti Fleiſch und Blut von den Glaubigen auſſer der Teſtamentiſchen Ordnung und Ge⸗ brauch genoſſen werden? oder wie mag das geſchehen?

Die

N

ſtirbet in ihm? | . 1 4

‚9.150107 Betrachtung Gotti. Oſſenv. 55

Die 156. Frage. Warum hat Chriſtus ſolch Teſtament geord⸗ net und eingeſetzt und geſagt: Daß, ſo oft wir es thun, wir das ſollen zu ſeinem Gedaͤchtniß thun? zu was Nutz ge⸗ ſchicht es mit Brot und Wein? und nicht ohne daſſelbe; oder mag es auch ohne Brot und Wein genoſſen werden? !

Die 157. Frage. Iſt die wahre Teſtamentaliſche Nieſſung blos an dem erſten Apoſtoliſchen Gebrauch gebunden, oder haben auch die Menſchen Macht ſolche Ordnung zu veraͤndern, wie geſchehen iſt? |

Die 158. Frage. Iſt auch in der veränderten Ordnung das Teſtament Eraftig oder nicht?

Die 159. Frage. Was thun die Gelehrten, wenn ſie einander

um Chriſti Teſtamente und des neuen Bundes willen laͤ⸗ ſtern und ſchmaͤhen, und einander darum den Teufel geben? handeln ſie auch Chriſti Amt? iſts recht oder unrecht, thun ſie ſolches auch als Diener Chriſti; oder wem dienen ſie da⸗ mit?

Die 160. Frage. Was iſt der rechten Chriſten Kennzeichen

auf Erden, wormit kann man ſie unterſcheiden von den Ti⸗ tel⸗Chriſten?

Die 161. Frage. Was iſt eigentlich ein Chriſt von innen und

auſſen, wie iſt er ein Tempel des Heiligen Geiſtes, indem das Reich GOttes inwendig offenbar iſt; wie wandelt er im Himmel und auf Erden zugleich?

Die 162. Frage. Was iſt der Antichriſt auf Erden unter der

Chriſtenheit?

Die 163. Frage. Was iſt Babel, das Thier und die Hur in

Apocalypſi?

| Die 164. Frage. Was iſt deſſen Untergang, und wie geſchicht

es, he daſſelbige fieben-föpfige Thier in Abgrund geworfen wird?

| Die 165. Frage. Wie nimt alsdann Chriſtus das Reich im

Menſchen ein, wann dieſes Thier getoͤdtet wird?

Die 166. Frage. Was iſt die wahre neue Wiedergeburt im

5 Chriſti? geſchiehet ſie in dieſer Zeit, oder nach dieſer ei

Die 167. Frage. Was iſt eines wahren Chriſten Sterben, was

. Die

56 AUX.Quzitiones I heoiophicz, F. 168177. Die 168. Frage. Was iſt des Gottloſen Sterben, daß es ein ewig Sterben genant wird? Die 160. Frage. Wo fahrer die Seele hin, wann fie vom Leibe ſcheidet, ſie ſey ſelig oder nicht? 25 170. Frage. Was iſt ihr Thun und Beben, bis an juͤngſten ag? Die 171. Sage. Was iſt das letzte Gericht? oder wie ges ſchicht das? } Die 172. Frage. Wie geſchicht die Auferſtehung der Todten, was ſtehet auf? Die 173. 12 5 Wie vergehet dieſe Welt, und was bleibet da⸗ von uͤbrig? Die 174. Frage. Was wird nach dieſer Welt ſeyn, wann GOtt e in allem ſeyn wird, da die Herrſchaften aufgehoben werden? Die 175. Frage. Wo wird bie Hölle, und dann die ewige Woh⸗ nung der Heiligen ſeyÿn? Die 176. Frage. Was wird iedes Thun und Laſſen der Hell gen und Verdammten ſeyn? . 177. Frage. Was wird die ewige Freude der Heiligen, und die ewige Pein der Gottlosen ſeyn; oder mag auch eine Aen⸗ n geſchehen?

ENDE

TABULE |

TABULAE PRINCIPIORUM,

oder

Jafeln

Drehen Principien Goͤttlicher Bffenbarung, Wie Gott auſſer der Natur in ſich

ſelber, und dann in der Natur, nach den dreyen Principien, betrachtet wird;

7 Auch, N Was Himmel und Hoͤlle, Welt, Zeit und Ewigkeit, ſamt allen Creatu⸗ ren ſey; woraus alles entſprungen; was das Sichtbare und Unſichtbare ſey? Geſchrieben im Jahr 1624, im Februar. von

Jacob Boͤhmen.

Gedruckt im Jahr des ausgebornen groſſen Heils 173 0.

—

—

Summariſcher Inhalt. 1 1 b über das Sehen und iber die drey Tafeln oͤttlicher Offenbarung. pag. 57

2. Schema, worinnen Gott nach feinem Weſen in der Ein:

heit betrachtet wird, was Er auſſer Natur und Creatur

in Dreyfaltigkeit ſey; damit Er alle Dinge erfüller, und

doch keiner Stätte bedarf; nebſt der Erklarung. 59

3. Die I. Tafel Tetragrammaton, nebſt ihrer Erklarung. 62 4. Die groſſe Geheimniß der Tinctur, oder größte und böch e Grund der Dreyheit GOttes. 64

5. Die II. Tafel Macrocosmus, nebffihrer Erklaͤrung. 69 6, Die II. Tafel Microcosmus, nebſt ihrer Erklarung. 7¹

* 0

—— % 2 nn nn nn Luna —

> i. er 87 TABULX PRINCIPIORUM, |

oder

Tafeln von den dreyen Prinei pien Goͤttl. Sffenbarung.“

Erklärung iiber das Schema, und über

die drey Tafeln Göttlicher Offenbarung.

Co N diefen (folgenden) dreyen Tafeln wird erklaret und angedeutet, wie ſich der verborgene GOtt

0 aus ſich ſelber, durch ſein Aushauchen der Kraft, habe offenbaret: Was Himmel und Hoͤlle, Welt,

Engel, Teufel und alle Creaturen, ſamt allen Weſen und We⸗ ben ſind: Wovon Boͤſes und Gutes, Licht und Finſterniß, Leben und Tod, Freund und Feind, Haͤrte und Weiche ur⸗ ſtaͤnde; Und wie die Verwandelung aller Weſen geſchehen; Wie ſich das Gute in ein Boͤſes, und das Boͤſe in ein Gutes verwandelt: Auch wird darinnen vorgeſtellet, wie alle Dinge in dem Grunde, daraus fie anfänglich entſproſſen find, gut und nuͤtzlich find; Und wie alle Bewegniſſen in Unvermeidlichkeit

ſtehen.

2. und werden ſonderlich die drey Principia Goͤttlicher Of⸗ fenbarung, wie dieſelben aus einem einigen Grunde urſtaͤn⸗ den, nach Ewigkeit und Zeit hiemit angedeutet.

3. Als das erſte Principium mit der ewigen Finſterniß, als eine Annehmlichkeit der Eigenſchaften, davon Empfindlich⸗ keit, Wollen und Leben urſtaͤndet, welches mit ſeinem Grunde reichet bis ins Feuer.

4. Das ander Principium wird verſtanden im Licht mit

der Engliſchen oder Kraft⸗Welt, 3 ſich der Ausfluß

5 Goͤtt⸗

. . ſ— — Si, 200 © ı : Nota: Diele Tafeln hat der Autor ſchon anderweitig, nemlich bey Gelegenheit, des 47. Send⸗Briefes entworfen, darauf er einige Monate nachher, auf Erſuchen feiner vertrauten Freunde, Hn. Joh.

Sigm. von Schweinich und Abr. von Franckenberg, dieſen nähern Entwurf verſertiset. ;

a Tabu BEIUELI HIESS * Goͤttlicher Kraft und Willens durchs magiſche Feuer im Lich⸗ te mit der Feuer⸗ flammenden Liebe offenbaret, darinnen man das Reich GOttes verſtehet.

F. Das dritte Principium iſt die ſichtbare elementiſche Welt mit ihren Heeren, welche ein Ausfluß aus dem erſten und andern Principio, durch Bewegniß und Aushauchen Goͤttlicher Kraft und Willens iſt, darinnen die geiſtliche Welt nach Licht und Finſterniß abgebildet, und in creatürliche Art kommen iſt.

6. In dem Schemate (ADON AI) wird angedeutet, was Gott auſſer der Natur und Creatur in ſich ſelber ſey. In der erſten Tafel wird angezeiget das Aushauchen des Goͤtt⸗ lichen Worts durch die Weisheit, wie ihme das Hauchen Goͤttlicher Kraft einen Gegenwurf mache, und wie ſich der ausgefloſſene Wille in Annehmlichkeit und ſonderlich in ſie⸗ ben Eigenſchaften zur ewigen Natur der Empfindlichkeit und Wircklichkeit einfuͤhre: In welcher Wircklichkeit der ewige Wille Gottes natuͤrlich, und ein Schöpfer des Weſens er⸗ kant wird, darinnen vornemlich der engliſche und ſeeliſche Grund mit ewigem, geiſtlichem Feuer und Lichte verſtan⸗

17. In der andern Tafel wird die ſichtbare Welt, als ein Ausfluß derſelben innern geiſtlichen Kraft⸗Welt verſtanden, wie ſich die Eigenſchaften des innern Grundes haben geſchie⸗ den, und wieder in einen Gegenwurf eingefuͤhret, daraus die Sternen, Elementa, und Creaturen ihren Urſprung haben ge⸗ nommen und bekommen.

8. In der dritten Tafel wird der Menſch nach allen dreyen Principien verſtanden, als ein rechtes Gegenbilde GOttes aus Ewigkeit und Zeit: Was er in Seele, Geiſt und Leib ſen: Item, was er ſey im Paradeiſe in der erſten Schoͤpfung gewe⸗

ſen, und was er ſey im Abfall worden, durch den Geiſt des

Irrthums; was die Gift der Schlangen in ihme ſey, und

wie ihme Chriſtus wieder zu helfen und neu zu gebaren ſey

N was er in Chriſto in der neuen Wieder⸗Geburt ey. |

SCHEMA.

Schem. Exkflar. der Tafeln der 3 Prine. 55 SCHEMͤA.

Wotinnen Gott nach ſeinem Weſen in der

Einheit betrachtet wird, was Er auſſer Na⸗

tur und Creatur in Dreyfaltigkeit ſey; da⸗

mit Er alle Ding erfüllet, und doch kei⸗

ner Staͤtte bedarf. AN ee e Wille. 202.4. JE * Sohn. N 8 HO 8. eee, Geiſt . Scientz. .... VAH 8 . Kraft RR ann Wort au... Leben I. . 200 Farben . Weisheit.. Tugend Erklaͤrung.

As Wort ADONAI deutet an das Aufthun oder

Selbſt⸗Bewegniß der ungruͤndlichen ewigen Einheit,

was die ewige Gebaͤrung, Aufthun und Ausgang der Dreyheit GOttes in ſich ſelber ſey.

Das (A) iſt ein dreyfaches J, welches fich ereutzweiſe in ſich faſſet, als in einen Anfang, Ein⸗ und Ausgang.

3 (D) iſt die Bewegniß des dreyfachen 1, als das Auf⸗ thuende.

Das (O) iſt die Cirtumferentz des drepfachen J, als die Ge⸗ burt der Stätte GOttes in ſich felber.

Das (N) iſt der dreyfache Geiſt, welcher aus der Circumfe⸗ rent, aus ſich ſelber als ein dreyfaches J ausgehet.

Das untere (A) iſt der Gegenwurf oder das Wircken des dreyfachen I oder Geiſtes, davon ewiglich Bewegniß, Kraft, Farben und Tugenden entſtehen oder urſtaͤnden.

Das (5) iſt der weſentliche Ausfluß des dreyfachen I, da die Dreyheit in der Einheit ausfleuſt; und verſtehet man in e gangen Worte Adonai das ewige Leben der Einheit

tte

10. Das Wort Vater iſt der ewige Anfang des Wirckens und Wollens in dem dreyfachen! der Einheit.

1. Das Wort Sohn iſt das Gewirckete der Kraft, als die Einfaßlichkeit des Willens, darinnen ſich der dreyfache Geiſt ſchleuſt, als eine Stätte der Goͤttlichen Ichheit. u

I2.

Ai: LADUIZ Iiir. Scheu.

12. Das Wort Geiſt iſt die lebendige, ausgehende Be⸗ wegniß in der gefaſſeten Kraft im Gleichniß, wie mans an eis ner Blumen verſtehen koͤnte. Das Aufthun oder wirckende Wachſen iſt der Anfang: Die Kraft des Wirckens iſt der Um⸗ ſchluß und coͤrperliche Einfaſſung des Wachſens; Und der Geruch, welcher aus der Kraft ausgehet, iſt die Bewegniß oder das wachſende, ausgehende Freuden ⸗Leben der Kraft, daraus die Blume entſpringet, davon man ein Gleichniß ſiehet, wie ſich die Gebaͤrung Goͤttlicher Kraft abbildet.

13. Das Wort Kraft deutet an das hauchende, ausge⸗ hende, verſtaͤndliche, empfindliche Leben, als den Grund und Quall der ausflieſſenden Wiſſenſchaft der Unterſchied⸗

lichkeit.

14. Das Wort Farben deutet an das Objetum oder Ges genwurf der Kraft, da die Unterſchiedlichkeit und Urſprung des ſinnlichen Lebens der Erkentniß verſtanden wird, da eine ewige Beſchaulichkeit urſtandet.

15. Das Wort Willen deutet an das Wollen oder Bewe⸗ gen in der aufthuenden Einheit, damit ſich die Einheit ſelber in Dreyheit will, als das Nichts in fein eigen Etwas, darinnen es ſein Verbringen und Wollen hat.

16. Das Wort Luſt deutet an die wirckliche Empfindlich⸗ keit des Willens oder Wollens, als den hoͤchſten Grund der urſpruͤnglichen Liebe, ba fich der Wille des Ungrundes in ſei⸗ nem Etwas empfindet, da er ſich dem Etwas als ſeiner Em⸗ pfindung einergiebet , und in der Empfindlichkeit in feinem ei genen Geſchmack wircket und will. |

17. Das Wort Scientz deutet an die wirckliche empfindli⸗ che Wiſſenſchaft und Verſtaͤndniß in dem Liebe⸗Geſchmack, eine Wurtzel der fuͤnf Sinnen, und ein Grund des ewigen Le⸗ bens, daraus die Verſtaͤndniß ausquillet, und ſich die ewige Einheit darein gruͤndet. ;

18. Das Wort Wort deutet an, wie ſich die ewige Liebe der empfindlichen Einheit mit der Wiſſenſchaft ewig ausſpricht in einen Zegenwurf; fo iſt daſſelbe Wort das Aus ſprechen oder Hauchen des Willens aus der Kraft durch die Verſtaͤnd⸗ niß. Es iſt das Treiben und Bilden der ewigen (einigen) Kraft in Unendlichkeit und Vielheit, als der Schoͤpfer der Kraft aus der ewigen Kraft in Tugenden.

10. Das Wort Weisheit iſt das ausgefioffene Wort, als

ein

ere Mr ca u ERBE udn ein Gegenwurf Goͤttlicher Wiſſenſchaft Goͤttliches Willens, als die weſentliche Kraft der groſſen Liebe GOttes, daraus alle Dinge ihre Bewegniß und Moͤglichkeit empfangen haben: Ein Grund aller dreyen Principien; Eine Offenbarung der Einheit GOttes: Ein leidentlich Weſen Goͤttlicher Wirckung und Grund der Demuͤthigkeit; Eine Gebaͤrerin aller Wiſſen⸗ ſchaften der Creaturen, und ein ewig Gehaͤuſe der wircken⸗ 5 25 GOttes, ein Strahl und Odem des allmaͤchtigen eiſtes.

20. Das Wort Jehovah iſt der allerheiligſte Name GOt⸗ tes, als das Goͤttliche, ſenſualiſche Leben, das Einige Gute, darinnen die H. Dreyfaltigkeit mit der Glorie und Allmacht, verſtanden wird; Ein Leben des Ungrundes als der Einheit, welches vornemlich in der ewigen (einigen) Liebe ſtehet; und wird darinnen der allerheiligſte Name IlEſus verſtanden, als das ausflieſſende !: Ein Grund und Quelle des Hauchens der Einheit GOttes: Eine Formirung des Verſtaͤndniſſes, denn der Ausfluß der Einheit fuͤhret ſich mit dem! ins E als in ein Geſichte oder Sehen eines Chaos, darinnen das Mytte- ſterium Magnum nach Goͤttlicher Art verſtanden wird; und iſt ein dreyfaches Hauchen der Kraft.

21. JE iſt ein Hauchen der Einheit, und das NO iſt ein Hauchen des JE, und das VA iſt ein Hauchen des NRO und iſt doch nur Ein Hauchen, und machet aber einen dreyfachen Ausgang dreyer Centren oder Faſſungen: Und verſtehen darinnen, wie ſich das dreyfache I endlich ins A ſchleuſt als in einen Anfang zur Natur. „*

22. Darunter ſtehet Leben, das deutet an, daß dieſes drey⸗ fache Hauchen ein eitel Leben und Kraft ſey. Und darunter ſtehet Tugend, das deutet an die unmeßliche Tugend ſolches hauchenden Lebens. * wu

23. In dieſer Tabel oder Schemate wird nun recht verſtan⸗ den, was GOtt auſſer der Natur und Creatur ſey in Drey⸗ faltigkeit, als in einem dreyfachen Aushauchen der Einheit in fich ſelber, da man nicht kann von Ort oder Staͤtte feiner Woh⸗ nung ſagen, auch von keiner Meßlichkeit oder Abtheilichkeit; denn er iſt weder da noch dorte, ſondern uͤberal zugleich; wie man den Ungrund betrachtet, als die ewige Einheit auſſer Na⸗ tur und Creatur, alſo iſt er eine wirckliche Kraft und Weſen der Einheit.

24. Daß

62 KIK. Iàbulk Frincipiorum. I2b. . 24. Daß aber wahrhaftig ſolche Kraft und Tugend der

Einheit darinnen verſtanden werde, das verſtehet man an ſei⸗ ner ausgefloſſenen Kraft der Welt und Creaturen, was aus feinem Aus hauchen erboren iſt; Und iſt kein Ding im Weſen dieſer Welt, welches deme nicht Zeugniß giebet, fo man das wahrnimt.

| Erklaͤrung der erſten Tafel: TETRAGRAMMAT ON.

n dieſer Tafel wird vorgeſtellet, wie ſich der H. Na⸗

25 N) me der ewigen Kraft mit der Erkentniß und Wif _

ſenſchaft von Ewigkeit in Ewigkeit, in Natur zum ewigem Licht und Finſterniß in Eigenſchaften einfuͤhret, wie ſich das Wort des Aus hauchens in ein Objectum oder Gegen⸗ wurf einfuͤhret, und wie in dem Gegenwurf eigener Wille und Annehmlichkeit der Eigenſchaften entſtehet, darinnen man allemal zwey Weſen verſtehet, als GOttes eigener Ausfluß, und denn der Eigenſchaften ihre eigene Annehmlichkeiten im freyen Willen; in welcher Annehmlichkeit wieder ein Gegen⸗ wurf aͤuſſerlicher Art verſtanden wird, damit die Einheit in ihrem Aus fluſſe immer aͤuſſerlicher wird, und dadurch ſich die ewige Liebe in Empfindlichkeit und Feuer flammende Art ein⸗ fuͤhret, als ein Wircken Goͤttlicher Kraͤfte.

26. Über der Tafel ſtehet GOttes Zorn, finſtere Welt, und darunter das erſte Principium, und gegen uͤber von der vier⸗ ten Zahl bis zur ſiebent en ſtehet GGttes Liebe, Licht⸗Welt, und darunter, das ander Principium, Das deutet an, wie ſich

der ausgefloſſene Wille mit der Annehmlichkeit eigener Begier⸗

de einſchlieſſe und uͤberſchatte, mit der Begierde der Ichheit in Eigenſchaften einfuͤhre, und zur Finſterniß mache, da das aus⸗ gefloſſene Ein in der Finſterniß durchs Feuer im Lichte offen⸗ bar wird und empfindlich, und eine Urſach des Lichtes ſey; in welchem Licht GOttes Liebe eine feuriſche Wirckung vom Feuer der ewigen Natur annimt, und ſcheinet im Feuer durch die finftere, peinliche Annehmlichkeit aus, wie ein Licht gan Kertze, und wie der Tag in der Nacht; davon auch

ag und Nacht ihren Urſtand, Grund und Namen haben in

der Zeit empfangen.

N GE ya *

22. Aber

ei e

.

Ad pag. 62 XIX. Tabulæ Principiorum, Tab. 3 Die 1. Tafel. 5 s

TETRAGRAMMATON.

In biefer Tabell wird der Ausfluß des ewigen Göttlichen Worts betrachtet, wie ſich das Wort =

durch die Weisheit aus der Einheit in Vielfaltigung und Schiedlichkeit, fo wol in Licht und Finſterniß ein⸗ fübret, nach welchen ſich G Ott einen zornigen, eiferigen GOtt, und ein verzehrend Feuer nennet, fo wol einen lieben barmhertzigen GOtt: darinnen man den Grund der Engel und Seelen verſtehet, darinnen fie die Seligkeit oder Verdammniß annehmen moͤgen. In den spatüs queruͤber werden die fieben Eigene ſchaften der Ewigen Natur, als das Myſterium Magnum, verſtanden. Bis zur vierten Linie ans Feuer, wird das erſte Principium, als die Finſterniß und Urſachen der Bewegniß und des Peinlichen Lebens ver⸗ E fanden ; und vom Feuer bis zur ſiebenten Eigenſchaft, wird das andere Principium, als die Engliſche Welt, verſtanden; und in den Spatiis herunterwaͤrts werden die Eigenſchaften des Lebens verſtanden. 5

ooo T £ Finſtere Welt, GOttes Zorn. Ticht⸗Welt, Gottes Liebe. das Erſte PRINCIPIUM, das Ander PRINCIPIUM. I. II. III. iv. Vs VL VII. T I N C 5 u R

Begierde Sing 5 ee oder Zieben, ober Angſk. Feuer. Ae e Schall. Weſen.

W 2. Einfaſſen.] Stachel. Fühlen. e ublen 5 2 igen E Finſter. oder Bes | Wallen. Peinlich Liebe⸗Leben] Verftänd: | Wirken, wegen. Leben. lich Leben. oder weſent⸗ lich beben. —— [m _ —

— —

6 4 date [geimpft] Geniche. Sorac. Stabe Sine, Forme.

— — —

N 5. Schaͤrfe. Aufſteigen. Nad “| Toͤdten. Kraft. Liebe. Sperma.

Lebens.

IE IE 5 7 ie Nehmen, A 6. Grimm. | Hoffart. Versagen. | Höfe. Gloria. | Geben. oder 3 — Br) Ein faſſen. f Seelen⸗ Seelen⸗ Groſſer Falſcher [Kleiner 1 + 7 } : Grund, Geiſt, Loben. Vermehren. . Wille. Tod er Teufel. Engel. 0 .

Selbbeit

8. Stillſteßen. Zerbrechen. Weisheit. Hochheit. | Demuth.

— — —ͤ — U—e6ä— —-— — — [1 ______.

Erkentniß.] Staͤrcke.

and ſchei⸗ Thorheit. 1

R 9, Ohnmacht. Gal. | Nauben. Phantaſey.

Thron. |

BT 72 a». 7 ZZ 2 u 2 23 ae Re a | a. r

27. Aber in der Ewigkeit iſt alſo ein ewig Licht und Fi niß in einander. Die Finſterniß iſt der Grund der Natur, und das Licht iſt der Grund der Freudenreich Goͤttlicher Of⸗ fenbarung: So heiſſet die finſtere Welt, als der Grund der

Eigenſchaften eigener Begierde und Willens, das erſte Princi-

pium, weil es eine Urſach Goͤttlicher Offenbarung iſt nach der

Empfindlichkeit, und auch ein eigen Reich in ſich machet, als peinlich Qual, darnach ſich GOtt einen zornigen und eiferi⸗

gen GOtt, und ein verzehrend Feuer nennet: Und das Licht, welches im Feuer offenbar wird, darinnen die Einheit Goͤttli⸗ ches Ausfluſſes der Liebe verſtanden wird, heiſſet das ander

Principium, als die Goͤttliche Kraft Welt, da GOttes Liebe ein Liebe⸗Feuer und wirckliches Leben darinnen iſt, wie geſchrie⸗ ben ſtehet: GOtt wohnet in einem Lichte, darzu niemand kom⸗ men kann, denn die Kraft der Einheit GOttes wircket im Lich⸗

te, und dieſelbe iſt GOtt; aber die feurende Art im Lichte iſt die

ewige Natur, darinnen ſich die ewige Liebe der Einheit liebet

und empfindet. e.

28. Unter dem erſten und andern Principio ſtehen in den ſieben Spatiis ſieben Zahlen (I. II. III. IV. v. VI. vII.) dieſe deu⸗ ten an die ſieben Eigenſchaften der ewigen Natur, und darun⸗ ter ſtehet TIN CT VR in den ſieben Spatiis ausgetheilet, das deu⸗ tet an das Goͤttliche Wort, ein Temperament oder gleiche Ei⸗ genſchaft, darinnen die Goͤttlichen Krafte in gleichem Willen, Wircken und Weſen inne liegen, als der ausgefloſſene Name Gottes, darinnen die groſſe Geheimniß Goͤttlicher Kraft und Wirckung, mit den Characteren der Buchſtaben in der Aus⸗ theilung, in den ſieben Eigenſchaften verſtanden wird.

29. Das Wort TIN CIT U iſt das ſchiedliche Wort, daraus die ſieben Eigenſchaften flieſſen. Der Buch ſtab T iſt das Tau oder Aufthun der Einheit, als das T des Dreyfachen 1, ein Grund zum Hauchen. I iſt der Ausfluß aus dem Joder Aus⸗ gang der Einheit, als der Creutz⸗Angel des Lebens. N iſt der

er⸗ $ 7 5

wieder von der Finſterniß ſcheidet, und die Annehmlichkeit des ewigen Willens zerbricht. Das ander T unter Numero V. iſt

das H. Tau oder Aufthun der Glorie in der feuriſchen Empfind⸗ lichkeit mit der feurenden Liebe, als damit GOttes Reich ſich aufthut; und deutet an die groſſe Macht der Lichts⸗Kraft. M

NT a Zu Re A , eee r iſt nun des H. Geiſtes Character mit dreyen Spitzen; Zwey

in die Hoͤhe bedeuten das Feuer und Licht, und der dritte unter ſich bedeutet die Einheit in der Liebe, als die Demuth. Mit dem R wird das H. Feuer und bicht in ein wircklich natuͤrlich Meſen nefaffer denn es deutet an das Reich, als den Thron, und wird hiermit angedeutet, wie ſich der H. Name mit dem ausflieſſenden Willen ins Myſte rium Magnum, als in die ewi⸗ ge 1 einfuͤhret, daraus die ſichtbare Welt entſproſ⸗ ſen iſt. A

Die groſſe Geheimniß der Tinetur,oder hoͤchſte

A Grund der Dreyheit GOttes.

30. T Iſt das drepfache I, iſt den Vater andeutende.

1 Iſt das geborne L. iſt JEſus. N

N Iſt das dreyfache 1 im Geiſte.

C St Chriſtum andeutende.

IJ Im fuͤnften patio iſt der Vater in Chriſto. |

U SEdEr Geiſt Chriſti im Wort das da lebendig machet.

R Iſt der Koͤnigliche Thron, um welchen Licht und Finſter⸗ niß ſtreitet, da Satan und Chriſtus gegen einander ſtehen, (Als nach der Annehmlichkeit eigenes Willens, der Satan als der Irrgeiſt; Und nach der Einheit Chriſtus) da man Liebe und Zorn in Einem Grunde, aber in zweyerley Offenbenba⸗ rung verſtehet den Unſern alhier verſtanden, welche GOtt ans gehoͤren, aber den andern an dieſem Ort ein Schloß davor.

Die groſſe Geheimniß der Tinetur, oder gröfte und hoͤchſte Grund der Dreyheit GOttes.

31. Jeſe Tafel in ſieben Spatien iſt der Grund der Engel und Seelen, als das Myſterium Magnum der Ver⸗

wandelung, da alle Moͤglichkeiten innen liegen. 1418 33. Querüber nach den ſieben Zahlen wird der Ausfluß von Einem in 7ben verſtanden. Bis ans Feuer, daraus das Licht offenbar wird, iſt das erſte Prineipium zu verſtehen; und vom Feuer bis zum Weſen das andere Principium, und her⸗ unter werts wird unter ieder Eigenſchaft verſtanden, was fur ein Ausfluß aus ieder Eigenſchaft im Mitwircken der anderen Eigenſchaften komme: Nicht zu verſtehen, daß eine einige Ei⸗ genſchaft einen ſolchen Ausfluß alleine gebe, ſondern 22 * en

\ *

Taf. I. NELLIHL- URL Tafem DEE 3 Prime. 05

ben geben ihn; aber die erſte Geſtalt herrſchet darinnen, und

behaͤlt das Ober⸗Regiment. |

33. Als da No. 1. ftehet Begierde oder Einfaſſen, fo ver: ſtehet man, daß die Begierde magnetiſch ſey, und fich felber eins ſchleuſt und verfinſtert, welches als ein Grund der ewigen und

zeitlichen Finſterniß iſt; und aus ſolchem Einziehen kommet

Schaͤrfe; Herbe und Haͤrte, die iſt ein Urſtand des Grimmes, davon der groſſe ewige Tod urſtaͤndet, denn dieſer Magnet zeucht die Kraft in ſich, und verſchleuſt fie in ſich, daß das Wir⸗ cken ſtille ſtehet, und in Unmacht trit, wie unter No. 1. herun⸗ terwerts zu ſehen iſt. | a

34. Unter No. 2. ſtehet Seientz oder Ziehen, diefeg iſt die andere Geſtalt zur Natur, als die Bewegniß des magnetiſchen Einziehens, davon die Empfindlichkeit der Natur urſtaͤndet, und iſt der Grund aller Contrarietaͤt, dann Härte und Beweg⸗ niß ſind Feinde, denn das Bewegen zerbricht die Haͤrte wieder, und gebieret doch auch die Haͤrte mit dem Anziehen.

35. Alſo urſtaͤnden zwey Weſen im begierlichen, ausge⸗ floſſenen Willen GOttes: Als das Ziehen der magnetiſchen Kraft gibt Bewegniß und Empfindlichkeit, und das Angezoge⸗ ne giebet Weſen, darinnen man die Urſachen zu Geiſt und Leib verſtehet; Als im Ziehen der Empfindlichkeit verſtehet man den Geiſt, und im Angezogenenen den Leib, oder die Urſache zur Leiblichkeit. 9 2

36. So nun ſolch Einziehen und Weſen nicht mag das

Licht der Einheit GOttes erreichen, dadurch es geſaͤnftiget

wird, ſo bleibets in ſich eine eitele Feindſchaft, und iſt eine Qual des Wüͤtens und Aufſteigens, daraus eigen Annehm⸗ lichkeit und Hoffart urſtaͤndet, denn der Wille eigener Annehm⸗ lichkeit iſt falſch, und ein ſteter Zerbrecher feiner ſelbſt, als ſei⸗ nes Weſens; und verſtehet man in dieſen zwepen Geſtalten, als Begierde und Einziehen, in ihren ausflieſſenden Eigen⸗ ſchaften GOttes Zorn: Und ob fie wol der Grund des em⸗ pfindlichen Lebens find, ſo aber das Licht darein ſcheinet, fo fi ſie der Grund der Freudenreich, als eine innere Bewegniß der Einheit GOttes, und ein Grund der fünf Sinnen, daraus auch das creatürliche Leben ſeinen Anfang genommen hat, darinnen auch feine Verderbniß ſtehet, ſo ferne es das dicht ver⸗ leuret, denn es iſt der Quall der R EN Be

66 XIA. L93DUILELIILIDIOSUAN, 1 aD. 1. br ai und if doch auch die Wurtzel des natürlichen. ebens. *

37. Unter No. 3. ſtehet die dritte Geſtalt der Natur, und heiſſet Angſt, als eine geiſtliche Schwefel⸗Qual, der Eigen⸗ ſchaft nach, die nimt ihren Grund aus der erſten und andern Geſtalt, als ( aus der magnetiſchen Begierde, und (2) aus der Bewegniß des Einziehens, darinnen der ausgefloffene ewige Wille in Unruhe in Angſt ſtehet. Die Angſt iſt die Urſache des natuͤrlichen Wollens, Gemuͤthes und der Sinnen, und iſt des Lebens Rad, als eine Urſache des feuriſchen Lebens. | 38. Denn ſo der ausgefloſſene Wille der Einheit GOttes in der Angſt ſtehet, fo ſehnet er ſich wieder nach der Einheit, als nach der Ruhe; und die Einheit oder Ruhe ſehnet ſich nach der

Bewegniß und Offenbarung: Und möchte doch auch in der Einheit keine Offenbarung ohne Bewegniß ſeyn, darum fleuſt der Goͤttliche Wille aus ſich ſelber aus, und fuͤhret ſich die Goͤttliche Luſt in dem ausgefloſſenen Willen in Begierde und Bewegniß ein, zu einer Empfindlichkeit, aufdaß ſie ſich ſelber empfinde; und bleiben zwey in Einem Weſen, als die empfind⸗ liche Göttliche Luft, und die Urſache der Empfindlichkeit, darin⸗

nen ſich GOtt einen lieben GOtt nennet, nemlich nach der em⸗ pfindlichen Goͤttlichendiebe⸗Luſt und einen zornigen S Ott nach der Urſache der Empfindlichkeit, als nach der ewigen Natur.

39. Und verſtehen in der Angſt, fo ferne das Goͤttliche Licht

darinn nicht offenbar iſt, das hoͤlliſche Feuer und ein ewig Ver⸗ zagen und Schrecken, da der eigene Wille der Natur immerdar in ſterbender Qual ſtehet, und ſich immerdar begehret von ſol⸗ chem Grunde zu ſcheiden, welches ich darum den kleinen Tod heiſſe, daß es der ewige ſterbende Tod iſt; und aber in der Haͤr⸗ tigkeit der groſſe ſtillſtehende Tod iſt. 40. Dieſe Geſtalt, fo fie nicht das Licht hat, iſt der Brunn⸗ quell des falſchen Gemuͤths: fo ſie aber das Licht in ſich empfin⸗ det, ſo iſt ſie der Brunnquell und Grund des ſinnlichen Ge⸗ muͤths, und die rechte Wurtzel des Feuers, wie unter No. . herunterwaͤrts zu ſehen iſt.

41. Die vierte Geſtalt No. A. iſt das Feuer der ewigen Na⸗ tur verſtehet ein geiſtlich Lebens⸗ Feuer, das urſtaͤndet aus der ſtetswaͤhrenden Conjunction oder Zuſammenfuͤgung derHärte und des Bewegens, verſtehet, die Peinlichkeit urſtaͤndet dar: aus; aber der Feuer⸗Glantz urſtaͤndet aus der freyen Luſt 150

7 —

wo

Taf. I. Er tir ver Tafem der 3 PL. 67 Willens, da die Einheit der Luſt in den Eigenſchaften geſchaͤr⸗ fet wird; fo erſcheinet fie als ein Blitz durch die ſtetswaͤhrende Conjunction der groſſen Saͤnfte der Einheit und der Grimmig⸗ keit des Bewegens der dreyen erſten Eigenſchaften, denn es iſt in der Eſſentz der Conjundtion, als riebe man Stahl und Stei⸗ ne an einander, davon der Blitz entſtehet.

42. Solcher Blitz iſt das wahre natürliche und creatuͤrliche Leben der ewigen Creaturen denn es iſt die Offenbarung Goͤtt⸗ licher Bewegniß, und hat die Eigenſchaften der Natur, und auch die Offenbarung der Einheit Goͤttliches Ausfluſſes in ſich; welches unter dieſen beyden das Ober⸗Regiment hat oder be⸗ kommt, darinnen ſtehet das Leben.

43. Der Glantz des Feuers iſt das Licht vom Ausfluffe der Einheit S Ottes: Und die Eſſentz des Feuers iſt der außgefloſ⸗ ſene Wille, welcher ſich mit der Begierde hat in ſolche Eigen⸗ ſchaften gefuͤhret. 1

44. Alſo verſtehet man im ausgefloſſenen feuriſchen Willen die Engel und Seelen, und in der empfindlichen geſchaͤrften Lichts⸗Kraft aus der Einheit verſtehet man den Geiſt, darinnen Gott offenbar iſt, und im geiſtlichen Weſen verſtanden wird; und ſcheiden ſich im Feuer zwey Reiche, als das Reich der Glo⸗ rie vom Ausfluſſe der Einheit GOttes, und das Reich der Ei- genſchaften der ewigen Natur, ein iedes in ſich ſelber, und woh⸗ nen doch ineinander als Eines.

45. Das Reich der Natur iſt in ſich ſelber die groſſe ewige Fin⸗ ſterniß, und das Reich Ottes oder Glorie iſt das Licht Johannes 1.5. ſpricht: Das Licht ſcheinet in der Finſterniß, und die Finſter⸗

niß hats nicht begriffen. Gleichwie Tag und Nacht ineinan⸗ der wohnen und doch keines das ander iſt; alſo kommt aus des Feuers Selbſt Eigenſchaft das peinliche Leben: fo fich daſſelbe vom ewigen Licht abbricht, und in den Gegenwurf, als in die Selbheit der Eigenſchaften eingehet, fo iſt das Leben des Feuers nur eine Phantaſey und Thorheit, wie denn die Teufel ſolche worden ſind, und auch die verdammten Seelen ſind, wie an der vierten Zahl herunterwerts zu ſehen iſt.

46. In der fünften Eigenſchaft der Natur N. 5. wird nun das ⁊te Principium mit feinem Grunde verſtanden, als das Weſen der Einheit in der Lichtes⸗Kraft, darinn die ausgefloſſene Einheit eine Feuerſſammende Liebe iſt daraus der wahre ver⸗ ſtaͤndige Geiſt urſtaͤndet mit * fuͤnf Sinnen. Die erſte 05

2 os

XIX. LIabulæx ErTINCIPIOTUM, LAD,T,

Geſtalten find nur Eigenfthaften zum Leben. Die vierte@eftale iſt das Leben ſelber, aber die fünfte iſt der wahre Geiſt; wenn

die fünfte Eigenſchaft aus dem Feuer offenbar iſt, fo wohnet fie in den andern allen, und verwandelt ſie alle in ihre ſuͤſſe Liebe,

daß keine Peinlichkeit noch Feindlichkeit in keiner mehr erkant |

wird, gleichwie der Tag die Nacht verwandelt.

47. In dieſen vier erſten Eigenſchaften ift das Leben gleich

den Teufeln, aber wenn des Lichtes Kraft, als das ander Prin- eipium, in den Eigenſchaften offenbar wird ſo iſts ein Engel und

lebet in Goͤttlicher Kraft und Heiligkeit wie an der fuͤnften

Zahl herunterwerts zu ſehen iſt.

48. Die ſechſte Eigenſchaft N. ö. iſt das Verſtaͤndniß, als der

Hall oder Schall, da die Eigenſchaften im Lichte alle in der

Gleichheit ſtehen, fo freuen fie ſich, ſo wird die Kraft der fuͤnf

Sen ſuum lautbar, und freuen ſich alle Eigenſchaften ineinander, je eine der andern, und alſo fuͤhret ſich die Liebe der Einheit in Wircken und Wollen, in Empfindniß, Findniß und Hochheit; Und alſo iſt ein Contrarium in der ewigen Natur, aufdaß Eigen⸗ ſchaften urſtaͤnden, darinnen die Liebe erkant werde, und daß et⸗

was ſey, das zu lieben ey, darinnen die ewige Liebe der Einheit

Gottes zu wircken habe, darinnen das Lob Gottes geſchehe: Denn fo des Lebens Eigenſchaften mit Goͤttlicher Liebes. Slam me durchdrungen werden, ſo loben fie die groſſe Liebe GOttes, und ergeben ſich alle wieder in die Einheit GOttes. Solch Freuen und Erkentniß moͤchte in der Einheit nicht offenbar werden, ſo ſich nicht der ewige Wille in peinliche, bewegliche Eigenſchaften einfuͤhrete. g | 49. Die ſiebente Eigenſchaft N. 7. iſt das Weſen, darinnen die andern alle weſentlich ſind, darinnen fie alle wircken, wie die Seele im Leibe, darinnen man die Natur, und auch die ewige Weſentliche Weisheit GOttes, als das Myſterium Magnum, verſtehet, aus welchem Grunde die ſichtbare Welt mit ihrem Weſen und Creaturen iſt entſproſſen. * Fo. Alſo ſoll man mit dieſer Tafel die verborgene geiſtl. Welt verſtehen, als GOttes ewige Offenbarung, daraus die Engeln und die Seelen des Menſchen ihren Urſtand empfangen haben; deswegen koͤnnen fie ſich in Boͤſe oder ind ut verwandeln, dann es lieget beydes in ihrem Centro; Die geiſtliche Welt if anders nichts als GOttes geoffenbaretes Wort, und iſt von Ewigkeit geweſen bleibet auch in Ewigkeit / und wird darinnen Himmel und Hoͤlle verſtanden. Erklaͤ⸗

ee

x

>

i

—

Th wir a ha 2 Se ee a ws

Erklärung der andern Tafel.

MACROCOSMUs.

51 In dieſer Tabell verſtehet man, wie ſich die verborge⸗

N ne geiſtliche Welt hat fi chtbar gemacht, und hat ihr

einen Gegenwurf mit dem Aushauchen gemacht, da

die ewigen Prineipia find ausgefloſſen, und die Kraͤfte darinn

ſind mit materialiſch worden; dann die aͤuſſere Natur iſt an⸗

ders nichts, als ein Ausfluß oder Gegenwurf der ewigen ratur.

52. Die vier Elementa urſtaͤnden von den erſten vier Eigen⸗ ſchaften der ewigen Natur: Als die Erde und Grobheit aller Weſen von der finſtern Begierde da allezeit die andern ſechsEi⸗ genſchaften ſind mit materialiſch worden, wie man an den Me⸗ tallen und Kraͤutern Boͤſe und Gut verſtehen mag. Aber die finſtere Begierde hat ſie alle coaguliret, wie noch heute ge⸗

chicht.

53. Die Luft enden von der Bewegniß der magnetiſchen Impreſſion durchs Feuer im zerſprengten Mercurio, als die zer⸗ ſprengete Bewegniß daraus das Waſſer kommet. |

54. Das Waſſer iſt der zerſprengete Mercurius, da die feuri⸗ fi Art getoͤdtet iſt: Das Waſſer iſt das Weiblein des feuri⸗ ſchen Mereurii , darin er wircket; davon Hitze und Kälte, ſo⸗ wol Dicke und Duͤnne im Streit ſind.

55. Das Feuer urſtaͤndet vom geiſtlichen Feuer des innern Grundes. Die Kalte verſtehet man in der magnetiſchen Schaͤrfe, als in der rechten Wurtzel zum Feuer.

56. Über den ſieben Eigenſchaften tiber der Tafel ſtehet, Grund der Natur, in die drey erſten Geſtaͤlte eingetheilet: - und in die vierte und fünfte Geſtalt oder Eigenſchaft wird das Wort Rein Element eingetheilet; und in die ſechſte und ſieben⸗ de Geſtalt iſt das Wort Paradeis eingetheilet.

57. Mit dem Wort Grund der Tatur, verſtehet man dis Wurtzel der vier Eieienten, als die vier Urſachen der Beweg⸗ niß und Empfindlichkeit.

58. Mit dem Wort, Rein Element verſtehet man das Tem- peramentum oder Gleichheit der Natur und vier Elementen, da das Licht die Eigenſchaften alle in Einen Willen wan⸗ delt, darinnen das Licht auch Fr in der empfindlichen, 15

3 wegli⸗

70 IX. able Principioram. Tab. 2.

weglichen Elementiſchen Eigenſchaft wircket; ſo verſtehet

man, wie ſich das ewige Element, old die Bewegniß Goͤttlichen

Kraft, durch den Grund der Natur geſchaͤrfet, und im Lichte offenharet hat, welches Rein Element die Bewegniß der innern geiſtlichen Welt iſt u in der Schoͤpfung der Welt mit in das We⸗ ſen ausgefloſſen iſt, und wird in der Quinta Effentia verſtanden.

59. Das Wort Paradeis, in der ſechſten und ſiebenten Eis genſchaft, deutet an das geiſtliche Gewircke im Lichts⸗Weſen, als ein Gruͤnen oder geiſtlich Wachsthum, welches geiſtliche

Weſen im Anfang der Welt durch alle vier Elementa gegruͤnet,

und aus der Erden ſich in alle Früchte eingebildet, und alle Ei⸗ A halten des Grimmes ins Temperamentum gewandelt hat. 18 aber die grimmen Eigenſchaften mit den vier Elementen durch die abgewandte Begierde und falſchen Willen Adams aufwachten, und das Regiment bekamen, fo flohe dieſes Gruͤ⸗ nen zuruͤcke; das iſt, es bliebe in der Tinctur des innern Grun⸗ des ſtehen, und iſt auch noch wol in den vier Elementen, aber nur im innern reinen Element und mag nicht erreichet werden, als nur in der neuen Wiedergeburt des innern Menſchen, und in der materialiſchen Tinctur, darinnen iſt das paradeiſiſche

Wircken auch ganz offenbar. Den Unſern verſtanden. 60. Dieſe Tabell zeiget an, wovon alle Weſen dieſer Welt ſind entſprungen, und was der Schöpfer ſey; Als, daß der Schöpfer ſey die geiſtliche Kraft: Welt geweſen, welche Gott hat beweget, als der Goͤttliche Wille. Aber der Separator oder Scheider iſt der ausgefloſſene Wille aus der geiſtlichen Welt geweſen, der iſt in ſolcher Bewegniß aus ſich ſelber ausgefloſ⸗ fen, und hat ihme einen Gegenwurf ſeines Wirckens gemacht, da in ſolcher Bewegniß iſt immerdar ein Gegenwurf aus dem andern gefloſſen, bis auf die alleraͤuſſerſte Materiam der Erden. 61. Dieſe iſt durch Goͤttliche Bewegniß in eine Maſlam ge⸗

—

zogen worden, und ſtehet daſſelbe Ziehen oder Bewegniß noch

e Darum fallen alle Materien in der Tieffe gegen die Er⸗ en, und iſt dieſes die Urſache, daß die Kraft der Bewegniß noch heute und bis zu Ende dieſer Zeit alſo ſtehet. |

62. Die fieben Tage und ſieben Planeten deuten an die ſie⸗ hen Eigenſchaften der Geiſtlichen Welt. Die drey Principia im Spirito Mundi und in den Materien und Lebendigen, als

Salz, Schwefel und Oel, Sulphur, Mercurius und Sal, deuten | au die Dreyheit Goͤttlicher Offenbarung als einen immerwaͤh⸗

renden

—

jang ng; iu |

rag Fan | ant nos | mwmugug| au 908 ‘219% 45 | IT ng | Wang

auge | aan ona 29 u‘ ar Tr

E Po algz | ‚ung | "song | 10 Gy | Bupng | "Ping; a eee | Pas b u) uus bianva d Bag ie Wenne muna

e „ene Branson Gqunsag ‚go en u | RR WIR 0439

ud | Mega A | eg | pay Ipo = aan | 18 Ag

KLARE) Erg SE, bd ⁵ —— Baray 'urok mung _ 19

*unudey — 510 "JagR 5701 5 Aeg eig da Jeg uv ga Hog S aeg u SNWSODOYDVN

PIE INS

qu. wnsordiaujsg zjnge,L XIX 69 ded py

Die II. Tafel.

MACROCOSMUS,

In dieſer Tabell wird angedeutet, wie die geiftliche,eiwige Welt, als das MyRerium Magnum; ſey durch Bewegung des Wortes GGttes ausgefloſſen, und ſichtbar, lautbar und materialifch worden; und wie aus den Eigenfchaften Creaturen geſchaffen find ‚da man die innere geiſtliche Melt ſoll darinnen verborgen verſtehen, und wie ſich die inneren Kräfte durch Göttliche Wirckung haben eingefaſſet und gebildet, daß man in allen Dingen Gutes und Boͤſes verſtehen kann, und da doch im Myſterio Magno kein Boͤſes geweſen iſt, ſondern iſt durch die Empfindlichkeit und Anneh⸗ mung eigener Begierde entſtanden. Aus dieſem Grunde ſind alle Creaturen, die ſichtbaren, her⸗ kommen: So iſts alhier entworfen, was aus ieder Eigenſchaft im Wircken ausflieſſe, und welche Eigenſchaft unter den ſieben das Ober Regiment habe darnach ein Ding gebildet und regieret wird.

Ad pag 69. XIX. Tabulæ Prineipiorcum- Tab.2ꝛz.

EEE . —— üöð . —— ee ᷑̃] ᷣͤ ͤ—— —., , Grund der NATUR. Rein [ELEMENT I PARA- DRISs. - 1 II. III. IV. V. VI. VII. *

Kalte. Erde. Urſprung Feuer der | Himmel. | Acht der Sternen. | Waren. | Schnee. der Luft. Eſſentz Natur. 5 Saturnus, | Mercurius, Mars, Sol. Venus. Jupiter. Luna

Planet. Weich. —j— 4 B —ä ĩ3ͥ ͥ́ꝓ— . — — — — Sal. Mercurius, | Sulphur. Salniter, Oele. Kraft.

5 Leid Donner. Blitz. ;

Schwarg. Vermengte | Noth. Gelbe. |Srün , in Blau. bei von au 1 in

Grau. * . 1 weiß lb und Kr) E 1 Choleſriſch. Sanguilniſch. Phlegma tiſch. A e eee e FE 4 Grobheit Metalliſche] Roſt. Wachſen. Perlen. „ Menſtruum. der Steinen] Steine. Bi u” Bley. O eckſilber. |Eifen. Stal. Gold. Kupfer. | Zinn. Silber. olz. | Kräuter. | Hartz. Tinctur in] Suͤſſe. | Bitter. Gras. Beine. dem Irdiſchen. er 2 1

auer. Gift. Wehethun. | Eröffnen. Heilen. | Starcken. Fleiſch.

Verſtopfen. Riechen. Fühlen. Sehen. Schmecken. 8 Eckel der

ö Natur. Sterben. | Lügen. Zorn. Rricg. Reichthum. Edel. | Vernunft. Eigen Belle.

Ser. | Sl. | Gewalt. | Recht. | Getven. | Wahrheit. Einfalt Stehlen. 1 Verlieren. Finden. Irdiſche od' Freundlich Leichtſinnig.

anzvIG uaalInv ag uhu

Viehiſchebiebe ſeyn. x Hartfinnig. | Vermirrer Nichts ach:|Standhaf- Kein. Frolig. Unverſtan⸗ Traurig. Sinn. ten. tig. Br dig. Irdiſch. Thieriſch. Boͤſe. Himmliſch. Zuͤchtig. Sinnlich. Niedrig. N Wolf. Fuchs. Hund. Löwe. Vogel. Affe. erste

ier. Getreue Flüchiſge Zahme Fiſche. 2.

Wuͤrme. Thier. Thier. Thier. Thier.

Geitz. Suͤnde. Verdamm⸗ Neu zur [Neue Ge- iebe⸗Feuer ] SOPHIA,

niß. Buſſe. burt.

n 2

Wuͤrme.] Giftige Boͤſe

Run Exklar. der Tafein der 3 Pre- 7

renden Quellbrunn, daraus alle aͤuſſere Creaturen gefloflen find, und noch ſlieſſen werden bis zu Ende dieſer Zeit; und wird der Separator darinnen mit den ſieben Eigenſchaften verſtan⸗ den: und ſehen wir in dieſer Tafel, was aus den ſieben Eigen⸗ ſchaften gefloffen iſt, und wie ſich die Geiſtlichen Krafte haben in Eine materialiſche gebracht, wie in den ſieben Spatüs runter⸗ werts in iedem zu ſehen iſt, darinnen man kann verſtehen, wor⸗ aus Boͤſes und Gutes iſt in dieſer Welt entſproſſen.

Erklaͤrung der dritten Tafel. MICRO COS MUS.

5 Summarien. 8

Jer wird der Menſch als ein Ebenbild aller 3 Welten vorgeſtellek.

5.63. Die Seele iſt die ewige Natur, 64.65. und der Geiſt,

BhDttes Ideg. 66. Durch Eigenheit aber, 67. und des Teufels

Betrug, 68 0. iſt der Menſch gefallen und ein Monſtrum worden, 71.

3 das hölliſche Fundament, als der Irr⸗Geiſt, in Leib und Seele re⸗ gieret. 72. ſq.

u dieſer Tafel wird der Menſch als ein Ebenbild aller

dreyen Welten fuͤrgeſtellet, nach Seele, Geiſt und

Leib, was er ſey im Anfang nach ſeiner Schoͤpfung

geweſen, was er ſey im Falle durch den Irrgeiſt worden; und

was er durch den Geiſt Chriſti in der Neuen Wiedergeburt

werde, welcher ein wahres, weſentliches Bilde aus den dreyen

Principiis Goͤttlicher Offenbarung iſt, als aus dem ausgefloſſe⸗

nen Wort Goͤttliches Willens. | | 64. Nach der Seele iſt er die ewige Natur der feurenden Art, als ein Funcke aus dem Centro, daraus das Feuer urſtaͤn⸗ det; So dieſer Grund nicht mag das Goͤttliche Licht erreichen, fo iſt er eine Finſterniß, von der magnetiſchen anziehenden, bes gehrenden Kraft; So er aber das Licht aus dem Feuer errei⸗ chet, daß dieſe magnetiſche Begierde von der ausgefloſſenen Einheit der Liebe GOttes iſſet, fo entſpringet aus dem Feuer der wahre gute Geiſt, wie das Licht aus der Kertzen ſcheinet. 65. Dieſes find zwey Principia, als im Feuer der ewigen Natur, die Seele, das erſte Principium, und im Lichte Goͤttli⸗ cher Kraft der Geiſt, das ander Principium: Der Leib aber iſt das dritte Principium, als ein Weſen der ſichtbaren Welt, von Sternen und Elementen, aus den ſieben Eigenſchaften der Na⸗ tur in ein Bild gemachet. | | E 4 66. Die

7

72 AIK. I abu femciporum. #903, 66. Die Seele hat die ſieben Eigenſchaften der innern Geiſt⸗ lichen Welt, nach der Natur, aber der Geiſt iſt ohne Eigen: ſchaften, denn er ſtehet auffer der Natur in der Einheit GOt⸗ tes, und wird aber durch die ſeeliſche feurende Natur in der Seelen offenbar, denn er iſt das wahre Ebenbild GOttes, als eine Idea, in der GOtt ſelber wircket und wohnet, ſo ferne die Seele ihre Begierde in GOtt fuͤhret, und ſich dem Willen Gottes ergiebet: Wo aber nicht, ſo iſt dieſe Idea, als der Geiſt, ſtumm und wircklos, und ſtehet nur als ein Bilde in einem Spiegel verbleichet, und bleibet ohne Weſen, wie Adam im Fal⸗ le geſchah; So ſich aber die Seele GOtt ergiebet, und ihren magnetiſchen Hunger in GOttes Liebe einfuͤhret, ſo zeucht die Seele Goͤttlich Weſen, als die weſentliche Weisheit Gottes in ſich, fo wird ihre Idea oder Geiſt in der Lichts⸗Kraft weſentlich, und bekommt Goͤttlich Leben: ſo iſt es dann der wahre Tempel

Gottes, darinnen GOttes Einheit wirckend und offenbar iſt. 67. So ſich aber die Seele mit der Begierde in ſich felber, als in eigene Liebe, einfuͤhret, und ſich mit der Begierde in die ſieben Eigenſchaften wendet, dieſelben zu probiren, und von der Luſt der Eigenſchaften iſſet, ſo erhebet ſie ſich, und machet ihr ein Eveftrum, als einen Aſtraliſchen Gegenwurf, welches Eveſtrum alsbald nach der Eitelkeit falſcher Luſt hungert, wie dem Lucifer und Adam geſchehen ift, da ſich das Eveftrum Luei⸗ fers in die Phantaſey gebildet hat, und das Eveſtrum Adams Seele in die thieriſche (al. feuriſche) Eigenſchaften der aͤuſſern Welt; davon die Seele vergiftet ward, und zuhand den Leib aus dem Limo der Erden auch anſteckte, daß die thieriſchen Eis genſchaften in ihme aufwachten, und nach irdiſcher, viehiſcher Speiſe, als nach Hitze und Kalte, nach Herbe, Bitter, Suͤſſe, Sauer, luͤſterten, und ſich mit ſolchen Eigenſchaften in einen 5 0 ſolcher Luſt einfuͤhreten, und mit der Begierde von oͤs und Gut aſſen, davon das Bilde GOttes, als die Idea, ver; finſtert und wircklos ward; fo war der rechte Geiſt, als die wirckliche Idea, ſtumm und todt, wie ein Bilde im Spiegel todt iſt, alſo war die Seele von GOtt getrennet, und ſtunde in eige⸗ nem natuͤrlichen Wollen, denn GOttes Wille im Geiſte wirckte nicht mehr, und finge an das Wollen des Eveſtri, als die Gegen⸗ bildung der finſtern und der auffern Welt, denn der H. Genius

ward verwandelt. be 3 |

68. In dieſer Tafel ſtehet oben, TIN c run, in 1 N igen⸗

an Ban | ad | una ue une een ee mag | een | ene wung ſ'gntingd "€ a | Yung Tr ITTTEITTINGG > ung | rang, aeg 2 _ ont 19) ao doo wa s * og ghoqvaoch bana | fung | WPD vqug oBaogtaR wgany bl an uva *1

| usbulag

IT eeg,˙ | „AI ee ehen may) n — neee nene »& N em A and nu _ tie: u geg eee ee BIN dend mg ubiocd d i av iwc en eee ec eee ae —— un un woase 1 * [4554579 RR 50 da eee sg U amn KIEL) Manga s oaq usb Bunny Ba) PRA 430% “ad iS © srquanck BELLE FE _Bulvag oh 51 ch vz ; PAD) 1 uva "I

b ob gs un 7 ED ‚006 aue 181 TSAWSOIOYIIW- ] 119 c qr | wnJordioupsgengeL'XIX 12 Zed py

BEE Se 2 5702. 20 1220 5,

Ad pag. 71. XIx. Tabulæ Principiorum, Tab. 3. . Deie III. Tafel. * a R

MICROCOSMUS.D. i. Die Fleine Welt, oder Menſch; ift ein Ebenbild aller 3 |

Principien :nachder Seelen, der Feuer-Welt; nach dem Geiſte, der Licht⸗Welt; nach |

dem Leibe, der Luft⸗Welt.

In dieſer Tabell wird der Menſch fuͤrgeſtellet, was er ſey im Paradeiſe geweſen, als alle Eigenſchaften in ib⸗ me in der Gleichheit obne Annehmung eigener Begierde, ſtunden, da er im Bilde GOttes ſtunde und was er ſen durch des Satans Trug und Inſicirung worden; was das Menſtruum (al. Monſtrum) der Schlangen in ihme fey, davon er iſt irdiſch und ſterblich worden: und dann wie ihme ſey Gottes Wort und Liebe wieder zu ürfe ? kommen, und ihn in Ehriſto neu gebaͤre und das Schlangen-Bild täglich tödte ; und in was Gefahr und Elen⸗ de er in ſolcher Bildung ſtehe, wie er auf dem Grunde der Höllen und des Himmels ſtehe. So iſts e

wie er alſo ſey ein Bilde der ſieben Eigenſchaften, aus allen dreyen Prineipiis nach Ewigkeit und Zeit in ein Bild geſetzet, als ein Ebenbild Goͤttlicher Offenbarung und Wiſſenſchaft: Zu mehrerm Verſtande, wie er ſoll fein Leben regieren, und welchem Trieb er ſich ergeben fol.

1 1 N C T U R 5 I. II. III. Iv. V. VI. VII. 2 8 B L E. G EI ST; Leis, | en

2 4 Deo Frey⸗Tag.] Donners⸗ |Mondı Tag. „5 —. Tieben. Freuen. Himmlifch — lach Feinden. Zagen. Leiden. Gloria. | Kraft Goͤttlich — 5 . Weſen. Wallen. Hoch. Niedriger N Einheit. Wille.

Hoffart. Kae Narrheit.

5 E G O an Mitwoch. Dienſt⸗Tag.Sonn⸗Tag. end.

5 Adam im|Begierlich- Deweglch⸗ | Empfind- | Sehen. Paradeis. keit. keit. lichkeit. FFCCCCTCTCTTTT—TT—T—T—T—TT—T—TT——K— 2. Satan. Scharfe. Zorn. Pein. Bitter Wehe 3. Chriſtus. | Leben. Annehmen. Suſſe. es.

1. Adam im Ebenbild. Ausgehen:

Paradeis. der Geiſt. —

2. Satan. EigenAn: | Eigen Eigen⸗ Wil- Herrſchen.

nehmen. Wiſſen. le.

3. Chriſtus. Einheit. Gelaſſen. Leiden. Sich erge⸗

1, 6Dttee. | ben.

1. Adam im Schmecken. Sinnen. Oemüthe. Verſtand Paradeis. 7 niß.

rügen. Angſt. Zweifel.

=

Begierde. | Gleichheit Deispei. | I der Krafte SGeſſt. | Reden. "Evefrum : 8 dder Natur.. Stanck. Ausſtoſſen.

— — —

2. Satan. | Luſt zur 0 — Schiedlichkeit

65 Ehriſtus. Tauffe.

Fallen.

Glauben. Genius oder |

Sefege- Jerſprengen Hoffen. Demuth. __ | Gegenbild. _\

f. Zam im Starcke. | Durchge- | Macht. Heilig. Züchtig. Kräftig. Thron. Paradeis. hen. 5 — 2. Saran. Herr. Gewalt. | Dobel. Durſt g. |veitefertig. | Unfinnig. Eigen Ehre. 3. Ehriſtus. Niedrigkeit.] Gehorſam. an Vergeben. Geben. | Gebaren. Ehre geben. tzigkeit. 5 * — — — „„ — — 1. Atom im Engel, Dienſthaft. Milde. Freundlich. Schonheic.] Tugend. Paradels. Fa. a: 3 2. Satan. Teufel. Wiederwil⸗ Diebs⸗ Ge- Moͤrder. Belials⸗ Gift. Irdiſh za lig. müt bh... Hure. — Tbeiſch. 3. Ehriſtus.] Chriſtus. Umwenden. Neu Leben.] Heilig. Wieder: | Sophia, |

bringen Klingen. | Paradeis..

1 | mmer al Ppantafey. Terwan: Kluft der |

HDffenbar. | Singen.

Kindheit.

1, Adam im| Himmel. Paradeis. 8

2. Satan. Hoͤlle oder

Streit.

Verderben. len. delung. ieſſe 3. Christus.] Ruffen | Lehren. Neu Ge Sich freuen.] Beten. | Grünen. i Chriſti. uͤthe.

| ee eingetheilet, das den

ben Eigenſchaften, nach Seele und deib als daß ime

ſchen vor dem Fall die Eigenſchaften zur Schiedlichk

gener Annehmlichkeit ſind im gleichen Willen geſtanden, und haben ihre Begierde alle in die Einheit GOttes geführct ; ſo waren ſie ein recht Paradeis, denn der weſentliche Geiſt mit der Einheit GOttes war in ihnen offenbar, und ſolten fie in GOt⸗ tes Liebe durch alle Dinge wircken.

69. Aber der Teufel goͤnnete ihnen das nicht / und betrog die ſieben Eigenſchaften des Lebens mit falſcher Luſt, und beredete ſie, es waͤre ihnen gut, und wuͤrden klug werden, ſo ſich die Ei⸗ genſchaften eine iede nach ihrer Art in eigene Annehmlichkeit einfuͤhreten, ſo wuͤrde der Geiſt ſchmecken und erkennen, was Boͤs und Gut ſey; Aber daß ſolches in der Einheit GOttes

nicht beſtehen Fönte, ſagete er ihnen nicht. 70. Als fie ſich aber in ihre eigene Luſt einfuͤhreten, ſo wach⸗

den die Eigenſchaften alle in ihrer Selbheit bildlich; ſo war die

menta im Streit das Regiment, und fiel alſobald von auſſen die Ungleichheit, als Hitze und Kalte, und das Geſtirne mit der Schiedlichkeit, mit der Wirckung in Leib, und der Grimm GOt⸗

zweiflung: und im Leibe wachte auf Hitze und Kalte, Wehe⸗ thun, Kranckheit und das toͤdtliche Leben.

bald die ſieben Eigenſchaften in ihrer entzuͤndeten Art ihr Regi⸗

ment an, mit Neiden, Morden, Stechen und Brechen: Aus Liebe ward Hoffart und eigen annehmliche Liebe: Aus der Be⸗ gierde ward Geitz; Aus der Empfindlichkeit ward Neid, und aus dem Feuer⸗Leben ward ein eitel giftiger Zorn. Alſo ward der Hoͤllen Fundament im gantzen Menſchen offenbar, und re⸗ gierete in Seele und Leib.

thums darin der Menſch harte muͤſſen ewig verdammt werden, ſeyn und bleiben, wenn ihme nicht haͤtte alsbald die Göttliche Gnade nach ſolchem Abfall den Schlangen ⸗Treter, als den Ausfluß Goͤttlicher Liebe, in dem heiligſten Namen JESU ein: E 5 geſpro⸗

te ſolcher Streit und Wiederwaͤrtigkeit in ihnen auf, und wur⸗

Einheit als das Element zertrennet, und kriegeten die vier Kle⸗

tes nach der finſtern Welt Eigenſchaft in die Seele, davon kame ihm nach der Seelen Schrecken, Angſt, Noth, und ewige Ver⸗

71. Alſo fiel das Bilde GOttes, der gantze Menſch, von ſeiner | Ordnung, und ward ein Monftrum und Larva, und huben als⸗

72. Dieſes hoͤlliſche Fundament iſt nun der Geiſt des Irr⸗

„

rochen, zu einer neuen Wiedergeburt; welcher H. Name der hoͤchſten Demuth in die menſch⸗

genſthaften entworfen, in welchen Eigenſchaften die Seele das Centrum habe, und in welchen der Geiſt, und in welchen der Leib; dem Leſer weiter nachzuſinnen. Darunter ſtehen die ſieben wochentliche Tage mit den Charactern, anzudeuten, daß der Menſch eben daſſelbe ſey.

75. Dieſe Tafel deutet nun an, was der Menſch von innen und auſſen, beydes nach dem erſten guten Adam, und auch nach dem verderbten fen, und was er in Chriſto wieder worden, dar⸗ an man verſtehen kann, wie Boͤſes und Gutes im Menſchen ſey, und von was VBoͤſes und Gutes in Sinnen und Gemuͤthe urſtaͤnde. | |

25 Mit dem Worte Satan, damit der Irrgeiſt angeden⸗ tet wird, wird nicht ein ereaturlicher Teufel verſtanden, ſon⸗ dern der Quall ſolchen Irrgeiſtes. Und mit dem Wort Chri⸗ ſtus, wird der neue Menſch im Geiſte Chriſti nach der Inwen⸗ digkeit verſtanden. Die andern öpatia werden verſtanden wie in den anderen Tafeln, darinnen man die Urſache der Ver⸗ wandlung verſtehet; dem Leſer weiter nachzuſinnen.

E N D E.

CLAVIS

ode

Gaclüſel,

das iſt,

Sine Orklaͤrung

der vornehmſten Puncten und Woͤrter, welche in dieſen Schriften ge⸗ ? brauchet werden;

| | Zu mehrerem Begriff derſelben, Fur! die Anfänger in der Goͤtt⸗ lichen Offenbarung,

geſtellet, Anno 1624 im Martio und Aprili,

Jacob Boͤhmen.

Gedruckt im Jahr des ausgebornen groffen Heils 1730.

6. 4 aa m 0 790 m an MR 1 e „ gene ua" J 10

1 ja \ a: ih 7 . 3. e 2 * - n.,

2

N 714 K 5 N b | 53 D © eh N, 118 1 1 45 27

31 1 705 IHR 1 J |

EE 105 eee eee F al Kl

„ * wir 1 28 . Wenn 7 5 . N N RR Se wen ——— 4 I, g a det } 5 * 4 4 * — AR * 5 N 75 on „ m K _ ’ ’ A 5 41 8 . I Wit, 5 91 * * W 1 . « * * j 5 x * — Er a u .

N N N RR, SI TE r u S 3

Summariſcher Inhalt.

Vorrede des Autoris. | pag. 75

EX PLICATIO TERMINORUM.

Wie man GOtt auſſer der Natur und Creatur betrachten ſoll? 78

Fernere Betrachtung, wie dieſer Einige GOtt

dreyfaltig ſey? 79

Vom ewigen Wort GOttes. 81

Vom heiligen Namen Jehovah; ibid. Von Goͤttlicher Weisheit. 82 Vom Myſterio Magno. 83 Vom Centro der ewigen Natur. 84

Von der ewigen Natur und ihren ſieben Eigen⸗ ſchaften. 85 * 9. Er⸗ 5

"Eng de fieben Eioenfhafte der ewigen i 10. Vom dritten Prineipio, als von der ſichtbaren Welt, wovon dieſe entſtanden, und was die

Schöpfung ſey? | 96 11. Vom Spiritn Mundi und den vier Elementen. 100

12. Eine kurtze Erklärung ob e von n Gt licher Offenbarung. 107

13. Eine Erklaͤrung etlicher Woͤrter in andern Bu⸗ chern des Autoris. 107

14. Clavis fpecialis oder Erklaͤrung unterfchiedlicher theils eigener, theils Paracelſiſcher Woͤrter, aus Herrn Joh. Sigm. von Schweinichen ei⸗ gener Hand. 1016)

15. Von den 7 Eigenſchaften der ewigen Natur, welche drey Principia oder Welten machen, aus Hrn. D. Walters eigener Hand. III

16. Sceleton Prædictorum, en Schluͤſſl der Schrif⸗ ten] B. aus D. Fr. Krauſens eigener Hand. 116,

17. Ein andrer Schlüffel des Autoris aus eben deſ⸗ ſelben Hand.

CLA-

oder 1

Gchluͤſſel.

Das iſt: Eine Erklaͤrung der vornehmſten Pun⸗ cten und Woͤrter in dieſen Schriften.

Vorrede des Autoris an den Leſer dieſer Schriften. Summarien. Hne Gottes Geiſt iſt nichts zu finden. 5.1. Derowegen muß un⸗ ſer Vornehmen zu Gottes Ehre und des Naͤchſten Nutzen ſtre⸗ cken, 2. und das Gemuͤth Gott gantz ergeben ſeyn; 3. au

ar gelaſſenem, uͤbergebenem Willen, EOtt um Verſtand tinte 4. ſq.

Nee K. 8 25

S ſtehet geſchrieben: Der natuͤrliche Menſch ver⸗ ſtehet nichts was des Geiſtes iſt, noch vom Geheimniß des Reichs GOttes, es iſt ihm eine Thorheit, und kanns nicht begreiffen. 1. Cor. 2: 14. Derewegen will ich den Chriſtlichen Liebhaber der Geheim⸗ niſſen vermahnet haben, ſo er ſich will auf dieſe hohe Schriften legen, und dieſelben leſen, forſchen und verſteheu, daß er nicht von auſſen anfange zu leſen mit ſcharfem Speculiren und Nachſinnen; er wird ſonſt nur in dem aͤuſſerlichen bildlichen | ‚Grunde allein bleiben und nichts mehr als eine gemahlte Far⸗ be davon erlangen; denn die eigene Vernunft ohne GOttes Licht kann nicht in den Grund kommen, es iſt ihr ger nicht moͤglich, das Ingenium ſey fo hoch und ſubtil als es immer wolle ſo ergreifts doch nur einen Spiegel Glaſt davon: Denn Chriſtus ſpricht: Ohne mich koͤnnet ihr nichts thun. Job. 15:5. Item: Er ſey das Licht der Welt, und das Leben der Menſchen. Joh. 8:12.

2. Will einer den Goͤttlichen Grund, ald die Göttliche Of⸗ fenbarung, forſchen, fo ſoll er fich zuvorhin bedencken, zu was Ende er ſolches begehre zu wiſſen, ob er auch dasjenige, was

er

76 XX. Clavis, ober Erklarung er moͤchte erlangen, begehrt zu practiciren, und zu GOttes Ehre und ſeines Naͤchſten Wolfahrt anzulegen: Ob er auch dadurch begehret der Irdigkeit und eigenem Willen abzuſter⸗ ben, und in deme das er ſucht und begehret zu leben, und Ein Geiſt mit Ihme zu werden. 15 3. Wo er nun ſolchen Vorſatz nicht hat, daß, fo ſich G Ott ihme mit feinen Geheimnſſſen offenbarete, daß er wolte Ein Geiſt und Wille mit Ihm ſeyn, und ſich GOtt gantz ergeben, daß GOttes Geiſt durch und mit ihm thue was Er wolle, daß GoOtt fein Wiſſen, Wollen und Wircken ſey, ſo iſt er noch nicht geſchickt zu ſolcher Erkentniß und Verſtaͤndniß, denn ihrer viel ſuchen nur Geheimniſſe, daß ſie wollen vor der Welt hoch und anſehnlich geachtet ſeyn, nur zu eigenem Nutz, kommen aber nicht zu ſolchem Grunde, da der Geiſt alle Dinge, ja auch die Tieffe der Gottheit forſchet, wie geſchrieben ſtehet. 1. Cor. 2:10. | 4. Es muß nur ein gantz gelaſſener und übergebener Wille ſeyn, darinnen GOtt ſelber forſchet und wircket, welcher ſtets in gelaſſener Demuth und Einergeben zu GOtt dringet, und anders nichts ſuchet, als ſein ewiges Vaterland, und ſeinem Naͤchſten damit zu dienen ; fo mags wol erreichet werden, er muß es mit Buß⸗Wirckung und ernſtem Gebet anfahen, daß ihm das Verſtaͤndniß von innen aufgethan werde, als⸗ kühn wird ſich das Innere auch in das Aeuſſere einfuͤh⸗ . | * 5. Wenn er ſolche Schriften lieſet, und aber nicht verſte⸗ hen kann, ſo ſoll er ſie nicht balde wegwerfen, und fuͤr un⸗ moͤglich achten zu verſtehen, er ſoll fein Gemuͤth zu GOtt wen⸗ den, und Ihn um Gnade und Verſtand bitten, und wieder le⸗ ſen, ſo wird er ſchon mehr darinnen ſehen, bis er wird endlich in die Tieffe durch GOttes Kraft gezogen werden, und in den uͤbernatuͤrlichen, uͤberſinnlichen Grund kommen, als in die ewige Einheit GOttes; alda wird er unausſprechliche wirck⸗ liche Worte Gottes hoͤren, welche ihn werden zuruͤcke durch den Goͤttlichen Ausflug heraus führen, bis auf die groͤbſte Ma- teriam der Erden, und wieder hinein zu GOtt, fuhren: als⸗ denn forſchet der Geiſt GOttes alle Dinge durch Ihn und mit Ihm: und alſo iſt er recht von GOtt gelehret und ge- trieben. 1. Cor. 2: 7.10. | 6. Weil

der vornehmſten Puncten u. Worter. 77 6. Weil aber ein Clavis oder Schlüffel meiner Schriften von den Liebhabern begehret wird, fo will ich ihnen gerne zu willen ſeyn, und eine küͤrtze Verfaſſung des Grundes darſtellen wegen der fremden Woͤrter, welche theils aus der Natur, als aus dem Senfu genommen ſind, eines Theils auch fremder Meiſter Worte ſind, welche ich nach dem Senfü probiret und gut befunden habe.

7. Die Vernunft will ſich an das ſtoſſen, wenn ſie von na⸗ tuͤrlichen Dingen manchmal heidniſche Terminos und Woͤr⸗ ter zur Erklärung ſiehet, und meinet, man müffe alleine Bi⸗ bliſche Woͤrter drauchen, welche ſi ch doch allemal zu gruͤndli⸗ cher Erklärung der Eigenſchaften der Natur nicht ſchicken wollen, weil man den Grund nicht kann darinnen ausſprechen, auch die weiſen Heiden und Juden haben den tiefen Grund der Natur unter ſolchen Woͤrtern verborgen gehalten, weil ſie wol haben verſtanden, daß die Erkentniß der Natur nicht iedermanns Ding ſey, ſondern allein dem zugehoͤre, welchen Gott durch die Natur habe darzu erkohren.

8. Es darf ſich niemand daran ſtoſſen, dann wann GOtt einem Menſchen ſeine Geheimniß offenbaret, ſo führet Er ihn auch in einen Sinn wie er dieſelben ſoll ausſprechen, wie GOtt erkennet, daß es in iedem Seculo noth und beduͤrftig iſt, die verwirrete Zungen und Meinungen wieder auf den Grund zu ſetzen: Und ſoll niemand gedencken, daß es ohugefehr durch menſchliche Vernunft geſchehe: Die Offenbarung Göttlicher Dinge wird durch den innern Grund der geiſtlichen Welt er⸗

Öffnet, und in ſichtbare Formen gebracht, wie es der Schoͤpfer offenbaren will.

9. Ich will aber eine kurtze Erklarung Goͤttlicher Offen: barung ſchreiben, ſo viel ich in der Enge begreiffen mag, und die fremden Woͤrter erklaͤren zu mehrerer Verſtaͤndniß der andern Bücher, und eine Summam dieſer Schriften, Bucher) als eine kurtze Formulam darſtellen, den Anfahenden zum Nachdencken; Weitere Erklaͤrung wird i in den andern Buͤ⸗ chern zu finden ſeyn.

9 EXCPLI-

S rr eau

EXPLICAT O TERMINORUM.

1. Wie man Gott auffer der Natur und Creatur betrachten ſoll.

Summarien.

KrNttift Einig, s. 1.2. in Dreyfaltigkeit. 3. 4. Der Wille it der Vater 5. die Luſt der Sohn, als die Einfaßlichkeit des Willens;

6 7 und der ausgehende Wille iſt der H. Geiſt. . Sind alſo dreyerley Wirckungen in der Einheit. 9. Die eſſentialiſche Begierde it der Magnet; 10. anderſt wäre die Einheit ſtill. n. Was Gottes Wort ſey, 12. 13. welches den Sinn Öffnet ? 14. Der H. Name Jehovah iſt die eſſentialiſche Empfindlichkeit. 13. Jeder Buchſta⸗ be deutet eine Kraſt an. 16. Die Goͤttliche Weisheit 17. 18. iſt der Göttliche Verſtand 319). Myſterium Magnum zo, hat 2 Weſen und Willen in ſich, 21. und iſt das Chaos, 22. daraus Licht und Finſter⸗ niß urſtäͤndet. ez. Vom Centro der ewigen Natur. 24. Die ewige Natur 25. bildet das Wort in Eigenſchaften, 26. und iſt dee Werck⸗ meiſter; 27. ſtehet in 7 Eigenſchaften, 28. fo da find Begierde, 29. Einziehen der Begierde, 30. und Grund der Angſt: in welchen; Er⸗ ſten das Fundament der Höllen ſtehet. 31, Ferner, Feuer, darinn die Einheit in der Liebe erſcheinet, ze. bicht, 3. Schall, 34. und endlich die beiblichkeit der 6 Eigenſchaften. 35 In dieſen 7 Eigenſchaften ind 2 Weſen zu verſtehen, als das Goͤttliche der Einheit, 36. und denn er Natur eigen Weſen. 37. Die 1. Eigenſchaft it die Begierlichkeit; 38. die 2. das Ziehen, ein immer wehrender Streit in ſich ſelber. 39. Alſo kommt die vuft aus dem Feuer; 40. und dieſe Begierde iſt dieſer Welt Anfang geweſen, u. wobey die 2. Eigenſchaft der Sepa⸗ rator war. 32. Die z. Eigenſchaft fit die Angſt; 43. wie dieſelbe 85 boren wird 244. und daraus der Schwefel⸗Geiſt? a5. was die So⸗ phi mit den 3 Prineipien verſtanden? 46. mit der Angſt wird das Feuer verſtanden, als die 4. Eigenſchaft. 37. 48. Die Einheit wird auch Freyheit genennet. 49. Wie das Feuer geloͤſchet und die Fin⸗ ſterniß verſchlungen wird? 50. sı. daraus 2 Anfänge entſtehen, oder 2 Prineipia, 52. 53. als Feuer und Licht, fo in der Liebe, die Verſoͤh⸗ nung. 54. In der Eigenheit wird die Finſterniß offenbar. Ss. Was der Feuer: Grund fen ? 56. im Feuer und Licht ſtehet alles Leben. 57. Die 5. Eigenſchaft it das Liebe⸗Feuer, 58. als die wahre Seele des Menſchen und Gottes Tempel: 59. 60. iſt das 2. Prineipium, als die Engliſche Welt 61. ( leichniß von einer Kerken. 62. Das Zeitliche iſt aus dem Ewigen, 63 und iſt alles nur Ein Geiſt. 64. Sind alſo dreyerley Eigenſchaften der Göttlichen Offenbarung in der ewigen Natur, idid. und iſt doch nur Ein GOtt. 68. Grund der Na⸗ tur, 66. der feuriſche Mercurius hat die Metallen geboren. 67. Was mit dem Worte Mercurius zu verſtehen fen ? ibid. im Licht iſt die Einheit weſen lich und eiſt. 68. Die 6. Eigenſchaft iſt der Schall, 69. als der Verſtand oder das wirckende Wort in der ewigen Natur, 70. worinn dies Sinnen liegen. 7. 72. Die 7. Eigenſchaft iſt 1

—

VER UNEERDJERTERDE EBEN ANEE U haͤuſe der andern 6 Eigenſchaſten. 73. Des g uers und Lichts Kraft iſt die Tinetur. 74. Es find nur 3 Eigenſchaſten der Natur, 7s. Vater, 76. Sohn, 77. und H. Geist. 78. Die Göttliche Offenbarung if zwey⸗ erley, 79. und alle Eigenſchaſten find gleich ewig. 80.

Oſes ſpricht; Der HErr unſer Gott iſt ein eini⸗ ger GOtt; Deut. 6: 4. Und am andern Ort ſtehet: Von Ihm, durch Ihn und in Ihm ſind alle Dinge: Rom. 11: 36. Item: Bin nicht Ichs, der alle Dinge erfuͤllet? Jer. 23: 24. Item: Durch ſein Wort ſind alle Dinge ge⸗ macht, was gemacht iſt. Job. 1:3. | 2. Darum muß man ſagen, daß er aller Dinge Urſprung ſey: Er iſt die Ewige und unmeßliche (unwandelbare) Ein⸗ heit; als zum Exempel: So ich dencke, was wuͤrde am Ort dieſer Welt bleiben, wenn die 4 Elementa mit dem Ge⸗ ſtirne ſamt der Natur weg kamen und aufhoͤrten, daß kei⸗ ne Nutur oder Creatur mehr waͤre? Antwort: Es bliebe dieſelbige ewige Einheit, daraus Natur und Creatur ihren Urſprung empfangen. Alſo auch wenn ich dencke: Was iſt viel hundert tauſend Meilen uͤber dem Geſtirne, oder was iſt an dem Ort da kein Geſchoͤpfe iſt? Antwort: Es iſt die ewige, unwandelbare Einheit, welche iſt das einige Gute, das nichts hinter ihm, oder vor ihm hat, das ihm etwas ge⸗ be oder nehme, oder davon dieſe Einheit urſtaͤnde; es iſt alda kein Grund, Ziel, (Zeit) noch Stätte, und iſt der einige GOtt, oder das ewige Gut, das man nicht ausſpre⸗ chen kann. ;

ul. Fernere Betrachtung, wie dieſer einige GoOtt Dreyfaltig ſey.

3. Ss H. Schrift zeiget uns an, daß dieſer Einige GOtt f Dreyfaltig ſey, als nemlich ein Einiges zfaltiges We⸗ ſen, das dreyerley Wirckung habe, und doch nur ein einiges WPeſen ſey, wie man ſolches an der ausgefloſſenen Kraft an al⸗ len Dingen ſehen kann, wer das wahrnimt. et;

4. Sonderlich iſt ein Bild am Feuer, Licht und Luft, wel⸗ ches dreyerley Wirckungen find, und doch nur ein einiger Grund und Weſen iſt und wie man fichet, daß Feuer, Licht und Luft aus der Kertzen entſtehet, da doch die Kertze der keines iſt, und doch eineUrſache zu ſolchem iſt; alſo auch die ewige Einheit Gude die

go XX. Clavis, oder Erklarung

die urſache und der Grund der ewigen Dreyheit, welche ſich

* [

a u

aus der ewigen Einheit felber offenbarer, und in ein Wallen

oder Willen, Luſt und Ausgang führer.

5. 0) Das Wallen oder der Willen iſt der Vater, als die Offenbarung oder Bewegniß der Einheit, damit ſich die Ein⸗

heit ſelber will.

6. (2) Die Luft iſt der Sohn, als das einige das der Wille will, als ſeine Liebe und Wolgefallen, wie bey der Tauffe Chri⸗

ſti zu ſehen iſt, da der Vater zeugete: Matth. 3: 17. Diefer iſt

mein lieber Sohn, an dem ich Wolgefallen habe, den ſolt ihr

oͤren. | b 7. Die Luſt iſt die Einfaßlichkeit des Willens, da ſich der Wille in der Einheit in eine Wirckung und Stätte feiner ſelb⸗ ſten mit einfuͤhret, dadurch der Wille wircket und will, als eine Empfindlichkeit und Kraft des Willens.

8. Der Wille iſt der Vater, als das Wollen; Und die Luft

iſt der Sohn, als die Kraft und Wirckung im Wollen, damit

der Wille wircket; und der H. Geiſt iſt der ausgehende Wille durch die Luft der Kraft, als ein Leben des Willens, der Kraft,

und der Luſt.

9. Alto find dreyerley Wirckungen in der ewigen Einheit: |

Als die Einheit iſt das Wollen feiner felber , und die Luft iſt

ein wircklich Weſen des Wollens, und eine ewige Freude der Empfindlichkeit im Wollen, und der H. Geiſt iſt das Aus⸗ gehen der Kraft, wie man eine Gleichniß an einem Kraute

ſiehet.

10. Der Magnet oder die eſſentialiſche Begierde der Na⸗ N

tur, (als der Wille der Begierde der Natur,) faſſet ſich in ein Eus oder Weſen zu einem Kraut, und in der Infaßlichkeit der Begierde wird die Begierde empfindlich, als wirckende; und

in derſelben Wirckung entſtehet die Kraft, darein die magne⸗

tiſche Begierde der Natur, als der ausgefloſſene Wille GSOt⸗

tes, auf natürliche Art wircket. In ſolcher wircklichen Em⸗ pfindlichkeit wird der magnetiſche begierliche Wille erheblich

und freudenreich, und gehet von der wirckenden Kraft aus, davon entſtehet der Wachsthum und der Geruch des Krauts; und ſehen alſo die Abbildung der Dreyheit GOttes in allen wachſenden und lebendigen Dingen. b 29

11. Wann nicht eine ſolche begierliche Empfindlichkeit und

ausgehende Wirckung der Drepheit in der ewigen Einheit ware,

DEI vormhymſten Huncten U. <ODEIEL, 81 waͤre, fo ware die Einheit eine ewige Stille und als ein Nichts, und waͤre auch weder Natur noch Creatur, auch keine Jar be noch Geſtaltniß: Alſo auch imgleichen ware in dieſer Welt nichts ohne dieſe dreyerley Wirckungen, und moͤchte auch kei⸗ ne Welt ſeyn. b

Il. Vom ewigen Wort Gottes. 12. Je H. Schrift ſpricht: GOtt habe alle Dinge durch fein Wort gemachet. Item, das Wort fey GOtt, Joh. 1: 1-3. Dieſes verſtehet man alſo:

13. Das Wort iſt anders nichts, als der aus hauchende Wille aus der Kraft, eine Schiedlichkeit der Kraft in Vielheit der Kräften, eine Theilung und Ausfluß der Einheit, davon die Wiſſenſchaft urſtaͤndet, denn in einem einigen Weſen, darin⸗ nen keine Schiedlichkeit iſt, und das nur Eines iſt, da iſt keine Wiſſenſchaft, denn ob es waͤre, ſo wuͤſte es doch nur Ein Ding, als ſich ſelber; wann ſichs aber zertheilet und von ein⸗ ander ſcheidet, ſo gehet der geſchiedene Wille in die Vielheit, und wircket eine iede Abſcheidung in ſich ſelber.

14. Weil ſich aber die Einheit nicht mag trennen und aus einander weichen, fo bleibet die Zerſcheidung im aushauchen⸗ den Willen in der Einheit, und gibt die Zerſcheidung des Hau⸗ chens nur Unterſcheide, dadurch der ewige Wille, ſamt der Luſt und dem Ausgang in Wiſſenſchaft der unendlichen Formen oder Verſtaͤndniß eingehet, als in eine ewige, empfindliche, wirckliche, ſenſualiſche Wiſſenſchaft der Kräften, da je in der Zertheilung des Willens, in der Zerſcheidung ein Senſus oder Form des Willens den andern ſchauet, fühlet , ſchmecket, rie⸗ chet und hoͤret, und da es doch nur eine einige, ſenſualiſche Wirckung iſt, als das groſſe Freuden⸗Band der Liebe, und das wolthuende einige (ewige) Weſen.

v. Vom heiligen Namen IEHOVAH. 15. Je alten Rabbinen bey den Juden haben etlicher maſ⸗ ſen dieſes verſtanden, denn ſie haben geſagt, dieſer Name ſey der Allerhoͤchſte und Heiligſte Nams Gottes, damit man die wirckliche Gottheit im Senfu verſte⸗ het; und es iſt wahr; denn in dieſem wircklichen Senfu lieget das wahre Leben aller Dinge, in Zeit und Ewigkeit, im Grund und Ungrnnd, und iſt GOtt ſelber, als die Göttliche, wirckende Empfindlichkeit, Findlichkeit, ee und Liebe, 5 15 a

82 XX. Clavis, oder Erklaͤrung wahre Verſtand in der wircklichen Einheit, davon die finf Sinnen des wahren Lebens entſpringen. | 16. Jeder Buchſtabe in dieſem Namen deutet an eine Kraft und ſonderliche Wirckung, als eine Form in der wirckenden Kreft. Dann Lift der Ausfluß der ewigen, unzertrennlichen Einheit, als die ſuͤſſe Heiligkeit, (al. Huldigkeit) der Grund Goͤttlicher Ichheit. E iſt ein dreyfaches J, da ſich die Drey⸗ heit in eine Einheit ſchleuſt, denn das I gehet ins E und heiſſet (al ſchleuſt) IE, als ein Aushauchen der Einheit in fich ſelber. H iſt das Wort oder Hauchen der Dreyheit GOttes. O iſt die Circumferentz, als der Sohn GOttes, dadurch das JE mit dem H oder Hauchen ausſpricht, verſtebet aus der gefaſſeten Luſt der Kraft. V ft der freudenreiche Ausfluß vom Haus chen, als der ausgehende Geiſt GOttes. A iſt das Ausge⸗ gangene von der Kraft, als die Weisheit, ein Subject ım der Dreyheit, darinnen die Dreyheit wircket, darinnen die Drey⸗ heit offenbar iſt. Dieſer Name iſt anders nichts als ein Aus⸗ ſprechen der dreyerley Wirckung in der H. Dreyfalt gkeit in der Einheit GOttes: davon lieſe weiter in der Exklaͤrung der Tabellen von den dreyen Principien Göttlicher Of⸗ fen barung. Num. XIX. pag. 61.

V. Von Goͤttlicher Weisheit.

17. Je H. Schrift ſpricht: Die Weisheit ſey das Hau⸗ chen Goͤttlicher Kraft, ein Strahl und Odem des | — Allmachtigen. Sap. 7: 25. Item, Gott habe alle De durch feine Weisheit gemachet. Dis verſtehet man

alſo: ö 18. Die Weisheit iſt das ausgefloſſene Wort Goͤttlicher Kraft, Wiſſenſchaft und Heiligkeit; ein Subjectum oder Ge⸗ genwurf der ungruͤndlichen Einheit im Weſen, darinn der H. Geiſt wircket, formet und bildet; verſtehet, Er formet und bildet die Goͤttliche Verſtaͤndniß in der Weisheit, denn ſie iſt das leidende; und der Geiſt GOttes in ihr iſt das Thuende

oder das Leben, gleichwie die Seele im Leibe.

109. Sie iſt das groſſe Myſterium Goͤttlicher Art, denn in ihr werden die Kraͤfte, Farben und Tugenden offenbar: In ihr iſt die Schiedlichkeit der Kraft, als der Verſtand: fie iſt ſelber

der Göttliche Verſtand, als die Göttliche Beſchaulichkeit,

darinnen die Einheit offenbar iſt: Sie iſt das at |

der vornehmſten Puneten u. Woͤrter. 83

liche Chaos, darinnen alles lieget als eine Göttliche Imagina- tion, darinnen die Ideen der Engel und Seelen find von Ewig⸗

keit in Göttlicher Ebenbüdniß geſehen worden nicht als Crea⸗ turen, ſondern in einem Gegenwurf, wie ſich ein Menſch in

einem Spiegel befiehet: deswegen die engliſche und menſch⸗ liche Idea aus der Weisheit gefloſſen iſt, und in ein Bilde for⸗ miret worden, wie Moſes ſaget: GOtt ſchuff den Menſchen zu ſeinem Bilde, Gen. 1: 27. das iſt, Er ſchuf den Leib, und hauchete ihm ein den Odem Goͤttliches Ausfluſſes, Göttliche Verſtandniß, aus allen dreyen Principien Goͤttlicher Ofſen⸗

barung. VI. Vom Myſterio Magno.

20. As Myſterium Magnum iſt ein Subjectum der Weis⸗ heit, da das hauchende Wort oder die wirckende, wallende Kraft Goͤttlicher Verſtandniß durch die

Weisheit ausfleuſt, darinnen auch die Einheit GOttes zu ſei⸗

ner Offenbarung mit ausfleuſt: denn im Myfterio Magno ur⸗

ſtaͤndet die ewige Natur; und werden im Myſterio Magno allezeit zwey Weſen und Willen verſtanden.

21. Als das erſte Weſen iſt die Einheit GOttes, als Goͤtt⸗ liche Kraft, oder die ausflieſſende Weisheit. Das ander We⸗ fen iſt der ſchiedliche Wille, welcher durch das hauchende, aus: ſprechende Wort entſtehet, welcher ſeinen Grund nicht in der Einheit hat, ſondern in der Beweglichkeit des Ausfluſſes oder Aus hauchens, welcher ſich ins eigene Wollen und in Begier⸗ lichkeit zur Natur einfuͤhret, als in die Eigenſchaften bis ans Feuer und Licht, da im Feuer das natuͤrliche Leben verſtan⸗ den wird, und im Lichte das heilige Leben, als eine Offenbarung der Einheit, dadurch die Einheit ein Liebe⸗Feuer oder Licht iſt: und an dieſem Ort oder Wirckung nennet ſich GOtt eine lies ben, barmhertzigen GOtt, nach der geſchaͤrften Feuer: bren⸗ nenden Liebe der Einheit; und einen zornigen eiferigen Gott nach dem feuriſchen Grunde nach der ewigen Natur.

22. Das Myfterium Magnum iſt das Chaos, daraus dicht und Finſterniß, als das Fundament des Himmels und der Hoͤllen, von Ewigkeit gefloſſen und offenbar worden iſt: Denn das Fundament, das wir ietzo Hölle heiſſen, als ein eigen Principium, iſt der Grund und Urſache zum Feuer der 15

}

gen Natur, welches Feuer in GOtt nur ein Liebe⸗Brennen F 2 und

84 XX. Clavis,oder Erklarung

und wo Gott nach der Einheit nicht offenbar iſt m einem Dinge, ſo iſts ein peinlich Feuer⸗Brennen. Dieſes Feuer⸗ Brennen iſt eine Offenbarung des Lebens und der Goͤttlichen Liebe, dadurch ſich die Goͤttliche Liebe, als die Einheit, uͤber⸗

Fe

inflammiret und ſchaͤrfet, zu einer feuriſchen Wirckung der {

Kraft GOttes. 23. Diefer Grund wird darum Myſterium Magnum ge⸗ nant, oder ein Chaos, daß daraus Boͤſes und Gutes urſtaͤndet, als Licht und Finſterniß, Leben und Tod, Freude und Leid, Seligkeit und Verdammniß, denn es iſt der Grund der See⸗ len und Engel, und aller ewigen Creaturen, der boͤſen und gu⸗

ten; Ein Grund des Himmels und der Hoͤllen, und der ſicht-

baren Welt, ſamt allem dem, was da iſt, da alles iſt in einem

einigen Grund gelegen, gleichwie das Bild im Baum, ehe es

der Kuͤnſtler ausſchnitzet und formiret, da man von der geiſtlichen Welt doch nicht ſagen kann, daß ſie habe Anfang genommen, ſondern iſt von Ewigkeit aus dem Cbaos offen⸗ bar worden, denn das Licht hat von Ewigkeit in der Finſter⸗ niß geſchienen, und die Finſterniß hats nicht begriffen, gleich⸗ wie Tag und Nacht ineinander, und doch zwey in Einem find: Ich muß nur alſo abtheilig ſchreiben, als hatte es alſo

einen Anfang genommen, dem Goͤttlichen Grunde Börtlicher

Offenbarung nachzuſinnen, wie man ſoll Natur und Gott⸗ heit unterſcheiden, zu mehrerm Verſtande, wovon Boͤſes und Gutes kommen ſey, und was das Weſen aller We⸗

fen ſey. Siehe Anhang des Myſt. M. 1. Sendbr. 38: 5.6.

VII. Vom Centro der ewigen Natur.

N dem Wort Centrum verſtehet man den erſten

Anfang zur Natur, als den innerſten Grund, da

fich der eigene entſtandene Wille in eine Annehm⸗

lichkeit zur Ichheit einfuͤhret , als in ein natürliches Wircken,

denn die Natur iſt nur ein Werckzeug GOttes, damit GOttes

Kraft wircket, und hat doch auch eigene Beweglichkeit vom ausgefloſſenen Willen GOttes: Alſo iſt das Centrum der Punct oder Grund der eigenen Annehmlichkeit zur Ichheit, davon etwas wird, als daraus die ſieben Eigenſchaften ur⸗

—

Bänden.

VIII.

DEI vormhymſten Puntten u. Worter. 85

vill. Von der. ewigen Natur, und ihren ſie⸗ ben Eigenſchaften. 25. 8 Je Natur iſt anders nichts als Eigenſchaften der Aunehmlichkeit der eigenen entſtandenen Begierde, welche Begierde in der Schiedlichkeit des hauchen⸗ den Worts, als der hauchenden Kraft, entſtehet, da ſich die Ei⸗ genſchaften in ein Weſen einführen : alsdenn ſo heiſſet daſſel⸗ be Weſen ein natuͤrlich Weſen, und iſt nicht GOtt ſelber, denn Gott durchwohnet wol die Natur, aber die Natur begreiffet Ihn nur ſo weit, als ſich die Einheit GOttes mit in das na⸗ turliche Weſen eingiebet, und auch weſentlich machet, als im Lichts⸗Weſen, welches in der Natur in ſich ſelber wircket, und die Natur durchdringet und penetriret; ſonſt iſt die Einheit —— r Natur, als der begierlichen Annehmlichkeit, un⸗ egreiflich. | | re

26. Die Natur entſtehet in dem ausgefloſſenen Wort Goͤttlicher Empfindlichkeit und Wiſſenſchaft, und iſt eine ſtets⸗ waͤhrende Bildung und Formirung der Wiſſenſchaft und Em⸗ pfindniß: Was das Wort durch die Weisheit wircket, das bildet und formet die Natur in Eigenſchaften.

27. Sie iſt wie der Zimmermann, welcher das Haus baut, welches das Gemuͤthe vorhin in ſich gemodelt hat; alfo iſts auch albier zu verſtehen, was das ewige Gemuͤth in der Weis⸗ beit GOttes in der Goͤttlichen Kraft modelt und in eine ldeam fuͤhret, das bildet die Natur in eine Eigenſchaft.

28. Die Natur ſtehet in ihrem erſten Grunde in ſieben Sache „ und theilen ſich die Sieben in unendlich aus. 0 |

29. Die erſte Eigenſchaft der Natur iſt die Begierde, die machet Herbe, Scharfe, Harte, Kälte und Weſen.

30. Die andere Eigenſchaft iſt die Bewegniß oder Einzie⸗ hen der Begierde, die machet Stechen, Brechen und Schei⸗ dung der Haͤrte; die zerſcheidet die angezogene Begierde, und bringet fie in Vielheit, und iſt ein Grund des bittern Wehes, und auch die wahre Wurtzel zum Leben, und iſt der Vulcanus zum Feuer⸗Aufſchlagen. n

31. Die dritte Eigenſchaft iſt die Empfindlichkeit in der Zerbrechung der herben Harte, und iſt der Grund der Angſt und des natuͤrlichen Wollens, * der ewige 2

3 | wi

XX. LIAVIS, ober Erklarung 4 gugler werden, das iſt er 190 ein Fuer und Bi, % litz oder Glantz ſeyn, darinnen die Kräfte, Farben un Tugenten der Weisheit erſcheinen. In dieſen drey erſten Eigenſchaften ſtehet das Fundament des Bernd und der Höla len, und alles deſſen was grimmig iſt.

32. Die vierte Eigenſchaft iſt das Feuer, darinnen die Ein⸗ heit im Licht erſcheinet, als in einem Fieber Brennen, und der Grimm iſt des Feuers Eſſentz.

33. Die fünfte Eigenſchaft iſt das Licht mit ſeiner Liebe⸗ Sralt, darinnen die Einheit in einem natürlichen Weſen mit⸗ wircket.

34. Die ſechſte Eigenfchaft iſt der Schall oder Hall, oder die natuͤrliche Verſtaͤndniß darinnen die fünf Senfus geiſtlich wircken, als in einem verſtaͤndigen Natur⸗Leben.

35. Die ſiebente Eigenſchaft iſt das Sabjetum oder tm ſchluß der andern ſechs Eigenſchaften, darinuen fie wircken, wie das Leben im Fleiſch; und heiſſet die ſiebente billig der Grund oder die Staͤtte der Natur, darinnen bie Eigenschaften in Einem Grunde ſtehen.

36. In dieſen ſieben Eigenſchaften muß man allemal zwey Weſen verſtehen: Als erſtlich nach dem Abgrunde ſolcher Eigenſchaften verſtehet man das Goͤttliche Weſen, als den

Goͤttlichen Willen, mit der ausflieſſenden Einheit GOttes) welche mit durch die Natur ausfleuſt, und ſich in Annchmlich⸗ keit zur Schaͤrfe einfuͤhret, dadurch die ewige Liebe empfind⸗

lich und wircklich ſey, und daß fie etwas habe, das da leidende

iſt, darinnen fie ſich moͤge offenbaren, und darinnen fie erkant werde, davon ſie wieder geliebet und begehret werde, als die peinlich⸗leidende Natur, welche in der Liebe in eine ewige Freu⸗ denreich gewandelt wird: Denn wenn ſich die Liebe im Feuer im Lichte offenbaret, ſo uͤberflammet ſie die Natur, und 1 ſie wie die Sonne ein Kraut, und das Feuer das

937. Das ander Weſen iff der Natur eigen Weſen, wel⸗ ches peinlich und leidende iſt, und iſt der Werckzeug des Bir: ckens, denn wo keine Leidenheit iſt, da iſt auch keine Begierde nach der Erloͤſung oder nach etwas Beſſers; und wo nun keine Begierde nach etwas Beſſers iſt, alda innen ruf; st ein Ding in Ach ſelber, und darum führer fich die ewig Einheit durch ihren Ausfluß und Schiedlichkeit in Natur,

aufdaß a

U che Ant nn ee ee ed

aufdaß fie einen Gegenwurf habe, darinnen fie ſich offenbare, auf daß ſie etwas liebe, und wiederum von dem Etwas geliebet werde, daß alſo ein empfindlich Wircken und Wollen ſey.

IX. Erklaͤrung der ſieben Eigenſchaften der b ewigen Natur.“ 38 Je erſte Eigenſchaft iſt die Begierlichkeit, gleich einem Magnet, als die Einfaßlichkeit des Willens, da der Wille etwas ſeyn will, und hat doch Nichts, daraus er ihm etwas mache; fo fuͤhret er fich in eine Annehmlichkeit ſeiner ſelbſten, impreſſet und faſſet ſich ſelber zu einem Etwas; und das Etwas iſt doch nichts, als nur ein ſcharfer magneti⸗ ſcher Hunger, eine Herhigkeit, gleich einer Harte, davon auch Harte, Kälte und Weſen entſtehet. Dieſos Impreſſen oder Anziehen beſchattet ſich ſelber, und machet ſich zur Finſterniß, welches auch der Grund der ewigen und zeitlichen Finſterniß ift: Durch dieſe Scharfe iſt im Anfang die ſer Welt entſtanden Saltz, Steine, Beine und alles was deme gleichet. 39. Die andere Eigenſchaft der ewigen Natur entſtehet aus der erſten, und iſt das Ziehen oder Bewegen in der Schaͤr⸗ fe, denn der Magnet machet Haͤrte, und die Bewegung zubricht die Harte wieder, und iſt ein immerwaͤhrender Streit in ſich ſelber denn was die Begierde faſſet und zu Etwas machet, das zerſcheidet die Bewegniß, daß es in Form und Bildung kom⸗ met. Zwiſchen dieſen beyden Eigenſchaften entſtehet das bit⸗ tere Wehe, als ein Stachel der Empfindlichkeit: Denn ſo eine Bewegniß in der Schärfe iſt, fo iſt die Eigen ſchaft peinlich, und dieſes iſt auch die Urſach aller Empfindlichkeit und Wehe⸗ thuns; denn fo keine Scharfe und Bewegniß ware, ſo waͤre keine Empfindlichkeit. a in 40. Dieſe Bewegniß iſt auch ein Grund der Luft in der ſicht⸗ baren Welt, welche durchs Feuer offenbar wird, wie hernach ſoll gemeldet werden. FJ 4 41 Alſo

* Nota. Die in Sdit. 1715. alhier befindliche Tabell gehoret nicht hieyer⸗ ſondern ans Ende dieſes Tractaͤtleins, woſelbſt fie der geneigte beſer zu ſuchen hat. Der Corrector der ietztbeſagten Edition hatte ſie ei⸗ genmächtiaer Weiſe alſo verrücket, auch gantz geändert, und, auſſer wenigem Zuſatz, nach der im Myſt. NA. cap. 6. F. ar. ſtehenden Ta⸗ bell eingerichtet, welche ſolchergeſtalt zur Ungebühr zweymal vor“ kommet, mithin billig an dieſem Orte, wo ohnedem in keiner Edition

noch Ms Ct. einige Tabell zu ſehen iſt, weggelaſſen wird.

SS Am ans; bor ert ung

41. Alſo verſtehen wir, daß die Begierlichkeit ſey der Grund

zur Ichheit, daß aus Nichts Etwas werde, wie uns denn zu be⸗ trachten iſt, daß ſie der Anfang dieſer Welt geweſen ſey, dadurch Gott alle Dinge habe ins Weſen gebracht, denn ſie iſt daſſelbe, durch welche GOtt ſprach: Es werde! Gen. 1: 3. Sie iſt

das Werde, das da gemachet hat, da nichts war, als nur ein

Geiſt: Sie hat das Myfterium Magnum, welches geiftlich if, ſichtbar und weſentlich gemachet, wie an den Elementen, Ster⸗ nen und Creaturen zu ſehen iſt.

42. Und die andere Eigenſchaft, als die Bewegniß, iſt im Anfang dieſer Welt der Separator oder Scheider in den Kraf⸗ ten geweſen, damit der Schoͤpfer, als der Wille GOttes, hat alle Dinge aus dem Myiterio Magno in eine Form gebracht, dann ſie iſt das ausgefloſſene, bewegliche Wort, dadurch der N Gott hat alle Ding gemacht, und in Bildung

ebracht.

| 43. Die dritte Eigenſchaft der ewigen Natur iſt die Angſt, als das Wollen, das ſich hat in Annehmlichkeit zur Natur und Ichheit eingefuͤhret, da der eigene Wille in der ſcharfen Bes weglichkeit ſtehet, ſo kommt er in Angſt, als in die Empfindlich⸗ keit, denn auſſer der Natur mag er nicht empfindlich ſeyn; aber in der beweglichen Schaͤrfe wird er empfindlich: und dieſe Em⸗ pfindlichkeit iſt die Urſache des Feuers, auch des Gemuͤths und der Sinnen, denn der eigene natuͤrliche Wille wird dadurch fuͤhlende, und ſuchet Ruhe; alſo gehet die Schiedlichkeit des Willens von ſich aus, und durchdringet die Eigenſchaften; da⸗ von der Schmack in der Schaͤrfe urſtaͤndet, daß eine Eigen⸗ ſchaft die andere ſchmecket und empfindet, und iſt auch der Grund und die Urſach der Sinnen, daß eine Eigenſchaft in die ander eindringet, und die andere entzuͤndet, daß der Wille er⸗ kennet, wovon die Leidenheit kommet: Denn fo nicht Empfind⸗ lichkeit waͤre, ſo wuͤſte der Wille nichts von Eigenſchaften, denn er ware nur einig, und alſo nimt der Wille Natur an ſich, in deme er die ſcharfe Bewegniß in ſich empfindet.

44. Diefe Bewegniß iſt in ſich gleich einem drehenden Rade; doch nicht, daß ein ſolch Drehen ſey, ſondern alſo iſts in den Eigenſchaften, denn die Begierde zeucht in fich, und die Bewegniß dringet aus ſich; ſo kann der Wille in ſol⸗ cher Angſt, weder in ſich noch aus ſich, und wird doch aus

—

. ** u A ze Zn De ee u

ſich und in ſich gezogen, alſo bleibet fine Geſtalt, Beil 8 ch

der vornehmſten Puncten u. Woͤrter. 89 ſich und aus ſich will, das iſt über ſich und unter ſich, und kann doch nirgend hin, ſondern iſt eine Angſt und das wahre Funda⸗ ment der Hoͤllen und GOttes Zorn, dann die Angſt ſtehet in der finſtern ſcharfen Bewegniß.

45, Aus dieſem Grunde iſt in der Schöpfung der Welt der Schwefel⸗Geiſt ſamt der Materia der Sulphuriſchen Art ent⸗ ſtanden, welcher Schwefel ⸗Geiſt das natürliche Leben der irdi⸗ ſchen und elementiſchen Creaturen iſt.

46. Die weiſen Heiden haben dieſen Grund etlicher maſſen verſtanden, dann fie haben geſaget: in Sale, Sulphure und Mer- eurio beſtuͤnden alle Dinge in dieſer Welt; Damit haben fie nicht allein auf die Materiam geſehen, ſondern auf den Geiſt, da⸗ von die Materia entſtehet, denn ihr Grund beſtehet nicht im gro⸗ ben Sale, Sulphure und Mercurio, ſie meinen das nicht, ſondern den Geiſt ſolcher Eigenſchaften, darinnen beſtehet alles, was in dieſer Welt lebet, wachſet und ift, es ſey gleich ſpiritualiſch oder materialiſch: Denn mit dem Sale deuten ſie an die ſcharfe ma⸗ gnetiſche Begierde der Natur; und mit dem Mercurio deuten ſie an die Bewegniß und Scheidung der Natur, dadurch iedes Ding bezeichnet und gebildet wird; Und mit dem Sulphure ha⸗ ben ſie das empfindliche, wallende, wachſende Leben angedeu⸗ tet; Denn im Schwefel⸗Geiſt lieget das Oel, darinn das Feuer⸗Leben brennet, und im Oel lieget die Quinta Eſlentia, als der ſulphuriſche Mercurius, das rechte Leben der Natur, wel⸗ ches ein Ausfluß vom Wort Goͤttlicher Kraft und Bewegniß iſt, darinnen der Grund des Himmels verſtanden wird; und in der Quinta Eſſentia lieget die Tinctur, als der paradeiſiſche Grund, das ausgefloſſene Wort Goͤttlicher Kraft, darinnen die Eigenſchaften in der Gleichheit liegen.

47. Alſo verſtehen wir mit der dritten Eigenſchaft der Na⸗ tur, als mit der Angſt die Scharfe und Peinlichkeit des Feuers, als das Brennen und Verzehren, dann ſo der Wille in ſolche Schaͤrfe geſetzet wird, ſo will er immerdar die Urſach ſolcher Schaͤrfe verzehren, dann er dringet immerdar wieder nach der Einheit GOttes, als nach der Ruhe, und die Einheit dringet mit ihrem Ausfluß zu dieſer Bewegniß und Schaͤrfe, und iſt daſſelbe alſo eine ſtets⸗-waͤhrende Zuſammenfuͤgung zur Offen⸗

barung Goͤttliches Willens; wie man dann in dieſen dreyen, als im Saltz, Schwefel und Oel allezeit ein Himmliſches findet in dem Irdiſchen, wer das recht aa und dem * nach⸗ R 5 innet:

90 XX. Clavis, oder Erklarung ſinnet: denn in der Schaͤrfe lieget die Seele eines ieden Din⸗ ges, und in der Bewegniß lieget das wahre Leben der ſinnlichen Art, und im Oel des Schwefels lieget der Eraftige Geiſt, wel- cher aus der Tinetur urſtaͤndet. Alſo lieget allezeit in dem Ir⸗ diſchen ein Himmliſches verborgen „dann die unſichtbare geiſt liche Welt iſt in der Schoͤpfung mit ausgefloſſen. 2 4 43. Die vierte Eigenſchaft oder Geſtalt der ewigen Natur, iſt das geiſtliche Feuer, darinnen das Licht, als die Einheit, of⸗ fenbar wird, dann der Glantz des Feuers urſtaͤndet von der ausgefloſſenen Einheit, welche ſich hat mit in die natuͤrliche Begierde eingegeben; und des Feuers Qual und Brennen, als die Hitze, urſtaͤndet von der ſcharfen Verzehrlichkeit der derer erſten Eigenſchaften. Dieſes geſchicht alſo: tt 4909. Die ewige Einheit, welche ich ſonſten in etlichen meinen Schriften die ewige Freyheit nenne, die iſt ſanfte, ſtille und lieblich, gleich einem ſanften Wolthun, welches man nicht aus ſprechen mag, was für eine Sanfte auſſer der Natur in der Einheit GOttes fey; und die